Auto stilllegen in Österreich: Kennzeichen hinterlegen statt abmelden

Motorrad im Winter, Zweitwagen während des Auslandssemesters: Wer sein Fahrzeug eine Zeit lang nicht braucht, hinterlegt die Kennzeichen. So funktioniert es und das sparst du dabei.

Das Motorrad macht Winterpause, der Zweitwagen wird ein paar Monate nicht gebraucht: Statt das Fahrzeug abzumelden, hinterlegst du in Österreich einfach die Kennzeichen. Das kostet nichts und spart ab 45 Tagen die motorbezogene Versicherungssteuer.

Die Hinterlegung ist die österreichische Form des Stilllegens. Du gibst Kennzeichentafeln und Zulassungsschein bei einer Zulassungsstelle ab, die Zulassung bleibt bestehen und du holst beides wieder, sobald du losfahren willst. Bis zu einem Jahr ist das möglich, danach musst du dich entscheiden.

Hier erfährst du, wie die Hinterlegung abläuft, was sie dir bei Steuer und Versicherung bringt und wann ein Abmelden die bessere Wahl ist.

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Das Wichtigste in Kürze

• Stilllegen heißt in Österreich: Kennzeichentafeln und Zulassungsschein bei der Zulassungsstelle hinterlegen.

• Die Hinterlegung ist kostenlos und für höchstens ein Jahr möglich.

• Ab 45 Tagen Hinterlegung zahlst du für diese Zeit keine motorbezogene Versicherungssteuer.

• Ohne Kennzeichen darf das Fahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen oder Parkplätzen stehen.

• Holst du die Kennzeichen nicht innerhalb eines Jahres ab, erlischt die Zulassung.

Stilllegen in Österreich: Was die Hinterlegung bedeutet

Wer sein Auto oder Motorrad eine Zeit lang nicht nutzt, muss es in Österreich nicht abmelden. Stattdessen hinterlegst du die Kennzeichentafeln vorübergehend bei einer Zulassungsstelle, typischerweise für die Wintermonate oder für einen längeren Auslandsaufenthalt.

Die Zulassung bleibt dabei aufrecht, sie ruht nur. Du behältst dein Kennzeichen und musst dich später nicht neu anmelden, sondern holst Tafeln und Zulassungsschein einfach wieder ab. Genau das macht die Hinterlegung für saisonale Fahrzeuge so praktisch.

So läuft die Hinterlegung ab

Zuständig ist eine Zulassungsstelle, die für deinen Wohnbezirk ermächtigt ist. Mitbringen musst du einen amtlichen Lichtbildausweis, die Kennzeichentafeln und den Zulassungsschein. Erledigt jemand anderer den Weg für dich, braucht diese Person eine schriftliche Vollmacht.

Gebühren fallen keine an. Du bekommst eine Bestätigung über die Hinterlegung, die du an deine Kfz-Versicherung weiterleitest, damit sie Bescheid weiß. Hast du Wechselkennzeichen, kannst du übrigens nicht nur eines der Fahrzeuge allein hinterlegen.

Hinterlegen oder abmelden?

Die Hinterlegung ist für eine Pause gedacht, die Abmeldung für den endgültigen Abschied vom Fahrzeug, etwa beim Verkauf oder vor der Verschrottung. Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Hinterlegung Abmeldung
Wofür vorübergehende Pause Verkauf, Export, Verschrottung
Dauer höchstens ein Jahr dauerhaft
Kosten kostenlos kostenlos
Zulassung bleibt bestehen endet
Wieder fahren Kennzeichen bei der Zulassungsstelle abholen Fahrzeug neu anmelden

Wie die endgültige Abmeldung funktioniert und welche Unterlagen du dafür brauchst, erklärt unser Ratgeber zum Auto abmelden in Österreich.

Was du bei Steuer und Versicherung sparst

Der wichtigste Vorteil der Hinterlegung ist die Steuer. Sind die Kennzeichen mindestens 45 Tage hinterlegt, entfällt für diesen Zeitraum die motorbezogene Versicherungssteuer. Der Tag der Hinterlegung und der Tag der Abholung zählen dabei nicht mit, plane also lieber ein paar Tage Puffer ein.

Wie viel das bei deinem Fahrzeug ausmacht, kannst du mit unserem Ratgeber zur motorbezogenen Versicherungssteuer abschätzen. Bei der Haftpflichtprämie gelten die Regeln deiner Versicherung. Frag deshalb vorher nach, ab welcher Dauer sie die Prämie aussetzt und wie das abgestellte Fahrzeug während der Pause geschützt ist.

Wo das Fahrzeug in der Zwischenzeit steht

Ohne Kennzeichen darf dein Auto oder Motorrad nicht auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen abgestellt werden. Für die Pause brauchst du deshalb einen Platz auf Privatgrund, also eine Garage, einen Carport oder einen eigenen Stellplatz.

Gerade bei längeren Pausen lohnt sich ein wenig Vorbereitung: Ein voller Tank, der richtige Reifendruck und eine geladene oder abgeklemmte Batterie sorgen dafür, dass das Fahrzeug im Frühjahr ohne Ärger wieder anspringt.

Wieder losfahren: Kennzeichen abholen

Die Kennzeichentafeln und den Zulassungsschein bekommst du bei derselben Zulassungsstelle zurück, bei der du sie hinterlegt hast. Mitzubringen ist ein amtlicher Lichtbildausweis, bei Vertretung wieder eine schriftliche Vollmacht. Auch die Ausfolgung ist kostenlos.

Ausgegeben werden die Kennzeichen allerdings nur, wenn für dein Fahrzeug eine gültige Versicherungsbestätigung vorliegt. Wichtig ist außerdem die Frist: Holst du die Tafeln nicht spätestens nach einem Jahr ab und beantragst keine neue Hinterlegung, erlischt die Zulassung. Bevor du wieder losfährst, lohnt sich ein Blick auf dein Pickerl, denn die Frist für die Begutachtung läuft während der Hinterlegung weiter.

Häufige Fragen

Quellen und Stand

oesterreich.gv.at, „Hinterlegung von Kennzeichen“ und „Ausfolgung von hinterlegten Kennzeichen“ (Stand 12.01.2026). Geprüft am 09.10.2026.

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Julian Deutsch

Julian Deutsch ist Journalist und Content-Spezialist mit über zehn Jahren Erfahrung. Er bereitet komplexe Themen rund um Auto, Mobilität und Kaufentscheidungen verständlich und praxisnah auf, damit Leser schnell verstehen, worauf es ankommt.

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