Auto anmelden in Österreich: Unterlagen, Kosten und Ablauf

Ein Auto in Österreich anzumelden, ist weniger Behördengang, als viele glauben. Zuständig sind nämlich die Zulassungsstellen der Versicherungen, und mit den richtigen Unterlagen ist die Sache meist in einem Termin erledigt.
Für einen Pkw zahlst du bei der Anmeldung insgesamt 270 Euro, und darin sind die Gebühren, die Begutachtungsplakette und beide Kennzeichentafeln schon enthalten. Mitbringen musst du einen amtlichen Lichtbildausweis sowie den Typenschein oder Datenauszug, während die Versicherungsbestätigung von deinem Versicherer kommt. Beim Gebrauchtwagen gehören außerdem der Kaufvertrag und, falls die Begutachtung fällig ist, ein gültiges Pickerl dazu.
Einen Teil des Weges kannst du dir sogar sparen, denn die Zulassung lässt sich mit ID Austria vorab online anmelden.
Das Wichtigste in Kürze
• Angemeldet wird bei einer Zulassungsstelle der Versicherungen, die für den Bezirk deines Hauptwohnsitzes zuständig ist.
• Ein Pkw kostet 270 Euro inklusive Taferln und Begutachtungsplakette, der Zulassungsschein im Scheckkartenformat kostet 31,10 Euro extra.
• Pflicht sind Lichtbildausweis, Versicherungsbestätigung und ein Genehmigungsnachweis wie Typenschein, Datenauszug oder Einzelgenehmigung.
• Beim Gebrauchtwagen brauchst du zusätzlich den Kaufvertrag und ein gültiges Gutachten nach § 57a, sofern die Begutachtung fällig ist.
• Eine gesetzliche Frist für die Anmeldung gibt es nicht, ohne Zulassung darfst du aber keinen Meter auf öffentlichen Straßen fahren.
Wo du dein Auto anmelden kannst
In Österreich erledigen die Versicherungen die Zulassung im Auftrag der Behörde. Jede größere Kfz-Versicherung betreibt eigene Zulassungsstellen, und welche davon für dich in Frage kommt, hängt vom Bezirk deines Hauptwohnsitzes ab. Bei Firmenautos zählt der Sitz des Unternehmens, wobei Einzelunternehmer zwischen Wohnsitz und Firmensitz wählen dürfen.
Oft geht es sogar noch bequemer, weil viele Versicherer die Anmeldung gleich beim Abschluss der Haftpflicht mit erledigen. Kaufst du einen Neuwagen beim Händler, übernimmt häufig das Autohaus den Weg zur Zulassungsstelle, sodass du dein Auto mit fertig montierten Taferln abholst.
Diese Unterlagen brauchst du für die Anmeldung
Für jede Anmeldung gilt ein Grundpaket, das je nach Situation um einzelne Dokumente ergänzt wird. Einen Meldezettel musst du nicht mitnehmen, denn die Zulassungsstelle prüft deinen Hauptwohnsitz direkt im Zentralen Melderegister.
| Unterlage | Wann du sie brauchst |
|---|---|
| Amtlicher Lichtbildausweis | immer |
| Versicherungsbestätigung | immer, sie kommt von deiner Kfz-Versicherung |
| Typenschein, Datenauszug, Einzelgenehmigung oder COC-Papier | immer, als Nachweis der Genehmigung |
| Kaufvertrag oder Erklärung des Verkäufers | beim Gebrauchtwagen |
| Gültiges Gutachten nach § 57a (Pickerl) | beim Gebrauchtwagen, wenn die Begutachtung fällig ist |
| Eintrag im Typenschein oder Kaufnachweis | beim Neuwagen |
| Leasingbestätigung | beim Leasingauto |
| Nachweis über die bezahlte NoVA | beim Import |
| Vollmacht | wenn jemand anderer für dich anmeldet |
| Zustimmung der Erziehungsberechtigten | wenn du noch nicht 18 bist |
| Bestätigung der Kammer oder Firmenbuchauszug | beim Firmenauto |
Was genau in deinem Typenschein steht und warum er zu Hause bleiben sollte, liest du im Ratgeber Typenschein.
Was die Anmeldung kostet
Die Kosten sind österreichweit einheitlich und setzen sich aus mehreren kleinen Posten zusammen, wobei der größte Brocken auf die Behördengebühr entfällt.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Behördengebühr | 178,00 Euro |
| Bearbeitung durch die Zulassungsstelle | 65,60 Euro |
| Abfrage im Zentralen Melderegister | 1,10 Euro |
| Begutachtungsplakette | 2,30 Euro |
| Kennzeichentafeln Pkw | 23,00 Euro |
| Summe Pkw | 270,00 Euro |
| Zulassungsschein als Scheckkarte (optional) | 31,10 Euro |
Bei Motorrädern sind die Tafeln mit 13 Euro etwas günstiger, an den übrigen Posten ändert sich nichts. Nicht zu den Anmeldekosten zählen die Haftpflichtprämie und die motorbezogene Versicherungssteuer, weil beide laufend über deine Versicherung abgerechnet werden. Die NoVA steckt beim Neuwagen vom Händler bereits im Kaufpreis, nur beim Import musst du sie selbst ans Finanzamt melden.
Schritt für Schritt zur Zulassung
Versicherung abschließen. Ohne Haftpflichtversicherung gibt es keine Kennzeichen, deshalb steht der Vertrag ganz am Anfang. Die Bestätigung geht von deinem Versicherer an die Zulassungsstelle, in vielen Fällen sitzt beides ohnehin unter einem Dach.
Unterlagen zusammensuchen. Neben Ausweis und Typenschein brauchst du je nach Fall Kaufvertrag, Pickerl-Gutachten oder Leasingbestätigung, die Tabelle oben hilft dir dabei.
Online voranmelden. Mit ID Austria oder EU-Login kannst du die Zulassung vorab online anmelden, damit deine Daten schon erfasst sind und du am Schalter Zeit sparst.
Zur Zulassungsstelle gehen. Dort bekommst du die Kennzeichentafeln, die Begutachtungsplakette und den Zulassungsschein, den du auf Wunsch auch als Scheckkarte bestellen kannst. Die Karte wird dir innerhalb von zwei Wochen zugeschickt.
Taferln montieren. Vorne und hinten kommt je eine Tafel ans Auto, und die Plakette klebst du innen an die Windschutzscheibe.
Den Zulassungsschein kannst du übrigens auch digital in der App eAusweise mitführen, alle Details dazu findest du im Ratgeber Zulassungsschein.
Gebrauchtwagen von privat: So kommst du zu deinen Taferln
Beim Privatkauf sorgt eine Eigenheit des österreichischen Systems immer wieder für Verwirrung, denn die Kennzeichen gehören zum Zulassungsbesitzer und nicht zum Auto. Der Verkäufer schraubt seine Taferln bei der Übergabe deshalb ab und meldet das Fahrzeug ab, sodass du nicht mit seinen Kennzeichen nach Hause fahren kannst.
Am entspanntesten läuft es, wenn du dir nach der Bezahlung Typenschein und unterschriebenen Kaufvertrag aushändigen lässt, das Auto anmeldest und es anschließend mit deinen eigenen Taferln abholst. Wirf vorher einen Blick auf die Plakette an der Windschutzscheibe, weil eine fällige Begutachtung vor der Anmeldung nachgeholt werden muss. Wann das Pickerl fällig wird und was es kostet, haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengefasst.
Neuwagen, Leasing und Import
Beim Neuwagen vom Händler ist die Anmeldung meist Teil des Services, und die NoVA hast du mit dem Kaufpreis bereits bezahlt. Beim Leasingauto brauchst du zusätzlich eine Bestätigung der Leasinggesellschaft, weil der Typenschein in der Regel bei ihr bleibt, solange der Vertrag läuft.
Holst du dir ein Auto selbst aus dem Ausland, meldest und bezahlst du die NoVA vor der Anmeldung beim Finanzamt. Ohne diesen Nachweis gibt dir die Zulassungsstelle nämlich keine Kennzeichen. Wie der Import im Detail abläuft, erklärt unser Ratgeber Auto nach Österreich importieren.
Wunschkennzeichen und Hinterlegung
Wer statt einer Zufallskombination lieber ein Wunschkennzeichen am Auto hat, beantragt es bei der Zulassungsbehörde des Hauptwohnsitzes. Das kostet 235 Euro, wovon allein 200 Euro an den Verkehrssicherheitsfonds gehen. Dafür gilt das Kennzeichen 15 Jahre lang und ist höchstpersönlich, du kannst es also nicht an eine andere Person weitergeben.
Fährst du dein Auto nur in der warmen Jahreszeit, lohnt sich ein Blick auf die Hinterlegung. Dabei gibst du die Taferln für bis zu ein Jahr kostenlos bei der Zulassungsstelle ab, und ab 45 Tagen entfällt für diese Zeit die motorbezogene Versicherungssteuer. Ob auch die Versicherungsprämie ruht, regelt dein Vertrag, deshalb fragst du am besten vorher bei deinem Versicherer nach.
Häufige Fragen
Quellen und Stand
oesterreich.gv.at, Themenseiten Kfz-Zulassung, Wunschkennzeichen und Hinterlegung von Kennzeichen (Stand März 2026). Alle Beträge geprüft am 02.10.2026.
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