Ducati Monster (2026) im Test: Sportlichkeit mit Genussfaktor

Ducati Monster (2026) auf einen Blick
Was uns gefällt
Seidenweiche Kraftentfaltung des V2-Motors.
Was wir vermissen
Umfangreichere Serienausstattung in dieser Preisklasse.
Ideal wenn …
… man ein unkompliziertes Naked Bike mit italienischem Flair sucht.
Die Alternativen
BMW F 900 R, KTM 990 Duke, Yamaha MT-09
Stärken
- Charaktervolles Design
- Harmonische Kraftentfaltung
- Unkompliziertes Fahrverhalten
Schwächen
- Hoher Preis
- Komfort-Features nur gegen Aufpreis
- Kein Stauraum
Design setzt wieder mehr auf Tradition
Das Design der neuen Ducati Monster kommt dem des Originals von 1992 wieder etwas näher. Nachdem die Vorgängerin, die Monster 937, dem Geschmack vieler Monster-Fans nicht mehr ganz entsprochen hat, besinnt sich die italienische Naked Bike-Ikone in fünfter Generation mit runderen Formen wieder mehr auf ihre Wurzeln. Dies macht sich vor allem beim Tank und der einteiligen Sitzbank mit rundlichem Abschluss am Heck bemerkbar. Dank fehlender Verkleidungsteile ist der freie Blick auf den neuen V2-Motor gewährleistet. Auch das bei der Vorgängerin störende Gewirr an Kabeln und Schläuchen ist einer aufgeräumten Optik gewichen.
Trotz aller Tradition kommt bei der neuen Roten auch die Moderne nicht zu kurz. Der LED-Scheinwerfer wird vom Tagfahrlicht in doppelter C-Form eingerahmt. Das LED-Rücklicht greift dieselbe Formensprache auf – die schlanken LED-Blinker passen hervorragend dazu. Um den sportlichen Charakter der Ducati Monster zu unterstreichen, verfügt die getestete Plus-Variante über eine in der Farbe des Motorrads lackierte Cockpitverkleidung und Soziussitz-Abdeckung.
Bildergalerie: Ducati Monster (2026)

Neuer V2-Motor verzichtet auf Desmodromik
Die Ducati Monster wird vom neuen V2-Motor mit 890 cm³ angetrieben, der mittlerweile auch in der Ducati DesertX, Multistrada, Panigale und Streetfighter zum Einsatz kommt. In der Monster leistet der weiterhin als tragendes Element ausgeführte V-Twin 111 PS (81,6 kW) bei 9.000 U/min und liefert ein Drehmoment von 91,1 Nm bei 7.250 U/min. Der um 5,9 Kilogramm leichtere Motor verzichtet auf die traditionelle Desmodromik, verfügt dafür aber über eine variable Steuerung der Einlassventile. Diese sorgt bei niedrigen Drehzahlen für eine verbesserte Laufruhe, im mittleren Bereich für mehr Durchzug und oben raus für eine höhere Leistung. Das Wartungsintervall für die Ventilspielkontrolle erhöht sich auf 45.000 Kilometer und senkt damit die laufenden Kosten.
Beim Chassis kommen ein Aluminium-Monocoque-Rahmen und eine hohl ausgeführte Zweiarmschwinge aus Aluminiumguss zum Einsatz. Bei den Federelementen wird auf Standardware von Showa gesetzt. Vorne arbeitet eine nicht einstellbare Upside-Down-Gabel mit 43 Millimeter Standrohrdurchmesser, hinten ein seitlich montiertes, liegendes Federbein, bei dem die Federvorspannung verstellbar ist. Wir hätten uns in dieser Preisklasse etwas mehr erwartet. Aufgrund der ausgewogenen Fahrwerksabstimmung fallen die fehlenden Einstellmöglichkeiten jedoch nicht so sehr ins Gewicht.
Fein dosierbare Sportlichkeit
Die Sitzposition auf der Ducati Monster ist angenehm aufrecht und dennoch leicht nach vorne über das Vorderrad orientiert. Dazu wurde der Lenker gegenüber der Vorgängerin etwas höher und weiter vorne platziert. Die bereits humane Sitzhöhe von 815 Millimetern lässt sich durch eine niedrigere Sitzbank und ein Tieferlegungs-Kit auf 775 Millimeter absenken und ist damit auch für kleiner gewachsene Personen gut geeignet. Die Ausbuchtungen im Tank ermöglichen einen guten Knieschluss, der Kniewinkel fällt passend sportlich, aber nicht unangenehm aus.
Die Kraftentfaltung des V2 ist extrem gleichmäßig und harmonisch, ohne zu irgendeinem Zeitpunkt ungestüm zu wirken. Niedertouriges Beschleunigen ist mit der vollgetankt 185 Kilogramm leichten Ducati Monster ab 2.000 U/min vollkommen ruckelfrei zu bewerkstelligen und ab 4.000 U/min geht es begleitet von kernigem Sound richtig zur Sache. Die verfügbare Leistung ist für den öffentlichen Straßenverkehr optimal. Man kann schon auch mal ordentlich am Gasgriff drehen, ohne sich sofort weit jenseits des legalen Geschwindigkeitsbereichs zu bewegen. Der Quickshifter unterstützt das Schalten ohne Kupplung sehr exakt und geht dabei butterweich zur Sache.
Ausgewogenes Fahrverhalten in jeder Situation
Beim Einlenkverhalten zeigt sich die neue Ducati Monster sehr neutral. Sie lässt sich spielerisch einlenken, ohne dabei zappelig zu wirken. Bis hin zu langen, schnellen Kurven hält sie die eingeschlagene Linie unbeirrt ein und vermittelt damit ein sehr sicheres Fahrgefühl. Der Lenkeinschlag ist erfreulich hoch, was sich beim Manövrieren im Stand als vorteilhaft erweist. Zur Ausgewogenheit der Italienerin passt auch das sehr harmonisch abgestimmte Fahrwerk. Selbst auf schlechterem Fahrbahnuntergrund lässt sich das Naked Bike nicht aus der Ruhe bringen. Leichte Unebenheiten werden ganz gelassen ausgeglichen, Schläge kommen so kaum bis zum Fahrer durch. Trotzdem fühlt es sich sportlich straff an und schwingt auch nach Senken oder Bodenwellen nicht nach.
Ebenso harmonisch wie die Beschleunigung läuft auch das Verzögern ab. Die Brembo-Bremsen mit zwei 320-mm-Bremsscheiben vorne sind jeder Situation gewachsen und mit einem Finger am Hebel zu bedienen. Zum genussvollen Charakter der neuen Ducati Monster passend, wurden sie so abgestimmt, dass sie im ersten Moment sanft ansprechen und erst dann die volle Bremsleistung entfalten. Im Test lassen sich die Bremsen sehr gut dosieren und packen im Bedarfsfall auch kräftig zu. Das mehrstufige Kurven-ABS erhöht dabei die Sicherheitsreserven. Auch alle anderen Assistenzsysteme arbeiten auf höchstem Niveau.
Die Diablo Rosso IV Reifen sind ein guter Kompromiss aus Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit. Im Test baut der Reifen sehr guten Grip auf und fühlt sich dabei in Schräglage besonders wohl. Selbst beim Hineinbremsen in Kurven verhält er sich angenehm berechenbar. Auf einer Testfahrt auf den kurvenreichen Bergstraßen des Hochkönigs verbraucht die Ducati Monster 4,8 Liter auf 100 Kilometern. Ein guter Wert für ein sportliches Naked Bike. Bei einem Tankinhalt von 14 Litern sind damit in der Praxis knapp 300 Kilometer Reichweite realistisch.
Cockpit bietet umfangreiche Informationen
Das fünf Zoll große TFT-Display der Ducati Monster ist gut ablesbar und bietet zentral alle wichtigen Informationen, wie Geschwindigkeit, Drehzahl, Gang und Fahrmodus. Neu sind die beiden kreisrunden Anzeigen auf der linken Seite, die die aktuell abgerufene Leistung sowie das Drehmoment prozentuell anzeigen. Rechts findet sich wie gewohnt die Information, in welcher Intensitätsstufe sich das jeweilige Assistenzsystem abhängig vom aktuellen Fahrmodus befindet. Insgesamt stehen die vier Fahrmodi Wet, Urban, Road und Sport zur Auswahl, die sich auf Leistung, Gasannahme und Assistenzsysteme auswirken.
Mit Hilfe des neuen joystickartigen Bedienelements an der linken Lenkerarmatur kann äußerst intuitiv durch die Menüs navigiert werden. Eine große Verbesserung gegenüber der Vorgängerin. Ist das Ducati Multimedia System zum Verbinden mit einem Smartphone mit an Bord, kann über eine eigene Software eine Turn-by-Turn-Navigation auf dem Display genutzt werden. Weitere wichtige Informationen wie Tankstand, Außentemperatur und Uhrzeit werden am oberen Rand angezeigt, die Motortemperatur rechts unten.
Fazit 8,5/10
Die neue Ducati Monster hat sich in zwei Richtungen sehr positiv entwickelt. Einerseits ist das Design wieder näher am Original und trifft daher wesentlich besser den Geschmack der Monster-Fangemeinde. Andererseits wird das sportliche Naked Bike durch den neuen V2-Motor mit seiner geschmeidigen Kraftentfaltung noch zugänglicher. Auch die Fahrwerksabstimmung passt optimal dazu. Damit eignet sich die neue Monster sowohl für Einsteiger, für die auch eine A2-taugliche 35-kW-Variante verfügbar ist, als auch für erfahrenere Biker, die auf ein entspannt sportliches Fahrverhalten Wert legen. Wenig überraschend hat so viel Qualität und italienisches Flair seinen Preis.
Die Ducati Monster wird in Österreich ausschließlich in der Plus-Variante angeboten, die sich vom Standardmodell rein optisch durch eine zusätzliche Cockpitverkleidung und eine Soziussitz-Abdeckung unterscheidet. Los geht es bei 15.595 Euro. Das Ducati Multimedia System, der Tempomat und die Navigationsfunktion sind noch extra zu bezahlen. In Deutschland kommt Monster-Fahren günstiger. Beim Standardmodell ist man bereits ab 12.890 Euro dabei, die Plus-Version kostet ab 13.290 Euro – jeweils zuzüglich 305 Euro Liefernebenkosten. (Text und Bild: Armin Hoyer)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

