Audi A8 3.0 TDI (D4) vs. BMW 730d (F01): Welche Diesel-Limousine überzeugt im Alter?

Sechs Zylinder, viel Drehmoment und hohe Reichweiten: Der Audi A8 3.0 TDI quattro und der BMW 730d gehören zu einer aussterbenden Art von Oberklasselimousinen. Beide haben ihre Stärken und Schwächen, aber welcher ist am Ende die bessere Wahl?

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Kurzfazit: Audi A8 3.0 TDI quattro oder BMW 730d?

Im direkten Vergleich ist der BMW 730d F01 das fahraktivere und emotionalere Auto. Sein besonders kultivierter Dreiliter-Reihensechszylinder, der serienmäßige Hinterradantrieb und die präzisere Lenkung geben dem Fahrer mehr Rückmeldung. Vor allem das Facelift mit 258 PS und Achtgangautomatik verbindet klassische BMW-Tugenden mit bemerkenswert niedrigem Verbrauch.

Der Audi A8 3.0 TDI quattro D4 ist dagegen der souveränere Luxusgleiter. Seine Aluminiumkarosserie, der permanente Allradantrieb und die Luftfederung an beiden Achsen machen ihn zum wetterfesteren, leiseren und komfortableren Reisewagen. Bei Regen, Schnee, hohem Autobahntempo oder mit Anhänger ist der Audi überlegen.

Beim A8 entscheiden der Zustand von Luftfederung, MMI, Komfortelektronik und V6-Peripherie über das Kaufrisiko. Beim 730d sind N57-Steuerkette, AGR-Kühler, Ölverluste, Hinterachsluftfederung und optionale Systeme wie Dynamic Drive oder Integral-Aktivlenkung kritisch. Als Selbstfahrer gewinnt der BMW, als kompromissloser Langstrecken- und Winterwagen der Audi. Der tatsächliche Gesamtsieger ist das besser dokumentierte Exemplar.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der BMW 730d fährt agiler, lenkt natürlicher und besitzt mit seinem Reihensechszylinder den charaktervolleren Motor.

  • Der Audi A8 bietet mehr Traktion, das ruhigere Fahrverhalten und mit seiner Luftfederung an beiden Achsen den besseren Federungskomfort.

  • Der A8 3.0 TDI quattro leistet je nach Baujahr 250, 258 oder 262 PS. Die Achtgang-tiptronic gehört bei dieser Variante immer dazu.

  • Der 730d besitzt zunächst 245 PS und eine Sechsgangautomatik. Mit der Modellpflege 2012 kommen 258 PS, 560 Nm und die deutlich überzeugendere Achtgangautomatik.

  • In zeitgenössischen Fahrberichten erzielten die Tester bei den Euro-6-Faceliftmodellen Verbräuche von etwa 7 bis 9 Litern auf 100 Kilometer.

  • Beide Diesel sind für regelmäßige Langstrecken geeignet. Überwiegender Stadt- und Kurzstreckenbetrieb fördert Probleme mit DPF, AGR und Ansaugverkokung.

  • Beim BMW war der AGR-Kühler Gegenstand eines sicherheitsrelevanten Rückrufs. Beim Audi muss unter anderem die Durchführung der Abgas-Softwareaktion geprüft werden.

  • Gute Exemplare beginnen nicht dort, wo die Inserate am billigsten sind. Zusätzlich zum Kaufpreis solltest du mindestens 4.000 bis 6.000 Euro Reparaturreserve bereithalten.

Inhaltsverzeichnis

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Design, Karosserie und Platzangebot

Der Audi A8 D4 tritt zurückhaltender auf, als es seine Abmessungen vermuten lassen. Die klare Seitenlinie, die flache Dachkontur und der große Singleframe-Grill erzeugen Präsenz, ohne nach Aufmerksamkeit zu verlangen. Erst das Facelift ab Ende 2013 schärft den Auftritt mit neu gezeichneten Leuchten und optionaler Matrix-LED-Technik. Aus der Entfernung kann der A8 fast wie ein übergroßer A6 wirken. Aus der Nähe zeigen Proportionen und Details, dass er eine Klasse darüber rangiert.

Technisch bemerkenswerter als das Design ist die Karosserie. Der Audi Space Frame besteht fast vollständig aus Aluminium; lediglich gezielt eingesetzte Stahlteile ergänzen die Struktur. Das senkt das Rohbaugewicht und verhindert viele klassische Rostprobleme. Ein genereller Freibrief ist es nicht: Stahlteile, Hilfsrahmen, Verschraubungen und Bremsleitungen können dennoch korrodieren. Vor allem sind unsachgemäß reparierte Unfallschäden kritisch, weil Aluminium spezielle Arbeitsverfahren verlangt.

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Der BMW F01 wirkt formeller. Seine lange Motorhaube, der weit zurückgesetzte Fahrgastraum und der kurze vordere Überhang betonen den längs eingebauten Reihensechszylinder und Hinterradantrieb. Mit der Modellpflege werden Front und Heck etwas präziser, ohne den Charakter grundlegend zu verändern. Der 7er wirkt nicht so technisch kühl wie der Audi, sondern wie eine klassische große Fahrerlimousine.

Obwohl der Audi mit rund 5,14 Metern länger ist, besitzt der etwa 5,08 Meter lange BMW den größeren Radstand. Dadurch bietet der 7er besonders im Fond viel Beinfreiheit. Der A8 kontert mit mehr Innenbreite und einem je nach Abgasversion 490 bis 510 Liter großen Gepäckraum. BMW nennt 500 Liter. Die Rücksitzlehnen lassen sich bei beiden nicht regulär umklappen.

Für Chauffeure und regelmäßige Fondpassagiere gibt es A8 L und 730Ld. Die Langversionen bieten deutlich mehr Knieraum, sind aber schwerer, unhandlicher und häufig mit zusätzlicher Komfortelektronik ausgestattet. Selbstfahrer sind mit der normalen Karosserie meist besser bedient.

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 Mit dem Facelift 2014 wurde der Audi A8 D4 merklich gestrafft. Unter anderem neue Front- und Heckleuchten sorgten für einen deutlich dynamischeren Auftritt. Mit dem Facelift 2014 wurde der Audi A8 D4 merklich gestrafft. Unter anderem neue Front- und Heckleuchten sorgten für einen deutlich dynamischeren Auftritt.

Technische Daten

Die Tabelle stellt die gut vergleichbaren Faceliftversionen mit jeweils 258 PS gegenüber.

Modell Audi A8 3.0 TDI quattro D4 Facelift BMW 730d F01 Facelift
Bauzeitraum der Variante 2013–2015 2012–2015
Motor V6-Turbodiesel, Common Rail Reihensechszylinder-Turbodiesel, Common Rail
Hubraum 2.967 cm³ 2.993 cm³
Leistung 190 kW / 258 PS 190 kW / 258 PS
Maximales Drehmoment 580 Nm 560 Nm
Turbolader ein Lader mit variabler Turbinengeometrie ein Lader mit variabler Turbinengeometrie
Getriebe 8-Gang-tiptronic, Wandlerautomatik 8-Gang-Steptronic, Wandlerautomatik
Antrieb permanenter Allradantrieb Hinterradantrieb
0–100 km/h 5,9 s 6,1 s
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h, abgeregelt 250 km/h, abgeregelt
Historischer Normverbrauch 5,9 l/100 km 5,6 l/100 km
ADAC-Ecotest-Verbrauch 6,1 l/100 km 6,3 l/100 km
Abgasnorm Euro 6b, SCR und DPF Euro 6b mit BluePerformance
Länge 5.135 mm 5.079 mm
Breite ohne Spiegel 1.949 mm 1.902 mm
Höhe 1.460 mm 1.471 mm
Radstand 2.992 mm 3.070 mm
Kofferraum 490 l 500 l Herstellerangabe
Leergewicht EU 1.955 kg 1.915 kg
Tankinhalt 82 l 80 l
Anhängelast gebremst bis 2.200 kg bis 2.100 kg
Fahrwerk Luftfederung vorn und hinten Stahlfeder vorn, Luftfeder hinten

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Cockpit, Bedienung und Innenraumqualität

Im Audi erwartet dich eine sehr bewusst inszenierte Oberklasse-Atmosphäre. Holz, Leder, Aluminium und breite, horizontal gezeichnete Flächen vermitteln Ruhe. Das MMI-Display fährt beim Start aus dem Armaturenbrett, bedient wird es über Drehsteller, Tasten und das MMI-Touchpad auf der Mittelkonsole. Das System wirkt heute vergleichsweise langsam, ist nach kurzer Gewöhnung aber übersichtlicher als viele moderne Touchscreen-Lösungen.

Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Verschleiß zeigt sich weniger an den Grundmaterialien als an häufig berührten Flächen, Schaltern und glänzenden Dekoren. Kritischer sind Funktionsfehler: Das MMI-Display kann klemmen, Steuergeräte im Infotainment-Verbund können ausfallen und elektrische Sitz-, Tür- oder Heckklappenfunktionen reagieren mitunter nicht mehr zuverlässig.

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Der BMW wirkt nüchterner, ist aber ergonomisch stärker. Der iDrive-Controller, die frei belegbaren Favoritentasten und die klar ablesbaren Instrumente machen die Bedienung auch heute noch angenehm. Beim Facelift kommt ein erweitertes Instrumentendisplay hinzu. Das Navigationssystem ist zwar technisch gealtert, seine Menüstruktur bleibt jedoch logisch.

Die Sitzposition fällt im BMW etwas fahrerorientierter aus. Im Audi sitzt Du stärker in einer luxuriösen Kommandozentrale, im BMW näher am Fahrgeschehen. Komfortsitze, Massage, Sitzbelüftung, Fondklimatisierung, Softclose, Head-up-Display und Nachtsicht erhöhen bei beiden den Reiz. Gleichzeitig besitzt jede Sonderfunktion eigene Motoren, Sensoren und Steuergeräte. Ein weniger spektakulär ausgestattetes Fahrzeug mit vollständiger Funktion kann deshalb der bessere Kauf sein.

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Sechszylinder-Diesel im Vergleich

Der 3.0 TDI des Audi ist ein 90-Grad-V6 aus der EA897-Familie. In der frühen A8-Version leistet er 250 PS und 550 Nm, nach dem Facelift 258 PS und 580 Nm, ab 2015 schließlich 262 PS. Ein einzelner Turbolader mit variabler Turbinengeometrie versorgt den Motor. Die Steuerung der vier Nockenwellen erfolgt über einen komplexen, getriebeseitig angeordneten Kettentrieb.

Der Audi-Motor entwickelt sein Drehmoment kraftvoll und sehr gleichmäßig. Durch die starke Dämmung und den Allradantrieb nimmt der Fahrer die Beschleunigung weniger dramatisch wahr, als die Messwerte vermuten lassen. Schon der 250-PS-A8 erreicht 100 km/h in 6,1 Sekunden, das 258-PS-Facelift benötigt 5,9 Sekunden. Ebenfalls nicht unwichtig: Die EA897-Motorenfamilie war direkt vom Diesel-Abgasskandal betroffen. Fahrzeuge mit diesem Motor erhielten durch Vertragswerkstätten nach und nach entsprechende Software-Updates.

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Der N57 des BMW folgt einer anderen Philosophie. Seine sechs Zylinder stehen in einer Reihe, wodurch keine Ausgleichswelle für die prinzipbedingten Massenkräfte nötig ist. Das Ergebnis ist ein besonders geschmeidiger Motorlauf. Auch der 730d verwendet nur einen Turbolader; mehrstufige Aufladung ist den stärkeren 740d- und 750d-Varianten vorbehalten.

Der frühe 730d leistet 245 PS und 540 Nm. Nach dem Facelift sind es 258 PS und 560 Nm. Der BMW reagiert spontaner auf kleine Gaspedalbewegungen, klingt unter Last kultivierter und vermittelt mehr mechanische Präsenz. Der Audi fühlt sich kräftiger und abgeschirmter an, der BMW feiner und lebendiger.

Bei beiden Motoren gilt: Ein Kaltstart muss ruhig und ohne langes metallisches Rasseln verlaufen. Eine Steuerkette besitzt kein pauschales Wechselintervall. Auffällige Geräusche, unplausible Steuerzeiten oder Späne im Ölfilter müssen dennoch ernst genommen werden.

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Duell der Getriebe und Antriebskonzepte

Der A8 3.0 TDI quattro besitzt immer eine Achtgang-Wandlerautomatik von ZF. Die tiptronic schaltet weich, nutzt die Kraft des V6 effizient und ermöglicht entspanntes Rangieren. Zusammen mit dem permanenten quattro-Antrieb entsteht ein sehr geschlossenes Gesamtpaket. Die Grundverteilung liegt bei 40 Prozent vorn und 60 Prozent hinten; je nach Traktion kann das Mittendifferenzial die Kräfte verschieben.

Beim frühen 730d arbeitet eine ZF-Sechsgangautomatik. Sie ist weich abgestimmt und grundsätzlich haltbar, lässt den Motor auf der Autobahn aber höher drehen und wirkt neben der späteren Achtgangautomatik weniger modern. Mit dem Facelift erhält der 730d das ZF 8HP. Dieses Getriebe ist schneller, sparsamer und harmoniert besser mit dem N57.

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Der normale 730d besitzt Hinterradantrieb. Dadurch bleibt die Vorderachse frei von Antriebseinflüssen und die Lenkung wirkt natürlicher. Ab der Modellpflege war der 730d außerdem als xDrive erhältlich. Das verbessert die Wintertraktion, erhöht aber Gewicht, Verbrauch und technische Komplexität.

Beide Getriebe müssen kalt und warm nahezu unmerklich schalten. Harte Wechsel, verzögertes Einlegen von D oder R, Rupfen beim Anfahren und Drehzahlschwankungen bei konstanter Fahrt sind Warnzeichen. ZF bezeichnet die Füllung zwar grundsätzlich als Lebensdaueröl, empfiehlt wegen Alter, Belastung und unbekannter Vorgeschichte aber einen Ölwechsel spätestens um 150.000 Kilometer, bei hoher Belastung auch früher.

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Fahrverhalten und Komfort

Der Audi fährt wie ein Auto, das schlechte Straßen und schlechtes Wetter für organisatorische Probleme anderer Menschen hält. Seine Luftfederung trägt die Karosserie mit großer Ruhe, der quattro-Antrieb setzt 550 bis 580 Nm selbst auf nasser Fahrbahn souverän um. Auf der Autobahn vermittelt der A8 eine beinahe unerschütterliche Stabilität.

Vollkommen schwerelos ist er nicht. Die weit vorn eingebaute Antriebseinheit und der Allradantrieb lassen ihn in engen Kurven kopflastiger wirken als den BMW. Audi drive select verändert Lenkung, Dämpfung, Motor und Getriebe, kann die grundlegende Gewichtsverteilung aber nicht aufheben.

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Der BMW wirkt kleiner, als er ist. Seine Lenkung spricht direkter an, der Hinterradantrieb bringt mehr Ruhe in die Vorderachse und das Auto lässt sich präziser platzieren. Das Fahrwerk ist straffer angebunden, ohne unkomfortabel zu werden. Der 730d ist deshalb nicht nur eine Reiselimousine, sondern auch auf einer flüssig gefahrenen Landstraße überzeugend.

Mit Dynamic Drive reduziert der BMW die Seitenneigung durch aktive Stabilisatoren. Die optionale Integral-Aktivlenkung lenkt auch die Hinterräder und verbessert Wendigkeit sowie Stabilität. Beides funktioniert eindrucksvoll, erhöht aber das finanzielle Risiko. Ein normal ausgestatteter 730d fährt bereits sehr gut.

Bei beiden Autos gilt: 18-Zoll-Räder sind für Komfort, Reifenpreis und Fahrwerkslebensdauer vernünftiger als 20- oder 21-Zoll-Räder. Große Felgen sehen besser aus, verschlechtern aber genau jene Qualitäten, für die eine Oberklasselimousine gekauft wird.

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Verbrauch und Langstreckeneignung

Beinahe kaum zu glauben, aber sowohl der Audi A8 3.0 TDI quattro als auch der BMW 730d Blue Performance können mit unter sieben Litern Diesel auf 100 Kilometer bewegt werden. Im realen Mischbetrieb solltest du abhängig von Fahrprofil, Bereifung und Tempo mit etwa acht bis zehn Litern rechnen. Bei 15.000 Kilometern pro Jahr, 8,0 l/100 km und einem angenommenen Dieselpreis von 2,10 Euro entstehen so bei beiden Kontrahenten je rund 2.520 Euro Kraftstoffkosten. Die Kfz-Steuer liegt je nach Variante und Abgasnorm ungefähr um 390 bis 430 Euro.

Für überwiegende Kurzstrecke sind beide ungeeignet. Der DPF benötigt ausreichend hohe Abgastemperaturen zur Regeneration. Wird diese ständig abgebrochen, steigen Ruß- und später Aschebeladung. Gleichzeitig fördern niedrige Betriebstemperaturen Ablagerungen im AGR- und Ansaugsystem.

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Sicherheit, Rückrufe und Assistenzsysteme

Beide Fahrzeuge besaßen für ihre Zeit einen hohen Sicherheitsstandard. ESP, Bremsassistent, aktive Kopfstützen, Gurtstraffer sowie Front- und Kopfairbags gehörten zum Konzept. Der Audi verfügt zusätzlich über Seitenairbags im Fond; beim BMW waren hintere Seitenairbags laut ADAC für die geprüften Varianten nicht erhältlich.

Je nach Ausstattung kommen adaptive Abstandsregelung, Kollisionswarnung, Notbremsfunktion, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Verkehrszeichenerkennung, Head-up-Display und Nachtsicht hinzu. Der Audi verknüpft Kamera, Radar und Navigation besonders umfassend. Der BMW überzeugt durch eine klare Darstellung und eine gute Integration der Assistenzfunktionen.

Ein Euro-NCAP-Ergebnis nach dem üblichen Schema liegt für die beiden großen Limousinen nicht vor. Die passive Sicherheit ist deshalb nicht anhand einer gemeinsamen Sternebewertung vergleichbar.

Beim Audi wurde für verschiedene 3.0- und 4.2-TDI im Rahmen des Diesel-Abgasskandal eine unzulässige Motorsteuerungssoftware beanstandet. Die Abhilfe umfasste je nach Variante Updates für Motor- und Getriebesteuerung sowie teilweise Sensoren. Beim BMW betraf ein großer Rückruf den AGR-Kühler: Austretendes Glykol konnte sich mit Ruß- und Ölablagerungen verbinden und im Extremfall einen Brand verursachen. Ob alle Aktionen erledigt wurden, muss vor dem Kauf anhand der Fahrgestellnummer geprüft werden.

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Typische Schwachstellen des Audi A8 D4 3.0 TDI

  • Luftfederung über Nacht prüfen: Der Audi darf nach längerer Standzeit nicht an einer Ecke absinken. Häufiges Nachregeln belastet den Kompressor und deutet meist auf ein Leck hin.

  • Kompressor nicht isoliert betrachten: Ein neuer Kompressor löst das Problem nicht, wenn Luftfederbein, Leitung oder Ventilblock undicht bleiben.

  • Motor kalt starten: Längeres metallisches Rasseln kann auf Verschleiß am aufwendigen Kettentrieb hindeuten. Eine kurze Aufnahme des Startgeräuschs ersetzt keine fachkundige Diagnose.

  • Öl- und Kühlmittelverlust kontrollieren: Undichtigkeiten an Ölfiltergehäuse, Ölkühler, AGR-Kühler oder im inneren Bereich des V-Motors können wegen des Arbeitsaufwands teuer werden.

  • AGR und Ansaugtrakt prüfen: Leistungsverlust, unruhiger Lauf, Notlauf und unplausible Luftmassenwerte können auf Verkokung, Drallklappen oder AGR-Probleme hinweisen.

  • DPF-Daten auslesen: Aschemasse, Differenzdruck und Regenerationsabstände zeigen mehr als eine kurze Probefahrt ohne Warnleuchte.

  • MMI vollständig testen: Das Display muss gleichmäßig aus- und einfahren. Navigation, Radio, Telefon, Kameras und Soundsystem gehören geprüft, weil ein Fehler im Lichtleiterverbund mehrere Funktionen lahmlegen kann.

  • Komfortelektronik kontrollieren: Softclose, elektrische Sitze, Massage, Sitzlüftung, Heckklappe, Standheizung und Schiebedach einzeln testen.

  • Wasserabläufe prüfen: Feuchtigkeit im Innenraum oder Kofferraum kann Elektronik und Steuergeräte beschädigen.

  • Aluminiumkarosserie untersuchen: Spaltmaße, Lackschicht und Reparaturbelege sind wichtig. Unsachgemäße Arbeiten am Space Frame sind ein Ausschlussgrund.

  • Diesel-Abgasskandal: Die Durchführung der durch das KBA vorgeschriebenen Software- und Sensorarbeiten muss über Audi beziehungsweise die VIN bestätigt werden.

Typische Schwachstellen des BMW 730d F01

  • N57-Steuerkette prüfen: Die Kette ist robuster als beim kleineren N47, kann bei hoher Laufleistung aber ebenfalls verschleißen. Kaltstartrasseln und Fehler zu Steuerzeiten sind Warnzeichen.

  • AGR-Rückruf bestätigen: Der Austausch beziehungsweise die Prüfung des AGR-Kühlers muss anhand der Fahrgestellnummer nachvollziehbar sein.

  • Kühlmittelverlust ernst nehmen: Sinkender Stand, weißlicher Rauch oder süßlicher Geruch können auf AGR-Kühler oder andere Leckagen hindeuten.

  • Ölverlust suchen: Der TÜV und Gebrauchtwagentests nennen Ölverlust an Motor, Getriebe und Differenzial als wiederkehrenden F01-Prüfpunkt.

  • Ansaugtrakt und DPF diagnostizieren: AGR, Drallklappen, Ladedrucksystem und Partikelfilter können bei Kurzstrecken- oder Stadtbetrieb verschmutzen.

  • Automatik kalt und warm testen: Harte Gangwechsel, Ruckeln und Drehzahlschwankungen gehören zu einem Getriebespezialisten, nicht in die Kategorie „fährt sich frei“.

  • Hinterachsluftfederung kontrollieren: Beim Facelift ist sie serienmäßig. Absinken, schiefer Fahrzeugstand und ein häufig laufender Kompressor deuten auf Undichtigkeiten hin.

  • Integral-Aktivlenkung prüfen: Das Lenkrad muss gerade stehen, die Lenkung gleichmäßig arbeiten und der Fehlerspeicher frei von plausibilitätsbezogenen Einträgen sein.

  • Dynamic Drive auf Lecks prüfen: Hydraulikleitungen, aktive Stabilisatoren und Pumpe sind teuer. Ölspuren und Fahrwerkswarnungen sind ernst zu nehmen.

  • Batteriezustand messen: Unterspannung erzeugt beim F01 zahlreiche Folgefehler. Eine neue Batterie muss registriert werden.

  • Komfortfunktionen testen: iDrive, Kameras, Keyless-Go, Softclose, Sitzmodule, Head-up-Display und Klimatisierung müssen einzeln funktionieren.

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Wartung und Reparaturkosten*

Wartung oder Reparatur Audi A8 3.0 TDI D4 BMW 730d F01
Motorölservice mit Filtern nicht belastbar pauschalisierbar; stark werkstattabhängig nicht belastbar pauschalisierbar; stark werkstattabhängig
ZF-Getriebeölservice mit Filter/Ölwanne ca. 500–900 € ca. 500–900 €
Bremsen Vorderachse, Scheiben und Beläge ca. 785–1.100 € exemplarisch ca. 780 €, in der Praxis etwa 750–1.300 €
Bremsen Hinterachse, Scheiben und Beläge ca. 520–800 € je nach Teilequalität grob ca. 600–1.100 €
Professionelle DPF-Reinigung meist ab ca. 400–500 €, zuzüglich Aus-/Einbau meist ab ca. 400–500 €, zuzüglich Aus-/Einbau
Neuer Dieselpartikelfilter allgemein ca. 1.000–3.000 € allgemein ca. 1.000–3.000 €
Steuerkettentausch häufig mehrere Tausend Euro; kein belastbarer Modellfestpreis bei Spezialisten häufig ca. 1.800–3.000 €, Vertragsbetrieb ggf. höher
Luftfederbein beziehungsweise Luftfeder Zubehörteile etwa 500–900 € je Ecke, plus Einbau je nach Ausführung etwa 385–1.200 € als Teil, plus Einbau
Luftfederungskompressor Teile grob ca. 400–770 €, plus Einbau und Fehlersuche Zubehörteil etwa ab 650 €, plus Einbau und Fehlersuche
MMI-/Infotainment-Reparatur spezialisierte Gerätereparaturen ab ca. 199 €, komplexe Fehler deutlich teurer je nach Modul und Fehlerbild nicht belastbar pauschalisierbar

*Die Angaben sind Orientierungswerte aus Teilepreisen, exemplarischen Werkstattkalkulationen und Spezialistenangeboten mit Recherchestand August 2026. Sie sind keine Festpreise. Region, Stundenlohn, Original- oder Zubehörteile und Folgeschäden verändern die Kosten erheblich.

Bei beiden Autos empfiehlt sich zusätzlich ein jährliches Reparaturbudget. Das bedeutet nicht, dass zwangsläufig jedes Jahr ein Großschaden entsteht. Es verhindert aber, dass Luftfederung, Bremsen und eine Abgasreparatur gleichzeitig die Finanzplanung sprengen.

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Gebrauchtwagenpreise

Recherchestand: 6. August 2026. Die genannten Werte basieren auf aktuellen deutschen Inseraten bei AutoScout24. Es handelt sich um Angebotspreise, nicht um belegte Verkaufspreise.

Beim Audi ist die Preisspanne besonders groß. Frühe Fahrzeuge mit mehr als 250.000 Kilometern beginnen teilweise unter 10.000 Euro. Gepflegte Vor-Faceliftmodelle liegen meist höher. Facelift-A8 mit 258 oder 262 PS und nachvollziehbarer Historie kosten je nach Laufleistung etwa 16.000 bis 25.000 Euro. Fahrzeuge mit deutlich unter 100.000 Kilometern können die Marke von 25.000 Euro klar überschreiten.

Der BMW 730d ist häufiger zu finden. Stark gelaufene Vor-Faceliftfahrzeuge beginnen ungefähr bei 8.000 Euro. Brauchbare Autos bewegen sich oft zwischen 10.000 und 16.000 Euro. Gute Faceliftmodelle mit 258 PS, Achtgangautomatik und plausibler Historie liegen eher zwischen 14.000 und 21.000 Euro.

Zustand Audi A8 3.0 TDI quattro D4 BMW 730d F01
Hohe Laufleistung oder erkennbarer Reparaturstau ca. 8.000–12.000 € ca. 7.500–10.000 €
Fahrbereit, aber nicht mängelfrei ca. 12.000–16.000 € ca. 10.000–14.000 €
Gepflegt und gut dokumentiert ca. 16.000–23.000 € ca. 14.000–19.000 €
Facelift, gute Ausstattung und nachvollziehbarer Zustand ca. 19.000–27.000 € ca. 16.000–22.000 €
Sehr geringe Laufleistung oder außergewöhnlicher Zustand über 27.000 € möglich über 22.000 € möglich

Eine hohe Laufleistung ist nicht automatisch schlecht. Ein Fahrzeug mit dokumentierten 250.000 Autobahnkilometern kann gesünder sein als ein 140.000-Kilometer-Auto, das fast ausschließlich kurze Strecken gefahren ist. Rechnungen, HU-Berichte, digitale Serviceeinträge und eine plausible Kilometerentwicklung sind wichtiger als die Zahl im Kombiinstrument.

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Kaufberatung: Welches Auto passt zu Dir?

Der Audi A8 3.0 TDI quattro D4 passt zu Dir, wenn …

  • Du häufig lange Strecken und bei jedem Wetter fährst.

  • souveräne Traktion und maximaler Federungskomfort wichtiger sind als eine besonders kommunikative Lenkung.

  • Du regelmäßig einen Anhänger ziehst und die bis zu 2.200 kg Anhängelast nutzen möchtest.

  • Du die technische Besonderheit einer Aluminiumkarosserie schätzt.

  • eine Audi-erfahrene Werkstatt oder ein guter VAG-Spezialist erreichbar ist.

  • Dich ein größerer Reparaturposten nicht sofort zum Verkauf zwingt.

Der BMW 730d F01 passt zu Dir, wenn …

  • Du selbst gern fährst und nicht nur möglichst abgeschirmt reisen möchtest.

  • der besonders kultivierte Reihensechszylinder ein entscheidender Kaufgrund ist.

  • Du eine präzise Lenkung und die Balance des Hinterradantriebs bevorzugst.

  • Du beim Facelift die Verbindung aus 258 PS, Achtgangautomatik und niedrigem Verbrauch suchst.

  • Du auf unnötig komplexe Sonderausstattung verzichten kannst.

  • eine spezialisierte BMW-Werkstatt die N57- und F01-Technik beurteilen kann.

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Welche Variante ist empfehlenswert?

Beim Audi ist der 3.0 TDI quattro bereits die vernünftige Motorisierung der Baureihe. Der 4.2 TDI ist wesentlich schneller, besitzt aber zwei Turbolader, deutlich mehr thermische Belastung und höhere Teilekosten. Der frontgetriebene 204-PS-TDI ist sparsamer und einfacher, verliert jedoch das für den A8 charakteristische quattro-Erlebnis.

Der 250 PS starke Vor-Facelift-A8 ist interessant, wenn Zustand und Preis stimmen. Er besitzt bereits die hervorragende Achtgangautomatik und bietet die volle A8-Technik. Die seltene clean-diesel-Version erfüllt bereits Euro 6, ergänzt aber SCR- und AdBlue-Technik.

Der 258 beziehungsweise 262 PS starke Facelift-A8 ist die beste Wahl, wenn das Budget reicht. Er verbraucht weniger, erfüllt Euro 6 und bietet modernere Beleuchtungs- und Assistenztechnik. Matrix-LED, Nachtsicht und weitere Extras sind reizvoll, im Defektfall aber teuer. Die beste Konfiguration ist deshalb nicht zwingend die vollständigste.

Beim BMW ist der 245 PS starke Vor-Facelift-730d eine solide Einstiegsversion. Seine Sechsgangautomatik ist angenehm, aber weniger effizient. Frühe Euro-5-Fahrzeuge besitzen teilweise den einfacheren Abgasstrang, können bei zukünftigen Nutzungsbeschränkungen jedoch benachteiligt sein.

Der 258 PS starke 730d ab der Modellpflege ist der klare Kauftipp. Die Achtgangautomatik verbessert Beschleunigung, Drehzahlniveau und Verbrauch. BluePerformance beziehungsweise Euro 6 sollte anhand der Papiere bestätigt werden. Wer den klassischen BMW-Charakter sucht, bleibt beim Hinterradantrieb. xDrive lohnt sich hauptsächlich bei regelmäßigem Winter- oder Anhängerbetrieb.

A8 L und 730Ld sind nur dann empfehlenswert, wenn der zusätzliche Fondraum wirklich gebraucht wird. Ansonsten verschlechtern sie Wendigkeit, Gewicht und Wiederverkaufsmöglichkeiten.

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Fazit: Audi A8 3.0 TDI quattro oder BMW 730d?

Rational betrachtet gewinnt der BMW 730d F01 diesen Vergleich knapp. Besonders als Facelift ist er das ausgewogenere Gebrauchtwagenpaket: Der Reihensechszylinder läuft außergewöhnlich fein, die Achtgangautomatik ist hervorragend abgestimmt und der Hinterradantrieb verleiht der großen Limousine eine Leichtigkeit, die der Audi nicht ganz erreicht. Der BMW verbirgt seine Größe besser und bindet den Fahrer stärker ein.

Ein sorgenfreies Auto ist auch der 730d nicht. Die getriebeseitig angeordnete Steuerkette, der AGR-Kühler, mögliche Ölverluste und die komplexe Fahrwerkselektronik können hohe Rechnungen verursachen. Ein vermeintliches Schnäppchen mit Dynamic Drive, Integral-Aktivlenkung und lückenhafter Historie ist deshalb nicht automatisch attraktiver als ein einfacher ausgestattetes Fahrzeug.

Der Audi A8 D4 geht als Sieger der großen Reise vom Platz. Seine Aluminiumkarosserie, die Luftfederung an beiden Achsen und der permanente quattro-Antrieb erzeugen eine Souveränität, die selbst moderne Fahrzeuge selten erreichen. Der A8 beschleunigt nicht dramatisch und nimmt Kurven nicht spielerisch. Er macht Geschwindigkeit, Wetter und Entfernung schlicht kleiner.

Diese Mühelosigkeit hat ihren Preis. Der Audi besitzt mehr kostspielige Fahrwerkstechnik, mehr Antriebskomponenten und eine Karosserie, die bei Unfallschäden besondere Fachkenntnis verlangt. Ein guter A8 ist ein grandioser Langstreckenwagen. Ein schlechter A8 ist ein ehemaliges 100.000-Euro-Auto, das seinen neuen Besitzer daran erinnert, dass nur der Kaufpreis gefallen ist.

Wenn zwei gleich gut dokumentierte Fahrzeuge vor dir stehen, ist der BMW 730d die Empfehlung für den sportlichen Fahrer und der Audi A8 3.0 TDI quattro die Empfehlung für maximalen Reisekomfort, Wintertraktion und technische Faszination. Steht dagegen nur einer der beiden mit vollständiger Historie, sauberem Fehlerspeicher und nachweislich erledigten Rückrufen da, gewinnt genau dieses Auto. (Text: tv | Bilder: KI, Hersteller)

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