Geely Starray EM-i im Test: Günstig, effizient und bequem, aber wenig dynamisch

Mit dem Geely Starray EM-i schicken die Chinesen ein geräumiges Kompakt-SUV mit PHEV-Antrieb ins Rennen. Mit bis zu 136 Kilometern rein elektrischer Reichweite und einem Einstiegspreis von 32.990 Euro klingt das Angebot verlockend. Im Praxistest zeigt der Teilzeitstromer jedoch Licht und Schatten.

Das Wichtigste zuerst

AutoScout24-Bewertung: 7,8 von 10 Punkten.

Der 4,74 Meter lange Geely Starray EM-i ist ein sehr geräumiges Crossover-SUV, das direkt auf die Bestseller Tiguan und Co zielt. Dank moderner und robuster LFP-Akkutechnik mit bis zu 29,8 kWh Kapazität sorgt er für sehr hohe elektrische Alltagsreichweite. Die für einen Plug-in-Hybriden überraschend schnelle DC-Ladefunktion überzeugt zudem beim Thema Effizienz. Auf der Straße kann das SUV seine nominelle Systemleistung von 262 PS allerdings nicht dynamisch umsetzen: Lenkung und Fahrwerk fehlen die Rückmeldung und das einstufige Getriebe nimmt dem Fahrzeug den Schwung.

Stärken, Schwächen, Alternativen


Was uns gefällt:

Das opulente Platzangebot im Fond, der riesige Kofferraum und die praxistaugliche DC-Schnellladefunktion mit bis zu 78 kW.

Was wir vermissen:

Eine präzisere Lenkung und eine saubere Fahrwerksabstimmung.

Ideal, wenn …

...man ein komfortables, hervorragend ausgestattetes Familien-SUV sucht und gelassenes Gleiten über sportliche Fahrdynamik stellt.

Alternativen:

Ford Kuga PHEV, VW Tiguan eHybrid, MG HS Plug-in-Hybrid.


Stärken

  • Enormes Raumangebot und bis zu 2.065 Liter Ladevolumen
  • Hohe elektrische Reichweite und schnelle DC-Ladezeiten
  • Attraktiver Grundpreis bei üppiger Serienausstattung

Schwächen

  • Indirekte, gefühllose Lenkung und sehr schwammiges Fahrwerk
  • Einstufiges Hybridgetriebe raubt spürbar Temperament
  • Unter Last lauter Benzinmotor

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Der Geely Starray EM-i ist vor allem eins: Unauffällig

Formal sortiert Geely den Starray als C-Segment-Crossover ein. Mit einer Länge von 4,74 Metern, einer Breite von 1,91 Metern und einer Höhe von 1,69 Metern kratzt das Fahrzeug im Alltag jedoch spürbar an der Mittelklasse. Der Auftritt wirkt stämmig und modern, unterstützt von 19-Zoll-Leichtmetallrädern ab der Pro+-Ausstattung. Optisch setzt der Starray auf glatte Flächen und eine eigenständige Lichtgrafik.

Alle Varianten des Geely Starray EM-i auf einen Blick:

Variante Starray Pro Starray Pro+ Starray Max+
Antrieb / Systemleistung PHEV (1,5 l + Elektro), 193 kW / 262 PS PHEV (1,5 l + Elektro), 193 kW / 262 PS PHEV (1,5 l + Elektro), 193 kW / 262 PS
Sprint 0–100 km/h ca. 7,9 s 8,2 s 8,2 s
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h 170 km/h 170 km/h
Akkukapazität (nutzbar) 18,4 kWh (LFP) 29,8 kWh (LFP) 29,8 kWh (LFP)
Elektrische Reichweite (WLTP) bis zu 83 km bis zu 136 km bis zu 136 km
Gesamtreichweite bis zu 1.002 km bis zu 1.055 km bis zu 1.055 km
Preis 32.990 € 35.990 € 37.990 €

Wie gut sind Verarbeitung und Materialien?

Der Innenraum empfängt die Insassen mit einem wohnlichen Ambiente, das stark an den rein elektrischen Technik-Bruder Geely E5 erinnert. Beide stehen auf der modernen GEA-Plattform (Global Intelligent New Energy Architecture).

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In der von uns getesteten Topversion Max+ zeigt sich der Starray von seiner besten Seite: Fahrer- und Beifahrersitz sind nicht nur beheizbar, sondern auch belüftet und mit einer Massagefunktion ausgestattet. Beides funktioniert überraschend gut, gerade die Massage wirkt wie aus einer höheren Fahrzeugklasse. Die Materialauswahl und Haptik der Oberflächen bewegen sich gemessen am Preis von 37.990 Euro ebenfalls auf einem erstaunlich hohen Niveau.


Wie funktioniert die Bedienung im Geely Starray EM-i?

Die Cockpit-Gestaltung setzt konsequent auf Digitalisierung. Hinter dem Steuer blickt man auf ein 10,2-Zoll-Kombiinstrument, während in der Mitte ein riesiger 15,4-Zoll-Touchscreen dominiert.

Das Infotainmentsystem Flyme Auto reagiert zügig und bietet neben Online-Navigation, Sprachsteuerung und Over-the-Air-Updates auch die vollständige Integration von Apple CarPlay und Android Auto. Das ist im Alltag ein großer Vorteil, da viele chinesische Mitbewerber bei der Smartphone-Anbindung oft noch Schwächen zeigen.

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Die Grafiken sind klar gezeichnet, die Menüstruktur übersichtlich, allerdings hapert es bei einigen Funktionen an einer sauberen Übersetzung. Insgesamt fährt der Geely hier allerdings besser als seine chinesischen Mitbewerber.


Was bieten Ausstattung und Zusatzfunktionen?

Die Serienausstattung der Max+-Linie lässt kaum Wünsche offen. Neben einem großen Panoramaglasdach verbaut Geely ein Premium-Audiosystem mit 16 Lautsprechern und Subwoofer, das für kraftvollen Klang sorgt. Auch die reichhaltigen Fahrerassistenzsysteme funktionieren robust und erkennen Verkehr wie Fahrspuren zufriedenstellend auch auf Langstrecken.

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Ein praktisches Feature für Freizeit und Alltag ist die bidirektionale Ladefunktion (V2L und V2V): Der Starray kann externe Elektrogeräte oder andere Fahrzeuge mit bis zu 6,6 kW Leistung mit Strom versorgen.


Wie viel Platz bietet das Crossover-SUV?

Das Platzangebot ist eine der größten Stärken des Starray EM-i. Besonders in der zweiten Reihe reist man überaus luftig, selbst großgewachsene Erwachsene genießen im Fond eine hervorragende Bein- und Fußfreiheit.

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Einen kleinen Abzug gibt es bei den Sitzen in der ersten Reihe: Hier ist der Beifahrersitz nicht höhenverstellbar, was angesichts der sonstigen Funktionsfülle des Gestühls eher merkwürdig anmutet.

  • Kofferraumvolumen: 528 Liter im Normalzustand.
  • Maximales Ladevolumen: Bis zu 2.065 Liter bei umgeklappten Rücksitzlehnen.
  • Zusatzstauraum: Weitere 100 Liter befinden sich unter dem Ladeboden.

Wie fährt das Plug-in-Hybrid-SUV?

Unter der Haube kombiniert Geely einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Saugmotor mit 73 kW (99 PS) und einen 160 kW (218 PS) starken Elektromotor. Zusammen ergibt das eine Systemleistung von 193 kW / 262 PS. Die Kraft wird über ein einstufiges Hybridgetriebe an die Vorderräder geleitet.

Auf dem Papier lesen sich die Fahrleistungen, wie etwa der Sprint von null auf 100 km/h in 8,2 Sekunden, solide. In der Praxis zeigt sich jedoch eine überraschende Eigenschaft: Ist der PHEV im Elektromodus unterwegs, spricht der Starray EM-i flink und souverän auf Beschleunigungswünsche an. Ist der Strom allerdings verbraucht, wirkt der Antrieb allerdings stark zugeschnürt. Das Getriebe raubt dem Motor spürbar sein Temperament, selbst im Sport-Modus kommt von den 262 System-PS wenig im Popometer an.

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Dabei scheint das Problem hausgemacht: Der Geely fährt seine üppige LFP-Batterie im normalen Fahrmodus immer auf null Prozent. Fortan muss sich das kompakte SUV aus den 73 Generator-Kilowatt des schmalbrüstigen Verbrenners bedienen, was eben nicht die schwächeren Fahrleistungen erklärt, sondern auch für einen eher herb-gequälten Ton unter der Motorhaube sorgt. Wer allerdings tief im Fahrmenü die Restmenge an zu verbleibender Batterieladung 30 Prozent stellt (ein geringerer Wert lässst sich überraschenderweise nicht einstellen), der fährt die ersten gut 85 Kilometer weiterhin rein elektrisch, fällt dann aber nicht auf die reine Verbrennerleistung zurück, sondern schöpft weiter aus den bis zu 218 Elektro-PS, denn der Starray greift nun etwas in die Batterie-Reserve, um nach dem Beschleunigungsvorgang den verbrauchten Strom wieder mit dem Vierzylinder-Motor aufzufüllen.

Wer den Geely so betreibt, kann nicht nur stetig auf ordentlich Leistung zurückgreifen, er genießt auch eine angenehme Ruhe. Denn in diesem „echten“ Hybrid-Modus hält sich der Verbrenner sehr vornehm zurück. Und das nicht nur akustisch, sondern auch in Sachen Trinkfreude.

Die Fahrwerksabstimmung braucht dringend Nachbesserung

Selbstbewusst spricht Geely vom eigenen Europa-Entwicklungszentrum in Raunheim bei Frankfurt am Main. Noch vor kurzem prangte am Dach des Hauptquartiers stolz ein übergroßer Lotus-Schriftzug – schließlich gehört die britische Sportwagenmarke seit Jahren zur Marke. Entsprechend stolz ist man auf die dortige Entwicklungsleistung, die auch dem Starray EM-i zugutegekommen sei.

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Davon lässt sich im Fahrbetrieb allerdings wenig spüren. Der PHEV ist in niedrigen Anregungsfrequenzbereich viel zu weich gedämpft. Dazu kommt die recht gierige Gaspedalabstimmung im E-Betrieb, die den Starray zu unangenehmen Aufbaubewegungen verleitet. Gerade im Stop-and-Go-Verkehr wippt das kompakte SUV bei Beschleunigungs- und Bremsvorgängen nach wie auf hoher See. Zwar ist das Fahrwerk auf der Langstrecke bequem, doch ist dieser Komfort zu teuer erkauft. Hier müssen die Entwickler dringend nachbessern und die Dämpfer straffen.

Im Fahrdynamikkapitel schneidet der Starray entsprechend schlecht ab:

  • Lenkung: Extrem indirekt, unpräzise und frei von Rückmeldung.
  • Fahrwerk: Sehr weich abgestimmt, neigt bei Bodenwellen zum Nachwippen.
  • Geräuschniveau: Auch bei Autonahntempi um 130 km/h bleiben die Windgeräusche im Innenraum sehr angenehm zurückhaltend.

Realer Verbrauch, Reichweite und Ladeverhalten

Beim Verbrauch spielt der Plug-in-Hybrid seine Stärken aus. Wir kamen auf der Langstrecke auf nur 4,9 Liter auf 100 Kilometer bei vorgewähltem Akkustand. Im reinen Elektrobetrieb waren es übrigens auch selten mehr als 21,5 kWh auf 100 Kilometer – ein exzellenter Wert für einen PHEV, der sicher auch mit dem verhältnismäßig gerigen Gewicht von nur knapp über 1,8 Tonnen zu erklären ist.

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Mit dem großen 29,8-kWh-Akku der Versionen Pro+ und Max+ lassen sich rein elektrisch Strecken von über 120 Kilometern im Alltag problemlos bewältigen (WLTP: bis zu 136 km).

Beim Ladeverhalten gibt es wieder zwei Seiten:

  • DC-Schnellladen: Sehr gute Ladeleistung mit bis zu 78 kW Ladeleistung. Ein Ladevorgang von 30 auf 80 Prozent dauerte im Test knapp 16 Minuten.
  • AC-Laden: An der Wallbox lädt der Akku zwar bis zu 6,6 kW, dies allerdings nur einphasig. Daheim an der Wallbox darf keine solche Schieflast erzeugt werden, der Starray EM-i nuckelt hier also nur mit 3,3 kW. Gerade wer PV-Überschussladen betreibt, braucht hier lange Sonnenphasen, bis der PHEV-Akku wieder voll ist. Ein dreiphasiger 11-kW-Onboard-Lader wäre hier wünschenswert gewesen.

Fazit 7,9/10

Der Geely Starray EM-i punktet als geräumiges, hervorragend ausgestattetes Familien-SUV mit hoher elektrischer Alltagsreichweite und schnellen DC-Ladezeiten. Wer ein komfortables Auto zum entspannten Gleiten sucht und viel Platz für Gepäck benötigt, bekommt hier viel Gegenwert fürs Geld. Dynamische Fahrer werden mit dem zu weichen Fahrwerk, der teigigen Lenkung und der zähen Fahrleistung des Verbrenners jedoch nicht glücklich. (Text und Bild: an)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
7,9
Design
7,5
Bedienbarkeit
8,0
Komfort
7,5
Alltagstauglichkeit
9,0
Fahreigenschaften
6,0
Antrieb
6,5
Effizienz
8,5
Preis-Leistungs-Verhältnis
9,0
Ausstattung
9,0
Sicherheit
8,0

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Geely Starray EM-i

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Alexander Nocker

Alexander Nocker verstärkt seit 2026 das AutoScout24 Magazin als freier Redakteur mit Fokus auf Antriebstechnologien. Er bringt langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus mit und beschäftigt sich vor allem mit neuen Technologien und aktuellen Mobilitätsthemen. Auch klassische Fahrzeuge kennt und schätzt er. Privat schlägt sein Herz für sportliche Klassiker - sein Traumwagen ist ein BMW M3 E30 Sport Evolution. Aktuell fährt er einen VW ID.3 GTX Fire & Ice.