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Audi 80

Karosserieform

Audi 80: Der Mittelklasse-Ahn des heutigen Audi A4

Heute heißt Audis Mittelklasse A4, doch bis in die 1990er hinein nannte der Ingolstädter Hersteller die Baureihe Audi 80. Intern war das Modell mit einem simplen „B“ sowie einer fortlaufenden Ziffer gekennzeichnet, was Audi auch für den Nachfolger A4 übernahm. Kein Wunder: Der Audi 80 gilt als dessen direkter Vorgänger und mutierte quasi mit einem scheinbaren Facelift Mitte der 1990er zum „neuen“ A4. Bis dahin waren bereits vier Generationen vom Band gerollt.

Vorstellung des Audi 80: die alte Mittelklasse aus Ingolstadt

Die Geschichte des Audi 80 reicht zurück bis ins Jahr 1972. Damals folgte das neue Modell dem Audi F103, der seit 1965 die Mittelklasse bei Audi stellte. Wie sein Vorgänger kam der Audi 80 als Limousine sowie Kombi auf den Markt. Kurios: Die eigentliche offizielle Vorstellung des neuen Modells erfolgte erst deutlich später im März 1973 auf dem damaligen Genfer Autosalon. Ab dem Mai 1973 diente der Audi 80 (intern B1) obendrein dem VW Passat als Basis. Diesen baute Volkswagen allerdings nur als Kombi und mit Schrägheck, nicht aber als klassische Limousine mit Stufenheck. Dennoch waren Audi 80 und VW Passat bis zur B-Säule quasi identisch.

Der Audi 80 B1 war mit zwei und vier Türen sowie einem längs eingebauten Benziner mit vier Zylindern und Frontantrieb erhältlich. Jener Motor (intern EA827) war einer der Gründe, warum der erste Audi 80 zum großen Wurf wurde. Denn der Vierzylinder war extrem sparsam und damals regelrecht richtungweisend. Die Welt erlebte 1973 gerade ihre erste Ölkrise, weshalb Effizienz und Sparsamkeit plötzlich in Mode kamen. Entsprechend nutzte auch VW das wassergekühlte Aggregat im Passat, da die eigenen Motoren nicht mehr dem Stand der Technik entsprachen. Volkswagen verbaute den Audi-Motor daher sogar in den Modellen Scirocco und Golf. Den Zylinderabstand des EA827 behielt der Konzern sogar bis heute bei. Der aktuelle EA888 nutzt tatsächlich noch die gleichen Taktstraßen wie der EA827, dessen Produktion erst 2013 beendet wurde. Davon abgesehen haben die Motoren keine Gemeinsamkeiten.

Eingepreist war der erste Audi 80 im Modelljahr 1977 übrigens ab 11.580 DM, der Viertürer war bereits ab 12.130 DM erhältlich. Zur Option standen vier Linien sowie 13 Lackierungen. Gebaut wurde die Mittelklasse im Audi-Stammwerk Ingolstadt, in welchem noch heute der offizielle Nachfolger A4 vom Band rollt.

Audi 80: Die Konkurrenzmodelle aus München und Rüsselsheim

Konkurrenz fand der Audi 80 vor allem in den Mittelklassemodellen anderer Premium-Hersteller. Damit ist vor allem der damalige BMW 02 sowie dessen Erbe BMW 3er gemeint, der ab 1975 beim Händler stand. Mercedes brachte hingegen erst Anfang der 1980er eine Mittelklasse auf den Markt, den Mercedes W201, dem später wiederum die C-Klasse folgte. In puncto Leistung war der BMW 02 dem Audi 80 voraus, lieferte der Münchner als BMW 2002 turbo doch bis zu 170 PS. Der Audi 80 kam als Topmodell GTE auf maximal 100 PS. Auch das Basismodell des Audi 80 war mit 55 PS dem Einstiegsmodell der BMW 02-Serie (1502) mit 75 PS unterlegen. Allerdings legte Audi seinen Fokus eher auf Verbrauch und Effizienz statt Leistung und Sportlichkeit. Zumal der Audi 80 seinerzeit als ein echtes Leichtgewicht galt. Der Audi 80 kam auf ein Leergewicht von gerade mal 835 bis 880 kg, der BMW 02 kam auf 940 bis 1.080 kg.

Weitere Konkurrenzmodelle fand der Audi 80 B1 zudem in anderen typischen Mittelklässlern jener Zeit. Zu nennen sind hier zum Beispiel der Opel Ascona, der Ford Taunus oder eben auch das Schwestermodell VW Passat. Da dieser die Technik aus Ingolstadt nutzte, gab es zwischen Audi 80 und VW Passat nur kleine Unterschiede. Anders der Vergleich mit Opel Ascona und Ford Taunus. Der Ascona war ebenfalls als Limousine und Kombi verfügbar, auch die Leistung von 60 bis 90 PS entsprach dem Audi 80. Opel setzte allerdings recht konsequent auf Motorsport. Walter Röhrl wurde 1974 auf einem Ascona A sogar Rallye-Europameister. Zusammen mit Tuner Irmscher schärfte Opel die Rallye-Version auf 206 PS. Der Ford Taunus setzte ebenfalls auf Leistung. Neben einem Vierzylinder stand dem Modell sogar ein Sechszylinder in V-Bauweise zur Option. So war der als Limousine mit zwei oder vier Türen, Coupé und Kombi erhältliche Taurus mit bis zu 108 PS zu kaufen. Im Sommer 1982 wurde der Taunus allerdings vom neuen Sierra abgelöst.

Zu jener Zeit war der Audi 80 gerade mal in 2. Generation (intern B2) erhältlich. Diese verkaufte Audi von 1978 bis 1986. Im gleichen Jahr folgte der Audi 80 B3, der bis 1991 gebaut wurde. Anschließend folgte der Audi 80 B4 und diesem wiederum bereits 1995 der Audi A4, den viele lediglich als Modellpflege des letzten Audi 80 ansehen. Schließlich blieben die Abmessungen fast identisch, wenngleich der erste A4 deutlich runder wurde. Ebenfalls neu zeigten sich Schürzen, Scheinwerfer, Spiegel oder der Grill. Komplett neu war allerdings das Interieur, dass nun um einiges wertiger erschien als im Audi 80. Den internen Code änderte Audi auf B5. Damit zeigte der Hersteller einerseits die neue Generation, folgte aber gleichzeitig der Tradition des Vorgängers.

Audi 80 B1 bis B4: Die Motoren

Plattform sowie Motoren des A4 B5 waren ebenfalls neu. Entsprechend war der A4 B5 durchaus eine neue Generation und kein Facelift des letzten Audi 80 B4. Der 1. Audi 80 B1 war allein mit einem Vierzylinder in Reihe erhältlich, der 55 bis 110 PS bei 92 bis 137 Nm generierte. Der Audi 80 B2 zeigte die gleiche Leistungsspanne, erhielt aber alternativ einen Fünfzylinder mit 115 oder 136 PS sowie obendrein einen Diesel mit 54 oder 70 PS. Der Audi 80 B3 war mit diversen Benzinern von 69 bis 137 PS sowie mit vier Dieseln von 54 bis 80 PS erhältlich. Die Motoren des letzten Audi 80 B4 reichten schließlich von 71 bis 315 PS auf Benziner-Seite sowie 75 bis 90 PS auf Diesel-Seite. Beim Kauf eines Audi 80 Gebrauchtwagen sollten Interessenten auf den Motor achten, denn älteren Dieselmodellen drohen heute in vielen Städten Fahrverbote.

Die Ausstattung des Audi 80

Die Ausstattung des 1. Audi 80 B1 umfasste bereits Features wie:

  • Halogen-Breitbandscheinwerfer,
  • Ruhesitzeinrichtungen für Fahrer- und Beifahrersitz,
  • Automatic-Sicherheitsgurte,
  • Tageskilometerzähler,
  • Türscheibendefroster (vorn),
  • einen Make-up-Spiegel für den Beifahrer,
  • eine beheizbare Heckscheibe
  • und einen abblendbaren Innenspiegel.

Über die Generationen weitete Audi die Ausstattung immer weiter aus. Der letzte Audi 80 B4 war auch in den Sportversionen S2 und RS2 erhältlich. Beim RS2 stammten einige Teile wie Bremsanlage, Fahrwerk, Spiegel oder Felgen sogar von Porsche. Allerdings war der RS2 allein als Kombi zu haben, der S2 wiederum auch als Coupé und (wenn auch selten) als Limousine.

Kurz vor dem Produktionsstopp rollte Audi 1994 das Sondermodell Europa zu den Händlern. Dieses brachte natürlich diverse Extras mit, darunter:

  • elektrisch verstellbare Außenspiegel
  • Leichtmetallräder mit zehn Speichen in 15 Zoll
  • 20560-R15-V-Reifen
  • ein elektrisches Schiebedach
  • ein Airbag-Lenkrad
  • Kopfstützen vorn und hinten
  • sowie fünf Sonderlackierungen

Statt des Schiebedachs stand dem Audi 80 Europa alternativ eine manuelle Klimaanlage zur Option.

Fazit: Der Audi 80 als Young- & Oldtimer

In heutigen Zeiten gilt der Audi 80 schon als Young- bzw. die ersten Generationen sogar als echter Oldtimer. Daher ist der A4-Vorgänger vor allem eine Option für Fans älterer Fahrzeuge, die mitunter noch keine echten Oldtimer sind und somit als Liebhaber-Auto für das gesamte Jahr taugen. Dank seiner vier Generationen sowie hohen Produktionszahlen ist ein Audi 80 gebraucht heute schon für unter 2.000 € erhältlich.

Fahrzeugbewertungen zu Audi 80

57 Bewertungen

4,2

Technische Daten Audi 80

Technische Daten wie Verbrauch, PS, Maße, Gewicht und Länge im Überblick

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