Toyota RAV4 (2026) im Test: SUV-Pionier geht in die nächste Runde

Toyota RAV4 (2026) auf einen Blick
Was uns gefällt
Die konsequente Weiterentwicklung des Bestsellers.
Was wir vermissen
Etwas mehr Spritzigkeit beim Vollhybrid.
Ideal, wenn …
man einen Mittelklasse-SUV mit bewährten Tugenden sucht.
Die Alternativen
Cupra Terramar, Hyundai Tucson, Škoda Kodiaq
Stärken
- Moderner Auftritt
- Gute Platzverhältnisse
- Elektrische Reichweite beim Plug-in-Hybrid
Schwächen
- Hoher Hartplastikanteil im Innenraum
- Komplizierte Infotainment-Menüstruktur
- Geringe Anhängerlast beim Fronttriebler
Großer Schritt in Richtung Moderne
Gegenüber dem bisher eher konservativen Auftritt wurde das Erscheinungsbild des neuen Toyota RAV4 rundum modernisiert. Außen tragen klare Linien und das kantige Design maßgeblich zum neuen Look bei. Die kraftvolle Front wird von C-förmigen LED-Tagfahrlichtern und einem neuen Kühlergrill mit wabenförmiger Struktur geprägt. Bei der sportlichen GR-Variante kommt ein schwarzes Mesh-Muster zum Einsatz – ein eindeutiges Erkennungsmerkmal der vom Toyota-Motorsport inspirierten Version. Auch das Heck des Mittelklasse-SUV wirkt mit reduzierten Flächen und markanter LED-Lichtsignatur wesentlich moderner als beim Vorgänger. Zum Innenraum kommen wir noch.
Der neue Toyota RAV4 ist als Vollhybrid und Plug-in-Hybrid erhältlich. Beide Technologien stehen mit Front- und Allradantrieb zur Verfügung. In der 2WD-Version leisten der Benzin- und Elektromotor zusammen 136 kW (185 PS). Wir waren mit der 4WD-Variante mit 143 kW (194 PS) unterwegs, die an der Hinterachse über einen zweiten Elektromotor verfügt. Toyota Austria rechnet damit, dass sich mit 40 Prozent der größte Anteil der Käufer für diesen Antrieb entscheiden wird. Der Plug-in-Hybrid leistet mit Frontantrieb 200 kW (272 PS) und als Allradler 227 kW (309 PS). Insgesamt stehen vier unterschiedliche Ausstattungsvarianten zur Verfügung. Wir waren im „Style“, eine Stufe über der Basisausstattung, unterwegs.
Ausgereifte Hybrid-Antriebe
Der Toyota RAV4 wird von einem 2,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor angetrieben, der in allen Versionen 105 kW (143 PS) leistet. Im Fall des getesteten Vollhybrids mit Allradantrieb kommen vorne ein Elektromotor mit 100 kW (136 PS) und hinten einer mit 40 kW (54 PS) dazu. Mit der Systemleistung von knapp 200 PS ist der 4,6 Meter lange SUV ausreichend motorisiert, ohne dabei sonderlich spritzig zu wirken. Fahrdynamisch ist da vom Plug-in-Hybrid mit über 300 PS mehr zu erwarten. Er benötigt für den Sprint von null auf 100 km/h gerade einmal 5,8 Sekunden. Beim getesteten Vollhybrid sind es 7,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei allen Varianten bei 180 km/h.
Das straff abgestimmte Fahrwerk erweist sich im Test als durchaus komfortabel. Unebenheiten und Schläge werden sehr gut absorbiert. In schnelleren Kurven zeigt die Karosserie kaum Seitenneigung und lädt so auch mal zum zügigeren Fahren ein. Die Lenkung wirkt direkt und bietet gutes Feedback von der Fahrbahn. Mit einer Bodenfreiheit von 186 Millimetern und Allradantrieb ist der Toyota RAV4 auch für leichtes Gelände geeignet.
Robuster Innenraum mit hohem Alltagsnutzen
Der kantigere Look des neuen Toyota RAV4 setzt sich auch im Innenraum fort. Die klaren Linien lassen das Ambiente gegenüber dem Vorgänger moderner und robuster wirken. Der Hartplastikanteil könnte für unseren Geschmack etwas geringer ausfallen. Als digitales Cockpit kommt ein freistehendes 12,3-Zoll-Display zum Einsatz, dessen Ansicht individuell gestaltbar ist. Der zentrale Touchscreen wurde auf 12,9 Zoll vergrößert und verbessert damit die Übersicht. Das ist auch gut so, da die Menüstruktur zum Teil etwas kompliziert ausgefallen ist. Die Steuerung der Klimatisierung ist am unteren Rand angebracht und funktioniert noch teilweise über physische Tasten.
Direkt darunter lassen sich zwei Smartphones ablegen und induktiv laden. Über zwei USB-C-Anschlüsse ist dies auch mit Kabel möglich. Die straffen Sitze bieten guten Komfort und Seitenhalt. Sie sind beheiz- und belüftbar, der veloursartige Bezug fühlt sich angenehm an. Das 3-Speichen-Lederlenkrad verfügt über physische Tasten, die übersichtlich angeordnet und damit sehr intuitiv bedienbar sind. Der Toyota RAV4 bietet zahlreiche praktische Ablagen, die zu einem hohen Alltagsnutzen beitragen.
Der Radstand von 2,69 Metern sorgt für ausreichend Beinfreiheit im Fond, die Kopffreiheit fällt großzügig aus. Zusätzlichen Komfort bietet die ausklappbare Mittelarmlehne mit zwei integrierten Becherhaltern. USB-C-Anschlüsse sind ebenfalls vorhanden. So lässt es sich im Toyota RAV4 auch auf der Rückbank entspannt reisen.
Ab der getesteten Ausstattungsstufe „Style“ öffnet die Heckklappe elektrisch. Mittels Sensor kann sie auch per Fußgeste geöffnet werden. 514 Liter Kofferraumvolumen stehen dann beim Vollhybrid zur Verfügung (446 Liter beim Plug-in-Hybrid). Das Umklappen der Rücksitzbank erweitert den Stauraum auf 1.624 bzw. 1.561 Liter. Die Anhängerlast beträgt beim Allradler praxistaugliche zwei Tonnen, beim Fronttriebler sind es 800 Kilogramm.
Plug-in-Hybrid fährt bis zu 137 Kilometer rein elektrisch
Der Toyota RAV4 Hybrid mit Allradantrieb verbraucht auf einer ersten Testrunde 6,3 Liter auf 100 Kilometern. Laut Anzeige fährt der SUV auf dieser Strecke zu 63 Prozent im EV-Modus, also knapp zwei Drittel mit abgeschaltetem Verbrennungsmotor. Das laufende Umschalten zwischen Verbrenner und Elektromotor geht sehr sanft und unauffällig vonstatten. Mit dem Plug-in-Hybrid besteht die Möglichkeit, längere Strecken mit höheren Geschwindigkeiten rein elektrisch zu fahren. Im Falle des Toyota RAV4 Plug-in-Hybrids sind es nach WLTP bis zu 137 Kilometer.
Dazu wurde die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie gegenüber dem Vorgänger um 30 Prozent auf 22,7 kWh erhöht. Auch die Batterieleistung wurde um acht Prozent gesteigert. Mit Wechselstrom kann der Akku mit 11 kW innerhalb von drei Stunden aufgeladen werden. Das je nach Ausstattung optionale bzw. serienmäßige 50-kW-DC-Bordladegerät ermöglicht eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in einer halben Stunde – ist also während eines etwas längeren Einkaufs erledigt. In der Basisausstattung „Teamplayer“ ist diese praktische DC-Ladeoption nicht erhältlich.
Erstes Fazit
Die sechste Generation des Toyota RAV4 wirkt außen wie innen deutlich moderner. Auch die Hybrid-Antriebe wurden weiterentwickelt und bieten dadurch bessere Fahrleistungen und einen niedrigeren Verbrauch. Die größere Batterie im Plug-in-Hybrid sollte in der Praxis eine rein elektrische Reichweite von über 100 Kilometern ermöglichen. Alles in allem sind das sinnvolle Verbesserungen, die dazu beitragen werden, die Erfolgsgeschichte des Mittelklasse-SUV fortzuschreiben.
Die ersten Toyota RAV4 sind bereits in Österreich angekommen. In diesem Jahr werden rund 1.300 Fahrzeuge hierzulande erwartet. Der Einstieg in Form des Toyota RAV4 Hybrid mit Frontantrieb und der Ausstattung „Teamplayer“ kostet ab 45.590 Euro. Die Allradversion startet bei 47.690 Euro. Die nur mit Allradantrieb erhältliche Top-Version „GR Sport“ kostet in der Plug-in-Hybrid-Variante ab 58.190 Euro und bildet das obere Ende der Preisliste. (Text: Armin Hoyer | Bilder: Toyota Austria/Lukas Tobler)
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