Zulassungsschein: Was drinsteht, wann du ihn brauchst und was bei Verlust hilft

Was im Zulassungsschein steht, wann du Teil I und Teil II brauchst und wie du bei Verlust ein Duplikat bekommst.

Der Zulassungsschein bestätigt, dass dein Fahrzeug zum Verkehr zugelassen ist, und nennt dich als Zulassungsbesitzer. In Österreich besteht die Zulassungsbescheinigung aus zwei Teilen: Teil I dient als Nachweis unterwegs, während Teil II zusammen mit dem Genehmigungsdokument sicher aufbewahrt wird.

Ob du Fahrzeugdaten nachschlagen möchtest, einen Gebrauchtwagen kaufst oder einen Ersatz für ein verlorenes Dokument brauchst: Hier erfährst du, welcher Teil jeweils wichtig ist und was du bei Papier, Scheckkarte und digitalem Zulassungsschein beachten solltest.

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Das Wichtigste in Kürze

• Offiziell heißt der Zulassungsschein Zulassungsbescheinigung. Sie besteht aus Teil I und Teil II.

• Teil I führst du bei jeder Fahrt mit, auf Papier, als Scheckkarte oder digital in der App eAusweise.

• Teil II bewahrst du zusammen mit dem Typenschein sicher zu Hause auf.

• Die digitale Version wird nur in Österreich anerkannt. Für Fahrten ins Ausland brauchst du Papier oder Scheckkarte.

• Bei Verlust bekommst du ein Duplikat bei der Zulassungsstelle, auf Papier ohne Gebühren.

Was ist der Zulassungsschein?

Der Zulassungsschein bestätigt, dass dein Auto in Österreich zum Verkehr zugelassen ist. Ausgestellt wird er von einer Zulassungsstelle, in der Regel einer dafür behördlich ermächtigten Versicherung.

Offiziell heißt das Dokument Zulassungsbescheinigung, im Alltag ist vor allem die Bezeichnung Zulassungsschein gebräuchlich. Es enthält Daten zum Fahrzeug und zu dir als Zulassungsbesitzer sowie eventuelle Auflagen der Behörde. Genau diese Angaben werden bei einer Verkehrskontrolle geprüft.

Teil I und Teil II

Seit einigen Jahren besteht der Zulassungsschein aus zwei Teilen. Die beiden Teile unterscheiden sich durch ihre Farbkennzeichnung und erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Teil I Teil II
Farbe (Papierausführung) gelb und rot gelb und blau
Aufbewahrung bei jeder Fahrt mitführen zu Hause, beim Typenschein
Wofür du ihn brauchst Polizeikontrolle, Pickerl, Werkstatt Verkauf, Ummeldung
Auch als Scheckkarte ja nein, bleibt Papier
Auch digital ja, in der App eAusweise nein

Bei der Papierausführung hilft eine einfache Merkregel: Rot fährt mit. Blau bleibt daheim.

Was drinsteht: die wichtigsten Codes

Im Zulassungsschein sind die Fahrzeugdaten mit Buchstaben- und Zahlencodes gekennzeichnet, die EU-weit einheitlich sind. Die wichtigsten Codes im Überblick:

Code Bedeutung
A amtliches Kennzeichen
B Datum der Erstzulassung
C.1 Zulassungsbesitzer
D.1 Marke
D.3 Handelsbezeichnung, also das Modell
E Fahrgestellnummer
F.2 höchstes zulässiges Gesamtgewicht in kg
J Fahrzeugklasse, beim Pkw M1
P.1 Hubraum in cm³
P.2 Leistung in kW
P.3 Kraftstoff oder Energiequelle
S.1 Sitzplätze inklusive Fahrerplatz

Zwei Angaben brauchst du besonders häufig. Unter P.2 steht die Leistung in Kilowatt, aus der sich ein Teil der motorbezogenen Versicherungssteuer berechnet. Unter E findest du die Fahrgestellnummer, die du beim Autokauf mit dem Fahrzeug und dem Typenschein vergleichst.

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Zulassungsschein oder Typenschein?

• Der Zulassungsschein zeigt, dass das Auto zugelassen ist und auf wen.

• Der Typenschein beschreibt das Auto technisch und bestätigt seine Genehmigung.

• Teil I des Zulassungsscheins führst du bei jeder Fahrt mit, der Typenschein bleibt zu Hause.

• Teil II bewahrst du zusammen mit dem Typenschein auf. Beim Verkauf werden beide an den Käufer übergeben.

All driving licence

Bei der Kontrolle zählt Teil I

Bei einer Verkehrskontrolle zeigst du Teil I des Zulassungsscheins vor, auf Papier, als Scheckkarte oder in der App.

Papier, Scheckkarte oder App

Teil I gibt es in drei Varianten. Welche Variante für dich passt, hängt unter anderem davon ab, ob du das Dokument digital nutzen möchtest und auch im Ausland unterwegs bist.

Papier: Den Papierzulassungsschein bekommst du bei der Zulassung ohne Zusatzkosten. Er wird überall anerkannt, ist aber empfindlich gegen Knicke und Abnutzung.

Scheckkarte: Teil I gibt es auch im Scheckkartenformat, das in jede Geldbörse passt. Die Karte kostet 31,10 Euro und kommt innerhalb von zwei Wochen per Post. Bis dahin fährst du mit einem vorläufigen Papierdokument.

App: Seit Februar 2024 kannst du den Zulassungsschein zusätzlich digital in der App eAusweise nutzen. Voraussetzung sind eine ID Austria und ein geeignetes Smartphone, Kosten fallen keine an. Über die App lässt sich der Zulassungsschein außerdem für einen gewählten Zeitraum mit anderen teilen, etwa wenn jemand anderer dein Auto übers Wochenende fährt.

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Was du beim digitalen Zulassungsschein beachten solltest

• Der digitale Zulassungsschein wird nur in Österreich anerkannt. Für Fahrten ins Ausland führst du Papier oder Scheckkarte mit.

• Können die Daten bei einer Kontrolle nicht abgerufen werden, etwa wegen fehlender Internetverbindung oder eines leeren Akkus, wird das wie ein nicht mitgeführter Zulassungsschein behandelt.

• Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt die App und führt bei der Fahrt trotzdem Papier oder Scheckkarte mit.

Zulassungsschein verloren: so geht's

Wenn der Zulassungsschein verloren geht, kannst du bei einer zuständigen Zulassungsstelle ein Duplikat beantragen. Zuständig ist eine Zulassungsstelle in deinem Wohnbezirk. Dort gibst du eine Verlusterklärung ab und weist dich mit einem Lichtbildausweis aus. Wurde der Zulassungsschein gestohlen, erstattest du zuerst Anzeige bei der Polizei, auch wenn der Diebstahl im Ausland passiert ist.

Ein Duplikat auf Papier ist gebührenfrei, als Scheckkarte kostet es wieder 31,10 Euro.

Musst du das Auto nutzen, bevor das Duplikat da ist, hilft die Bestätigung der Verlustanzeige: Mit ihr darfst du eine Woche lang weiterfahren. In dieser Zeit solltest du das Duplikat beantragen.

Schritt Wo Was du brauchst
Verlust Zulassungsstelle im Wohnbezirk Lichtbildausweis, Verlusterklärung
Diebstahl zuerst Polizei, dann Zulassungsstelle Diebstahlsanzeige, Lichtbildausweis
Weiterfahren bis zum Duplikat Polizei Bestätigung der Verlustanzeige, gilt eine Woche
Duplikat auf Papier Zulassungsstelle gebührenfrei
Duplikat als Scheckkarte Zulassungsstelle 31,10 Euro

Wenn eine andere Person den Antrag für dich erledigt, benötigt sie eine schriftliche Vollmacht.

Zulassungsschein beim Autokauf

Beim Gebrauchtwagenkauf solltest du dir beide Teile zeigen lassen. Teil I hat der Verkäufer üblicherweise für Fahrten dabei, Teil II sollte er zusammen mit dem Typenschein bereithalten. Diese Punkte prüfst du vor der Zahlung:

  • Stimmt der Name in C.1 nicht mit dem Verkäufer überein, lass dir den Grund erklären. Der Zulassungsbesitzer ist nicht zwingend auch der Eigentümer, der Namensvergleich allein klärt die Verkaufsberechtigung also nicht.
  • Die Fahrgestellnummer in E stimmt mit dem Fahrzeug und dem Typenschein überein.
  • Leistung, Kraftstoff und Gewicht passen zu den Angaben im Inserat.
  • Teil II ist vorhanden. Fehlt er, wird die Ummeldung aufwendiger.

Nach dem Kauf meldest du das Auto auf dich um. Dafür bringst du beide Teile des Zulassungsscheins und den Typenschein zur Zulassungsstelle mit.

Häufige Fragen

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Julian Deutsch

Julian Deutsch ist Journalist und Content-Spezialist mit über zehn Jahren Erfahrung. Er bereitet komplexe Themen rund um Auto, Mobilität und Kaufentscheidungen verständlich und praxisnah auf, damit Leser schnell verstehen, worauf es ankommt.

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