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Nio ES8

Nio ES8

Wuchtiger E-SUV mit neuer Akkutausch-Technik

Einen SUV mit Elektroantrieb gibt es schon, da hat unter anderem Tesla bereits 2015 mit dem Tesla Model X vorgelegt. Doch das chinesisch-amerikanische Start-up NIO hat in seinen großen Elektro-SUV NIO ES8 einen austauschbaren Akku eingebaut und liefert gleich die passende Infrastruktur in Form von „Power Swap Stations“ dazu. Seit Juni 2018 läuft die Weltneuheit in China vom Band, bis zur Einführung in Europa werden noch einige Zeit vergehen. Weiterlesen

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Vom Supersportwagen zum 7-sitzigen SUV

Als Start-up hat NIO relativ schnell Nägel mit Köpfen gemacht: 2014 gegründet, 2016 das erste Elektroauto präsentiert und damit mehrere Rekorde aufgestellt, 2018 Börsengang mit weltweit mehr als 5.000 Mitarbeitern. Das chinesische Unternehmen mit Sitz in Shanghai möchte den Markt der Elektroautos aufmischen und wächst zu einer ernstzunehmen-den Konkurrenz für Tesla und Co. heran. Schon mit dem zweisitzigen Supersportwagen NIO EP9 lieferte der Hersteller einen Vorgeschmack auf den technischen Fortschritt aus dem Hause NIO. Nur ca. 16 Modelle sollen von dem futuristi-schen Sportwagen mit insgesamt 1.360 PS aus vier Elektromotoren gebaut werden. Mit dieser Power stellte der EP9 auf fünf verschiedenen Strecken neue Rekorde für Elektroautos auf. Zwei Jahre später schlug das Start-up mit dem NIO ES8 eine völlig andere Richtung ein und präsentierte einen wuchtigen SUV mit Elektroantrieb, sieben Sitzen und einer innova-tiven Lösung zum Akku-Tausch.

Boxenstopp mit Akkutausch in 3,5 Minuten

Bisher hatte sich noch keine andere Automarke an das Auswechseln der Batterie als Lademöglichkeit herangetraut. 2007 versuchte das international agierende Unternehmen Better Place in Israel eine flächendeckende Infrastruktur zum Aus-tausch von Traktionsbatterien aufzubauen – kompatibel mit verschiedenen Elektroautos. Doch das Projekt wurde 2013 wieder eingestellt. NIO liefert jedoch Infrastruktur und Elektroautos aus einer Hand, sodass die Technik perfekt abge-stimmt ist und die Stationen je nach Nachfrage flexibel errichtet werden können. Bereits zwei Monate nach Produktions-beginn waren die ersten 481 Elektro-SUVs verkauft, 15.000 Bestellungen standen schon auf der Warteliste. Pünktlich zur Auslieferung waren schon die ersten „Power Swap Stations“ an Hauptverkehrsadern in China aufgebaut, zum Beispiel an der G4-Autobahn zwischen Beijing und Hongkong. Der Fahrer parkt sein Elektrofahrzeug in einer kleinen Garage, hier wird es auf einer Hebebühne aufgebockt, der Akkutausch erfolgt automatisch und schon kann das Auto mit einer fri-schen Batterieladung seine Fahrt fortsetzen. Der Wechsel dauert nicht mal 3,5 Minuten, mit Ein- und Ausfahrt vielleicht zehn. Schneller geht das herkömmliche Tanken an einer Zapfsäule auch nicht. Die Tauschstationen sind in erster Linie für lange Fahrten gedacht. Im Stadtverkehr können die NIO-Fahrzeuge wie üblich an Ladestationen angeschlossen und aufgeladen werden.

Genügend Beinfreiheit für alle Passagiere

Der NIO ES8 ist mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgerüstet und kommt mit einer vollen Akkuladung rund 355 Kilometer weit. Etwa 2.000 Ladezyklen soll ein Akku verkraften, das entspricht rund sechs Jahren Haltbarkeit bei herkömmlicher Nutzung. Außerdem hat sich NIO vor allem um die Sicherheit der Lithium-Ionen-Batterien gekümmert, damit auch ja kein Akku plötzlich in Flammen aufgeht. Wie es sich für einen SUV gehört, ist der ES8 damit bestens auf lange Strecken vor-bereitet. Nicht nur die Technik ermöglicht hohe Reichweiten, auch der Platz und Komfort im Innenraum macht das Reisen sehr bequem. So gibt es einen optionalen Komfortsitz für den Beifahrer – mit Massagefunktion, Sitzbelüftung und aus-klappbarer Fußstütze. Mit einem Radstand von knapp über drei Metern haben nicht nur Fahrer und Beifahrer ausrei-chend Beinfreiheit, sogar in der dritten Sitzreihe können erwachsene Mitfahrer untergebracht werden. Somit bietet der SUV wahlweise Platz für sieben Personen oder eine große Ladefläche bei umgeklappten Rücksitzen.

Futuristisches Crossover-Design aus München

Mit seinen Außenmaßen von über fünf Metern Länge und knapp zwei Metern Breite sowie fast 2,5 Tonnen Leergewicht ist der E-SUV schon ein ganz schönes Schiff. Aber irgendwo muss der üppige Platz im Innenraum ja herkommen. Karos-serie und Fahrwerk sind komplett aus Aluminium, um etwas Gewicht zu sparen. Das Design hat NIO dem hauseigene Designstudio in München überlassen, um den extravaganten asiatischen Stil mit dem konservativen europäischen zu verschmelzen. Herausgekommen ist ein sportlicher Crossover-Look, der den futuristischen Ansatz des Elektroautos widerspiegelt und ein bisschen an Volvo erinnert. Vorne prangt ein großer Kühlergrill mit extrem schmalen Scheinwerfern, an der Seite sind die Türgriffe wie bei Tesla im Blech versenkt und am Heck ziehen sich die NIO-typischen „Spark Beat“-Rückleuchten weit in die Heckklappe hinein. Im Innenraum gibt es keinen klassischen Tacho mehr, stattdessen versorgen ein hochauflösender Touchscreen sowie ein Head-Up-Display den Fahrer mit den wichtigs-ten Informationen. Über Tasten am Lenkrad wird das System gesteuert. Grafik und Menüführung sind übersichtlich gestaltet. Lüftungsschlitz ziehen sich über das Armaturenbrett und sind mit Chrom verziert. Zwischen Fahrer und Beifah-rer befindet sich ein weiterer Touchscreen zur Bedienung des Infotainments. Hierüber lässt sich auch eine Farbe für das Ambiente im Innenraum einstellen.

Innovative Technik als Marken-Merkmal

Technik spielt bei der Bedienung des ES8 eine ganz entscheidende Rolle – nicht nur beim Batterietausch. Der persönliche Assistent Nomi (gesprochen: Know me) begleitet die Fahrt und drückt über ein rundes Display auf dem Armaturenbrett seine Stimmung aus. Als künstliche Intelligenz lernt er die Insassen immer besser kenn und steht per Sprachbefehl zur Verfügung. So spielt Nomi die Lieblingsmusik ab, schaltet den Massagesitz ein und fährt die Fenster automatisch herun-ter. Die Karosserie selbst ist mit 23 Sensoren ausgestattet und kann dank neuesten EyeQ4-Chips von Mobileye autono-me Fahrfunktionen übernehmen. Wo der ES8 mit technischem Fortschritt überzeugt, hat er gleichzeitig noch Nachholbe-darf bei der Verarbeitung und Qualität der verwendeten Materialien. Der persönliche Assistent und der Akkutausch sind zwei Alleinstellungsmerkmale, die ihn von der Konkurrenz abheben. Dafür hat beispielsweise der Kia e-Niro die Nase bei der Energie-Rückgewinnung vorn, die sich im Kia einfach mit einem Wippschalter am Lenkrad bedie-nen lässt, während die Steuerung im NIO umständlich über den Infotainment-Touchscreen läuft. Allerdings ist mit dem ES8 noch nicht das letzte Wort in Sachen E-SUV gesprochen. Ein Jahr nach dem ES8 legte NIO bereits mit dem etwas kleineren NIO ES6 nach – dem ersten SUV mit Dauermagnet- und Induktionsmotor, wodurch Reichweiten bis zu 510 Kilometer mit nur einer Batterieladung ermöglicht werden.

Ein SUV für die Jagd über die Autobahn

Insgesamt vier Elektromotoren treiben den schweren ES8 mit Allradantrieb und 652 PS voran. Da steckt ordentlich Power unter der Motorhaube, die vor allem bei geraden Strecken zur Geltung kommt. In 4,4 Sekunden beschleunigt der SUV auf 100 km/h, bei 200 km/h ist dann die Geschwindigkeits-Grenze erreicht. Mit verschiedenen Fahrprogrammen lässt sich das Fahrverhalten einstellen:

  • Eco-Modus,
  • Normal-Modus,
  • Sport-Modus,
  • individuelle Abstimmung.

Im Sport-Modus senkt sich die Karosserie um fünf Zentimeter ab und die Lenkung wird straffer, um bei hohen Geschwin-digkeiten für genügend Stabilität zu sorgen. Allerdings macht sich in der Kurvenlage dann doch das Gewicht des Fahr-zeugs bemerkbar. Die 2,5 Tonnen ziehen den SUV zum Kurvenrand und das ESP greift ein, wodurch das Gaspedal keine Rückmeldung mehr gibt. Hier merkt man schon, dass der SUV eher für die gerade Autobahn als für die kurvenreiche Landstraße konzipiert ist. Die Lenkung gibt nicht viele Informationen über den Untergrund und den aktuellen Grip an den Fahrer weiter. Das Fahrwerk mit der aktiven Luftfederung bügelt fast alle Unebenheiten im Boden weg – ein weiteres Bauteil, dass beim europäischen Zulieferer Continental bestellt wurde.

Fazit

Als E-SUV ist der NIO ES8 keine Weltneuheit. Doch mit dem Akkutausch und dem persönlichen Assistenten Nomi hat das Fahrzeug des chinesischen Start-ups einige interessante Neuerungen im Gepäck, die ggf. die Zukunft der Elektroautos mitgestalten. Wer also eine Alternative zum Tesla Model X sucht, der sollte den ES8 im Auge behalten und kommt viel-leicht schon bald in den Genuss von Komfort, Platz und innovativer Technik.