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Iso Rivolta Fidia

In Bresso, einer Vorstadt von Mailand, war Anfang der 1960er Jahre ein Brennpunkt der Automobiltechnik. Dort war der Sitz der Produktionsstätte eines ambitionierten Sportwagen-Spezialisten. Ursprünglich wurden bei Iso Rivolta Kühlanlagen und Kleinstwagen wie die Isetta - in Deutschland unter Lizenz bei BMW gefertigt und als BMW Isetta auch nach Österreich exportiert - entwickelt und gebaut.

Der Iso Rivolta Fidia kommt zur falschen Zeit

1962 kam dann ein Gran Turismo Coupé hinzu, der Iso Rivolta 300, und fand auch gleich seine Kunden.Bei Maserati in Modena entstand ungefähr zu gleicher Zeit eine viertürige Sportlimousine, der Quadroporte I, die zu ihrer Zeit mit einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h schnellste Limousine der Welt. Das stachelte Piero Rivolta, den Sohn des verstorbenen Firmengründers Renzo Rivolta, an. So machte man sich in Bresso an die Konstruktion, wobei man schon auf zahlreiche Baugruppen des Gran Turismo Iso Rivolta 300 zurückgreifen konnte.

Eine Namensanleihe in der Antike

Die neue Limousine bekam die Technik vom Iso Rivolta 300 und eine elegant gestaltete Karosserie von Giorgetto Giugiaro, der für die Carrozzeria Ghia arbeitete. Das neue Auto hieß zuerst Iso Rivolta S4, nach zwei Jahren wurde es dann unter dem Markennamen Iso Rivolta Fidia angeboten. Der neue Name sollte an einen griechischen Baumeister, an Phidias, erinnern. Präsentiert wurde der Iso Fidia dann auch in Athen.Im Wesentlichen behielt der Iso Rivolta Fidia die Technik des Sportcoupés bei: großvolumige Motoren (5,7 Liter Hubraum, 355 PS Leistung, V-Motor von General Motors) und wahlweise Automatik-Getriebe ebenfalls von GM oder ein 5-Gang-Schaltgetriebe von ZF. Ab dem Baujahr 1973 wurden dann Motoren von Ford eingesetzt, auch variierten die Getriebe- und die Automatikgetriebe entsprechend den Kundenwünschen.

Die amerikanische Fahrzeugtechnik überzeugt nur wenige Kunden

Die großvolumigen Motoren und die Automatikgetriebe überzeugen nicht genügend Kunden. Deshalb wurde der Iso Rivolta Fidia kein Erfolg. 1974 endete die Produktion. Bis dahin wurden insgesamt 194 Iso Rivolta Fidia gebaut. Unter den Kunden befanden sich viele Prominente - einen Fidia leisteten sich zum Beispiel James Last oder John Lennon.Die Produktionseinstellung war nicht nur das Ende dieser Limousine. Iso Rivolta wurde verkauft, ging aber noch im selben Jahr in Konkurs. Beim Konkurrenten in Modena lief es besser. Maserati ist heute noch ein vitaler Anbieter von Luxus-Fahrzeugen.