Der Audi A4 B6 im Porträt
Auf Grundlage der zweiten Baureihe B6 des Audi A4 wurde der Audi A4 B6 im November 2000 als Nachfolger des A4 B5 vorgestellt. Ganze vier Jahre lief der Mittelklassewagen vom Band, bis dieser ab November 2004 in Deutschland durch den A4 B7 ersetzt wurde. Die Bauzeiten des B5 und B6 überschnitten sich dabei um ein Jahr. Dieser “fließende Übergang” war dem Umstand geschuldet, dass die Avant-Version des Vorgängers später vorgestellt und somit auch ein Jahr länger produziert wurde.
In Werken wie dem Werk Rheine beim Audi Partner Karmann entstanden Tausende der beliebten Modelle, die damals zum Grundpreis von 22.500 Euro erhältlich gewesen sind. Wer das Fahrzeug außerdem mit der kompletten Sonderausstattung aufwerten lassen wollte, musste für einen Neuwagen mit einem Preis von rund 42.600 Euro rechnen. Heute ist der Audi A4 B6 gebraucht natürlich um viele tausend Euro günstiger. Hierbei wirken sich die Ausstattung, das Baujahr sowie bereits gefahrene Kilometer maßgeblich auf den Kaufpreis aus. Wer sich einen Audi aus dem Jahr 2002 mit einem Kilometerstand von rund 200.000 km sichern möchte, darf bereits auf einen Audi A4 B6 Gebrauchtwagen für etwa 2.000 Euro hoffen. Etwas mehr Geld müssen die Audi-Käufer in die Hand nehmen, die auf Modelle mit niedrigerem Kilometerstand oder einer besonders üppigen Ausstattung setzen.
Konkurrenzkampf unter den Gebrauchtwagen
Es ist kein Geheimnis, dass der Audi A4 schon seit Jahren mit anderen Premiumfahrzeugen wie dem BMW 3er oder der Mercedes-Benz C-Klasse konkurriert. Doch jeder dieser Gebrauchtwagen hat mittlerweile einige kleine Schwächen. Einer der größeren Schwachpunkte des Audis ist der Zahnriemen, der mit relativ hohen Ausfallraten verbunden ist. Dieser Zahnriemen muss im 1,9-l-TDI-Motor schließlich die Pumpe-Düse-Einspritzung aktivieren, um einen hohen Druck zu erzeugen. Dieser Vorgang benötigt viel Kraft. Irgendwann ist ein Bruch vorprogrammiert.
Dieses Risiko besteht bei BMW und Mercedes nicht, da in diesen Fahrzeugen Ketten verwendet werden. Doch der BMW hat ein anderes Manko, denn Turbolader des Turbodiesels. Mercedes-Modelle leiden unter einer nachlassenden Lenkpräzision. Um derartigen Problemen vorzubeugen, setzte Audi die gründlich überarbeitete Vorderachse ein. Jedes einzelne dieser Modelle hat seine Schwachstellen. Doch alle drei Fahrzeugtypen verbindet die Gemeinsamkeit, dass sich elektronische Fehler wie unbewegliche Schiebedächer oder unbeleuchtete Anzeigen nicht ausbleiben. Doch bei Gebrauchtwagen anderer Hersteller ist die Situation natürlich nicht anders.
Die Entwicklung des Audi A4 B6
Pünktlich zur Jahrtausendwende löste der Audi A4 B6 nach sechs Jahren den A4 B5 ab. Die Bauzeiten der beiden Fahrzeugtypen überschnitten sich jedoch. Schließlich wurde der A4 B5 Kombi erst ein Jahr nach der Limousine eingeführt und dementsprechend auch ein ganzes Jahr länger produziert. Dann wurde der Audi A4 B6 in drei unterschiedlichen Karosserieversionen angeboten. An den Versionen als fünftüriger Kombi und viertüriges Stufenheck änderte sich zwar nichts. Allerdings hatte die Baureihe erstmals wieder seit dem Audi 80 ein Cabriolet in petto. Im Jahr 2004 ging mit dem Audi A4 B7 dann der Nachfolger an den Start.
Mit der Einführung des A4 B6 ließ die Ingolstädter Fahrzeugschmiede auch keine Bemühungen unversucht, um sich optisch vom Vorgängermodell abzugrenzen. Wirkte das Heck des B5 in erster Linie rundlich, war der B6 nunmehr an der hochgezogenen, kantigen Gürtellinie erkennbar. An Länge hatte der B6 um etwa 7 cm zugelegt. Aus technischer Sicht hob sich der Mittelklassewagen durch eine erhöhte Karosseriesteifigkeit sowie die Trapezlenkerhinterachse ab, die die vorherige Doppelquerlenkerhinterachse ersetzte.
Der richtige Motor für jeden Bedarf
Die Bandbreite der längs eingebauten Triebwerke umfasst bei den Benzinern einen Leistungsumfang von 75 bis 253 kW. Dieselaggregate stehen beim Audi A4 B6 hingegen von 74 bis 132 kW zur Wahl. Serienmäßig war in den Ingolstädter ein Frontantrieb integriert. Allerdings konnten sich Käufer optional ebenfalls für eine Erweiterung mit dem Allradantrieb quattro entscheiden. Bei den sportlichen Ausführungen der S- und RS-Modelle wurde der quattro-Antrieb dann schon serienmäßig eingebaut. Mit Ausnahme der 1,6- sowie 2,0-l-Ottomotoren wurden alle Benziner mit zwei Endschalldämpfern aufgewertet. Diese Endschalldämpfer befanden sich bei den Dieselvarianten hinter der Stoßstange.
Wie gut ist der A4 B6 ausgestattet?
Schon mit der ersten Präsentation des A4 B6 legten die Produzenten des Mittelklassewagens großen Wert darauf, das Modell mit einer umfassenden Serien- und Sonderausstattung aufzuwerten. Deshalb achtete die Fahrzeugschmiede darauf, dass einige Features in Serie zur Verfügung standen, die im Vorgängermodell nur gegen Aufpreis angeboten wurden. Dies war zum Beispiel beim Kopfairbagsystem Sideguard der Fall. Insbesondere ab der Modellpflege im Jahr 2003 wurde der Umfang an serienmäßigen Features noch einmal aufgestockt. Seitdem lief der Audi mit folgenden Extras vom Band:
- Stoßfänger und Seitenschweller mit Lackierung der Wagenfarbe
- Aufwertung des Automatikgetriebes Multitronic mit der Schaltstellung “S”
- Navigationssystem
Die Größe dieses Navigationssystems wurde mit einem einst 5 Zoll großen zu einem 6,5 Zoll großen Farbbildschirm aufgewertet. Außerdem führte der Premiumhersteller im A4 B6 eine MP3-Abspielfunktion, ein DVD-Laufwerk, MMI-Bedienlogik sowie zwei Steckplätze für SD Memory-Cards ein. Bereits optional erhältliche Xenon-Scheinwerfer wurden durch Bi-Xenon-Scheinwerfer für das Abblend- und Fernlicht ersetzt.
S-Line-Ausstattungspakete: Ein Novum
Zum ersten Mal bot der Fahrzeughersteller beim A4 B6 ebenfalls mehrere S Line-Ausstattungspakete an, die die sportliche Performance der Audis unterstrichen. Je nach Ausstattungspaket hatten diese Ausführungen folgende Features an Bord:
- Sportfahrwerk
- Sportsitze
- Sportlenkrad
- 17 und 18 Zoll große Räder
Außerdem stellte Audi ein umfassendes Exterieurpaket vor, das breitere Türabschlussleisten, einen kleinen Heckspoiler auf dem Kofferraumdeckel sowie abgeänderte Front- und Heckstoßfänger integrierte.
Für wen ist der Audi A4 B6 geeignet?
Heute ist der Audi A4 B6 gewiss eine gute Wahl für alle, die zum verhältnismäßig günstigen Preis ein Stück Audi-Feeling hautnah erleben möchten. Audi-Modelle sind und bleiben Premium-Fahrzeuge, die ein ganz besonderes Fahrgefühl versprechen. Heute ist der B6 zwar etwas in die Jahre gekommen. Doch wer das Lebensgefühl eines waschechten Cabriolets auf jedem einzelnen Kilometer spüren möchte, wird an dem Mittelklassewagen noch immer Gefallen finden. Gleiches gilt für Familien, die sich die Vier- und Fünftürer dank der angenehmen Platzverhältnisse sichern möchten. Insbesondere als Neuwagen machte der Audi A4 B6 als fahrbarer Untersatz für Geschäftsleute eine besonders gute Figur. Auf häufigen Geschäftsreisen beeindruckt der Audi nicht nur mit seinem hohen Fahrkomfort. Zugleich punktet der Audi A4 B6 mit einer Ausstrahlung, die für andere Fahrzeugmodelle unerreicht bleibt.
Fazit: Ein Audi A4 für die Ewigkeit?
Der Audi A4 B6 ist Teil einer Baureihe, die mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten in unterschiedlichen Baureihen vom Band läuft. Jede einzelne dieser Generationen hatte ihre Plus- und Minuspunkte. So ist es auch beim A4 B6. Im TÜV-Report 2014 wurde der Audi A4 als “haltbar, aber nicht unkaputtbar” bewertet. Diese Bewertung lässt auf eine hohe Qualität des Audis schließen. Doch vor technischen Mängeln an Batterien, Getriebe & Co. ist der Audi A4 B6 dennoch nicht gefeit.
Doch es gibt ein Argument, das deutlich für diese Baureihe des Audi A4 spricht. Der B6 ist und bleibt ein solider Wagen, der bei den Ingolstädtern für lange Zeit Maßstäbe setzte. Seit 2007 wurde der Audi A4 über viele Jahre hinweg nicht mehr nennenswert technisch überarbeitet. Somit befinden sich dessen Nachfolger technisch auf einem ähnlichen Niveau wie der B6 selbst. Das ist gewiss ein guter Grund, um sich für dieses Mittelklassemodell zu entscheiden.
FAQ
Wann wurde der Audi A4 B6 erbaut?
Der Mittelklassewagen wurde von 2000 bis 2004 in Limousinen-, Kombi- und Cabriolet-Versionen erbaut.
Welche Veränderungen zeichneten den A4 B6 im Vergleich zum Vorgängermodell B5 aus?
Gezielt versuchten die Ingenieure, den B6 optisch vom B5 abzuheben. Dabei setzten die Produzenten unter anderem auf eine seitliche hochgezogene Gürtellinie. Außerdem legten die Hersteller großen Wert darauf, Besonderheiten wie die Crash-Eigenschaften, Karosseriesteifigkeit oder Sonder- und Serienausstattung konsequent weiterzuentwickeln bzw. zu verbessern.
Wie teuer ist der Audi A4 B6?
Als Neuwagen stand der Audi A4 B6 zum Grundpreis von 22.500 Euro zum Verkauf bereit. Wer den Mittelklassewagen jedoch mit allen Features der Sonderausstattung aufwerten wollte, musste einen Kaufpreis von etwa 42.000 Euro einplanen. Heute entscheidet der aktuelle Zustand und Kilometerstand über den Wert der Vier- und Fünftürer. Ältere Gebrauchtwagen stehen schon ab rund 2.000 Euro für interessierte Käufer zur Verfügung.