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Lada Taiga

Warum der Lada Niva in Taiga umbenannt wurde

Dieses Fahrzeug kann man wahrhaft als Urgestein bezeichnen: der Lada Taiga, der in Deutschland bis 2013 noch als Lada Niva vermarktet wurde. Der Viersitzer wird im Export nur in einer Version mit 60 kW (81 PS) angeboten und erfreut sich trotz veralteter Technik und schlichter Qualität weiterhin einer erstaunlichen Beliebtheit. Nicht zuletzt wegen dem permanenten Allradantrieb, der Differentialsperre und der Geländereduktion zu einem sehr günstigen Preis von rund 10.000 Euro verschaffte sich der Offroader seit 1976 als Arbeitsgerät oder im Freizeitbereich auf vielen Exportmärkten Respekt. Demnächst soll der Lada Taiga von einem völlig neuen und bereits als Lada XRAY vorgestellten Modell abgelöst werden - und damit das am längsten produzierte Fahrzeug des russischen Herstellers AwtoWAS in Rente gehen. Tatsächlich ist der russische Geländewagen seit fast 38 Jahren beinahe unverändert im Handel, obwohl er es prinzipiell gar nicht mehr sein dürfte:

Für Europa dürfte das Modell seit 2013 als Niva gar nicht mehr in Großserie hergestellt werden, da es den gehobenen Anforderungen des Euro-NCAP-Crash-Tests nicht mehr genügt. Aus diesem Dilemma stammt zum Einen die Umbenennung von Niva 4x4 in Taiga 4x4 und zum Anderen die Limitierung der Stückzahl auf 1.000 Taiga-Modelle. Außerdem wurde der WMI-Herstellercode von XTA (Autovaz Russland) in WLX (Lada Deutschland) umgeändert. Warum? AwtoWAS ist mit seiner Marke Lada auf den europäischen Markt nur nachrangig angewiesen, so dass er durch die geringe Stückzahl bei uns als Kleinserienhersteller firmiert - Lada Deutschland - und mit diesem Trick die Anforderungen des NCAP nicht erfüllen muss. Einbußen, wenn auch insgesamt eher geringe, hat der Hersteller damit trotzdem, schließlich wurden 2012 noch weit über 1.000 Exemplare hierzulande verkauft. Gefertigt wird der Lada Taiga 4x4 weiterhin im russischen Werk in Togliatti unter der Werksbezeichnung 2121DE.

Motoren des Lada Niva/Lada Taiga

In Europa war der Lada Niva ausschließlich mit einem 1,7-Liter-Vergasermotor zu haben. Basis war der im Jahr 1976 gleichzeitig erschienene Lada Shiguli (2106), dessen Motor bis in die 1990er Jahre auch im Niva eingebaut wurde. Darüber hinaus war der Niva in der Sowjetunion auch mit einem 1,3-Liter- und einem 1,5-Liter-Motor erhältlich. Mit dem alten Motorenprogramm kam der Lada Niva auf einen CO2-Ausstoß von mehr als 230 g/km, doch dafür trumpfte er mit seiner Anhängekapazität von gut 1,5 Tonnen und einem Anschaffungspreis, der ihn zum Einstiegsmodell in der Klasse der Offroader machte.Im heutigen Lada Taiga 4x4 ist im Grunde der gleiche 1,7-Liter-Benziner verbaut, allerdings ist dieser seit 1995 als Vierzylinder mit Vergaser (Typ 21213) oder als Einspritzer mit G-Kat (Typ 21214) erhältlich - in der Regel als Gebrauchtwagen. Das Aggregat leistet bei 5.000 U/min bis zu 60 kW (81 PS) und erzeugt sein maximales Drehmoment von 128 Nm bei 4.000 U/min. Geschaltet wird per Hand über ein Fünfgang-Getriebe mit Geländereduktion. Große Fahrleistungen darf man beim Lada Niva / Taiga nicht erwarten, das Modell braucht 19 Sekunden, um von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen, und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von gerade einmal 137 km/h. Der Verbrauch von durchschnittlich 9,5 Litern pro 100 km (unabhängige Testfahrten ergaben 13 Liter/ 100 km) lässt durchaus Wünsche offen, ebenso das Tankvolumen, das mit 45 Litern insgesamt nicht für ein Fahrzeug mit hoher Streckenreichweite spricht.

Technik des Lada Taiga

Allerdings sollte man bei den eben vorgestellten Werten nicht vergessen, dass der Lada Niva einmal die technologische Speerspitze im Geländewagenbau darstellte und der Konkurrenz regelrecht davon fuhr. Das bewährte Konzept des permanenten Allradantriebs mit den weitgängigen Schraubenfedern blieb nicht ohne Grund unverändert - selbst wenn der Lada Niva damit zu den wenigen Fahrzeugen gehört, die auch heute noch ohne Klarglasscheinwerfer ausgeliefert werden. Die Karosserie ist selbsttragend, die Vorderräder sind einzeln an Doppelquerlenkern aufgehängt, hinten ist eine Starrachse an fünf Lenkern eingebaut. Hinzu kommen die zuschaltbare Geländereduktion und Differentialsperre.Der permanente Allradantrieb selbst ist im Straßenbetrieb offen. Nun kommen zwei Hebel ins Spiel, denn eine der Besonderheiten des Lada Taiga ist eine getrennt schaltbare Mittelsperre: Der vordere Hebel sperrt den Allradantrieb, der hintere aktiviert die Geländeuntersetzung. Durch diese bis heute bei Geländewagen eher seltene Technik können selbst enge, abschüssige Wege ohne Verspannungen im Antriebstrang gefahren werden. Einen weiteren Manövriervorteil erreicht der Lada Niva/Taiga durch sein geringes Gesamtgewicht von nur rund 1.300 kg und durch seine kompakten Abmessungen: Das Modell ist gerade einmal 3,7 Meter lang und 1,68 Meter breit - also etwa genauso lang und breit wie ein VW Polo - bringt aber auch eine verhältnismäßig große Portion an Bodenfreiheit mit.

Die Modifizierungen bis hin zum Lada Taiga im Überblick

Im Grunde wird der Lada 4x4 seit dem Jahr 1976 nahezu unverändert produziert. Unterschiedliche Motoren und mehrere leichte Facelifts, das letzte im Jahr 2013, sind die einzigen Veränderungen:1993Eine zusätzliche Version mit 500 mm längerem Radstand und hinteren Seitentüren kommt auf den Markt. Außerdem wird eine 4-türige Kastenwagen-Version eingeführt, die auch für zum Krankentransport, bei der Feuerwehr und dem Militär zum Einsatz kommt.1995Der Niva erhält im Rahmen eines Facelifts ein neues Armaturenbrett, einen neuen Tacho, ein neues Lenkrad mit Pralltopf sowie ein geändertes Heck mit niedrigerer Ladekante und neue Rückleuchten. Hinzu kommen der neue 1700er Motors als Vergaser oder Einspritzer mit G-Kat und befristet bis Ende der 1990er Jahre zusätzlich ein 1,9-Liter-Dieselmotor mit 69 PS von Peugeot.2009Der Lada Niva wird einer allgemeinen Modernisierung unterzogen, die unter anderem ein neues Armaturenbrett, eine neue technische Ausstattung sowie neue Blinklichter vorne mit sich bringt. In diesem Jahr erfolgt auch die erste Namensänderung von Lada Niva zu Lada Niva 4x4, selbiger wird aber nur noch als Dreitürer verkauft.

Seit 2013: Ausstattung des Lada Taiga

Die gängigen Ausstattungsdetails wie ABS, Servolenkung oder etwa ein Seitenaufprallschutz sind natürlich auch beim Lada Niva/Taiga vorhanden. Seit dem "Wechsel" vom Niva zum Taiga ist dieser mit leicht modifizierten Scheibenwischerarmen, einem neuen Schwellerschutz und Unterbodenschutz sowie einer Hohlraumversiegelung ausgestattet. Dass AwtoWAS den Lada Taiga noch länger auf den Straßen der Welt erhalten möchte, ist auch an der nun versiegelten Dachnaht und den versiegelten Fensterschachtleisten zu erkennen, denn das soll der kleinen alten Offroader etwas beständiger gegen Korrosion machen.

Fahrzeugbewertungen zu Lada Taiga

1 Bewertungen

5,0

  • Das Kultauto LADA Niva, Last Edition (Bj. 04/2016) im Defenderlook

    21. November 2016

    Der Porsche für den Acker - Der Lada braucht keine Strasse, es reicht die Richtung

    Ein Wagen ohne Schnickschnack