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Koenigsegg Jesko

Schwedischer Rekordjäger für Millionäre

Mit weltweit 125 Exemplaren zählt des Jesko des schwedischen Herstellers Koenigsegg schon zu den Großproduktionen der Marke. Aus dem Werk in Ängelholm kommen seit dem Jahr 2000 nur Supersportwagen in Kleinstanzahl – ein Modell schneller und aerodynamischer als das andere. Auch der Koenigsegg Jesko stellt wieder einen neuen Geschwindigkeits-rekord auf und erreicht 480 km/h Spitzentempo. Damit löst er seinen Vorgänger Koenigsegg Agera RS als schnellstes Serienauto der Welt ab. Weiterlesen

Koenigsegg CC – Das erste Serienfahrzeug der Adelsfamilie

Wie kann ein Auto noch schneller werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die schwäbische Adelsfamilie von Königsegg in ihrer schwedischen Sportwagenmanufaktur. 1994 gründete Christian von Königsegg die Koenigsegg Automotive AB in Ängelholm. Sein Ziel war es, ein Auto zu entwerfen, das schneller als der McLaren F1 ist. Der britische Sportwagen brachte es zu dieser Zeit auf 370 km/h Höchstgeschwindigkeit und erhielt im Jahr 2000 als stärks-ter Serienwagen der Welt einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Gleichzeitig war er auch das teuerste serienmä-ßig gefertigte Auto der Welt. Parallel dazu präsentierte Koenigsegg sein erstes Serienfahrzeug auf dem Pariser Autosa-lon 2000: den Koenigsegg CC. In den Jahren 2002 und 2003 wurden sechs Fahrzeuge davon gebaut, bevor das Modell eine stufenartige Optimierung erlebte. So konnte der Koenigsegg CC seine Leistung von 2002 bis 2010 von anfänglich 390 km/h Höchstgeschwindigkeit aus einem 4,7-Liter-Achtzylinder-Benzinmotor mit 482 kW (655 PS) auf über 400 km/h Spitzengeschwindigkeit aus einem 4,8-Liter-Achtzylinder-Motor mit 759 kW (1.032 PS) steigern. Während die erste Version in 3,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, schafft das letzte CC-Modell den Sprint in 2,9 Sekunden. Insgesamt sind rund 70 Koenigsegg CC in verschiedenen Ausführungen entstanden, bevor der Supersportwagen im Jahr 2010 vom Koenigsegg Agera abgelöst wurde.

Koenigsegg Agera – Immer schneller, immer leichter

Das zweite Modell des adeligen Sportwagenherstellers folgte der gleichen Philosophie wie der CC: möglichst viel Leis-tung, möglichst wenig Gewicht und möglichst hochwertige Verarbeitung. Der Agera wurde von 2010 bis 2018 produziert – insgesamt sind 53 Modelle entstanden. Während dieser Zeit wurde der Supersportwagen wieder stufenweise opti-miert und erhielt verschiedene Bezeichnungen: R (2011–2014), S (2012–2014) und RS (2015–2018). Offiziell gibt es nur fünf verschiedene Varianten des Fahrzeugs, doch gegen Aufpreis konnten die Kunden ihren Fahrzeugen individuelle Namen geben. Deshalb ist die Liste der Agera-Bezeichnungen sehr lang. Technisch gesehen basiert das Auto auf der letzten CC-Generation, allerdings mit neuer Karosserie, neuem Interieur und neuem Motor. Aus einem 5,0-Liter-Achtzylinder-Benzinmotor kommen 670 kW (910 PS) Leistung, wobei die Power bis 2018 beim Koenigsegg Agera RS auf 865 kW (1.175 PS) gesteigert werden konnte. Der Name bedeutet im Schwedischen so etwas wie “handeln” oder “etwas tun”, ähnlich dem “Agieren” in der deutschen Sprache. Neben den beiden bekanntesten Baureihen hat der Hersteller aus Schweden weitere Varianten produziert und andere Wege ausprobiert. So erschien 2015 ein Sportwagen als Plug-in-Hybrid mit 1.110 kW (1.509 PS) Gesamtleistung und 410 km/h Höchstgeschwindigkeit namens Koenigsegg Regera (von “regenerieren”), von dem 80 Modelle hergestellt werden. 2014 und 2015 wurden zudem sechs Exemplare des Ko-enigsegg One:1 produziert, der als Schwesternmodell zum Koenigsegg Agera R bei 1.360 kg Gewicht 1.360 PS Leistung auf die Straße bringt. Von dem 1:1-Verhältnis aus Masse und Tempo leitet sich auch der Name ab.

Koenigsegg Jesko – Abtriebsstärker denn je

Auf dem Genfer Auto-Salon im März 2019 präsentierte der Hersteller aus Schweden seinen neuen Supersportwagen: den Koenigsegg Jesko. Bis zur Premiere hieß der Wagen noch Ragnarok. Damit wollte Christian seinen Vater Jesko in die Irre führen, der seinen damals 22-jährigen Sohn von Anfang an bei seinem Traum von einer Sportwagenmanufaktur unterstützte. Ihm zu Ehren taufte Christian das neue Auto auf den Namen Jesko. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger soll der neue Jesko weltweit zum Einsatz kommen, deshalb sind davon auch 125 Fahrzeuge geplant. Bis zum Ende des Auto-Salons waren bereits alle Exemplare für jeweils 2,8 Millionen Euro verkauft. Die Produktion startet voraussichtlich Ende 2020, ab dann wird pro Woche ca. ein Jesko gefertigt. Der Jesko löst wiederum den Agera RS als schnellstes Serienauto der Welt und schnellsten Koenigsegg ab. Mit einem weiterentwickelten 5,0-Liter-Achtzylinder-Benzinmotor schafft der neue Koenigsegg Jesko 941 kW (1.279 PS) Leistung mit normalem Benzin und 1.176 kW (1.599 PS) mit E85-Biokraftstoff. Damit ist eine Spitzengeschwindigkeit von über 480 km/h möglich. Um den Wagen bei solch hohen Geschwindigkeiten noch präzise steuern zu können, hat der Hersteller vor allem den Abtrieb verstärkt. 1.400 kg Abtrieb drücken den Wa-gen bei Spitzentempo auf den Asphalt. Allerdings wiegt das Auto auch 1.420 kg – an der Decke fahren ist damit also lei-der nicht möglich. Im Vergleich zu seinen Vorgängern hat der Jesko 40 Prozent mehr Abtrieb als der Agera RS und 30 Prozent mehr als der One:1 – dem bisher abtriebsstärksten Modell der Marke.

Freie Gangwahl mit dem Multikupplungsgetriebe

Für den hohen Abtrieb ist vor allem der gewaltige Heckflügel verantwortlich. Die Karosserie besteht wie bei allen Ko-enigsegg-Fahrzeugen aus Kohlefaser-Monocoque, allerdings ist das Fahrzeug 40 Millimeter länger und 22 Millimeter breiter als sein Vorgänger. Dadurch sollen die Insassen etwas mehr Platz haben, was den Komfort steigert. Die neuent-wickelten Flügeltüren bieten auch mehr Platz beim Einsteigen. Es sind die Details, die den Jesko von seinem Vorgänger unterscheiden. Erstaunlich ist die innovative Getriebekonstruktion, die komplett in Eigenregie entstanden ist und 90 kg weniger auf die Waage bringt als das Getriebe des Konkurrenten Bugatti Chiron. Das Neun-gang-Multikupplungsgetriebe ermöglicht eine freie Gangwahl, sodass das stufenweise Schalten entfällt. Neu ist beim Koenigsegg Jesko ebenfalls die adaptive Hinterradlenkung, die den Lenkwinkel an Radgeschwindigkeit, Motordrehzahl und Beschleunigung anpasst. Während beim Agera das Triplex-Dämpfersystem nur für die Hinterachse zur Verfügung steht, sind beim Jesko beide Achsen damit gefedert. Traditionell kommen hier Öhlins-Dämpfer mit aktiven Justierungen zum Einsatz, um die Fahrhöhe auch bei Höchstgeschwindigkeit stabil zu halten.

Im Supersportwagen sicher & luxuriös unterwegs

Innen ist der Supersportwagen mit allen komfortablen Annehmlichkeiten ausgestattet, die man für 2,8 Millionen Euro erwarten kann. Bei diesen hohen Geschwindigkeiten kommt auch das Thema Sicherheit nicht zu kurz: mit vier intelligen-ten Airbags, Rückfahrkamera, Sicherheitszelle mit integrierter Knautschzone, digitalen Warn- und Informationssyste-men sowie Sport-ABS und Carbon-Keramikbremsen.

Luxus-Ausstattung eines Koenigsegg Jesko (Auswahl):

  • Infotainmentsystem mit Apple CarPlay
  • Einparkhilfe mit "Bird's Eye View"-Monitor
  • Drahtlose Software-Updates aus der Cloud
  • Induktives Laden für Smartphones
  • 5-Zoll-Instrumenten-Touchscreen mit haptischem Feedback am Lenkrad

Der Kampf um das schnellste Serienfahrzeug

Wer knackt den Geschwindigkeitsrekord bei den Serienfahrzeugen? Um diese Fragen streiten sich die Supersportwagen der Luxusklasse. Mit im Rennen ist der Bugatti Chiron, der mit 1.103 kW Leistung eine theoretische Höchstgeschwindig-keit von 485 km/h erreicht und in 2,5 Sekunden auf 100 km/h sprintet. Damit wäre der Bugatti auf dem ersten Platz. Allerdings ist seine Geschwindigkeit bei 420 km/h abgeregelt, sodass er inzwischen nicht mal mehr unter den Top 5 ist. Koenigsegg fährt mit seinen Autos regelmäßig an die Spitze vor und streitet sich unter anderem mit dem Hennessey Venom F5 um den ersten Platz. Der Venom F5 schafft tatsächlich die 485 km/h Topspeed, dagegen muss sogar der Jesko mit knapp über 480 km/h auf den zweiten Platz zurückstecken. Allerdings hat die Marke schon den nächsten Genie-streich in Planung: Im März 2020 wurde der Jesko Absolut vorgestellt. Das Fahrzeug ist nochmals aerodynamisch opti-miert und hat einen Luftwiderstand mit einem cW-Wert von 0,278. Mit diesem Auto will der Familienbetrieb die 500-km/h-Grenze knacken. Danach wird die Marke kein schnelleres Auto mehr bauen.

Fazit

Mit jedem Modell aus der Sportwagenmanufaktur werden neue Rekorde aufgestellt. Die PS-Zahlen, Preise und Innova-tionen liegen inzwischen fernab jeder Vorstellung des Ottonormalverbrauchers. In diese permanente Steigerung reiht sich auch der neue Koenigsegg Jesko ein. Für 2,8 Millionen Euro für einen Neuwagen bekommt man ein absolutes Luxus-paket und einen auf Tempo getrimmten Supersportwagen, dessen Leistung man wahrscheinlich nie vollends ausschöp-fen kann. Doch theoretisch ist er 480 km/h schnell – und damit ein weiteres Markenzeichen aus dem renommierten Adelshaus.