Der F1 von McLaren im Preis- und Konkurrenzvergleich
Umgerechnet gut 750.000 Euro müssen Kunden im Jahr 1992 für einen neuen F1 bezahlen. Für Gebrauchtwagen überweisen Sammler von McLaren Youngtimern später Preise von einer Million Euro und mehr. Konkurrenz bekommt der Supersportwagen der Briten von Modellen wie Porsche Carrera GT, Lamborghini Diablo, Bugatti Veyron, Pagani Huayra, Lotus Elise GT1 oder Ferrari F40 und Koenigsegg Agera.
Optische Besonderheiten des F1 von McLaren
Ein aus Karbonkunststoff hergestelltes Monocoque-Chassis, der Einsatz von Edelmetallen wie Titanium oder Gold etwa für Abgasanlage oder Motorraumauskleidung, was sich nach Luxusanspruch anhört, dient bei McLarens Premierenmodell F1 einem praktischen Konstruktionsziel: Mit hoch belastbaren und zugleich leichten Materialien soll das Gewicht der gut 4,30 m langen und 1,82 m breiten Coupés auf knapp 1,14 t begrenzt werden. Dazu bauen die Briten einige Besonderheiten mit ein, die Innenraum und Außenoptik des F1 prägen. Was hier die charakteristischen Merkmale sind, zeigt der folgende Überblick:
- Innenausstattung als 3-Sitzer mit zentral angeordnetem Fahrerplatz und leicht nach hinten versetzen Beifahrersitzen links wie rechts.
- Nach oben öffnende Schmetterlingstüren.
- Im Kanzelstil gestaltete Fahrgastzelle mit weit in den Frontbau reichender Windschutzscheibe und zentraler Lufthutze im Dach.
- Separat zu öffnende Staufächer links und rechts in der Seitenkarosserie zwischen Türen und hinterem Kotflügel.
Technisches Profil und Serienausstattung des F1 von McLaren
Hinter den Sitzen platzierter Mittelmotor aus der BMW-Konstruktionsabteilung, Ventilatoren an Unterboden und Bremsen zur Erhöhung von Anpressdruck und Kühlung der Bremsanlage, so richtet McLaren die Technik des F1 für Höchstleistungen ein und stellt damit am Ende Geschwindigkeitsrekorde für Serienfahrzeuge mit Saugmotor auf. Dazu gibt es die Komfortausstattung von Sportwagen der Luxusklasse serienmäßig. Das kennzeichnet die F1 Coupés beim Marktstart 1992:
- V12-Motor mit 461 kW (627 PS) kombiniert mit manuellem 6-Gang-Getriebe.
- Spurtzeit von 0 auf 100 km/h in gut 3,4 s.
- Mehr als 370 km/h Höchstgeschwindigkeit.
- Serienmäßig Klimaanlage, Lederbezüge, elektrische Fensterheber, beheizbare Scheiben, Zentralverriegelung und Audiosystem mit CD-Wechsler.
- Sitz-, Lenkrad- und Pedalposition kundenspezifisch ab Werk angepasst.
- Für Seitenfächer und Frontstaufach gefertigte Gepäckstücke im Umfang der Serienausstattung.
Diese F1-Varianten legt McLaren auf
Bei McLaren werden zusätzlich zu den gut 64 Mal gefertigten Standard-F1 auch noch leistungsgesteigerte Varianten der Coupés für den Rennsport- und Straßeneinsatz gebaut. Diese Versionen legen die Briten bis zum Auslaufen der Baureihe 1998 in Einzelexemplaren auf:
- F1 LM Le Mans 1995 in einer Auflage von sechs Fahrzeugen mit Gewichtsreduzierung auf knapp 1000 kg und V12-Motor mit 507 kW (689 PS).
- F1 GTR Rennversion ab 1995 in einer Auflage von 28 Exemplaren mit bis zu 447 kW (608 PS).
- F1 GT Straßenversion 1997 in einer Auflage von drei Exemplaren.
Diese Zielgruppen spricht McLaren mit dem F1 an
McLaren zeigt mit dem von BMW konstruierten V12-Saugmotor, dass sich bei gewichtssparender und aerodynamisch durchdachter Konstruktion auch ohne Hilfe des Turboschubs Geschwindigkeitsrekorde einfahren lassen. Das gefällt Technikpuristen, die im F1 von McLaren allerdings nicht auf Komfort verzichten müssen und als Bonus auf einem von Beifahrersitzen flankierten zentralen Pilotensitz Platz nehmen können. So werden die britischen Supersportwagen zur Alternative für Sportcoupés mit klassischem Raumkonzept. Wer den F1 als Gebrauchtwagen kaufen will, der sollte allerdings vorher bei einer Probefahrt klären, ob er mit der Position von Sitz, Lenkrad und Pedalen zurechtkommt. Denn die hat McLaren bei den Neuwagen auf den Erstkäufer zugeschnitten, ohne Möglichkeiten zur Nachjustierung vorzusehen. Das spart zwar Gewicht, kann sich bei einem F1 Gebrauchtwagen allerdings als unpraktisch erweisen.