Saisonkennzeichen in Österreich: So sparst du trotzdem, wenn dein Auto im Winter steht

Ein Saisonkennzeichen gibt es in Österreich nicht. Du kannst dein Auto, Motorrad oder Wohnmobil also nicht nur für die Monate von April bis Oktober zulassen. Sparen kannst du trotzdem, und zwar auf zwei Wegen: Du hinterlegst die Kennzeichentafeln für die Zeit, in der das Fahrzeug steht, oder du meldest es mit einem Wechselkennzeichen gemeinsam mit einem zweiten Fahrzeug an.
Bei der Hinterlegung bleibt dein Fahrzeug zugelassen, ruht aber. Ab 45 Tagen zahlst du für diese Zeit keine motorbezogene Versicherungssteuer, und viele Versicherungen rechnen auch die Prämie günstiger ab. Beim Wechselkennzeichen teilen sich bis zu drei Fahrzeuge eine Tafel, Haftpflicht und Steuer zahlst du nur für eines. Wir zeigen dir, wie beides funktioniert und welcher Weg zu dir passt.
Inhalt
- Gibt es ein Saisonkennzeichen in Österreich?
- Hinterlegung: das österreichische Saisonkennzeichen
- So hinterlegst du deine Kennzeichen
- Was du bei der Hinterlegung sparst
- Wechselkennzeichen: die Lösung für Zweitfahrzeuge
- Hinterlegung oder Wechselkennzeichen: der Vergleich
- Darauf musst du beim Einwintern achten
- Fazit
- Häufige Fragen
Das Wichtigste in Kürze
• Ein Saisonkennzeichen gibt es in Österreich nicht
• Alternative 1: Kennzeichentafeln bei der Zulassungsstelle hinterlegen
• Die Hinterlegung ist kostenlos und bis zu einem Jahr möglich
• Ab 45 Tagen Hinterlegung entfällt die motorbezogene Versicherungssteuer
• Alternative 2: Wechselkennzeichen für bis zu drei Fahrzeuge
• Beim Wechselkennzeichen zahlst du Haftpflicht und Steuer nur für ein Fahrzeug
• Ein Fahrzeug ohne Kennzeichen darf nicht auf öffentlicher Straße stehen
Gibt es ein Saisonkennzeichen in Österreich?
Nein. In Österreich kannst du ein Fahrzeug nicht für einen festen Zeitraum im Jahr zulassen, eine Nummerntafel mit Monatsangabe gibt es hier nicht. Ein zugelassenes Fahrzeug ist das ganze Jahr zugelassen, Versicherung und motorbezogene Versicherungssteuer laufen grundsätzlich durch.
Das heißt aber nicht, dass du für dein Cabrio im Winter voll zahlen musst. Das österreichische Recht kennt zwei Lösungen, die am Ende denselben Zweck erfüllen: Das Fahrzeug bleibt dir mit Kennzeichen erhalten, kostet aber in der Standzeit deutlich weniger. Beide sind flexibler als ein starres Saisonkennzeichen, weil du selbst entscheidest, wann die Saison beginnt und endet.
Hinterlegung: das österreichische Saisonkennzeichen
Die Hinterlegung kommt dem Saisonkennzeichen am nächsten. Du gibst deine Kennzeichentafeln bei einer Zulassungsstelle ab, das Fahrzeug bleibt dabei zugelassen, darf aber nicht gefahren werden. Wenn die Saison wieder beginnt, holst du die Tafeln ab und fährst sofort weiter, ohne neue Anmeldung und mit demselben Kennzeichen.
Die Hinterlegung ist kostenlos und für bis zu ein Jahr möglich. Den Zeitpunkt bestimmst du selbst: Du kannst dein Motorrad im Oktober hinterlegen und im März abholen, das Cabrio erst im November und schon im Februar wieder. Genau diese Freiheit hat ein Saisonkennzeichen mit festen Monaten nicht. Alle Details zum Ablauf findest du auch in unserem Ratgeber zum Auto stilllegen.
So hinterlegst du deine Kennzeichen
Du hinterlegst die Kennzeichen bei einer ermächtigten Zulassungsstelle in deinem Wohnbezirk. Das sind die Zulassungsstellen der Versicherungen, die Sache ist meist in wenigen Minuten erledigt.
- Unterlagen mitnehmen: Lichtbildausweis, Zulassungsschein und beide Kennzeichentafeln. Schickst du jemanden anderen, braucht er eine Vollmacht.
- Tafeln abgeben: Die Zulassungsstelle nimmt die Tafeln entgegen und bestätigt die Hinterlegung.
- Versicherung informieren: Die Bestätigung geht an deine Versicherung. Frag dort nach, wie die Standzeit bei deiner Prämie berücksichtigt wird.
- Fahrzeug abstellen: Das Fahrzeug muss auf privatem Grund stehen, in der Garage, im Carport oder auf einem gemieteten Stellplatz.
- Abholen: Zum Saisonstart holst du die Tafeln bei derselben Zulassungsstelle kostenlos wieder ab und montierst sie.
Was du bei der Hinterlegung sparst
Am meisten sparst du bei der motorbezogenen Versicherungssteuer. Sie entfällt für die gesamte Zeit der Hinterlegung, sobald diese mindestens 45 Tage dauert. Der Tag der Hinterlegung und der Tag der Abholung zählen dabei nicht mit, plane also lieber ein paar Tage Puffer ein.
Bei der Haftpflichtprämie hängt die Ersparnis von deiner Versicherung ab. Viele rechnen die Standzeit an oder schreiben sie gut, die Bedingungen dafür unterscheiden sich aber. Eine Kaskoversicherung lässt sich oft als Ruheversicherung weiterführen, damit dein Fahrzeug auch in der Garage gegen Diebstahl, Brand oder Elementarschäden geschützt bleibt.
| Posten | Bei Hinterlegung |
|---|---|
| Motorbezogene Versicherungssteuer | entfällt ab 45 Tagen für die ganze Standzeit |
| Haftpflichtprämie | je nach Versicherer angerechnet oder gutgeschrieben |
| Kasko | oft als günstigere Ruheversicherung möglich |
| Gebühren für Hinterlegung und Abholung | keine |
| Neue Anmeldung zum Saisonstart | nicht nötig |
Wie hoch die Steuer für dein Fahrzeug ist, rechnest du mit unserem Rechner zur motorbezogenen Versicherungssteuer aus. Stehen das Motorrad oder das Cabrio fünf Monate, sparst du grob fünf Zwölftel davon.
Wechselkennzeichen: die Lösung für Zweitfahrzeuge
Ein Wechselkennzeichen lohnt sich, wenn du neben dem Saisonfahrzeug ein zweites Fahrzeug derselben Art fährst. Du meldest bis zu drei Fahrzeuge auf eine gemeinsame Kennzeichentafel an und hängst die Tafel jeweils an das Fahrzeug, das du gerade fährst. Typisch ist der Kombi im Winter und das Cabrio im Sommer.
Haftpflicht und motorbezogene Versicherungssteuer zahlst du nur für ein Fahrzeug, nämlich für das mit der höchsten Prämie beziehungsweise der höchsten Steuer. Für eine Kasko zahlst du meist bei einem Fahrzeug den vollen Betrag und für die weiteren einen Teil. Voraussetzung ist, dass alle Fahrzeuge auf dich laufen, in dieselbe Gruppe fallen, also zum Beispiel zwei Pkw oder zwei Motorräder, und die Tafel auf alle passt. Wie das genau funktioniert, liest du in unserem Ratgeber zum Wechselkennzeichen.
Hinterlegung oder Wechselkennzeichen: der Vergleich
Fährst du nur ein Saisonfahrzeug, ist die Hinterlegung der einfachere Weg. Hast du zwei oder drei Fahrzeuge derselben Gruppe, spart das Wechselkennzeichen meist mehr, weil du die Kosten das ganze Jahr nur für ein Fahrzeug trägst.
| Hinterlegung | Wechselkennzeichen | |
|---|---|---|
| Passt für | ein Fahrzeug mit Standzeit | zwei bis drei Fahrzeuge derselben Gruppe |
| Fahrzeug bleibt zugelassen | ja | ja, alle |
| Motorbezogene Versicherungssteuer | entfällt ab 45 Tagen | nur für das teuerste Fahrzeug |
| Haftpflicht | je nach Versicherer reduziert | nur für das teuerste Fahrzeug |
| Kosten | keine | Zulassung je Fahrzeug, eine Tafelgarnitur |
| Fahren in der Standzeit | nicht möglich | immer nur ein Fahrzeug gleichzeitig |
| Aufwand | zweimal im Jahr zur Zulassungsstelle | Tafel umschrauben |
Gut zu wissen: Ein Motorrad und ein Pkw lassen sich nicht auf ein Wechselkennzeichen anmelden, weil sie unterschiedliche Tafeln haben. Für das Motorrad bleibt dann die Hinterlegung.
Darauf musst du beim Einwintern achten
Das wichtigste Detail: Ein Fahrzeug ohne Kennzeichentafeln darf nicht auf einer öffentlichen Straße oder einem öffentlichen Parkplatz stehen. Das gilt für hinterlegte Fahrzeuge genauso wie für das gerade nicht genutzte Fahrzeug beim Wechselkennzeichen. Sonst drohen eine Verwaltungsstrafe und ein kostenpflichtiges Abschleppen.
- Stellplatz klären: Garage, privater Hof oder ein gemieteter Platz in einer Halle. Für Wohnmobile gibt es eigene Winterstellplätze.
- Pickerl im Blick behalten: Die Hinterlegung verschiebt die Frist für die Pickerl-Begutachtung nicht. Läuft sie im Winter ab, lass das Fahrzeug gleich zum Saisonstart prüfen.
- Vignette: Die digitale Vignette hängt am Kennzeichen, nicht am Fahrzeug. Sie läuft während der Hinterlegung einfach weiter.
- Nicht zu lange warten: Nach einem Jahr ohne Abholung musst du die Hinterlegung verlängern, sonst endet die Zulassung. Plane die Abholung rechtzeitig ein.
- Technik vorbereiten: Batterie laden oder abklemmen, Reifendruck leicht erhöhen, Tank füllen und das Fahrzeug trocken und sauber abstellen.
Fazit
Ein Saisonkennzeichen bekommst du in Österreich nicht, brauchst du aber auch nicht. Steht nur ein Fahrzeug den Winter über in der Garage, hinterlegst du die Kennzeichen, sparst ab 45 Tagen die motorbezogene Versicherungssteuer und holst die Tafeln zum Saisonstart einfach wieder ab. Fährst du zwei oder drei Fahrzeuge derselben Art, ist das Wechselkennzeichen die günstigere Lösung. In beiden Fällen gilt: Ohne Tafel bleibt das Fahrzeug auf privatem Grund.
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