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Bugatti

Aktuelle Bugatti Topmodelle im Überblick

Nach insgesamt 7.950 Fahrzeugen rollte 1962 der letzte Bugatti Type 252 vom Band. Fast 45 Jahre später ließ VW das ursprüngliche Bugatti-Werk im französischen Molsheim wieder aufleben und brachte 2005 mit dem Bugatti Veyron 300 Exemplare eines Supersportwagens heraus, der vor allem ein Ziel hatte: Rekorde brechen! Gleichzeitig sollte der Renn-wagen aber auch für die Straße taugen und für über 1,3 Mio. Euro verkauft werden. Dafür mussten die VW-Ingenieure einige Kompromisse eingehen. Weiterlesen

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Vom Traumwagen der "Goldenen 20er" zum Bugatti Veyron des VW-Konzerns

Rekordtempo plus Alltagstauglichkeit unter einer Motorhaube

Mit dem Bugatti Veyron wollte Volkswagen von Anfang an kein Geld verdienen. Zu hoch waren die Kosten für die techni-sche Entwicklung, zu klein die Anzahl der produzierten Fahrzeuge. Der Wolfsburger Konzern hat sich die stillgelegte Marke vor allem aus Prestigegründen unter den Nagel gerissen, ähnlich wie Fiat sich mit seinen Marken Ferrari und Maserati brüstet. Doch Volkswagen wollte nicht an die großen Rennsport-Erfolge von Bugatti anknüpfen, sondern den Supersportwagen auf die Straße bringen. Um Rekord-Geschwindigkeiten und Alltagstauglichkeit unter eine Motorhaube zu bringen, musste der Konzern bei der Entwicklung und Produktion rund 1,7 Mrd. Euro Verlust für den Bugatti hinneh-men. Dafür hat der Veyron zahlreiche Rekorde aufgestellt und Neuheiten präsentiert:

  • 16-Zylinder-Mittelmotor in Doppel-V-Form
  • 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
  • 1.200 PS maximale Leistung
  • 431 km/h Höchstgeschwindigkeit
  • 2,5 Sekunden auf 100 km/h
  • 4 Turbolader
  • 10 Kühler
  • 100 Liter auf 100 km (Maximalverbrauch)
  • 1.500 Nm maximales Drehmoment

2015 alle Bugatti Veyron 16.4 verkauft

Das zweisitzige Coupé ist der Beweis dafür, dass Volkswagen auch ohne Porsche renntaugliche Sportwagen produzieren kann. Die Fertigung der 300 Exemplare des Bugatti Veyron 16.4 lief von 2005 bis 2011. Die Wartezeit auf einen Neuwa-gen betrug mehr als ein halbes Jahr. Doch jeder Barzahler sollte seinen Bugatti bereits nach einem Monat erhalten, ga-rantierte der ehemalige Bugatti-Chef Thomas Bscher. Bis 2015 waren noch Neuwagen auf dem Markt. Doch inzwischen sind Bugatti Veyron Gebrauchtwagen erhältlich. Der Namenszusatz „16.4“ bezeichnet dabei die Anzahl der 16 Zylinder und 4 Turbolader. Benannt wurde das Modell nach dem französischen Rennfahrer Pierre Veyron, der 1932 bei Bugatti eingestellt wurde und dort als Entwickler und Testfahrer tätig war, während er mehrfach am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teilnahm und 1939 mit seinem Teamkollegen Jean-Pierre Wimille den Gesamtsieg holte.

Mit 16 Zylindern in Serienproduktion 1998 holte sich der VW-Konzern mit Lamborghini für Audi und Bugatti für Volkswagen gleich zwei Marken für Sportwa-gen ins Haus und wurde damit neben Fiat zum zweiten großen Player auf dem Markt für automobile Superlative. Noch im Oktober 1998 stellte VW das erste Konzeptfahrzeug seiner neuen Marke vor: das viersitzige Coupé Bugatti EB 118. Schon ein Jahr später erschien das zweite Konzeptfahrzeug Bugatti EB 218 als viertürige Limousine sowie das dritte Kon-zeptfahrzeug namens Bugatti EB 183 Chiron als Mittelmotorsportwagen. Alle drei Prototypen hatten einen 18-Zylinder-W-Motor an Bord, der jedoch aufgrund technischer Probleme verworfen wurde. Der Name „Chiron“ tauchte erst beim Nachfolger des Veyron wieder auf und ist ebenfalls der Name eines Bugatti-Rennfahrers aus den 30er Jahren. Auf der Tokyo Motor Show 1999 tauchte dann erstmals der Bugatti Veyron EB 18.4 auf. Bis auf den 18-Zylinder-Motor kam dieser Entwurf dem späteren Serienmodell schon sehr nahe. 2001 entschied sich VW dafür, mit dem Veyron in Serien-produktion zu gehen. 2003 war der erste fahrbereite Prototyp erstellt, doch aufgrund von erheblichen technischen Prob-lemen verschob sich die Serienreife noch bis 2005.

Die Liga der schnellsten Serienfahrzeuge der Welt

Mit Einführung 2005 stellte der Bugatti Veyron schon den ersten Rekord auf – als schnellster Seriensportwagen der Welt. Mit durchschnittlicher Höchstgeschwindigkeit von 408,47 km/h trat er damit die Nachfolge des Dauer 962 LM an. Zwei Jahre später stellte der SSC Ultimate Aero TT mit 412 km/h absoluter Höchstgeschwindigkeit einen neuen Weltre-kord für einen Wagen mit Straßenzulassung auf. 2010 legte Volkswagen mit dem Bugatti Veyron Super Sport nach und holte sich den Titel zurück. Mit 1.200 PS brachte es der Sportwagen auf 431,072 km/h durchschnittliche Höchstge-schwindigkeit. Dafür waren speziell angefertigte Reifen im Einsatz, die für das Serienfahrzeug mit Straßenzulassung jedoch nicht verfügbar sind. Entsprechend ist die Verkaufsversion der Super-Sport-Variante elektronisch auf 415 km/h begrenzt. Seitdem haben Konkurrenten wie der Ford Badd GT, der Hennessey Venom GT und der Koenigsegg Agera RS weitere Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. Auch der Veyron-Nachfolger Bugatti Chiron mit 1.500 PS gehört zu den schnellsten Serienfahrzeugen der Welt, ist aber ebenfalls elektronisch auf 420 km/h Höchstge-schwindigkeit begrenzt.

Rekord-Geschwindigkeit mit hohem Spritverbrauch

Die Entwicklung des Bugatti Veyron als Kombination aus Rennwagen und Straßenfahrzeug stellte die VW-Ingenieure vor einige Herausforderungen. Zunächst verabschiedeten sie sich nach den ersten Konzeptfahrzeugen vom 18-Zylinder-Motor und entwickelten den 16-Zylinder-Mittelmotor in Doppel-V-Form mit 1.001 PS – ein unechter W-Motor mit zwei VR8-Zylinderbänken aus dem Volkswagen-Motorenwerk Salzgitter. Damit war schon mal eine Höchstgeschwindigkeit von 407 km/h und eine Beschleunigung in 2,5 Sekunden auf 100 km/h möglich. Nächste Baustelle: das Getriebe. Ziel war ein leichtes, kleines und langlebiges Getriebe, aber mit 1.250 Nm maximalem Drehmoment. Das finale 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe bringt 110 kg auf die Waage, sodass der Bugatti das Zielgewicht von 1.550 kg um 338 kg über-traf. Um fast 1,9 t Gesamtgewicht so schnell bewegen zu können, erhöhte sich der Verbrauch auf 40,4 Liter pro 100 km innerorts, 14,7 Liter pro 100 km außerorts und 100 Liter pro 100 km unter Volllast. Diese hohen Werte sind vergleichbar mit einem Geländewagen wie dem Subaru Forester und stellen einen weiteren Rekord auf, allerdings im negativen Bereich. Dafür ist der Bugatti Veyron auch für den Alltag geeignet, was nicht viele Rennwagen von sich behaupten können.

Speed-Key für weniger Luftwiderstand

Für die Kombination aus Geschwindigkeit und Handling hat der Bugatti ein paar Tricks auf Lager. Bei hohen Geschwindig-keiten hilft ein hydraulisch ausfahrbarer Heckflügel dabei, den Wagen zu stabilisieren. Dadurch erhöht sich jedoch auch der Luftwiderstand und der Veyron schafft „nur“ 375 km/h Höchstgeschwindigkeit. Durch den Speed-Key links neben dem Fahrersitz wird der Wagen abgesenkt, um durch die Keilform weniger Luftwiderstand zu erzeugen. Zudem wird der Heckflügel auf 2°-Stellung gefahren und die vorderen Diffusorklappen machen dicht. Das bedeutet: mehr Geschwindig-keit zum Preis einer schlechteren Handhabung. Aufgrund der Geschwindigkeiten über 400 km/h hat Reifenhersteller Michelin knapp fünf Jahre spezielle Hochgeschwindigkeitsreifen namens Michelin Pilot Sport PAX für den Veyron entwi-ckelt. Um das schwere Fahrzeug bei solchen Geschwindigkeiten auch noch abbremsen zu können, sorgen Carbon-Keramik-Bremsscheiben sowie ein ab 240 km/h automatisch steiler gestellter Heckflügel wie beim Mercedes-Benz SLR McLaren für 283 Meter Bremsweg von 300 auf 0 km/h. Bei 100 km/h sind es 31,4 Meter.

Viele Sondermodelle mit optischen Unterschieden

Auch das eher rundliche Design des Veyron machte bei der Rekordjagd Probleme. Der Strömungswiderstand ist für einen Sportwagen relativ hoch und liegt mit 0,393 cw zwischen dem VW New Beetle (0,38 cw) und dem VW Golf I (0,41 cw). Das Design wurde 1999 vom Volkswagen-Designchef Hartmut Warkuß in Zusammenarbeit mit Nachwuchsdesigner Jozef Kabaň entwickelt, der später zum Außendesigner bei Audi und Designchef bei Škoda aufstieg. Zusätzlich zu den 300 Exemplaren des Veyron gibt es zahlreiche Sondermodelle, die in noch kleineren Stückzahlen vom Band liefen. Technisch gesehen sind alle Modelle identisch, sie unterscheiden sich ledig-lich bei der Außen- und Innengestaltung. Nur die Standard- und Super-Sport-Version des Bugatti Veyron haben einen Unterschied von 199 PS.

Fazit

Volkswagen hat den Bugatti Veyron von Anfang an als Vorzeige-Sportwagen und Rekord-Brecher konzipiert und 300 Exemplare sowie zahlreiche Sondermodelle für die Straße gebaut. Entsprechend selten und teuer ist der Supersportwa-gen – auch als Bugatti Veyron Gebrauchtwagen. Doch wer das nötige Kleingeld für Superlative hat, der kann sich dieses technische Wunderwerk zu den anderen Sportwagen in die Garage stellen. Ein großer Vorteil des Veyron: Von der Leis-tung her steht der Bugatti „echten“ Rennwagen in nichts nach, ist aber zusätzlich für den Straßenverkehr zugelassen.