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Artega GT

Mit dem Artega GT stellt das gleichnamige Unternehmen Artega aus Delbrück 2009 einen Sportwagen bereit, der bereits 2012 aufgrund der Insolvenz des Unternehmens wieder eingestellt wurde. Doch 2015 gab die Firma ihr Comeback. Seither heißt der Renner nicht mehr GT, sondern Scalo. Statt von einem Verbrenner wird der Nachfolger nun rein elektrisch angetrieben. Was bleibt, ist neben der gelungenen Optik des dänischen Designers Henrik Fisker ein hoher Preis für ein Einzelstück.

Vorstellung des Artega GT Sportwagens

Den ersten Prototypen zeigte Artega 2007 auf dem Genfer Autosalon. Zwei Jahre später ging er in Serie, während Artega parallel bereits an einer Elektroversion – dem Artega SE – arbeitete. Erste Testfahrzeuge gab es 2011 auf der 64. IAA in Frankfurt zu sehen. Ein Jahr später stellte Artega eine Version mit einem herausnehmbaren Dach vor, womit das Coupé zum Roadster wurde. Der Clou: Das Dach war ein Panoramadach aus Glas. Entsprechend genossen die Insassen auch bei geschlossenem Dach ein gewisses Open Air-Feeling und vor allem Licht. Verstaut wurde jenes Glasdach etwas unpraktisch in einer speziellen Tasche hinter den Sitzen. Ansonsten entsprach der Roadster dem Coupé.

Noch im selben Jahr geriet Artega in finanzielle Schwierigkeiten. Am 30. September 2012 musste Artega daher die Produktion einstellen. Bis dahin waren 153 Einheiten des Artega GT zum Stückpreis von knapp 90.000 € aus dem Werk in Delbrück gerollt. Daher existieren von dem Artega GT nur wenige Gebrauchtwagen. Nach ein paar Jahren stellte sich das Unternehmen neu auf. Schon zum Herbst 2012 kaufte der ehemalige Gründer Klaus Dieter Frers nach dem Verkauf seiner Anteile im Jahr 2009 die Firma zurück. Dennoch sollte es 3 Jahre dauern, bis sich Artega auf der IAA 2015 zurück meldete.

Bis dahin entwickelte Artega anstatt des einstigen GT einen Scalo. Tatsächlich sieht dieser dem früheren GT zum Verwechseln ähnlich. Er überzeugt mit seinem schnittigen Design, das durchaus ein Eyecatcher ist. Davon ab ist der Sportwagen aufgrund seiner geringen Produktion alles andere als Massenware, sondern ein recht seltener Anblick. Seine Abmessungen betragen 4.010 mm Länge, 1.880 mm Breite und 1.200 mm Höhe. Den Radstand verrät Artega mit 2.460 mm, das Ladevolumen des Kofferraums mit lediglich 250 l. Als typischer Sportwagen und Zweisitzer überzeugt das Fahrzeug also nicht unbedingt mit einem üppigen Platzangebot.

Technisch hat sich jedoch eine Menge getan – speziell unter der Haube des Sportwagens. Statt eines Benziners mit 6 Zylindern sorgen nun 2 E-Motoren für Vortrieb. Ein Lithium-Ionen-Akku verspricht laut Hersteller trotz seiner mageren 37 kWh bis zu 400 km Reichweite. Leider macht der Elektroantrieb den Artega Scalo preislich nicht günstiger. Im Gegenteil: Die elektrische Neuauflage startet nun bei 170.000 €.

Konkurrenzmodelle des Artega GT

Mit dem Rückkauf des Unternehmens führt die Firma erneut der Gründer Klaus Dieter Frers. Bisher bauten die Delbrücker einzig und allein Sportwagen: konkret den Artega GT bzw. dessen elektrischen Erben Artega Scalo. Ab 2019 will Artega ebenso einen Kleinwagen im Stile der früheren BMW Isetta produzieren, den Microlino. Bei diesem beruft sich Artega ebenso wie beim Scalo auf seine Wurzeln: Elektropower. Denn der Niederländer Folkert Christophers Becker, ein Vorfahre Frers, entwickelte bereits 1835 ein elektro-magnetisches Fahrzeug. Becker gilt heute als der Erfinder der Elektromobilität. Mit dem Isetta-Double dürfte Artega aus der Sportwagen-Nische ausbrechen und mit dem Segment der Minis neue Wege gehen. Jedoch ist der Microlino kein eigenes Werk, sondern wird für einen anderen Anbieter produziert.

Der Artega GT findet seine Konkurrenz bis heute in typischen Sportwagen wie den Porsche 911 oder auch anderen Nischenmodellen wie den Melkus RS2000 aus Dresden, dessen Hersteller ebenfalls 2012 Konkurs ging. Die Basis des RS2000 - die Lotus Elise - stellt einen weiteren Konkurrenten des Artega GT. Mit der Weiterentwicklung zum Stromer verlagerte sich übrigens das Revier des Artega GT bzw. des Artega Scalo. Nun gelten eher Elektro-Sportwagen wie der frühere Tesla Roadster als Konkurrenz, wobei der Kalifornier bereits seit 2012 eingestellt wurde. Für 2020 plant der E-Pionier aus Kalifornien jedoch eine Neuauflage des Sportlers. Ansonsten ist das Segment der vollelektrischen Sportwagen noch recht dünn besetzt.

Verbrenner & Elektro: Die Motoren des Artega GT

Der erste Artega GT war von einem VR6 mit 3,6 Litern Hub angetrieben, der 220 kW bzw. 300 PS bei 350 Nm mobilisierte. Der Mittelmotor war keine Eigenentwicklung von Artega, sondern wurde bei Volkswagen eingekauft. Der Benziner erlaubte 272 km/h Spitze sowie einen Sprint von null auf 100 km/h in 4,8 Sekunden. Gepaart mit einem 6-Gang-DSG und Heckantrieb erfüllte der VR6 anfangs die Abgasnorm Euro 4, später Euro 5.

Der neue Scalo mit E-Antrieb und 1-Gang-Getriebe generiert sogar 300 kW bzw. 408 PS bei 780 Nm. So beschleunigt der Sportwagen trotz seiner 1.585 kg Leergewicht in nur 3,7 s von null auf 100 km/h sowie 250 km/h Spitze. Im Vergleich zum früheren Verbrenner bringt die E-Version wegen des Akkus übrigens 325 kg mehr auf die Waage. Der alte Artega GT mit dem 3,6 Liter großen VR6 von Volkswagen kam nur auf 1.260 kg. Dennoch: Ob Verbrenner oder E-Motor, der Artega weiß mit Leistung zu überzeugen.

Die Ausstattung des Artega GT

Die Ausstattung des Artega GT ist bzw. war typisch für einen Sportwagen. Serie waren ABS, vier Airbags und Gurtstraffer. Der neue Scalo bringt hingegen weitere Eigenschaften mit:

  • Schmiederäder in 20 Zoll
  • Brembo-Bremssättel
  • ein Multifunktionslenkrad
  • moderne LED-Scheinwerfer
  • Ambientebeleuchtung
  • digitale Instrumente
  • einen OLED-Touchscreen
  • eine drahtlose Lademöglichkeit für Smartphones
  • eine Freisprecheinrichtung mit Gurtmikrofonen
  • Spracherkennung
  • Soundsystem samt 13 Lautsprechern und 800 Watt Leistung

Ebenfalls erhältlich ist ein künstlicher Motorensound, da der Scalo als Elektroauto für einen Sportwagen sehr leise daherkommt.

Fazit: Artega GT / Scalo – nichts für den schmalen Geldbeutel

Im Fazit ist der Artega kein Auto für eine große Familie, sondern ein Zweit- bzw. Drittwagen für gut betuchte Käufer mit einem entsprechend hohen Einkommen und grünen Gewissen. Der Preis für einen gebrauchten Artega GT liegt übrigens bei rund 55.000 €. Ein Fahrzeug für den typischen Alltag darf der Käufer für das Geld jedoch nicht erwarten.