585 PS zum Golf-Preis: Mercedes-AMG E 63 S 4MATIC T-Modell als Gebrauchter

Als Neuwagen nahezu unerschwinglich, wird der Mercedes-AMG E 63 S 4MATIC der Baureihe 212 als Gebrauchtwagen zunehmend erschwinglicher. Wir werfen einen Blick auf das T-Modell, das die brachiale Leistung eines Supersportwagens mit der Alltagstauglichkeit eines Kombis vereint.

5,5 Liter Hubraum, 585 Pferdestärken

2013 war die Welt für allerlei Autoenthusiasten noch eine bessere. Also zumindest ein wenig. Woran wir das festmachen? Mercedes-AMG lieferte im E 63 S 4Matic zum Beispiel noch mehr Hubraum. Freilich: Frei atmende 6,2 Liter plus ein paar Zerquetschte gab es zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr in der E-Klasse, aber immerhin noch standesgemäße 5,5 Liter! Und da man sich in Affalterbach sicher war, dass ein hubraumstarker Achtzylinder wohl am besten mit einem Turbolader funktioniert, spendierte man dem Aggregat M 157 DE 55 AL auch gleich zwei davon.

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Rasender Lastenesel

585 PS läuteten somit ab Juni 2013 den glorreichen Serienabschluss der E-Klassen-Baureihe 212 (gebaut von 2009–2016) ein. Die S-Variante war dabei stets allradgetrieben und mit einem 7-Gang-AMG-Speedshift-MCT-Sportgetriebe ausgerüstet. Weshalb wir hier gerade das T-Modell mit dem internen Baureihenkürzel S212 vorstellen? Weil es das Unnütze mit dem Nützlichen verbindet. Seien wir ehrlich: Kein Mensch braucht so viel Power in einem Kombi, aber Beschleunigungswerte wie in einem Supersportler sind dann eben doch verlockend – vor allem, wenn man zusätzlich zwischen 695 und maximal 1.950 Liter Laderaum zur Verfügung hat. Aber es gibt auch noch einen anderen Grund, warum der E 63 S 4Matic so interessant ist: sein Preis.

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Preise starten auf Golf GTI-Niveau

Gute gebrauchte Exemplare des E 63 S starten auf AutoScout24 mittlerweile unterhalb der 45.000-Euro-Grenze und haben in ihrem bisherigen Autoleben dann bestenfalls zwischen 90.000 und 150.000 Kilometer zurückgelegt. Zum Vergleich: Der einstige Neupreis lag in Deutschland bei mindestens 121.380 Euro. Da aber kaum jemand ein solches Auto nackt bestellt hat, waren Neupreise jenseits der 140.000 Euro keine Seltenheit. Heute bekommt man den 585 PS starken Kombi also deutlich günstiger, als einen neuen VW Golf GTI.

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Der Benz läuft optional 300 km/h!

Anders als der AMG marschiert der Wolfsburger auch nicht in 3,7 Sekunden (T-Modell) auf Tempo hundert und erreicht (mit dem optionalen AMG Performance Package) auch keine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h! Bei solchen Werten muss sich selbst ein brandneuer Porsche 911 Carrera kräftig strecken, um dranzubleiben. Doch wenn wir solche Vergleiche ziehen, dann müssen wir fairerweise auch auf die laufenden Kosten hinweisen. So sollte man bei aller Mercedes-Qualität eben nicht vergessen, dass der jüngste E 63 S mittlerweile schon neun Jahre auf dem Buckel hat.

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Besonders auf die Historie achten

So kostet beispielsweise der Austausch der optionalen Carbon-Keramik-Bremsanlage bereits ein kleines Vermögen; die regulären Servicekosten liegen ebenfalls deutlich über jenen einer normalen E-Klasse. Wer nun dennoch damit liebäugelt, einen E 63 S 4Matic aus den Baujahren 2013 bis 2016 beim Gebrauchtwagenkauf in Betracht zu ziehen, sollte auf eine vollständige Wartungshistorie achten.

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Mit diesen Problemen muss man bei der Mercedes E-Klasse der Baureihe 212 rechnen

Der TÜV-Report 2025 gibt überdies folgende Einblicke in die Langzeitqualität der E-Klasse der Baureihe 212:

Beim OM 651-Diesel können Partikelfilter, defekte Injektoren und Probleme mit der Steuerkette auftreten. Zudem sind Rostprobleme am Hinterachsträger bekannt – Mercedes zeigte sich hier jedoch oft kulant. Auch gab es mehrere Rückrufe, unter anderem wegen loser Leitungen der Servolenkung. Besonders betroffen waren zahlreiche 4Matic-Modelle, bei denen Lenkgetriebe ausgetauscht werden mussten.

Zwischen November 2011 und August 2017 bestand zudem das Risiko, dass Airbags unerwartet auslösen, während zwischen März 2009 und Januar 2013 ein Ausfall der Servolenkung möglich war. Insgesamt werden der Baureihe 212 aber solide Noten ausgestellt. Viele Mängel deuten auch auf eine intensive Nutzung der Fahrzeuge hin - nicht selten ist die E-Klasse ein wahrer Kilometerkönig. Auch das spricht für eine gute Langzeitqualität. (Autor: tv | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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