Test VW ID.7 GTX Tourer (2025): Besser wird es erst einmal nicht

Der VW ID.7 GTX Tourer auf einen Blick
- Leistung: 340 PS, Allradantrieb, 0–100 km/h in 5,5 s
- Reichweite: real 400 km (netto 86 kWh Batterie, 20 kWh/100 km)
- Ladeleistung: bis zu 200 kW DC (10–80 % in 26 Minuten)
- Innenraum: Hochwertig verarbeitet, viel Platz, 605–1.714 l Kofferraum
- Positionierung: Komfortabler Langstreckenkombi fast auf Phaeton-Niveau

Ein gutes Gesamtpaket?
Man darf sich ja durchaus seine Gedanken über die deutsche Autoindustrie machen: hier immer höhere Neuwagenpreise, dort Werksschließungen und dann auch noch das leidige Thema Elektromobilität. „Verschlafen hätten sie alles“, hört man gern. Auch China ist medial immer noch im Aufwind, wird uns allerorts noch einmal kräftig überrumpeln. Nun, die BYDs im fernen Osten haben ihre ganz eigenen Probleme. Die Häfen stehen voll von Autos, die keiner will. Ist das deutsche Geschäftsmodell am Ende vielleicht doch das nachhaltigere?
Ein langes Vorwort zu einem Autotest, aber ein wenig über den Tellerrand blicken wir ja auch. Und dieser Blick kann nicht schaden - besonders wenn man sich dem Volkswagen ID.7 GTX Tourer 4Motion widmet. Er ist schließlich die derzeitige Speerspitze im elektrischen Modellprogramm der Wolfsburger. Und: Besser wird es wohl erst einmal nicht werden, wenn es um Alltagstauglichkeit, Freude am Fahren (sorry, BMW) und Qualität geht. Da hat man ab 64.065 Euro schon ein ziemlich gutes Gesamtpaket auf die Räder gestellt.

Kaum Zugangshürden: Ein Volkswagen ist ein Volkswagen, bleibt ein Volkswagen
Nun trieft der 250 kW / 340 PS starke Allrad-GTX sicher nicht vor Superlativen, hat keine Monsterbatterie, kann keine 800-Volt-Technik vorweisen und ist damit auch an der Ladesäule sicherlich kein Rekordhalter. Doch was er kann, ist, die Elektromobilität auf ein insgesamt sehr harmonisches, sehr nutzbares Level heben. Es geht damit los, dass keine Zugangshürden bestehen. Ein Volkswagen ist ein Volkswagen, bleibt ein Volkswagen. Alles im 4,96 Meter langen Elektro-Kombi ist bekannt, bekommt man so von Golf bis Tayron einheitlich serviert. Das kann der eine oder andere nun öd finden, ist ergonomisch aber kaum zu toppen.
Besonders seit das Software-Chaos bei der VW-Tochter Cariad SE ein wenig übersichtlicher geworden ist, zählt der Modulare-Infotainment-Baukasten (MIB) zum Besten, was es derzeit auf dem Markt zu kaufen gibt. Die Erkenntnis, dass echte Tasten am Lenkrad eine feine Sache sind, hat sich bei Volkswagen ebenfalls durchgesetzt - der ID.7 wird allerdings erst später davon profitieren.

Herrje, Audi: Wenn Volkswagen in einer besseren Liga kickt
Weiter geht es mit der generellen Fahrzeugqualität. Herrje, Audi, möchte man beim Einsteigen in den ID.7 GTX rufen. Wie weit ist es gekommen, wenn der klassische Volkswagen im Cockpit nicht nur eine Liga besser spielt. Hier und da gibt es sicherlich noch Raum für Verbesserungen (die Auflösung der Rückfahrkamera ist ein Graus), aber wenn der ID.7 in der 2. Bundesliga um den Aufstieg kickt, reicht es beim A6 e-tron bestenfalls für die Regionalliga. Ganz gleich wie viel moderner 800-Volt-Krams da nun drinsteckt.
Nicht nur in Reihe eins gibt es bequemes (aber optionales) ergoComfort-Gestühl, selbst hinten ist reichlich Platz vorhanden und die Sitze langstreckentauglich. Da ist mehr Platz als in der Businessclass von Lufthansa. Und noch viel wichtiger: softtouchige Kunststoffbezüge in den Türen und sogar gefilzte Türtaschen werden feilgeboten.

Beim Fahren wandelt der ID.7 GTX zwischen Passat und Phaeton
Geht es ans Fahren, muss der Einwand vorgeschoben werden, dass die neuen, rein elektrischen GTX-Modelle eher nicht so viel mit den bisherigen GTI-Varianten zu tun haben.
Weder hat der ID.7 GTX Tourer eine nackenmuskulaturstrapazierende Längsbeschleunigung (null auf 100 km/h in 5,5 s), noch ist er ein Kurvenskalpell. Aber die Ansprüche liegen ganz woanders. Irgendwo zwischen Passat und, Piëch habe ihn selig, Phaeton, hätten sie dem 2,4 Tonnen schweren Kombi noch ein „Gran“ in den Namen schmuggeln können. Denn für die lange Reise ist dieser Gran Tourer gedacht, verwöhnt die Insassen dank dem optionalen DCC-Pro-Fahrwerk mit bestem Fahrkomfort, ist leise und ausreichend potent. Einzig die Höchstgeschwindigkeit ist derlei etwas mau.
Ja, die ewige Diskussion ums Tempolimit: ein deutsches Problem, so hören wir immer wieder. Aber ob der VW ID.7 GTX nun 180 oder 210 hätte laufen dürfen, wäre auch schon egal gewesen. Wohl hat Audi hier die Hand gehoben, sonst würde den A6 e-tron gleich gar keiner mehr kaufen leasen. Der elektrischen Reichweite ist das gesetzte Limit ebenfalls zuträglich. Wer es bei 120 bis 140 km/h belässt, wird bei sommerlichen Bedingungen einen Reiseverbrauch um die 20 kWh auf 100 Kilometer erfahren. Das reicht bei der netto 86 kWh großen Batterie für rund 400 Kilometer - sofern der Akku im seltenen Fall mit 100 Prozent geladen ist.

400 Kilometer Real-Reichweite und kurze Ladestopps
An der geeigneten DC-Ladesäule pumpt der Volkswagen mit reproduzierbaren 195 kW (10 bis 80 Prozent laut Hersteller in 26 Minuten) Strom in den Speicher - für ein 400-Volt-System weiterhin sehr vorzeigbar. Ganz galant: Da die Ladeklappe nach oben öffnet, sifft es dir bei Regen oder Schnee nicht den Anschluss voll.

Fazit
Wer den VW ID.7 GTX Tourer länger auf sich wirken lässt, bekommt nicht den Eindruck, hierzulande hätte irgendwer bei der Elektromobilität etwas verschlafen. Die Wolfsburger haben mit diesem Kombi ein ziemlich rundes Gesamtpaket im Programm, das nicht nur gut fährt und solide verarbeitet ist, sondern mit 605 bis 1.714 Litern Kofferraumvolumen auch anständig was zuladen kann. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)
Technische Daten
| Modell | VW ID.7 GTX Tourer (2025) |
|---|---|
| Motor | Permanenterregte Synchronmaschine (PSM) + Asynchronmaschine |
| Systemleistung | 250 kW / 340 PS |
| Systemdrehmoment | 679 Nm |
| Antrieb | Allradantrieb (4MOTION), 1-Gang-Reduktionsgetriebe |
| Batterie (Netto) | 86 kWh Lithium-Ionen |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 16,6–18,8 kWh/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert (WLTP) | 0 g/km |
| CO₂-Klasse | A |
| Reichweite (WLTP) | 516–584 km |
| Ladeleistung | 11 kW AC / 200 kW DC |
| Ladedauer (DC) | 10–80 % in ca. 26 Minuten |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 5,5 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Abmessungen (L/B/H) | 4,961 m / 1,862 m / 1,551 m |
| Radstand | 2,971 m |
| Kofferraumvolumen | 605 – 1.714 l |
| Leergewicht | ca. 2.339 kg |
| Grundpreis (Deutschland) | ab 64.065 Euro |
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