Audi Q4 e-tron Facelift (2026): Erste Sitzprobe, mehr Reichweite und neue Digital Stage

Das Audi Q4 e-tron Facelift auf einen Blick
Was uns gefällt
Dass Audi versucht, zu alter Stärke im Innenraum zu finden.
Was wir vermissen
Den Sinn im Beifahrerbildschirm.
Perfekt wenn man...
... ein elektrisches Komapkt-SUV mit Premiumanspruch sucht.
Die Alternativen
VW ID.4, BMW iX1, Mercedes GLB EQ
Die Preise des Audi Q4-etron Facelifts
| Modell | Audi Q4 e-tron | Audi Q4 e-tron performance | Audi Q4 e-tron quattro | Audi Q4 e-tron quattro performance |
|---|---|---|---|---|
| SUV | ab 47.500 Euro | ab 53.500 Euro | ab 55.900 Euro | ab 59.000 Euro |
| Sportback | ab 49.450 Euro | ab 55.450 Euro | ab 57.850 Euro | ab 60.950 Euro |
Stärken
- Mehr Reichweite
- Durchdachtes Infotainment
- Höhere Anhängelast
Schwächen
- Weiterhin kein Frunk
- V2X nur optional
- Teuer in der Anschaffung
Optisch auf Linie getrimmt
Was der ID.4 für Volkswagen ist, ist der Q4 e-tron für Audi. Das Kompakt-SUV der Ingolstädter ist seit 2021 auf dem Markt und basiert, wie der VW, auf dem bekannten Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) des Konzerns. Für Audi selbst ist der elektrische Q4 mittlerweile ein Bestseller mit immerhin 350.000 weltweit verkauften Einheiten.
Für den Bestellstart im Mai 2026 steht nun das umfangreiche Facelift für den Audi Q4 e-tron als SUV und Sportback an. Rein äußerlich hat man den 4,59 Meter langen Kompaktstromer auf Linie getrimmt und sucht stärker den Schulterschluss zu Audi Q6 und Audi A6 e-tron. Vor allem der nun in Wagenfarbe lackierte Singleframe-Grill trägt viel zur Außendarstellung bei. Vertikale Blades bei den S-Line-Varianten sollen zusätzlich mehr Sportlichkeit vermitteln. Der neugestaltete Dachkantenspoiler bei der Steilheck-Variante sowie der neue Heckspoiler beim Q4 e-tron Sportback sind wiederum nicht nur optische Spielerei, sondern verbessern die Aerodynamik und damit die Reichweite.
Mehr Licht - und weniger Schatten bei der Bedienung
Überarbeitete Matrix-LED-Scheinwerfer und neue OLED-Rückleuchten gehören ebenfalls zum Facelift des Q4. Die Rückleuchten lassen sich in vier verschiedenen Lichtdesigns anpassen. Außerdem können die OLED-Leuchten bestimmte Funktionen anzeigen und zum Beispiel nachfolgende Fahrer warnen, wenn diese zu dicht auffahren.
So richtig ans Eingemachte geht es allerdings im Innenraum. Audi führt im Q4 e-tron die aus anderen Modellen bekannte "Digital Stage" ein und nimmt beinahe so tiefgreifende Änderungen vor, wie Volkswagen jüngst beim ID.3 Neo. Für echte Knöpfe am Lenkrad hat es zwar weiterhin nicht gereicht, doch immerhin schaffen es die zwei Drehwalzen aus der kürzlich stattgefundenen Produktaufwertung von A6 und Q5 in den Q4.
Derweil ist das eigentliche Herzstück der Digital Stage das dreigeteilte Panoramadisplay. Es besteht aus einem 11,9 Zoll großen Fahrerbildschirm, einem 12,8 Zoll großen MMI-Touchscreen und optional aus einem 12-Zoll-Beifahrerdisplay. Letzteres sehen wir zum ersten Mal in dieser Fahrzeugklasse - selbst im neuen Audi Q3 gibt es nur zwei Bildschirme.
Der Abschied vom Klavierlack
Die Anzeigen selbst sind gestochen scharf aufgelöst, was wir von der Rückfahrkamera leider immer noch nicht behaupten können. Hier muss Audi bei seinen Modellen noch deutlich nachlegen, um etwa Mitbewerber wie Kia wieder einzuholen. Immerhin finden wir mittlerweile eine geordnete Bedienoberfläche in einer gut organisierten Kacheloptik vor. Darüber hinaus integriert Audi nun auch beim Q4 e-tron einen weiterentwickelten Sprachassistenten, der durch ChatGPT unterstützt wird.
Abgesehen vom Digitalen hat Audi beim Q4-Facelift auch viel Wert auf handfeste Änderungen gelegt. Der oft kritisierte Klavierlack in der Mittelkonsole wurde durch matte Oberflächen ersetzt. Generell wurde der Bereich zwischen den beiden Vordersitzen neu arrangiert und bietet nun Platz für zwei induktive Ladeschalen mit jeweils 15 Watt Ladeleistung. Die generelle Materialanmutung kann für die Fahrzeugklasse als durchaus wertig bezeichnet werden und ist deutlich besser als das, was wir zuletzt bei anderen Konzernmodellen gesehen haben.
Mehr Reichweite - der Q4 Sportback als Spitzenreiter
Antriebstechnisch greifen die Ingolstädter beim überarbeiteten Q4 e-tron bereits auf die neue Volkswagen-E-Maschine namens „APP 350“ zurück, die auch beim ID.3 Neo zum Einsatz kommt. Als permanent erregte Synchronmaschine (PSM) treibt sie bei Modellen ohne Allrad weiterhin die Hinterachse an und soll durch mehr Effizienz dazu beitragen, dass der Q4 noch weiter kommt. Als heckgetriebener Q4 Sportback e-tron Performance (netto 77-kWh-Batterie) gibt Audi eine maximale Reichweite von bis zu 592 Kilometern an. Das Einstiegsmodell schafft mit seiner netto 59-kWh-Batterie laut Hersteller nun bis zu 451 Kilometer.
Spannend ist an dieser Stelle nicht nur, dass Audi erneut bei einem Modell die Bezeichnung geändert hat und fortan auf das Zahlenspiel verzichtet. Auch wird sichtbar, wie stark die Aerodynamik auf die Reichweite einzahlt. So hat der Q4 e-tron Sportback Performance auf dem Papier eine immerhin bis zu 14 Kilometer höhere Reichweite als das SUV.
Antriebe für den SUV und die Sportback-Variante
| Modell | Antrieb | Leistung (kW) | Drehmoment (Nm) | Akku netto (kWh) | Verbrauch (kWh/100 km) | Vmax (km/h) | 0–100 km/h (s) | Reichweite (km) | DC-Ladeleistung (kW) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Q4 e-tron (Sportback) | RWD | 150 | 350 | 59 | 18,0–15,3 (17,3–14,8) | 160 | 8,1 | 440 (451) | 160 |
| Q4 e-tron performance (Sportback) | RWD | 210 | 545 | 77 | 18,4–15,6 (17,7–15,2) | 180 | 6,6 | 578 (592) | 165 |
| Q4 e-tron quattro (Sportback) | AWD | 220 | Hinten: 350 / Vorn: 134 | 77 | 19,1–16,1 (18,6–15,6) | 180 | 6,2 | 558 (573) | 165 |
| Q4 e-tron quattro performance (Sportback) | AWD | 250 | Hinten: 545 / Vorn: 134 | 77 | 18,9–16,2 (18,5–15,8) | 180 | 5,4 | 541 (554) | 185 |
Neues Thermomanagement, aber geringere Ladeleistung
Auch bei den Batterien hat sich etwas getan. Auch wenn man es an den reinen kWh-Zahlen nicht sieht, verwendet Audi eine neue Zellchemie und setzt überdies auf ein verbessertes Thermomanagement. Eine neue Vorkonditionierung soll zudem dafür sorgen, dass der Q4 e-tron bei widrigen Bedingungen schneller laden kann. Die Konditionierung wird entweder über die Navigation oder manuell aktiviert.
Während das Top-Modell Audi Q4 e-tron quattro Performance jetzt mit bis zu 185 kW laden kann, reduziert sich die Ladeleistung bei der hinterradgetriebenen Performance-Variante sowie beim Standard-Quattro auf 165 kW. Die Basisvariante des Q4 lädt mit immerhin 160 kW an geeigneten DC-Ladestationen.
Erstmals V2X beim Audi Q4 e-tron
Beim Thema bidirektionales Laden hat der VW-Konzern inzwischen klar nachgelegt: Auch der Q4 e-tron erhält, wie der ID.3 Neo, von Anfang an eine Vehicle-to-X-Funktion (V2X). Damit sind zunächst Anwendungen wie Vehicle-to-Load möglich; perspektivisch soll an einer passenden Wallbox auch Vehicle-to-Home unterstützt werden.
Wichtig ist jedoch ein genauer Blick in den Bestellprozess: V2X gehört nicht zur Serienausstattung, sondern ist an ein Paket gebunden. Zwar kann die Funktion später freigeschaltet werden, die zusätzliche 230-Volt-Steckdose im Kofferraum hingegen nicht - sie ist ausschließlich über das Gepäckraumpaket bestellbar.
Neues Fahrwerk und mehr Zugkraft
Etwas später im Jahr werden wir sicherlich noch feststellen, wie sich der neue Audi Q4 e-tron fährt. Zumindest beim Fototermin wurde uns aber schon angekündigt, dass auch die Fahrwerksingenieure nicht untätig waren. Der Q4 soll durch eine Abstimmung der optionalen Verstelldämpfer noch deutlicher zwischen Komfort und Sport unterscheiden können, wobei der Fokus auf eine etwas dynamischere Auslegung lag.
Wesentlich wichtiger dürfte für viele das Thema Kofferraumvolumen und Anhängelast sein. Die Quattro-Modelle des Q4 dürfen von nun an satte 400 Kilogramm mehr und damit bis zu 1,8 Tonnen ziehen. Beim Kofferraum bleibt weiterhin das SUV die praktischere Lösung - 515 bis maximal 1.487 Liter passen hinein.
Erstes Fazit und Preise
Unterm Strich zeigt sich auch beim neuen Audi Q4 e-tron, dass die Ingolstädter wieder stärker auf ihre Kunden hören. Das wird besonders am klar strukturierten Bedienkonzept und dem erkennbaren Anspruch deutlich, die Materialqualität im Innenraum zu verbessern. Die Einführung von V2X hingegen war längst überfällig - idealerweise sollte diese Funktion serienmäßig freigeschaltet sein. Preislich wird auch der geliftete Audi Q4 e-tron erwartungsgemäß nicht zum Schnäppchen: Zum Marktstart im Mai 2026 beginnt das Q4 SUV bei 47.500 Euro, während der Q4 Sportback nochmals 1.950 Euro mehr kostet. Die ersten Fahrzeuge sollen im Laufe des Juli an die Kunden ausgeliefert werden. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)
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