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Bedford Blitz

Wechselseitige Beteiligungen, Kooperationen bei der Modellentwicklung, spektakuläre Fusionen oder still vorbereitete Übernahmen gehörten seit den Anfängen des Automobilbaus zur Geschichte dieses Industriezweigs. Wie der Fall Chrysler zeigte, war es sogar nicht ausgeschlossen, dass Zusammenschlüsse zweier Hersteller auch wieder rückgängig gemacht wurden, bevor dann wieder ein neuer Partner bereitstand.

In vielen Ländern tritt der Bedford Van unter dem Etikett des Opel Blitz auf

Viele Automarken verschwanden im Zuge dieser Entwicklungen; manche tauchten Jahre später unter neuen Eigentümern wieder auf. In den USA begann die Marktkonzentration bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Besonderheit dabei: Die großen Konzerne heutigen Zuschnitts versammelten historische Marken unter einem Dach und versuchten über ihre Modellpolitik, für jede Marke ein eigenständiges Profil zu erhalten. Unternehmen wie General Motors (GM) nutzten zudem sich bietende Chancen, um diese Strategie auch in Europa umzusetzen. Im Laufe der Jahrzehnte konnte GM auf diese Weise Traditionsmarken wie Opel in Deutschland oder Vauxhall und Bedford in Großbritannien übernehmen. Die saubere Abgrenzung funktionierte dabei allerdings nicht immer. Im Gegenteil vermischten sich in einem Fall sogar die Embleme und Typenschriftzüge unterschiedlicher Marken, die plötzlich auf ein und demselben Fahrzeug zu sehen waren. Ein solches Beispiel war der Bedford Blitz Kleintransporter, den GM auf dem europäischen Festland mit einem deutsch-britischen Etikett versah.

Mit dem Kleintransporter Bedford Blitz vereint GM in Europa zwei Traditionen

Die Bezeichnung Bedford Blitz griff dabei auf zwei unabhängige Traditionen von diesseits und jenseits des Ärmelkanals zurück. Bedford stand seit den 1930er Jahren für eine Nutzfahrzeugmarke des britischen Herstellers Vauxhall. In derselben Epoche brachte der bereits seit 1929 zu GM gehörende deutsche Automobilproduzent Opel die erste Generation seiner Lkw-Baureihe Blitz auf den Markt, für die unterschiedliche Bauformen realisiert wurden. Bis in die 1950er Jahre hinein gehörte der Opel Blitz in seiner Klasse zu den Bestsellern des Herstellers. Aufgrund der in den Folgejahren sinkenden Absatzzahlen entschied der GM-Konzern jedoch Mitte der 70er Jahre, die Fertigung von Nutzfahrzeugen der Rüsselsheimer Marke einzustellen. Stattdessen sollte nun Bedford in Europa allein für diese Sparte zuständig sein. Denn mit dem Modell der Baureihe CF hatten die Briten ein Fahrzeug moderneren Zuschnitts im Programm, das in der Klasse der Kleintransporter auf dem Heimatmarkt bereits sehr erfolgreich war. Auf den gut eingeführten Namen Blitz wollte GM in Deutschland und anderen Märkten des europäischen Festlands jedoch nicht verzichten. Aus diesem Grund kombinierten die Marktstrategen einfach die Bezeichnungen und brachten den Kleintransporter mit dem Opel Logo und dem Schriftzug Bedford Blitz in den Handel.

Als Gebrauchter ist der Bedford Blitz vor allem als Kastenwagen und Kombi zu finden

Über das Vertriebsnetz von Opel war der in Großbritannien in zwei Generationen gefertigte Kleintransporter Bedford Blitz ab dem Jahr 1973 in Deutschland zu haben und blieb bis zur zweiten Hälfte der Achtzigerjahre dort im Programm. Gebaut wurde das Modell in unterschiedlichen Gewichtsklassen von 2,3 Tonnen bis 3,5 Tonnen, die für 0,7 Tonnen bis 1,75 Tonnen Nutzlast ausgelegt waren. Während der Bedford CF in Großbritannien auch als Pritschenwagen und Fahrgestell für individuelle Aufbauten hohe Auflagen erreichte, kamen die mit dem Opel-Blitz Logo versehenen Versionen häufiger als Kastenwagen mit zwei Sitzplätzen und durchgehendem Laderaum oder als Kombi mit Rücksitzbank nach Deutschland. Entsprechend entwickelte sich dort später das Angebot auf dem Markt für Gebrauchtwagen, wo in erster Linie die Kastenwagen und Kombis zu finden waren. Auf seinem Heimatmarkt lieferte der Bedford außerdem die Basis für Verkaufswagen. Darüber hinaus entstanden auf seinem Chassis aufbauende Wohnmobile oder Versionen mit Campingausstattung, die Bedford in Großbritannien unter der Bezeichnung Dormobile vermarktete.

Die erste Generation des Bedford Blitz als Modell der Baureihe CF1

Die offizielle Baureihenbezeichnung des Blitz lautete beim britischen Hersteller Bedford CF1. Diese Generation des Kleintransporters kam mit dem Opel-Emblem versehen in den Jahren von 1973 bis 1980 in Deutschland zu den Händlern. Im Jahr 1980 erhielt der zuvor mit rundlichem Vorderbau konstruierte Kurzhauber eine umfassende Modellpflege, mit der die Konstrukteure die Bedford Blitz Lieferwagen und Kombis dem Stil amerikanischer GM-Vans anglichen. Mit dem Jahr 1984 überarbeitete Bedford die Technik des Kleintransporters und leitete damit die zweite Bauphase der CF2 genannten Modellgeneration ein. Veränderungen gab es vor allem hinsichtlich der Motorisierung, für die nun verstärkt Maschinen von Opel genutzt wurden.

Im Jahr 1977 kommen die ersten Opel-Diesel im Bedford Blitz zum Einsatz

Während in den aktuellen Kleintransporter-Baureihen der Hersteller die sparsameren Selbstzünder dominierten, lief der Bedford Blitz in den ersten Jahren vielfach mit Benzinaggregaten ausgestattet vom Band. Bedford verbaute vom Mutterhaus Vauxhall zugelieferte Maschinen mit 1,8 und 2,3 Liter Hubraum. Zudem orderte Bedford für die Baureihe vom Motorenbauer Perkins Diesel in den Hubraumgrößen von 2,1 und 2,5 Litern. Im Jahr 1977 übernahm Opel den Part eines Zulieferers und stellte einen moderneren Selbstzünder mit 2,1 Liter Hubraum aus eigener Fertigung für den Blitz zur Verfügung, dem 1980 eine neue Dieselgeneration mit 2,0 und 2,3 Litern nachfolgte. Ab 1984 kamen dann auch die Benzinmotoren des Bedford Blitz von der deutschen GM-Tochter.