Der Quattroporte von Maserati im Preis- und Konkurrenzvergleich
Bei seiner Markteinführung im Jahr 1963 gibt Maserati einen Quattroporte Neuwagen zum Preis von umgerechnet gut 25.000 Euro ab. Im Modelljahr 2019 steht das Einstiegsmodell für knapp über 100.000 Euro im Programm, während der allradangetriebene Quattroporte S Q4 als 2019er Neuwagen für rund 117.000 Euro zu haben ist. Wer zu dieser Zeit einen Quattroporte gebraucht kaufen will, der findet auf dem Markt für Gebrauchtwagen Youngtimer aus den 90er Jahren schon ab rund 10.000 Euro. Als Classic Car werden für einen Quattroporte I im Bestzustand Preise von bis zu 125.000 Euro aufgerufen. Konkurrenz bekommt der 4-Türer von Sportlimousinen wie BMW M760Li, Alpina B12/B7, Mercedes-Benz AMG S63, Aston Martin Lagonda, Bentley Flying Spur, [Porsche Panamera(/porsche/porsche-panamera/), Jaguar XJ oder vom Coupé Bentley Continental GT und dem Shooting Brake Ferrari GTC4 Lusso.
Die Quattroporte von Maserati der 1. Generation (1963 – 1969)
Auf Basis der Coupés Maserati 5000 GT entsteht 1964 die erste Serie der Quattroporte I, den die Italiener als Sportlimousine mit gut fünf Meter Länge in der Oberklasse antreten lassen. Und der dementsprechend mit luxuriösen Ausstattungsmerkmalen wie einer Klimaanlage oder elektrisch zu öffnenden Fenstern zu haben ist. Der Quattroporte I gilt als Begründer des Segments der Sportlimousinen und erobert sich mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 230 km/h den Titel als schnellste Serienlimousine seiner Zeit. In welchen Versionen Maserati den in zwei Serien gefertigten Quattroporte I mit V8-Motor auflegt und wie wenig Exemplare in der Frühzeit gebaut werden, zeigt die folgende Übersicht.
- 1964 – 1966: Quattroporte 4.2 mit 260 PS in einer Auflage von 252 Fahrzeugen.
- 1965: Quattroporte 4.7 mit 290 PS in einer Auflage von sieben Fahrzeugen.
- 1966 – 1969: Modellgepflegte Serie 2 mit Umstellung von Rechteck- auf Rundscheinwerfer, aufgewertete Serienausstattung mit Klimaanlage, Sonderedition mit 4,9 Liter V8-Motor und insgesamt 503 verkaufte Exemplare.
Die Quattroporte von Maserati der 2. Generation (1974 – 1978)
Unter dem neuen Markeneigner Citroën entsteht 1974 der von Bertone entworfene Quattroporte II, der auf dem Citroën SM basiert und sich technisch daher deutlich vom Vorgänger unterscheidet. So kann der auf gut 5,13 m Länge gewachsene Quattroporte II mit seinem V6-Motor nur 210 PS mobilisieren. Und bekommt mit französischer Hydrauliktechnik für Federung, Lenkung und Bremssystem sowie durch die Umstellung auf Frontantrieb in dieser auf den europäischen Märkten offiziell nicht angebotenen Generation eher einen Limousinen- als Sportwagencharakter. Bis 1978 produziert Maserati nur 13 Quattroporte II für den Export.
Die Quattroporte von Maserati der 3. Generation (1979 – 1990)
Neues Karosseriedesign von Giugiaro, veränderte Proportionen mit unter fünf Meter Länge bei fast 1,9 m Breite sowie Rückkehr zu Hinterradantrieb und V8-Motor, mit diesen Neuerungen tritt der 1979 vorgestellte Quattroporte III an. Er basiert auf der Limousinen-Baureihe Deauville des neuen Maserati-Eigners De Tomaso, der den Quattroporte bis 1990 in drei Versionen ins Programm nimmt.
- 1979 – 1983: Quattroporte 4.2 mit 255 PS und 69 produzierten Fahrzeugen.
- 1978 – 1988: Quattroporte 4.9 mit 280 PS und 2025 verkauften Fahrzeugen.
- 1987 – 1990: Quattroporte Royale als Spitzenmodell mit 300 PS, Luxusinterieur und 51 gefertigten Exemplaren.
Die Quattroporte von Maserati der 4. Generation (1994 – 2001)
Unter der Regie des Fiat-Konzerns legt Maserati im Jahr 1994 den Quattroporte IV auf, der die Technik der Einstiegsmodelle Maserati Biturbo nutzt und mit gut 4,55 m deutlich kompakter als die Vorgänger ausfällt. Und der nun auch mit neuer Einstiegsmotorisierung zu haben ist. Wichtige Neuerung in dieser bis 2001 produzierten Baugeneration: Ferrari übernimmt ab 1996 die Kontrolle bei Maserati und soll das Qualitätsmanagement verbessern. Die überarbeiteten Modelle kommen dann ab 1998 mit dem Namenszusatz Evoluzione auf den Markt. Die folgende Übersicht zeigt, in welchen Varianten der Quattroporte der frühen Biturbo-Ära im Programm steht.
- 1994 – 1998: Quattroporte V6 2.0 mit 287 PS und 587 produzierten Fahrzeugen.
- 1994 – 1998: Quattroporte V6 2.8 mit 284 PS und 668 produzierten Fahrzeugen.
- 1996 – 1998: Quattroporte V8 3.2 mit 335 PS und 415 produzierten Fahrzeugen.
- 1996 – 2001: Quattroporte V6/V8 Evoluzione in drei Leistungsstufen und mit insgesamt 730 produzierten Exemplaren.
Die Quattroporte von Maserati der 5. Generation (2003 – 2013)
Mit der Vorstellung des Quattroporte V kehrt Maserati zum ursprünglichen Charakter der Modelle zurück und bringt eine auf über fünf Meter gestreckte Limousine auf den Markt, die mit ihrem hinter der Vorderachse gelagerten V8-Motor und einem Hinterachsgetriebe die Fahrdynamik eines Sportwagens bieten soll. Und Ausstattungsfeatures wie Infotainment- und Navigationssystem in die Baureihe bringt. Im Zuge der Wiederaufwertung schiebt Maserati 2008 für die Modellpflege neue Varianten wie Sport und Executive nach, die sich hinsichtlich ihrer Serienausstattung unterscheiden. Mit rund 17.000 Verkaufseinheiten bis 2013 wird der von Pininfarina entworfene Quattroporte V zur bis dahin erfolgreichsten Modellgeneration, die in folgenden Versionen ins Programm kommt:
- 2003 – 2008: Quattroporte Duoselect mit automatisiertem 6-Gang-Hinterachsgetriebe und 400 PS für 275 km/h Spitze.
- 2008 – 2013: Quattroporte Automatica mit 6-Gang-Automatikgetriebe in Ausstattungslinien wie Standard oder Executive GT.
- 2008 – 2013: Quattroporte S 4.7 mit 431 PS.
- 2009 – 2013: Quattroporte Sport GT S mit 440 PS für bis zu 285 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Die Quattroporte von Maserati der 6. Generation ab 2013
Mit gut 5,26 m Länge und fast 1,95 m Breite präsentiert Maserati den 2013 vorgestellten Quattroporte VI im XL-Format der Luxusklasse. Dazu gibt es mehr elektronische Bordhelfer, eine serienmäßig verbaute 8-Gangautomatik, neue V6-Einstiegsversionen als Benziner und Diesel sowie Modelle mit Q4-Allradantrieb. Optisch zeichnen sich die 2016 modellgepflegten Quattroporte VI durch asymmetrisch geformte Scheinwerfer, eine Frontschürze mit breiten Luftschächten und modellierte Flanken aus. In diesen Versionen bietet Maserati seine Sportlimousinen in der sechsten Generation an:
- Quattroporte S und S Q4 mit V6-Benziner und je nach Baujahr mit 409 PS oder 430 PS.
- Quattroporte Diesel mit V6-Maschine und 275 PS nach Norm Euro 6 ab Sommer 2015 und Euro 6d-temp am Sommer 2018.
- Quattroporte GTS mit V8-Benziner und 530 PS für eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 310 km/h und 4,7 s Spurtzeit.
Für diese Zielgruppen baut Maserati die Quattroporte
Großzügiges Platzangebot als 5-Sitzer, Luxusinterieur mit Edelholz, Leder und Komfortfeatures sowie leistungsstarke Acht- oder Sechszylinder, so gestaltet Maserati das Profil seiner Flaggschiffe Quattroporte. Und definiert damit in den 1960er Jahren die Maßstäbe für Sportlimousinen. Das Konzept der Quattroporte ist auf den Einsatz als Langstrecken- und Reisewagen abgestimmt und gefällt Luxusfahrern, die eine Alternative zu Coupés, Limousinen und Sportwagen der Oberklasse suchen. Als Gebrauchtwagen früher Baujahre ist der Quattroporte ein Oldtimer-Exot, da er lange Zeit nur in kleinen Stückzahlen gebaut wurde. Wer den Quattroporte als jüngeren Gebrauchten oder Neuwagen kaufen will, der hat bei Modellen ab Baujahr 2003 dank gestiegener Produktionszahlen größere Auswahl. Und kann aktuellere Quattroporte dann auch in günstigeren Einstiegsvarianten mit V6-Motor bekommen.