Toyota RAV4 im Test (2026): Champion mit Charakter

Ab 43.990 Euro geht es los. So viel muss man anlegen, wenn man die neue Generation des Toyota RAV4 haben will. Wir konnten dem Bestseller bei einem kurzen Test auf den Zahn fühlen. Fährt das SUV so gut, wie es aussieht, oder verspricht das Hammerhai-Design zu viel?

Das Wichtigste zuerst

Die sechste Generation des Toyota RAV4 ist genauso groß wie der Vorgänger (4,66 m Länge, 2,69 m Radstand), setzt aber auf ein markantes, kantiges „Hammerhai“-Design. Im Innenraum bietet das SUV viel Platz für Passagiere und Gepäck sowie große Displays. Zur Auswahl stehen Voll- und Plug-in-Hybride mit Front- oder Allradantrieb, die eine Leistung von 185 bis 309 PS haben. Die Allrad-Modelle punkten zudem mit einer Anhängelast von bis zu zwei Tonnen. Die Preise für das beliebte Erfolgsmodell starten in Deutschland ab 43.990 Euro.

Stärken, Schwächen, Alternativen


Was uns gefällt

Der freie Blick über die kantige Motorhaube auf die Straße.

Was wir vermissen

Einen reinen Verbrenner, aber den bekommen sogar die Amis nicht mehr.

Ideal, wenn …

… man was zum Ziehen braucht, ins Gelände will oder viel Platz braucht.

Die Alternativen

Hyundai Tucson, Kia Sportage, Nissan X-Trail


Stärken

  • Anhängelast von zwei Tonnen
  • Präzises Fahrwerk und Lenkung
  • Geringer Verbrauch

Schwächen

  • Komplizierte Bedienung
  • Zu viel Hartplastik im Innenraum
  • Unmotivierter Voll-Hybrid

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Das ist neu am meistverkauften Auto der Welt

Der Toyota RAV4 ist ein echter Champion. 15 Millionen ausgelieferte Autos seit 1994, im vergangenen Jahr sogar das meistverkaufte Fahrzeug der Welt. Fünf Generationen lang gibt es das japanische Erfolgs-SUV jetzt schon – und jetzt soll Nummer 6 in die (großen) Fußstapfen seiner Vorgänger treten. Zumindest von der Karosseriegröße kann der neue RAV4 mithalten – er hat mit 4,66 Meter Länge, 1,88 m Breite und 1,68 m Höhe die gleichen Dimensionen wie der Vorgänger. Das ist aber auch schon alles, denn bereits beim Design unterscheidet sich der neue RAV4 deutlich. Er hat einfach mehr Charakter.

Während die fünfte Generation runder und klassischer aussieht, erinnert Nummer 6 mit seinen Ecken und Kanten eher an den neuen Land Cruiser. Das Front-Design orientiert sich wie so oft an den Konturen eines Raubfischs. Dieses Mal musste der Hammerhai herhalten. Dieses Gesicht mit den U-förmigen Tagfahrlichtern und dem mächtigen Kühlergrill gibt dem Toyota etwas Verwegenes. An den Seiten findet man eckig abgesetzte Radkästen und große Schweller. Das Heck hält sich mit seinen dünnen Leuchten und dem Dachkantenspoiler dagegen schon fast vornehm zurück.

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Auf die Ausstattung kommt es an

Robust sieht der RAV4 nicht nur von außen aus – gerade in der von uns gefahrenen GR-Sport-Ausstattung, die optisch auf 20-Zöller, einen Wabengrill und eine Bi-Color-Lackierung (Dach, Dachsäulen und Radlaufblenden in glänzendem Schwarz) setzt. Hemdsärmelig präsentiert sich auch das Interieur: einiges an Hartplastik, zum Beispiel in den unteren Türtafeln, im Fußraum oder etwa an den Sitzschienen – aber je nach Ausstattung gibt es auch viele Soft-Touch-Materialien, wie zum Beispiel an der Front des Armaturenbretts, oder Wohlfühl-Polster an den Armauflagen und an der Mittelkonsole. Unterstrichen wird der robuste Charakter noch durch die vielen eckigen Schalterelemente und das strenge und geradlinige Design der weit nach unten gewanderten Instrumententafel.

In der Mitte prangt der 12,9 Zoll große Infotainment-Bildschirm, assistiert vom 12,3 Zoll großen Digitaltacho. Die Menüstruktur ist – typisch für Toyota – ein wenig verschachtelt, aber mit einiger Übung durchaus beherrschbar. Uns hat die Übersicht im Cockpit gefallen. Der Blick wandert völlig ungestört und ungetrübt über die mächtige Motorhaube auf die Straße – das hilft beim Fahren und bietet großes Straßen-Kino.

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Zwei Tonnen Anhängelast beim Allrad-Modell

Platz findet sich in Hülle und Fülle im Passagierraum, dank des Radstands von 2,69 Metern. Genauso viel wie im Vorgängermodell. Das heißt: Selbst 1,90 Meter große Personen sitzen bequem und entspannt in der zweiten Reihe. Der Kofferraum bietet je nach Motorisierung Platz für 514 bis 1706 Liter (Voll-Hybrid) oder 446 bis 1619 Liter (Plug-in-Hybrid).

Leider entsteht beim Umlegen der Rücksitzbank zwar eine stufenfreie, aber nicht ganz ebene Fläche. Sie steigt schräg nach oben an. Die Ladekante liegt bei rückenfreundlichen 67,5 Zentimetern. Was nicht in das Auto passt, muss in den Hänger. Der darf bei den Allrad-Modellen immerhin bis zu zwei Tonnen schwer sein. Damit kann der RAV4 einen Pferdetransporter an den Haken nehmen. Mit einem oder zwei Paarhufern, je nach Rasse. Die an der Front angetriebenen Modelle sind auf 800 Kilogramm Anhängelast begrenzt.

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Zwei Motorisierungen, zwei Antriebsarten

Allrad oder Frontantrieb? Diese Frage muss man sich auch beim neuen RAV4 stellen, wenn man den Konfigurator bedient. Die Entscheidung ist aber ganz einfach, weil es nur zwei Motorisierungen gibt. Einmal den Voll-Hybrid mit wahlweise 136 kW / 185 PS (Frontantrieb) und mit 143 kW / 194 PS als Allrad. Analog dazu gibt es einen Plug-in-Hybrid mit 200 kW / 272 PS oder mit 227kW / 309 PS.

Letzterer kommt bis zu 137 Kilometer weit und rennt im Idealfall in 5,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Wir hatten den Voll-Hybriden zum kurzen Test am Rande eines Fahrevents der GCOTY-Jury (German Car Of The Year). Und zwar in der GR-Version – das heißt mit Allrad, einer um 15 Millimeter tiefergelegten Karosserie und einer um 20 Millimeter breiteren Spur. Dadurch steht das Auto nicht nur kräftiger auf der Straße, sondern bewegt sich auch eleganter durch die Kurven.

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Fahrwerk und Lenkung sind top, aber das Getriebe…

Das Stahl-Fahrwerk lässt sich auch auf ruppigen Nebenstrecken mit tiefen Bodenwellen und frostigen Asphalt-Kanten kaum aus der Ruhe bringen. Kurz einfedern, schnell wieder ausfedern – war was? Auch die Lenkung hat uns gefallen. Mit ihrer präzisen Leichtigkeit lässt sie die 1,7 Tonnen des Voll-Hybriden schnell in Vergessenheit geraten.

Und selbst der Lärm hält sich in Grenzen, wenn der Motor dem stufenlosen CVT-Getriebe gehorchend auf hohen Drehzahlen läuft. Mit zusätzlichen Dämm-Maßnahmen hat man hier nachgeholfen. Ein Sprinter wird aus dem Voll-Hybrid freilich nicht. Mit 7,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 trägt sich der Allradler nicht unbedingt in die Geschichtsbücher ein. Der Verbrauch soll bei 5,3 Litern liegen. Überprüfen konnten wir das aufgrund der Kürze des Fahrtests allerdings nicht.

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Fazit

Champions bieten eine reife Leistung und kosten Geld. So auch der neue RAV4 von Toyota. Der Listenpreis für den an der Front angetriebenen Voll-Hybrid liegt bei 43.990 Euro, für das Top-Modell, den Plug-in-Hybrid mit Allrad, muss man schon 53.990 Euro hinblättern. Dafür bekommt man ein modernes SUV mit viel Platz, bedingter Geländetauglichkeit (Bodenfreiheit 18,6 cm) und einer zeitgemäßen Designsprache. Ob das zur Titelverteidigung reicht, das wird die Zukunft zeigen (Text: Rudolf Bögel | Bilder: GCOTY, Hersteller)

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Toyota RAV4

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Rudolf Bögel

Rudolf Bögel ist seit 2022 freier Redakteur bei AutoScout24. Er schwärmt für elegante Limousinen und drehfreudige Saugmotoren, fährt privat jedoch überwiegend elektrisch: im Honda e, gespeist von der eigenen PV-Anlage. Seine heimliche Leidenschaft gilt Oldtimern – vom Mercedes-Benz 190 „Heckflosse“ über den Triumph Spitfire Mk II bis hin zum Ford Granada Coupé 2.6 Ghia. Über Geschmack lässt sich streiten, über gute Autos nicht.

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