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Abarth 124 Spider

Die erste Sportvariante des 124 Spider von Abarth bringt Fiat 1972 heraus

Im Zeitraum von 1955 bis 1985 gehörten Roadster beim italienischen Autohersteller Fiat zum festen Bestandteil des Modellprogramms. Doch anders als viele britische Vorbilder entstanden die in Italien Spider genannten kleinen Cabriolets als Ableitungen auf Bauplattformen, die der Hersteller zugleich für seine Limousinen der Großserien nutzte. So konnte Fiat den in den 1950er und 60er Jahren boomenden Markt für leichte und eher einfach ausgestattete Cabrios bedienen. Oft stammten die Karosserieentwürfe dafür von externen Designbüros, und Auftragsfertiger übernahmen Teile der Roadster-Produktion. Seit dem Fiat 1200 war es vor allem der Karosseriebauer und Konstrukteur Pininfarina, der das Image der Fiat-Spider prägte. Im Jahr 1972 trat noch ein weiterer traditioneller Fiat-Partner in Erscheinung: Der Veredler Abarth kam mit einer Sportvariante heraus, die auf der ersten Generation des 124 Spider basierte und in veränderter Form im Rallyesport erfolgreich eingesetzt wurde.

Im Modelljahr 2017 legt Fiat den Abarth 124 als Spider-Topversion neu auf

Zuvor hatte Fiat seine Roadster mit unterschiedlichen Motorisierungen auf den Markt gebracht und dabei mit dem vormals mit Maserati verbundenen Sportwagenbauer OSCA einen Zulieferer gewonnen, der für die Spider-Spitzenmodelle leistungsfähigere Maschinen lieferte. Für die Topversion des 124 Spider überarbeitete nun der inzwischen zu Fiat gehörende Tuner und Fahrzeughersteller Abarth Optik und Technik des Roadsters. Besonders auffällig: Um die Abarth Spider von den herkömmlichen und weniger stark motorisierten Cabriolets der Baureihe 124 abzugrenzen, erhielten die Sportmodelle eine mattschwarze Lackierung für Motorhaube und Heckdeckel. Die Abarth-Versionen der ersten 124er Spider-Generation blieben nur relativ kurz im Programm, während die Serienmodelle bei Pininfarina noch bis ins Jahr 1985 gefertigt wurden. Nach über dreißig Jahren legte Fiat die Baureihe 124 als Roadster dann wieder auf und präsentierte für das Modelljahr 2017 mit dem Abarth Spider das Spitzenmodell der zweiten 124er Generation.

Der Mazda MX-5 liefert die Basis für den 124 Spider von Abarth

Im Vergleich zum Volumengeschäft spielten die Spider für Fiat wirtschaftlich gesehen zwar stets nur eine kleine Nebenrolle. Dass die Italiener dennoch bis 1985 an der Produktion der ersten 124er Roadster-Generation festhielten, hatte mehrere Gründe: Einerseits verjüngten die Spider das Image der Kernmarke und verschafften Fiat mit den Abarth-Versionen zugleich sportliches Prestige. Andererseits bot die Kooperation mit dem Designer und Karosseriebauer Pininfarina die Chance, Kosten zu sparen. Und diese Strategie verfolgten die Italiener auch bei ihren Plänen, mit einem Spider auf die Weltmärkte zurückzukehren. Für die zweite Generation des 124 Spider und seiner Spitzenversion Abarth suchten sich die Italiener mit Mazda einen neuen Kooperationspartner. Der Hintergrund: Die Japaner hatten mit ihrem MX-5 einen seit Jahren erfolgreichen Roadster im Programm, der die Basis für den 124er und den stärker motorisierten und optisch im Sportlook antretenden Abarth Spider liefern konnte.

Abarth-Anbauteile unterstreichen den Status des 124 Spider

Während sich die Schwestermodelle von Mazda und Fiat vor allem durch ihre unterschiedlich gestalteten Front- und Heckschürzen sowie durch die Form der Scheinwerfer und Rückleuchten optisch voneinander abgrenzten, sorgte Fiat beim Abarth dafür, dass sich die Sportversion noch einmal deutlich von den beiden Großserienversionen unterschied. Das erreichten die Italiener durch spezifische Anbauteile wie farblich abgesetzte Blenden am Frontspoiler, Kühlereinlagen in Wabenoptik und unlackierte Elemente der Frontverkleidung. Darüber hinaus zeigte der Abarth Spider eine modifizierte Heckschürze mit Ausschnitten zur Aufnahme der vierflutigen Abgasanlage. Sogar die Besonderheit der ersten Generation des Abarth Spider war wieder zu sehen: Auf Wunsch konnten Kunden den neuen 124er mit mattschwarz lackiertem Motor- und Heckdeckel ordern. Weitere Veredelungsoptionen bot Fiat mit dem speziellen Officine-Abarth-Paket an. Und da Fiat Abarth inzwischen wieder als eigenen Hersteller für Sportmodelle etabliert hatte, zeigten die 124 Spider natürlich das Abarth-Markenlogo mit dem Skorpion auf gelb-rotem Grund.

Technische und optische Abarth-Veredelungen für den 124 Spider

Auch in der Innenausstattung hoben sich die Abarth-Modelle von den herkömmlichen Spidern der Baureihe 124 ab. So konnten die Sportausführungen  mit zweifarbig gestalteten Ledersportsitzen, einem Sportlenkrad mit roter 12-Uhr-Markierung und analogen Rundinstrumenten mit Chromeinfassung und mittig platziertem Drehzahlmesser geordert werden. Ein mechanisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse sowie ein tiefer gelegtes Sportfahrwerk mit speziellen Dämpfer- und Federungssystemen sollten Fahrgefühl und Handling des Spiders den Charakter eines von Renntechnik inspirierten Sportwagens geben. Zusätzlich ließ sich mit einem Drehschalter in der Mittelkonsole ein Sportprogramm auswählen, das EPS, Lenkungsverhalten und Motorsteuerung entsprechend beeinflusste. Dazu stattete Abarth die Spider mit einer Hochleistungsbremsanlage von Brembo aus, die optisch durch ihre rot lackierten Bremssättel auffiel. Ergänzt wurde die Ausstattung der Abarth 124 durch einen Sportauspuff mit vier Endrohren und gesteuerter Abgasklappe, die den typischen Abarth-Sound produzierte und die Motorleistung steigerte.

Der 124 Spider von Abarth tritt mit 6,2 kg/PS Leistungsgewicht an

Die leichte Bauweise mit relativ kleinen Motoren war seit jeher das Konzept, das Fans für Roadster begeistert hatte. Und daran hielt sich auch Fiat beim Spider der zweiten 124er Generation. Das Cabriolet mit manuellem Faltverdeck brachte knapp über eine Tonne auf die Waage und wurde von einem 1,4 Liter Turbobenziner angetrieben, der im Abarth eine maximale Leistung von 125 kW (170 PS) brachte. Zum Vergleich: Der herkömmlich motorisierte Fiat Spider schöpfte aus dem Vierzylinder 103 kW (140 PS). Die höhere Leistung des Abarth-Aggregats bedeutete, dass der 124 Spider mit einem relativ geringen Leistungsgewicht von rund 6,2 Kilogramm pro PS antrat. Kombiniert war das Aggregat mit einer Sechsgang-Handschaltung oder mit einer sechsstufigen Schaltautomatik, die sich mit Schaltwippen am Lenkrad bedienen ließ.

Abarth stimmt die Gewichtsverteilung des 124 Spider fast ideal 50:50 ab

Der an den hinteren Rädern angetriebene Roadster mit dem Skorpion-Logo auf der Motorhaube brauchte je nach gewählter Getriebeart rund 6,8 Sekunden, um aus dem Stand die Marke von 100 km/h zu erreichen. Die Höchstgeschwindigkeit des Spider der Baureihe 124 gab Abarth mit etwas über 230 Stundenkilometer an. Damit das Cabriolet mit der Sportausstattung besser zu handhaben war, passten die Ingenieure die Konstruktion entsprechend an. So legten sie das Fahrwerk tiefer und verlagerten auf diese Weise den Schwerpunkt nach unten, um eine stabilere Straßenlage zu erreichen. Darüber hinaus sollte die nahe am Idealwert von 50 zu 50 liegende Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterachse dafür sorgen, dass der 124 Spider von Abarth trotz seines niedrigen Leistungsgewichts und seiner Agilität auch in Kurvenfahrten beherrschbar blieb.

Technische Daten Abarth 124 Spider

Technische Daten wie Verbrauch, PS, Maße, Gewicht und Länge im Überblick

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