Ein Oldtimer mit der früheren Bezeichnung "Buick 40 Special" ist inzwischen eine begehrte Rarität, da sich nur noch wenige Modelle im Umlauf befinden. Die meisten Exemplare befinden sich in Museen. Einige wenige gut erhaltene Sammlerstücke sind zudem der Stolz von privaten Besitzern.
Buick Special ab 1950 - Oldtimer mit bösem Blick
Heute sind vor allem die Buick Special Modelle ab Baujahr 1950 aufgrund ihrer markanten Optik bei Liebhabern und Sammlern sehr geschätzt. Sie werden auch als "Autos des Umbruchs" bezeichnet und stehen für eine neue Ära in der Automobilindustrie. Buick setzt früh auf ein innovatives Design, das bei der Special Serie von 1950 in Form eines charakteristischen Raubtiergebisses erstmals in Erscheinung tritt. Die wuchtigen Chromstangen des Kühlergrills ähneln in der Tat einem weit aufgerissenen Maul und sind bis heute das Markenzeichen dieser Oldtimer. Schon in der Baureihe von 1951 entschärft Buick die Vorderfront des Special und ersetzt den aufwendig aus vielen einzelnen Streben bestehenden Kühlergrill durch ein einteiliges Modell. Es behält trotzdem die Haifischmaul-Optik und den sogenannten "Bösen Blick" bei. Erst 1958 löst ein feines Gitter die Chromstäbe endgültig ab und der Buick Special bekommt ein zahmeres Aussehen. Dennoch bleibt dem Buick Special auch weiterhin das Flair der luxuriösen Großraumlimousine erhalten. Liebhaber bestaunen heute noch den geräumigen Innenraum mit Sitzplätzen für bis zu sechs Personen und einer für damalige Zeit neuartigen Panoramascheibe. Auch die Abmessungen können sich sehen lassen. Ein 1955er Buick Special bringt es beispielsweise auf imposante 5,25 Meter Länge und 1,95 Meter Breite. Dazu kommt ein äußerst geräumiger Kofferraum. Automatikgetriebe und Servolenkung machen das Cruisen mit diesen ersten Straßenkreuzern zu einem echten Vergnügen.
Die 1960er: Kraftpakete mit innovativen Extras
Buick ist in den 50er Jahren in Sachen Technik stets einen Schritt voraus. Die Buick Special Modelle besitzen seit den 1930er Jahren einen Reihenachtzylindermotor. Aufgrund seiner Höhe ist er für die steil gewölbte Motorhaube der früheren Modelle verantwortlich. 1951 versieht Buick den Special mit seinem neuen, kompakten Reihenachtzylinder, der 120 PS auf die Straße bringt. 1953 revolutioniert Buick zudem die Bordelektronik und stellt von 6 Volt auf die neuartige 12-Volt Technik um. Andere Autobauer folgen dem neuen Trend erst Jahre später. 1954 hat der Reihenachtzylinder endgültig ausgedient und wird durch einen V8-Motor mit 4326 cm³ ersetzt. Er erbringt eine Leistung von 143 PS (105 kW) und wird in den darauffolgenden Jahren stetig weiterentwickelt und vergrößert.
Der Buick Special von 1957 besitzt schon ein weitaus stärkeres Aggregat mit einem Hubraum von 5965 cm³ und einer Leistung von 250 PS (184 kW).
Anfang der 1960er Jahre hat Buick zusätzlich zu der Limousine einen flotten Zweitürer und ein Cabriolet im Angebot. In Sachen Motorisierung bekommt der wuchtige V8 nun Konkurrenz von einem kleineren V Motorblock aus Aluminium sowie dem flotten V6 Motor mit rund 3200 cm³ Hubraum. Dieser kompakte und sparsame V8 mit 3,8 Litern Hubraum macht später bei Rover Karriere und geht 1961 als Sieger im "Mobil Economy Run" von 1961 hervor.
Aufgrund der vielen Wahlmöglichkeiten gibt es bei Buick nun zwei Produktlinien: Den Buick Special und den Buick Special Deluxe mit gehobener Ausstattung. Die 60er Specials präsentieren sich als waschechte Straßenkreuzer mit lang gezogener Karosserie und den für die damalige Zeit typischen Heckflossen. Der Raubtier-Kühlergrill ist nun endgültig Geschichte. Die leicht V-förmige Vorderfront ziert nun ein schlankes Gitter nebst einem Paar verchromter Doppelscheinwerfer.
Ende der 1960 Jahre verzichtet Buick auf die Standard Reihe und konzentriert sich ausschließlich auf die Buick Special Deluxe Modelle, die den Hauptanteil der verkauften Wagen ausmachen.
Buick blickt zu dem Zeitpunkt auf eine erfolgreiche Geschichte zurück, denn in den letzten neun Jahren wurden fast 800.000 Buick Special und Special Deluxe Autos verkauft.
Faszination Buick Special - ein ganz besonderer Zeitzeuge
Die Wagen der Buick Special Serie bieten uns heute interessante Einblicke in eine längst vergangene Zeit. Die legendäre Ära der 1950er und 60er Jahre in den USA ist geprägt von Wirtschaftswachstum und Wohlstand. Bequeme, gut ausgestattete Reiselimousinen sind sehr begehrt. Die Freude am Fahren ist diesen Straßenkreuzern geradezu anzusehen. Eine Fahrt mit dem Buick Special vermittelt den Insassen ein einmaliges Raumgefühl. Extras wie bequeme Ledersitze, große Fenster und Klimaanlage sorgen für den luxuriösen Charme im Cockpit. Zusammen mit dem leistungsstarken Motor und dem weich schaltenden Automatikgetriebe entsteht das Gefühl des schwerelosen Gleitens über den Asphalt. Und das, obwohl der Special um die zwei Tonnen Gewicht auf die Waage bringt.
Fazit: Der Buick Special ist ein Auto mit Charakter und eine attraktive Alternative zu Oldtimern wie dem Cadillac oder einem Plymouth.