Toyota Hilux BEV (2026) im Test

Toyota Hilux BEV (2026) auf einen Blick
Was uns gefällt
Dass es den Klassiker jetzt auch vollelektrisch gibt.
Was wir vermissen
Mehr Reichweite für ein breiteres Einsatzspektrum.
Ideal, wenn …
… man ein emissionsfreies Arbeitstier vor allem lokal einsetzen möchte.
Die Alternativen
KGM Musso EV, Maxus eTerron 9
Stärken
- Robuster Auftritt
- Komfortabler Innenraum
- Hohe Geländetauglichkeit
Schwächen
- Geringe Nutzlast
- Eingeschränkte Reichweite
- Niedrige Ladegeschwindigkeit
Kantiges Design schärft Profil
Auch in der neunten Generation ist der Toyota Hilux als äußerst robuster Pick-up zu erkennen, der für den harten Arbeitseinsatz bestens geeignet ist. Mit einer Länge von 5,32 Metern, einer Höhe von 1,85 Metern und einem Radstand von drei Metern bleibt er eine stattliche Erscheinung. Durch das kantigere Design und die vielen glatten Flächen wirkt er jedoch deutlich moderner als sein Vorgänger. Die schmalen LED-Scheinwerfer sorgen für einen markanten Gesichtsausdruck. Der wabenartige Kühlergrill der Verbrennervariante entfällt beim vollelektrischen Hilux BEV zugunsten einer geschlossenen Front.
Der Toyota Hilux BEV wird bei uns in zwei Versionen angeboten, die sich ausschließlich in der Ausstattung voneinander unterscheiden. Beide Varianten verfügen über eine Doppelkabine und sprechen damit neben gewerblichen Nutzern auch Familien und Freizeitkunden an. Der Elektro-Pick-up bietet Allradantrieb und eine Systemleistung von 144 kW (196 PS). Die Energie dazu liefert eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Nettokapazität von 54 kWh. Für den Test stand uns das Topmodell „Executive“ zur Verfügung.
Robustes Arbeitstier mit hoher Geländetauglichkeit
Serienmäßige Trittbretter erleichtern das Einsteigen, zusätzliche Trittstufen neben den hinteren Radkästen den Zugang zur Ladefläche. Die hohe Sitzposition im Toyota Hilux BEV bietet einen guten Rundumblick. Der 2,5-Tonner wird von zwei Elektromotoren angetrieben, die in den für den Elektroantrieb adaptierten Leiterrahmen integriert sind. Vorne leistet der Motor 80 kW (109 PS) und entwickelt ein Drehmoment von 208 Nm. An der Hinterachse sind es 128 kW (174 PS) und 268 Nm. Die Kraftverteilung des Allradantriebs zwischen Vorder- und Hinterachse erfolgt stufenlos und sorgt damit für ein stabiles Fahrverhalten.
Über ein Auswahlrad in der Mittelkonsole kann der Fahrmodus an fünf verschiedene Untergründe angepasst werden. Die optimale Brems- und Drehmomentsteuerung erhöht dabei die Geländetauglichkeit. Mit einer Wattiefe von 700 Millimetern sind auch Wasserdurchfahrten leicht zu meistern. Beim Test auf der Straße verhält sich der Toyota Hilux BEV einem Pick-up entsprechend rustikal. Das Fahrwerk mit Blattfedern an der Hinterachse sorgt dafür, dass Straßenunebenheiten zuweilen ziemlich ruppig bis in die Fahrgastzelle vordringen.
Rustikaler Innenraum mit Komfort
Mit den Ledersitzen der getesteten Ausstattung „Executive“ durchweht ein Hauch von Luxus den Innenraum des Toyota Hilux BEV. Auch sonst erinnert nur wenig an ein Nutzfahrzeug. Das schlanke Armaturenbrett ist mit hochwertigem Kunstleder bezogen, das durch eine Ziernaht veredelt ist. Kantige Formen erzeugen einen robusten und zugleich modernen Look. Der gelungene Mix aus gepolsterten Verkleidungsteilen und Hartplastik passt gut zu dem Pick-up.
Die volldigitalen Anzeigen umfassen zum einen ein 12,3 Zoll großes Kombiinstrument, dessen Ansichten und Funktionen über die Tasten am Lenkrad eingestellt werden. Der zentrale Infotainment-Touchscreen misst ebenfalls 12,3 Zoll. Ein Smartphone lässt sich über Apple CarPlay oder Android Auto mit dem System verbinden und induktiv laden. Die Klimaanlage wird unter dem zentralen Display mit praktischen Kippschaltern betätigt. Insgesamt ist der Mix aus Bildschirmbedienung und physischen Tasten und Knöpfen gut gelungen.
Die Platzverhältnisse in der Doppelkabine fallen großzügig aus. Auch auf der Rückbank finden zwei Erwachsene ausreichend Platz, zur Not geht es auch zu dritt. Die Kopffreiheit ist gut, eine Mittelarmlehne mit integrierten Becherhaltern sorgt für zusätzlichen Komfort. Praktischer Stauraum ist reichlich vorhanden. Neben dem Handschuhfach befindet sich ein weiteres Staufach mit Deckel im Armaturenbrett. Hinzu kommt ein großes Fach unter der Mittelarmlehne.
Geringere Nutzlast beim Elektro-Pick-up
Die Ladefläche des Toyota Hilux BEV ist rund 1,5 Meter lang und breit. Das Öffnen der Heckklappe erleichtert das Beladen. Gegenüber der Diesel-Mild-Hybrid-Variante des Hilux, die bis zu 990 Kilogramm Nutzlast aufnehmen kann, sind es beim elektrischen Pick-up nur bis zu 715 Kilogramm. Noch gravierender fällt der Unterschied bei der gebremsten Anhängerlast aus: Bis zu 1.600 Kilogramm kann der elektrische Hilux an den Haken nehmen, beim Diesel liegt dieser Wert bei 3.500 Kilogramm. Das sind Unterschiede, die in der Praxis durchaus relevant sein können.
Eingeschränkter Aktionsradius
Zu Beginn der Testfahrt zeigt das Fahrerdisplay bei einem Akkustand von 100 Prozent eine Reichweite von 251 Kilometern an. Auf der Landstraße pendelt sich der Verbrauch dann bei 24 kWh pro 100 Kilometern ein. Mit einer Akkukapazität von 54 kWh netto sollte damit eine Reichweite von 220 Kilometern möglich sein. Da man jedoch den Akku in der Praxis nie ganz leer fährt, werden es in der Realität maximal 200 Kilometer sein. Für lokale Aktivitäten ausreichend, für Freizeitaktivitäten mit Abenteuercharakter eher weniger.
Vor allem auch deshalb, weil zur geringen Reichweite noch eine vergleichsweise niedrige Ladeleistung dazukommt. Der Toyota Hilux BEV lädt mit maximal 125 kW. Kein zeitgemäßer Wert, schon gar nicht für ein Fahrzeug dieser Preisklasse. Für die Ladung von zehn auf 80 Prozent gibt Toyota eine Zeitspanne von rund 30 Minuten an. Mit Wechselstrom und 11 kW dauert der Ladevorgang von zehn auf 100 Prozent rund 6:30 Stunden – über Nacht an der heimischen Wallbox oder im Betrieb ein durchaus praxistauglicher Wert.
Erstes Fazit
Auch der vollelektrische Toyota Hilux BEV ist dem Image eines robusten Pick-up treu geblieben. Neben vielen praktischen Details bietet der Innenraum auch guten Komfort und Platz für bis zu fünf Personen. Aufgrund des kleinen Akkus und der damit verbundenen geringen Reichweite wird die Zielgruppe des Elektro-Pick-ups jedoch eher im gewerblichen Bereich für Einsätze an lokalen Standorten zu finden sein. Besonders interessant ist er natürlich auch dort, wo die Vermeidung von Lärm- und Abgasemissionen ein Thema ist.
Der Toyota Hilux BEV startet in Österreich bei 67.890 Euro. Dafür erhält man das für den Arbeitseinsatz bereits vollkommen ausreichend ausgestattete Modell „Duty“. Wer etwas mehr Komfort möchte, entscheidet sich für die Variante „Executive“, die ab 72.790 Euro angeboten wird. Mit an Bord sind dann unter anderem eine Lederausstattung, ein elektrisch einstellbarer Fahrersitz und ein 360-Grad-Kamerasystem. (Text: Armin Hoyer | Bilder: Toyota Austria/Lukas Tobler)
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