Toyota C-HR+ (2026) im Test: Effizienter Elektro-SUV im Kompaktformat

Der Toyota C-HR+ (2026) auf einen Blick
Was uns gefällt
Die praxistaugliche Reichweite.
Was wir vermissen
Ein Handschuhfach und einen größeren Kofferraum.
Ideal wenn …
… man hohe Praxistauglichkeit in ansprechendem Design sucht.
Die Alternativen
Audi Q4 Sportback e-tron, BMW iX1, Škoda Elroq, VW ID.5
Stärken
- Dynamisches Fahrverhalten
- Eigenständiges, ansprechendes Design
- Praxistauglicher Verbrauch
Schwächen
- Viel Hartplastik im Innenraum
- Kein Handschuhfach
- Kleiner Kofferraum
Schlüsselmodell der Elektro-Offensive
Nach dem bisher eher zurückhaltenden Einstieg in die Welt der rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge startet Toyota heuer eine regelrechte Neuheiten-Offensive – bis Ende des Jahres soll die elektrische Modellpalette zehn Fahrzeuge umfassen. Ein für das Unternehmen sehr wichtiges Modell ist der neue Toyota C-HR+. Der kompakte Crossover baut auf dem Erfolgsmodell C-HR auf, ist jedoch mit der speziell für Elektroantrieb entwickelten eTNGA-Plattform ein eigenständiges Fahrzeug. Mit einer Länge von 4,52 Metern reiht er sich zwischen dem ebenfalls neuen Toyota Urban Cruiser und dem bZ4X ein.
Es stehen beim Toyota C-HR+ drei Modelle zur Auswahl, die sich voneinander in Leistung und Ausstattung unterscheiden: Die Basisvariante „Active“ mit Frontantrieb und 123 kW (167 PS) Leistung ist mit der kleineren 57,7-kWh-Batterie (54 kWh netto) ausgestattet. Toyota Austria erwartet, dass sich mehr als die Hälfte der Kunden (rund 55 Prozent) für die darüber angesiedelte ebenfalls frontgetriebene Version „Teamplayer“ entscheiden wird. Diese verfügt über den größeren 77-kWh-Akku (72 kWh netto) und leistet 165 kW (224 PS). Wir durften beim ersten Test die Top-Version „Lounge“ mit der größeren der beiden Batterien, Allradantrieb und 252 kW (343 PS) fahren.
Bildergalerie: Toyota C-HR+ (2026)

Dynamisch in Auftritt und Fahrleistungen
Das Design des Toyota C-HR+ überzeugt mit seiner Modernität und Eigenständigkeit auf ganzer Linie und trägt gleichzeitig zu einer sehr guten Aerodynamik mit einem cw-Wert von 0,26 bei. Die gestreckte Coupé-Silhouette verleiht dem 4,53 Meter langen Kompakt-SUV zudem ein äußerst dynamisches Auftreten. Dazu passt auch das Fahrverhalten, insbesondere bei der getesteten Allrad-Variante. Äußerst sportlich stürmt der Stromer los und nach gerade einmal 5,2 Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Mit 7,3 Sekunden ist auch die Sprintqualität der mittleren Leistungsstufe „Teamplayer“ nicht gerade von schlechten Eltern.
Der Toyota C-HR+ verfügt über ein sehr ausgewogenes Fahrwerk. Für sportliches Fahren ist es einerseits straff ausgelegt, spricht jedoch gleichzeitig so feinfühlig an, dass Unebenheiten effizient ausgeglichen werden und es dabei zu keinerlei Nachschwingen des Fahrzeugs kommt. Hier stimmt die Balance zwischen Performance und Komfort. Selbst in schnell gefahrenen engen Kurven und Kehren zeigt der Toyota C-HR+ kaum Seitenneigung und lässt sich für einen Zweitonner auch dank der präzisen Lenkung sehr leichtfüßig bewegen.
Innovatives Cockpit-Konzept im C-HR+
Beim Reinsetzen überrascht die Anordnung von Lenkrad und Fahrerdisplay. Das Lenkrad ist etwas tiefer angebracht, damit man einen guten Blick auf das nahe der Windschutzscheibe angebrachte 7-Zoll-Kombiinstrument hat. Da der Blick über das Lenkrad führt, ergibt sich eine freiere Sicht auf die Straße. Wir finden im Test schnell die richtige Einstellung und kommen in der Folge gut damit zurecht. Im mittig angebrachten 14-Zoll-Touchscreen sind praktischerweise haptische Drehregler zur Steuerung der Temperatur und Lautstärke angebracht.
Neben den angenehmen Sitzbezügen und teilweise gepolsterten Verkleidungsteilen findet sich im Innenraum auch jede Menge Hartplastik. So zum Beispiel in der gesamten Mittelkonsole, die durch ihre breite Ausführung den Platz in der ersten Reihe etwas einschränkt. Dafür können zwei große Smartphones gleichzeitig induktiv geladen werden. Die Mittelarmlehne ist kaum gepolstert und lädt damit nicht zum längeren Verweilen ein. Auffällig ist die Gestaltung des Armaturenbretts, dessen horizontale Maserung für einen modernen Look sorgt.
Gegenüber dem C-HR ist der Radstand des C-HR+ um elf Zentimeter auf 2,75 Meter angewachsen. Dadurch ergeben sich im Fond angenehme Platzverhältnisse. Die Kopffreiheit ist trotz des Coupé-artigen Dachverlaufs auch für großgewachsene Personen vollkommen ausreichend. Eingeschränkt wird der Sitzkomfort lediglich durch den für Elektrofahrzeuge typischen hohen Fahrzeugboden, der ein leichtes Anwinkeln der Beine erfordert.
Stauraum nicht gerade üppig
Im Innenraum geht uns ein Handschuhfach ab, das im Toyota C-HR+ nicht vorhanden ist. Angemessener Stauraum findet sich in den Türverkleidungen, unter der Mittelkonsole sowie in der von beiden Seiten zu öffnenden Mittelarmlehne. Der Kofferraum liegt mit einem Ladevolumen von 416 Litern unter dem Klassendurchschnitt. Zur Erweiterung lassen sich die Rücksitze im Verhältnis 60:40 umklappen. Unter dem Ladeboden befindet sich ein kleines Fach, in dem das Ladekabel verstaut werden kann. Einen Frunk gibt es nicht – dafür ist der Freiraum zwischen Motor und Motorhaube zu gering.
Hohe Effizienz sorgt für niedrigen Verbrauch
Auf der ersten Testfahrt beweist der Toyota C-HR+ seine hohe Effizienz. Der Kompakt-Crossover verbraucht bei guten äußeren Bedingungen 17 kWh pro 100 Kilometer. Die gefahrene Strecke verläuft auf Landstraßen mit Ortsdurchfahrten und zu gut einem Viertel auf der Autobahn mit 130 km/h. Bei reinen Überlandfahrten ohne Autobahn pendelt sich der Verbrauch des Allradmodells bei rund 15 kWh ein. Der niedrige Verbrauch lässt auf eine Praxisreichweite von 420 bis 480 Kilometern schließen. Damit liegt man nicht weit von der von Toyota angegebenen WLTP-Reichweite von rund 500 Kilometern entfernt. Für den noch sparsameren Fronttriebler „Teamplayer“ gibt Toyota eine Reichweite von bis zu 607 Kilometern an.
Mit bis zu 150 kW wird der 77-kWh-Akku in knapp 28 Minuten von 10 bis 80 Prozent geladen. Die Batterie-Vorkonditionierung soll bis zu einer Temperatur von minus 20 Grad eine Ladedauer von einer halben Stunde ermöglichen. An der Wallbox dauert der Ladevorgang mit 11 kW rund sieben Stunden, mit den optional verfügbaren und im Allrad-Modell serienmäßigen 22 kW etwa halb so lange.
Die für Verbrauch und Reichweite wichtige Rekuperation lässt sich über die Schaltwippen hinter dem Lenkrad in vier Stufen einstellen, wodurch die Intensität der Energierückgewinnung variiert werden kann. Im Test erweist sich die stärkste Stufe als optimal, da sie bei vorausschauendem Fahren zumeist ausreichend verzögert und zusätzliches manuelles Bremsen weitgehend überflüssig macht. Für reines One-Pedal-Driving reicht die Bremswirkung der Rekuperation jedoch nicht aus.
Verfügbarkeit und Preise
Die ersten Toyota C-HR+ rollen im April zu den österreichischen Händlern. Für 2026 ist ein Volumen von rund 600 Fahrzeugen geplant. Preislich geht es bei der Einstiegsvariante „Active“ mit dem kleineren Akku bei 40.990 Euro los. Darüber positioniert sich das Modell „Teamplayer“ mit einem Startpreis von 45.390 Euro. In der Topvariante „Lounge“ mit Allradantrieb darf man ab 52.190 Euro Platz nehmen. Die Aufpreisliste der weitgehend vollausgestatteten Fahrzeuge ist kurz und beschränkt sich bis auf eine Ausnahme auf die Farbwahl. Für das getestete Allrad-Modell ist um 1.100 Euro ein Panorama-Glasdach und ein JBL Premium Soundsystem erhältlich.
Erstes Fazit
Mit dem Toyota C-HR+ setzt der größte Automobilhersteller der Welt ein starkes Ausrufezeichen in Richtung vollelektrischer Fahrzeuge. Der Kompakt-SUV wird mit darüber entscheiden, ob sich der Hybrid-Pionier auch als Elektroautohersteller erfolgreich etablieren kann. Die Vorzeichen stehen gut: Der Toyota C-HR+ überzeugt mit eigenständigem Design, ausgeprägter Fahrdynamik und hoher Reichweite, die ihn auch auf der Langstrecke zu einem praxistauglichen Begleiter macht. Das Platzangebot ist zwar nicht rekordverdächtig, für die Kompaktklasse jedoch durchaus angemessen. (Text: Armin Hoyer | Bilder: Armin Hoyer und Toyota Austria)
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