Ein Sattelkraftfahrzeug, auch Sattelzug genannt, besteht aus Sattelzugmaschine und Sattelauflieger. Der Auflieger hat keine Vorderachse, jedoch zwischen ein und vier Hinterachsen. Der vordere Teil liegt auf dem Rahmen der Zugmaschine im Bereich der Hinterachse auf und wird mittels Sattelkupplung verbunden. Abgesattelt steht der Auflieger vorne auf zwei Stützen. Die Versorgung des Aufliegers mit Druckluft und Strom für Bremsen und Beleuchtung erfolgt durch die Zugmaschine.

Der Aufbau

Namensgeber ist die geschlossene Kastenform, die einem Koffer gleicht. Die festen Wände und die Decke bestehen aus Holz, Stahlblech, Aluminium oder glasfaserverstärktem Kunststoff und schützen die Fracht vor Wettereinflüssen und Diebstahl. Am Heck sorgen Türen oder ein Rolltor für entsprechende Sicherheit.

Die Vorzüge und Nachteile

Kürzere Ladezeiten aufgrund einer durchgehenden Ladefläche, nur eine Rampenberührung, günstigere Anschaffungskosten, Einsparungen beim Verbrauch aufgrund der Leichtbauweise und besseren Aerodynamik sowie eine hohe Nutzlast von insgesamt bis zu 40 Tonnen sprechen für den Sattelzug, obwohl der Kofferauflieger fünf Europaletten weniger Platz gegenüber dem Gliederzug bietet. Manövrieren auf engen Radien führt zu einem höheren Reifenverschleiß; durch eine liftbare Hinterachse lässt sich dies reduzieren. Die deutlich geringeren Unfallzahlen beim Rangieren sprechen dennoch für diesen Fahrzeugtyp, ebenso wie die höhere Flexibilität in fast allen Bereichen. Im Fall eines Defekts der Zugmaschine ist kein Umladen der Fracht notwendig. Fahrerisches Können ist gefordert bei Fahrten mit leichter Fracht oder Leerfahrten, da die Seitenflächen des Kofferaufliegers eine große Angriffsfläche für Seitenwinde bietet.

Spezielle Kofferauflieger

Die Kofferaufbauten für Tiefkühltransporte werden in Sandwich-Bauweise gefertigt und bieten eine bessere Isolation. Zusätzlich befindet sich ein Kühlaggregat an der Frontseite des Aufbaus. Getränkelieferanten nutzen Kofferauflieger mit seitlich hochklappbaren Faltenwänden zur Beladung mit einem Gabelstapler. Wechselkoffer und Container haben ein deutlich höheres Eigengewicht, dadurch wird die Nutzlast reduziert. Für leichte und großvolumige Fracht gibt es spezielle Mega-Trailer mit kleinerem Reifendurchmesser an der Zugmaschine und am Auflieger, die so eine lichte Ladehöhe von drei Metern erlauben. Der Reifenverschleiß ist hier allerdings noch höher.

Hersteller von Kofferauflieger

Die Firma Krone hat die Modelle Dry Liner, Cool Liner, Dry Liner Steel sowie City Liner im Programm, während Schmitz Cargobull einen Sattelkoffer mit Faltwand zum Öffnen der kompletten Seitenwand herstellt und seine Modelle der Serie S.KO EXPRESS, COOL und CITY nennt. Kögel bietet die Kögel Box sowie Kögel Cool, die Firma Kässbohrer den Coolsider. Westfalias Modellpalette besteht aus dem SpeedLoader, CarLoader und dem MultiLoader, der bis zu 54 Europaletten auf zwei Ebenen laden kann.
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