Promillegrenze in Österreich: Was gilt und was dich ein Glas zu viel kostet

Ein Achterl zum Essen, dann heim. Klingt harmlos. Ob es das ist, hängt an einer Zahl hinter dem Komma.

Die Promillegrenze in Österreich liegt für die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer bei 0,5 Promille. Für den Probeführerschein, für Lkw und Bus sowie für junge Mopedlenker gilt dagegen eine Grenze von 0,1 Promille.

So klar die Regel auf dem Papier ist, so schwer lässt sie sich im Alltag einschätzen. Wie viel Promille ein Glas Wein tatsächlich ergibt, kann niemand genau sagen, weil Körpergewicht, Geschlecht, Essen und Tagesform eine große Rolle spielen.

In diesem Ratgeber findest du alle Grenzwerte und die Strafen, die in Österreich jeweils drohen. Außerdem erfährst du, wie lange Alkohol im Blut bleibt und warum die Frage, ob du am nächsten Morgen wieder fahren darfst, oft anders beantwortet werden muss, als viele denken.

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Das Wichtigste in Kürze

• Die allgemeine Promillegrenze in Österreich liegt bei 0,5 Promille.

• Für den Probeführerschein, für Lkw und Bus sowie für junge Mopedlenker gilt 0,1 Promille, also praktisch null.

• Ab 0,5 Promille drohen mindestens 300 Euro Strafe, ab 0,8 Promille ist der Führerschein beim ersten Mal für mindestens einen Monat weg.

• Ab 1,6 Promille oder bei verweigertem Alkotest sind es mindestens sechs Monate ohne Führerschein und bis zu 5.900 Euro Strafe.

• Nach einem Unfall mit 0,8 Promille oder mehr kann die Haftpflichtversicherung bis zu 11.000 Euro von dir zurückfordern.

• Der Körper baut pro Stunde nur etwa 0,1 Promille ab, und weder Kaffee noch Schlaf beschleunigen das.

Welche Promillegrenze gilt für dich?

Für die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer muss der Blutalkoholgehalt unter 0,5 Promille liegen. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein niedrigerer Wert immer folgenlos bleibt. Fällt deine Fahrweise auf, kann die Polizei dich auch unter 0,5 Promille aus dem Verkehr ziehen, weil dann dein tatsächlicher Zustand zählt und nicht der gemessene Wert.

Außerdem gilt die Grenze von 0,5 Promille längst nicht für alle, denn für eine ganze Reihe von Lenkerinnen und Lenkern liegt sie deutlich tiefer.

Für wen 0,1 Promille gilt

Eine Grenze von 0,1 Promille bedeutet in der Praxis, dass du vor der Fahrt gar keinen Alkohol trinken solltest. Sie gilt für folgende Gruppen:

  • alle mit Probeführerschein während der Probezeit, bei A1 und L17 mindestens bis zum 21. Geburtstag
  • Lenkerinnen und Lenker der Klassen C und D, also von Lkw und Bus, und zwar immer
  • Mopedlenker der Klasse AM bis zum 20. Geburtstag
  • Traktoren der Klasse F bis zum 20. Geburtstag
  • Übungsfahrten mit „L" und Ausbildungsfahrten mit L17, auch für die Begleitperson
  • Fahrschulfahrten, auch für den Fahrlehrer, sowie Schülertransporte

Gerne vergessen wird dabei die Begleitperson. Wer bei einer L17-Fahrt neben dem Fahrschüler sitzt, muss genauso nüchtern sein wie die Person am Steuer.

Strafen und Führerscheinentzug

Die Strafen für Alkohol am Steuer steigen in Österreich in Stufen: Je höher der gemessene Wert ist, desto teurer wird es und desto länger musst du auf deinen Führerschein verzichten.

Promille Geldstrafe Führerschein Dazu kommt
0,5 bis 0,79 300 bis 3.700 Euro beim ersten Mal kein Entzug Vormerkung
0,8 bis 1,19 800 bis 3.700 Euro mindestens 1 Monat Verkehrscoaching
1,2 bis 1,59 1.200 bis 4.400 Euro mindestens 4 Monate Nachschulung
ab 1,6 1.600 bis 5.900 Euro mindestens 6 Monate Nachschulung, amtsärztliches Gutachten, verkehrspsychologische Untersuchung

Die angegebenen Entzugsdauern gelten für das erste Vergehen. Wer wiederholt alkoholisiert am Steuer erwischt wird, muss deutlich länger ohne Führerschein auskommen.

Dazu kommt, dass die Geldstrafe nur einen Teil der Kosten ausmacht. Verkehrscoaching, Nachschulung, Gutachten und Untersuchungen bezahlst du zusätzlich aus eigener Tasche.

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Wenn du den Alkotest verweigerst

• Verweigerst du den Alkomat-Test, drohen dir dieselben Konsequenzen wie bei einem gemessenen Wert von mindestens 1,6 Promille.

• Dazu gehören eine Geldstrafe von bis zu 5.900 Euro und ein Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten.

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Nach einem Unfall wird es erst richtig teuer

Wer mit Alkohol einen Unfall verursacht, muss neben Strafe und Führerscheinentzug oft auch mit hohen Forderungen der eigenen Versicherung rechnen.

Welche Folgen Alkohol am Steuer für die Versicherung hat

So schmerzhaft die Geldstrafe ist, der größere finanzielle Schaden entsteht oft erst später. Verursachst du mit 0,8 Promille oder mehr einen Unfall, übernimmt deine Haftpflichtversicherung zwar den Schaden der anderen Beteiligten. Sie kann sich aber bis zu 11.000 Euro von dir zurückholen, was man als Regress bezeichnet.

Deinen eigenen Schaden bezahlt die Kaskoversicherung in so einem Fall in der Regel nicht, und auch der Rechtsschutz kann entfallen.

Wie lange Alkohol im Blut bleibt

Am Morgen nach einer Feier ist vielen nicht bewusst, dass sie noch Restalkohol im Blut haben. Der Körper baut pro Stunde nur etwa 0,1 Promille ab. Das ist ein grober Richtwert, der im Einzelfall abweichen kann, und beschleunigen lässt sich der Abbau durch nichts.

Ein vereinfachtes Beispiel: Wer um Mitternacht 1,0 Promille im Blut hat, hätte nach diesem Richtwert um 7 Uhr früh noch rund 0,3 Promille. Die Rechnung dient nur der Veranschaulichung und sagt nicht zuverlässig voraus, wann du wieder fahrtüchtig bist.

Mit Probeführerschein läge ein solcher Wert bereits deutlich über der erlaubten Grenze. Wer bis spät in die Nacht getrunken hat, lässt das Auto am nächsten Morgen deshalb besser stehen.

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Drei Mythen, die nicht stimmen

• „Ein starker Kaffee macht nüchtern." Leider nein, denn danach bist du zwar wacher, aber genauso betrunken wie vorher.

• „Nach ein paar Stunden Schlaf passt es wieder." Auch das stimmt nicht, weil dein Körper den Alkohol im Schlaf nicht schneller abbaut als sonst.

• „Mit einem guten Essen merke ich nichts." Auch nach einer Mahlzeit kannst du deine Fahrtüchtigkeit nicht zuverlässig nach deinem Gefühl beurteilen.

Atemalkohol und Blutalkohol

Bei einer Kontrolle bläst du in den meisten Fällen in einen Alkomaten, der den Alkohol in der Atemluft misst und nicht im Blut. Die Umrechnung ist trotzdem einfach: Multiplizierst du den Atemalkoholwert mit zwei, erhältst du den Wert im Blut in Promille.

0,25 Milligramm pro Liter Atemluft entsprechen also 0,5 Promille. Nennt dir die Polizei einen Wert in Milligramm pro Liter, weißt du damit sofort, wo du stehst.

Häufige Fragen

Quellen und Stand

Stand: 29. September 2026. Nächste Prüfung: September 2027.

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Julian Deutsch

Julian Deutsch ist Journalist und Content-Spezialist mit über zehn Jahren Erfahrung. Er bereitet komplexe Themen rund um Auto, Mobilität und Kaufentscheidungen verständlich und praxisnah auf, damit Leser schnell verstehen, worauf es ankommt.

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