Im vollkommen leeren Zustand wiegt das Auto zwischen 1060 und 1330 kg. Sein Radstand beträgt 2510 mm. Bei seinem Vorgänger handelt es sich um den Alfa Romeo Giulietta (Typ 116). Als Nachfolgemodell gilt der Alfa Romeo 155. Von Mai 1985 bis Juni 1992 wurden insgesamt 14 verschiedene Motorenmodelle offeriert, teilweise mit Vergaser, teilweise mit IE-Einspritzung. Hinzu kamen zwei unterschiedliche Dieselmotoren, welche jedoch lediglich in den USA angeboten wurden.
Der 162B als Geburtstagsgeschenk
Die Bezeichnung Alfa Romeo 75 nimmt Bezug auf das 75-jährige Jubiläum, welches die Marke Alfa Romeo im Jahre 1985 zu feiern hatte. Intern wurde der Wagen als 162B bezeichnet. Viele Alfisti bezeichnen den Alfa Romeo 75 als "letzten echten Alfa". 1986 wurde Alfa Romeo von Fiat übernommen. Somit handelt es sich bei dem Wagen um den letzten Alfa, welcher die charakteristische Transaxle-Technik und einen Heckantrieb aufwies. Obwohl der Alfa Romeo 164 ebenfalls noch zu Alfa-Zeiten in der Planung war, weist er dennoch markenuntypische Konstruktionselemente wie beispielsweise einen Frontantrieb auf.
Der Alfa Romeo 75: mit einer Weltneuheit ausgestattet
Wie bei seinem Vorgänger, der Alfa Romeo Giulietta, weist der Alfa Romeo 75 eine Transaxle-Technik auf. Sprich: Während das Getriebe an der Hinterachse angebracht ist, besitzt der Wagen einen Frontmotor. Der verbaute Querstrommotor mit rechtem Einlass und linkem Auslass wurde längs verbaut. Die Mittelklasse-Limousine wurde mit Vier- und Sechszylinder-Motoren, teilweise sogar mit Vierzylinder-Turbomotoren, ausgestattet. Zudem weist sie eine De-Dion-Achse auf. Die Gewichtsverteilung von 50 % auf der Vorder- und 50 % auf der Hinterachse ist vollkommen ausgeglichen, was sich bei schlechten Wetterbedingungen durchweg auszahlt. Durch die Twin Spark Motorisierung kam auch der Phasenwandler wieder zum Einsatz. Dieser wurde erstmals in der Alfa Romeo Alfetta 2.0 i. e. mit elektronischer Benzineinspritzung verwendet und sorgte damals für eine Weltneuheit.
Ein Design für den TV-Serien-Auftritt
Die Fahrgastzelle des Alfa Romeo 75s ist mit der der Alfa Romeo Giulietta gemein. Auch die Türausschnitte und die Fenstereinfassungen entsprachen denen des Vorgängers. Selbst die Türbleche wurden vollkommen übernommen. Lediglich unterhalb der Fenster brachte man zusätzliche Kunststoffleisten an. Der markante Knick, welcher für das Modell typisch war, entstand durch die Kunststoffleisten, die bis zum Kofferraumabschluss reichten, jedoch im Bereich der C-Säule den Winkel änderten. Rechts hinten unter dem Wagenbogen versah man den Alfa Romeo 75 mit einem 49 Liter großen Tank. Aufgrund anderer Sicherheitsbestimmungen in den USA befand sich der Tank der für die Staaten produzierten Wagen hinter den Rücksitzen im Kofferraum.
1985 konstruierte das Karosseriewerk Rayon Fissore die beiden Prototypen Sport Wagon und Turbo Wagon, welche zugleich auf dem Turiner Autosalon und auf dem Genfer Autosalon im Folgejahr vorgestellt wurden. Die Modelle wiesen nicht den für die Limousine typischen Knick im Bereich der C-Säule auf. Aufgrund der Übernahme durch Fiat wurden die Kombis nie in Serie gebaut. Lediglich im Werksverkehr des Autohauses kamen die beiden Modelle zum Einsatz.
Sowohl der Alfa Romeo 75 als auch der Alfa Romeo 155 wurden von dem Filmdetektiv Matula, gespielt von Claus Theo Gärtner, in der Krimiserie "Ein Fall für Zwei" gefahren.