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Iso Rivolta Grifo

5,4 bis 7,5 Liter Hubraum - der Iso Rivolta Grifo

Konkurrenz belebt das Geschäft, fast immer aber die Fantasie. Und aus fantastischen Vorstellungen können außergewöhnliche Produkte entstehen, wie der Iso Rivolta Grifo belegt.Es war der Konkurrenzgedanke, der den Ingenieur Giotto Bizzarrini nach seinem Ausscheiden bei Ferrari beflügelte, dem berühmten Sportwagenhersteller zu zeigen, wer da das Werk in Modena im Streit verlassen hatte. Bizzarrini wollte das tun, was er bei Ferrari gelernt hatte - schnelle Autos bauen…Weiterlesen

Glücklicherweise fand Bizzarrini einen Partner, mit dem es möglich war, einen neuen Supersportwagen zu schaffen.Renzo Rivolta hatte die gleiche Idee. Auch er wollte gerne der Konkurrenz zeigen, was sein Unternehmen Iso Rivolta so drauf hatte. Bis dahin hatte der Ingenieur Kühlaggregate, Motorräder und Motorroller gebaut. Ach ja, und die Isetta, einen Kleinstwagen mit Fronteinstieg und so dicht beieinanderstehenden Hinterrädern, dass das Fahrzeug praktisch ein Dreirad war.Und dann also Sportwagen. Zusammen machten sich Rivolta und Bizzarrini an einen Gran Turismo Sportwagen, den Iso Rivolta 300. Zeitlich parallel entstand in der Werkstatt von Bizzarrini ein Sportcoupé, das man gemeinsam vermarkten wollte. Auf dem Turiner Autosalon präsentierten dann Iso Rivolta und Bizzarrini gemeinsam den Prototyp A3/L, der kurz darauf als Iso Rivolta Grifo in Serie ging.

Ein schönes, starkes und schnelles Auto

1965 begann die Serienproduktion des Iso Rivolta Grifo. Das Fahrzeug war mächtig motorisiert, mit einem 5,4 Liter Achtzylindermotor aus der Chevrolet Corvette. Auf einer Testfahrt erreichte das Auto eine Höchstgeschwindigkeit von 247 km/h und beschleunigte in 6,4 Sekunden auf 100 km/h. Zwischen 1970 und 1972 gab es einen Iso Rivolta Grifo mit einem 5,7 Liter Achtzylinder-V-Motor mit einer Leistung von 300 PS.Doch Rivolta und Bizzarrini setzten noch einen drauf - nicht einen, sondern zwei Liter Hubraum zusätzlich. Der 7,5 Liter Motor katapultierte den Grifo damit in die Leistungsklasse von Ferrari und Lamborghini. Was aber Folgen hatte. Die großen Motoren waren so überzüchtet, dass Temperaturprobleme auftauchten. Man versuchte, dieses Problem durch zusätzliche Kühleinrichtungen zu lösen. Äußerlich sichtbar war dies durch einen Haubenaufsatz - das Penthouse. Denn der riesige Motor passte einfach nicht mehr unter die Haube. Die Schwierigkeiten blieben aber bestehen und einige Aggregate platzten, was die Kunden natürlich ärgerte.1972 wechselte Iso Rivolta dann den Motorenhersteller. Ford war nun der neue Lieferant, wieder mit etwas kleineren Motoren. Der Hauptgrund war, dass Iso Rivolta knapp bei Kasse war. Die bisherige Motorenvielfalt war Geschichte. Es gab den Iso Rivolta Grifo serienmäßig nur noch mit dem 5,8 Liter Motor von Ford.Das Ende kam mit dem Konkurs des Unternehmens 1974. Bis dahin wurden insgesamt 412 Iso Grifo produziert.