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Die Marke Citroen gilt als eine der innovativsten Automarken der Welt. Citroen ist zusammen mit Peugeot unter dem Konzerndach PSA vereint und Europas zweitgrößter Automobilhersteller.


1919 ging der erste Citroen, der Typ A, vom Band, und begründete nach amerikanischem Vorbild die Serienfertigung von Automobilen in Europa. Diese Idee holte sich der 1878 in Paris geborene Firmengründer Andre Citroen während eines USA-Aufenthaltes in Detroit im Jahre 1912. Zu diesem Zeitpunkt und noch einmal in 1918 traf er Henry Ford, dessen Methoden der Fließbandarbeit Citroen für seine Werke in Frankreich übernahm. Citroen hatte das Ziel, ähnlich wie Ford, günstige Automobile für die breite Masse zu produzieren.


Die Fabrik Citroen wurde 1905 ursprünglich gegründet, um Zahnräder herzustellen. Diese hatten die Form von zwei Doppelwinkeln, dem heutigen Citroen-Symbol. Auch diese Geschäftsidee kam dem erfindungsreichen Citroen auf einer Reise, nämlich nach Polen im Jahre 1900. Während dem Ersten Weltkrieg diente die Fabrik Citroens der Rüstungsindustrie zur Herstellung von Granaten.


Der Visionär Andre Citroen hat die Automobilindustrie in Europa maßgeblich geprägt. So führt er als Erster das System der Ersatzteile mit einem dichten Händlernetzwerk in Frankreich ein. Zudem wurden die Preise für Reparaturen frankreichweit vereinheitlicht. Auch bot Citroen bald die Möglichkeit, Autos zu mieten oder zu leasen. Weitere Innovationen waren die einjährige Garantie auf Neuwagen, serienmäßige Autoradios, Betriebskindergärten und noch vieles mehr.


Zunächst erreichte Citroen mit seiner Ein-Modell-Politik mit dem Repräsentanten-Modell Typ A sehr gute Wachstumsraten, während Konkurrenten wie Peugeot auf Grund ihrer Produktvielfalt größere Probleme hatten. Citroen wuchs in den Jahren 1919 bis 1929 enorm; die Fläche der Betriebstätten und die Zahl der Mitarbeiter erhöhten sich auf ein Vielfaches. In den Anfangsjahren wurde die Firma hauptsächlich durch Eigenkapital der sehr wohlhabenden Familie Citroen und Bankkredite finanziert. 1924 entschied man sich für den Börsengang, um für die rasante Expansion zusätzliches Kapital von außen zuzuführen.


Um die Produktion effizienter zu machen, war man bei Citroen immer auf der Suche nach neuen Technologien, und wurde erneut in den USA fündig. So wurde etwa die Technik, Ganzstahlkarosserien zu fertigen, eingeführt, die die Methode ablöste, Holzkarosserien mit Blech zu überziehen. Dies brachte einen enormen Fortschritt an Komfort und Sicherheit – Aspekte, mit denen Citroen für seine Autos warb. Zur Einführung dieser Technologie wurden eigens Fachleute aus den USA eingeflogen, die die einheimischen Mitarbeiter in die neue Technik einführten. Auch die Lackierung wurde weiter professionalisiert, indem die Nitro-Spritzlackierung eingeführt wurde; diese war gekennzeichnet durch kurze Trockenzeit und schönen Glanz.


Bald wurden in den frühen 1920er Jahren Tochtergesellschaften in Europa gegründet, etwa in Italien, Spanien, Dänemark und England. Auch Fertigungswerke wurden im Ausland aufgemacht. So rasant sich der Erfolg des französischen Autoherstellers einstellte, so plötzlich kam auch das Ende der Firma unter der Führung von Andre Citroen. Dazu trugen mehrere Faktoren bei: Die Weltwirtschaftskrise war ein wesentlicher Grund. Zum andern brachten die enormen Entwicklungskosten für ein neues Modell namens Traction Avant das Unternehmen ins Schleudern. Die Spielsucht des Firmengründers tat ihr Übriges, so dass im Jahr 1934 Konkurs angemeldet werden musste. Die bankrotte Firma wurde nun von den Brüdern Michelin übernommen. Ein Jahr später starb der Firmengründer Citroen im Alter von nur 57 Jahren.


Nach der Zäsur des Zweiten Weltkrieges trat ab 1948 der legendäre 2CV seinen Siegeszug an. Interessenten mussten mit langjährigen Wartezeiten für dieses Auto, im Volksmund liebevoll "Ente" genannt, rechnen. 1955 löst das Model DS den erfolgreichen Traction Avant ab. Der DS mit dem innovativen hydropneumatischen Federsystem wird zum Verkaufsschlager. Er prägte das typische Design von Citroen-Autos für die nächsten Jahrzehnte.


Im Jahre 1975 ging erneut eine Epoche der eigenständigen Marke Citroen zu Ende, da sie von Peugeot übernommen wurde, um nunmehr unter dem Konsortium PSA Peugeot Citroen zusammen zu wirken. Trotz dieser Übernahme behielt Citroën sein charakteristisches, kantiges Erscheinungsbild und wurde vor allem durch das Modell XM repräsentiert, das von 1989 bis 2000 gebaut wurde.


Seit 2000 punktet Citroen erneut in Sachen Innovation und Design: Modelle wie der C3 oder Pluriel eroberten die Werbeflächen sowie die Straßen Europas und sind vor allem bei Jungen Menschen und Frauen sehr beliebt. Zudem sichert sich die Marke auf Grund technisch raffinierter Karosserien zahlreiche Auszeichnungen als sicherstes Auto.


Citroen ist heute in fast allen Automobilklassen vertreten: vom Kleinwagen über Kompakte, bis hin zur Limousine wie dem C5 oder C6, Vans oder Transporter wie dem Jumper. Auch im Motorsport beteiligt sich Citroen aktiv. 2002 holte sich das Citroen-Team den Sieg des WRC Rallye-WM in Deutschland.


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