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Plymouth Barracuda

In den frühen 1960er Jahren bildete sich ein rasch wachsender Jugendmarkt. Kleinere, sportlichere und preiswerte Autos waren nun gefragt mit der Option, die Autos den eigenen Vorstellungen entsprechend zu personalisieren und zu tunen. Ab dem Jahr 1963 kam man bei Plymouth zu dem Schluss, dass der kompakte Valiant eine perfekte Plattform für ein solches Auto bieten würde, und machte sich an die Arbeit, eine sportliche Karosserie entsprechend der neuen Konsumentenwünsche zu entwerfen.

Der Barracuda Plymouth läutet das Zeitalter der Pony-Cars ein

Der durchschlagende Erfolg des sportlichen zweitürigen Ford Mustang im Jahr 1964 sorgte dafür, dass lange darüber hinweggesehen wurde, dass der Barracuda bereits zwei Wochen vor dem Ford-Modell auf den Markt kam. Die Chrysler Geschäftsleitung wollte das neue Fahrzeug ursprünglich ‘Panda’ nennen, doch der Konstrukteur John Samsen sträubte sich gegen diesen Namen und konnte schließlich den Markennamen ‘Barracuda’ durchsetzen. Eine gute Wahl, denn Konkurrenten wie der Dodge Charger oder der Ford Mustang Fastback, die mit ähnlichen Eigenschaften an den Start gingen, traten mit ihrer Namenswahl ebenfalls sportlich und wenig niedlich auf.

Basierend auf dem kompakten A-Fahrgestell von Chrysler debütierte der Plymouth Barracuda am 1. April 1964. Durch die Verwendung des gleichen hybriden Designansatzes wie bei Ford, wo das Modell Falcon die Grundlage für den Mustang bildete, konnten die Entwicklungs- und Werkzeugkosten sowie die Produktionsdauer für den Barracuda erheblich reduziert werden.

Die nächste Barracuda-Generation erblickte 1967 das Licht der Welt. Sie besaß noch immer das A-Fahrgestell mit 2.692 mm Radstand und diverse Elemente des Valiant - zum Großteil waren die neuen Modelle jedoch komplett überarbeitet worden und glänzten nun mit dem typischen Barracuda-Styling. Eine neue Angebotspalette mit Cabriolets und Hardtop-Modellen inklusive Fließ- oder Stufenheck sollte neue Käufer begeistern.

Die 1970er Jahre - Höhepunkt und plötzliches Ende nach einer Dekade

Zu Beginn des neuen Jahrzehnts hat der Barracuda jegliche Ähnlichkeit mit dem Valiant verloren. Die Modelle waren nun länger, niedriger, breiter und schnittiger als je zuvor - und vor allem konnten jetzt die größten Motoren der Chrysler Corporation in den Fahrzeugen verbaut werden. Die Mechanik war die gleiche wie im neuen Dodge Challenger von Chrysler. 1970 ist der Barracuda definitiv auf dem Zenit angelangt - fast 60.000 Exemplare des neuen Modells wurden bis dahin verkauft.

Wie bei anderen amerikanischen Fahrzeugen der damaligen Zeit gab es auch beim Barracuda einen progressiven Leistungsabfall. Um den immer strenger werdenden Sicherheits- und Abgasvorschriften gerecht zu werden, wurden die Big Block-Motorenoptionen eingestellt. Die übrigen Motoren wurden Jahr für Jahr angepasst, damit die Abgasemissionen reduziert werden konnten - das wirkte sich jedoch auch nachteilig auf die Leistung der Fahrzeuge aus. Mit der Vergrößerung der Stoßfänger nahm auch das Gewicht zu, und ab 1970 wurden die E-Karosserietüren mit schweren Seitenaufprallschutzträgern aus Stahl ausgestattet. Höhere Treibstoffpreise sorgten dafür, dass die Verkäufe von Pony-Cars drastisch zurückgingen. Genau 10 Jahre nach dem Barracuda-Debüt endete die Produktion am 1. April 1974.

Motorisierung des Plymouth Barracuda

Der Basis-Motor des Barracuda war der Chrysler Slant-Six-Motor. Dieser war in zwei Variationen erhältlich: in der Grundausstattung als 2,8-Liter-Modell mit 75 kW Leistung oder auf Wunsch mit 3,7 Litern und 108 kW. Die Leistung des Serienmodells war also zunächst vergleichsweise niedrig. 1965 wurde der 3,7 Liter Motor schließlich zur Serienausstattung, zumindest in den USA. Auch ein Commando-V8-Motor mit 4,5 Litern und Vierfachvergaser wurde zu dieser Zeit eingeführt. Diese ermöglichte nun eine Leistung von 175 kW.

Zwischen 1967 und 1969 wurde das Motorenangebot erneut erweitert. Modelle aus diesen Baujahren besitzen einen 225-slant-6-Motor mit 3,7 Litern in der Basisausführung. Der V8 in der Sonderausstattung reichte vom 4,5-Liter-Motor mit Doppel- oder Vierfachvergaser bis zum seltenen 6,3-Liter-BigBlock.

Ab 1970 gab es zwei Sechszylindermodelle mit 3,2 bzw. 3,7 Litern und stolze sechs verschiedene V8-Motoren. Diese reichten von 5,2 bis 7,2 Liter und verfügten teilweise über einen Vierfachvergaser oder mehrere Doppelvergaser („Six Pack“). Ab 1974 gab es nur noch zwei Motorvarianten mit 5,2 und 5,9 Litern. Die Verdichtung der Motoren wurde Jahr für Jahr reduziert, um den neuen Vorschriften in Bezug auf Sicherheit und Emission gerecht zu werden.

Ausstattung des Plymouth Barracuda

Das erste Modell des Barracuda konnte seine Ähnlichkeit mit dem Plymouth Valiant nicht verleugnen - Radstand, Motorhaube, Scheinwerferblenden, Windschutzscheibe, Lüftungsfenster und Stoßstangen waren deckungsgleich, neu hingegen waren alle übrigen Blechteile und die Fenster. Die größte Anstrengung wurde in die Entwicklung des charakteristischen Panoramafensters im Heckbereich gesteckt: Bei der Zusammenarbeit zwischen Pittsburgh Plate Glass und den Designern von Chrysler handelte es sich zum damaligen Zeitpunkt um das bis dato größte Fenster, das jemals in einem Serienfahrzeug installiert wurde.

Ebenfalls zur Standardausstattung des Barracuda gehörten … Scheibenbremsen und Klimaanlage wurden ab 1965 serienmäßig verbaut. Darüber hinaus war der Barracuda mit verschiedenen Beschriftungssets, unterschiedlichen Motorhauben und in ungewöhnlichen Farben zu haben. Farbbezeichnungen wie Moulin Rouge und Vitamin-C sind bei ihm keine Seltenheit.

Deluxe-Modelle

Neben der Serienausstattung sind nach wie vor auch einige besser ausgestattete Deluxe-Modelle erhältlich. Diese fallen besonders durch die flossenförmigen Blinkleuchten auf, die auf den Kotflügeln montiert sind. Auch die Stoßfänger sind bei diesen Modellen größer. Auf Wunsch war der Barracuda auch mit Mittelkonsole erhältlich.

Formula-S-Paket

Eine Sonderversion des Barracuda erhielt das sogenannte Formula-S-Paket, das neben dem Commando-V8-Motor auch größere Räder mit stärkerer Radaufhängung erhielt. Äußerlich wurde das Modell mit Emblemen verziert. Erstmals erhielt der Barracuda auch einen Drehzahlmesser.

Fazit

Lange stand der Plymouth Barracuda im Schatten seines ewigen Rivalen Ford Mustang. Heute zählen die Modelle dieser Baureihe zu den begehrtesten Autos aus der legendären Ära der Muscle- und Pony-Cars.