Fast gleichzeitig zur Prämiere des Z3 bekam der dänische Designer Henrik Fisker 1995 von BMW den Auftrag, ein Retro-Auto zu entwerfen - die Vorlage lautete BMW 507. Das Team Fisker konnte mit seinem Ergebnis begeistern. Der Prototyp Z07, vorgestellt in Tokio und Detroit, war eindeutig eine Reminiszenz an den BMW 507: Elegant wie das Vorbild und technisch reif für eine Serienproduktion.
Nach Fisker wurden die BMW-Techniker in Dingolfing beauftragt, bis März 1999 die Produktionsabläufe für einen Serienroadster Z8 zu koordinieren. Die Bayerischen Motorenwerke steigerten ihr Portfolio mit einem noch stärkeren Z-Modell. Die neue Baureihe E52 wurde in aufwändiger Handarbeit realisiert. Edle Vollausstattung, hoher Fahrkomfort, klimatisierter Innenraum, und Geschwindigkeitsregelanlage mindern keinesfalls die Sportlichkeit dieses Autos. Ob seine Limitierung auf 5700 Einheiten das Ergebnis eines Ziffernspiels mit der Baureihe 507 war, bleibt unbeantwortet. Alle anderen Fakten sind nachweisbar.
Der Z8 ist mit dem voluminösen 5-Liter-Motor der Serie S62B50 und einem 6-Gang-DSC-Getriebe ausgestattet. Das Achtzylinder-Antriebsaggregat leistet 400 PS, sein maximales Drehmoment von 500 Nm erreicht es bei 3600 U/min. Während der gesamten Produktionsphase des E52 (1999 bis 2003) wurde bewusst auf besondere Modellvariationen verzichtet - mit einer Ausnahme. Die Firma Alpina durfte 555 Fahrzeuge aus dem Produktionsjahr 2002 für den Export in die USA umrüsten.
Der "Alpina Roadster V8" besitzt einen stärkeren A-F5-Motor sowie eine Getriebe-Automatik. Seine Elektronik für die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit durften die Tuning-Spezialisten von den üblichen 250km/h auf 260km/h verstellen. Fahrgestell, Aluminium-Spaceframe, Lenkung und Bremssysteme blieben unverändert. Seitenschweller, Front- und Heckstoßfänger aus PU wurden ebenfalls im Originalzustand belassen. Die Alpina-Fachleute akzeptierten auch die übrige Gestaltung der geklebten (!) und aufgeschraubten Aluminiumkarosserie. Ihre hohen Radläufe und die betont gestreckte Frontpartie vermitteln eine gelungene Formvollendung. Das 507-typische Instrumentarium und die seitlichen Lufteinlassdekore sind auch bei einem Z8 vorgeschriebene Gestaltungsmerkmale.
Fazit: Ein Z8 im Originalzustand gilt zwar nicht als Unikat, aber dafür als echter Nachfahre des BMW 507.