Neuer BMW 7er (2026): Der Monolith aus Dingolfing

Der BMW 7er G70 erhält für 2026 ein umfassendes Facelift. Das Neue-Klasse-Design, neue Benziner und ein deutlich verbesserter i7 mit mehr Reichweite und schnellerem Laden bringen frischen Wind ins Duell mit der Mercedes-Benz S-Klasse. Wir geben dir alle Infos, Preise und einen ersten Live-Check.

Das BMW 7er (G70) Neue-Klasse-Facelift auf einen Blick


Was uns gefällt

Dass der 7er tatsächlich schöner geworden ist.

Was wir vermissen

Noch mehr Bildschirme. Scherz. Eher den V12 aus dem Vorgänger.

Perfekt wenn man...

... nach einer Alternative zur Mercedes S-Klasse sucht.

Die Alternativen

Eben diese Mercedes S-Klasse oder ein gebrauchter Audi A8, der inzwischen nicht mehr neu angeboten wird.


Die Preise für den neuen BMW 7er


Ab Markteinführung Mai 2026
Modell Preis
BMW 740 xDrive 117.900 Euro
BMW i7 50 xDrive 121.400 Euro
BMW i7 60 xDrive 140.100 Euro
BMW i7 M70 xDrive 182.400 Euro
Weitere Motoren ab Markteinführung November 2026
Modell Preis
BMW 740d xDrive 122.900 Euro
BMW 750e xDrive 133.900 Euro
BMW M760e xDrive 159.900 Euro

Stärken

  • Hochwertiger Innenraum
  • Flottes Bediensystem
  • Breite Antriebspalette

Schwächen

  • Teuer in der Anschaffung
  • Keine 800-Volt-Technik beim i7
  • Durchwegs hohes Gewicht

BMW 7er G70 Facelift Front

Neuer 7er: Zwei neue Mild-Hybrid-Benziner für Europa

Schreiben wir es gerade heraus: Die siebte Generation des BMW 7er (G70) ist bisher nicht wirklich schön gewesen, aber besonders. Mit der jetzt erfolgten Modellüberarbeitung wird das Münchner Flaggschiff dafür besonders schön. Freilich ist das, wie so oft, eine subjektive Meinung. Aber immerhin mit klarer Kante, die sich nun auch im Neue-Klasse-Facelift des 7ers widerspiegelt. Gleich mehr dazu. Doch zunächst die wichtigste Nachricht für alle Verbrenner-Fans: Das Motorenangebot für Europa wird um zwei neue Mild-Hybrid-Benziner ergänzt, der Diesel bleibt erhalten.

Neben dem auf 313 PS erstarkten 740d xDrive wird es zum Marktstart im Juli 2026 wieder einen 740 xDrive mit 400-PS-Reihensechszylinder geben. Ohne „i“ und, viel wichtiger, ohne zusätzlichen Batterierucksack. Wer dagegen das teilelektrische Fahren schätzt, kann weiterhin zu zwei Plug-in Hybriden mit maximal 612 System-PS und bis zu 82 Kilometer E-Reichweite greifen. Für das Jahr 2027 stellt BMW zudem ein leistungsstarkes M-Performance-Modell des 7ers in Aussicht. Und zwar mit einem konventionellen V8. Damit schließen die Bayern ihre bisherige Angebotslücke in Europa - auch im Vergleich zur Mercedes S-Klasse. Die Stuttgarter bieten ihre ebenfalls frisch geliftete Oberklasselimousine als S 580 gleichermaßen mit einem Mild-Hybrid-Achtzylinder an.


BMW 7er G70 - Technische Daten - Verbrenner / Plug-in-Hybride*
Modell Antrieb Leistung Drehmoment 0–100 km/h Vmax Verbrauch (WLTP) CO₂-Emissionen (WLTP) Elektrische Reichweite
BMW 740 xDrive R6-Benziner, 48-Volt-Mild-Hybrid, 8-Gang Steptronic, xDrive 294 kW / 400 PS 580 Nm 5,1 s 250 km/h 9,3 – 8,3 l/100 km 211 – 189 g/km
BMW 740d xDrive
(ab 11/2026)
R6-Diesel, 48-Volt-Mild-Hybrid, 8-Gang Steptronic, xDrive 230 kW / 313 PS 670 Nm 5,7 s 250 km/h 7,2 – 6,5 l/100 km 191 – 172 g/km
BMW 750e xDrive
(ab 11/2026)
R6-Benziner + Elektromotor, 8-Gang Steptronic, xDrive 360 kW / 489 PS 700 Nm 4,8 s 250 km/h 6,1 – 5,0 l/100 km 138 – 113 g/km 70 – 82 km
BMW M760e xDrive
(ab 11/2026)
R6-Benziner + Elektromotor, 8-Gang Steptronic, xDrive 450 kW / 612 PS 800 Nm 4,2 s 250 km/h 6,8 – 5,6 l/100 km 154 – 128 g/km 69 – 80 km

*Herstellerangaben

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Monolithisches Exterieur mit Dual-Finish-Lackierung

Apropos Mercedes-Benz: Nach der Vorstellung des GLC und der neuen C-Klasse mit EQ-Technologie, die direkt gegen den BMW iX3 und die i3-Limousine der Neuen Klasse positioniert sind, erleben wir auch in der automobilen Oberklasse wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen München und Stuttgart. Dass hierbei nicht gekleckert, sondern geklotzt wird, will BMW vor allem anhand des neugestalteten Außendesigns zeigen.

Die „Sensual Purity“ von Mercedes wird in der offiziellen Pressemitteilung von BMW durch ein „monolithisches Exterieur“ gekontert. Kristallleuchten, die Iconic-Glow-Niere und reduzierte Flächen sorgen laut Hersteller für einen hohen Wiedererkennungswert. Außerdem hat nun auch der 7er die „skulpturale Frontklappe“ (so der Wortlaut in der damaligen Pressemitteilung) samt Logo-Valley der BMW i3-Limousine übernommen. Ins Wesentliche übersetzt haben wir beim Vor-Ort-Termin im Münchner Fotostudio ein deutlich stimmigeres Gesamtbild wahrgenommen.

Mit der Modellüberarbeitung des 7ers gibt es außerdem eine neue Gestaltungsmöglichkeit namens „BMW Individual Dual-Finish“. Dabei handelt es sich um einen aufwendigen Lackierprozess, bei dem der untere Fahrzeugbereich matt lackiert wird, während der obere Karosserieteil eine manuell aufgetragene Metallic-Lackierung erhält. Der Übergang zwischen beiden Lacken ist tatsächlich nicht spürbar. Das wirkt in der Realität auf der 5,39 Meter langen Limousine sehr edel und lässt sich durch die manuell lackierte Coach Line ergänzen. Rolls Royce lässt grüßen. Abgerundet wird die Außengestaltung durch ein "kuratiertes Räderportfolio" von 20 bis 22 Zoll.

Die Neue Klasse im Cockpit des 7ers

Deutlich weniger Erläuterung bedarf die neue Cockpitgestaltung des 7er BMW. Sie entspricht dank der Übernahme des Neue-Klasse-Panoramic-iDrive dem, was wir bereits aus dem BMW iX3 kennen. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass das 17,9 Zoll große Mittendisplay erstmals in der bayerischen Oberklasse um einen 14,6 Zoll großen Beifahrerbildschirm ergänzt wird - und zwar serienmäßig. Wie gehabt blicken die hinteren Passagiere nicht auf Flimmeranzeigen im Smartphone-Format (die gibt es weiterhin für die Komforteinstellungen in den Türen), sondern auf einen 31,3 Zoll großen Touchscreen mit 8k-Auflösung.

Zusätzlich zu den zahlreichen Bildschirmen gibt es für den Fahrer ein Head-up-Display, auch wenn wir uns angesichts der massiven Panoramic-Vision-Projektionen fragen, ob es überhaupt noch nötig ist. Als Softwarebasis dient derweil das BMW Operating System X, das im Vergleich zu unserer ersten Testfahrt mit dem BMW iX3 bereits weiterentwickelt wurde. Es ist nun noch benutzerfreundlicher und lässt sich erfreulich flüssig bedienen. Das mag auch daran liegen, dass BMW für jeden der drei hauptsächlichen Touchscreens eine eigene Recheneinheit bemüht.

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Autonome Fahrsysteme in der Oberklasse: Wieder mehr Verantwortung für den Fahrer

Dass Apple CarPlay und Android Auto nahtlos integriert sind, versteht sich an dieser Stelle von selbst. Ebenso selbstverständlich ist der digitale Fahrzeugschlüssel sowie die Möglichkeit, verschiedene fahrzeugspezifische Funktionen, inklusive Remote-Parking, bequem über die BMW-App zu steuern. Erwähnenswert ist zudem, dass BMW beim teilautonomen Fahren vorerst einen Schritt zurückgeht: Ähnlich wie Mercedes in der S-Klasse setzen die Münchner im 7er nicht mehr auf ein Level-3-, sondern wieder auf ein skalierbares Level-2-System. Dieses ermöglicht zwar weiterhin automatisierte Fahrfunktionen, etwa auf Autobahnen, überträgt die Verantwortung bei deren Nutzung jedoch wieder vollständig auf den Fahrer.

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Ein Innenraum mit Anspruch und Vorfreude auf Alpina

Währenddessen zeigt der neue 7er im Innenraum endlich wieder mehr Anspruch. Die eingesetzten Materialien, sei es Leder, Kunstfasern, Holz oder Aluminium, wirken sehr hochwertig und fein zusammengestellt. Beispielsweise entfällt das zuvor hohlliegende und knarzanfällige Shy-Tech-Zierelement unter dem Mittendisplay zugunsten solider ausgeführter Dekorelemente. Old-Money darf sich also freuen: Optik und Haptik passen im 7er G70 endlich zusammen.

Über die hauseigene Individualabteilung können Käufer aus mehr als 700 Gestaltungsmöglichkeiten wählen. Für zusätzliche Exklusivität sollen künftig die Alpina-Ausstattungsvarianten ausgewählter BMW-Modelle sorgen. Die neue Konkurrenz für Mercedes-Maybach wird nach der Übernahme der Markenrechte von der Familie Bovensiepen durch BMW Mitte Mai 2026 auf dem diesjährigen Concorso d’Eleganza Villa d’Este am Comer See vorgestellt.

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BMW i7 (2026): Mehr Reichweite, höhere Ladeleistung

Ein eigenes Kapitel widmen wir indes dem elektrischen Ableger des Facelift-7ers. Der neue BMW i7 profitiert von einer deutlich weiterentwickelten Antriebstechnik mit Gen6-Batterierundzellen, welche die Energiedichte und Effizienz erhöhen. Der nutzbare Energiegehalt des Akkus steigt von 101,1 auf 112,5 kWh, wodurch Reichweiten von bis zu 728 Kilometern (WLTP) erreicht werden können. Der neue Elektro-7er startet zunächst mit drei Leistungsstufen: Den Einstieg bildet der i7 xDrive50 mit 335 kW (455 PS). Anders als bisher verfügt er serienmäßig über zwei Antriebseinheiten und einen elektrischen Allradantrieb. Darüber positioniert sich wie gehabt der i7 xDrive60 mit 400 kW (544 PS), während der i7 M70 xDrive als Topmodell mit bis zu 500 kW (680 PS) um 15 kW / 20 PS stärker ist als bisher. Das maximale Drehmoment liegt weiterhin bei bis zu 1.100 Nm.

Gleichzeitig legt der neue i7 bei der Ladeleistung zu: An DC-Schnellladesäulen sind statt 195 ab sofort bis zu 250 kW möglich. BMW selbst nennt für die Referenzladung von zehn auf 80 Prozent etwa 28 Minuten. Je nach Variante lassen sich dabei in nur zehn Minuten bis zu 235 Kilometer Reichweite nachladen, beim leistungsstärkeren M70 fällt der Zugewinn mit 215 Kilometern etwas geringer aus. An AC-Ladesäulen wird indes serienmäßig mit bis zu 22 kW geladen. Zusätzlich wurde das Ladesystem um Funktionen wie ladeoptimierte Routenplanung und Batterie-Vorkonditionierung erweitert, um die Ladezeiten im Alltag weiter zu optimieren. Dagegen bleibt der Umstieg vom eingesetzten 400- auf ein 800-Volt-System der nächsten 7er-Generation vorbehalten, da die dafür notwendigen Änderungen zu tiefgreifend gewesen wären.


BMW i7 - Technische Daten*
Modell Antrieb Leistung Drehmoment 0–100 km/h Vmax Verbrauch (WLTP) Batterie (netto) Ladeleistung (DC) Elektrische Reichweite
BMW i7 xDrive50 2 E-Motoren, elektrischer xDrive Allradantrieb 335 kW / 455 PS 660 Nm 5,5 s 210 km/h 21,8 – 18,1 kWh/100 km 112,5 kWh bis zu 250 kW 591 – 728 km
BMW i7 xDrive60 2 E-Motoren, elektrischer xDrive Allradantrieb 400 kW / 544 PS 745 Nm 4,8 s 240 km/h 21,9 – 18,2 kWh/100 km 112,5 kWh bis zu 250 kW 581 – 727 km
BMW i7 M70 xDrive 2 E-Motoren, elektrischer xDrive Allradantrieb 500 kW / 680 PS 1.100 Nm 3,8 s 250 km/h 22,9 – 19,7 kWh/100 km 112,4 kWh bis zu 250 kW 566 – 686 km

*Herstellerangaben

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Erstes Fazit

BMW gegen Mercedes. 7er gegen S-Klasse. Mit dem tiefgreifenden Neue-Klasse-Facelift ist das Wettrennen um die beste Oberklasselimousine der Welt neu entbrannt. Die Münchner zeigen mit der Neugestaltung, dass sie in der Tat Bestandsmodelle sehr stimmig auf die neue Designlinie trimmen können. Der 7er hat beim Außendesign auf jeden Fall gewonnen. Innen profitieren Kunden von einem wiedererstarkten Qualitätsdenken. Leder, Holz, Aluminium - das sieht nicht nur super aus, es hinterlässt auch haptisch einen hochwertigen Eindruck.

Bei den Antrieben freuen sich E-Fahrer genauso wie Petrolheads. Die neuen 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Benziner sowie die weiterentwickelten Elektroantriebe im i7 stehen weiterhin für Technologieoffenheit. Der Bestellstart erfolgt ab dem 28. Mai 2026, die Produktion in Dingolfing beginnt im Juli 2026. Der Einstieg in die aufgefrischte 7er-Reihe startet beim BMW 740 xDrive ab 117.900 Euro. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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