VW knackt drei Weltrekorde: "Mission Efficiency" verbraucht nur 6,89 kWh

Die "Mission Efficiency" auf einen Blick
- Effizienzrekord: Auf der 1.278 Kilometer langen Fahrt von Wolfsburg nach Wien verbrauchte die Studie durchschnittlich 6,89 kWh/100 km ohne Ladeverluste.
- Aerodynamik-Bestwert: Mit einem cW-Wert von 0,158 soll der Mission Efficiency aerodynamischer sein als jedes bislang zugelassene Auto.
- Seriennaher Antrieb: Elektromotor und Batterie stammen im Wesentlichen aus dem neuen VW ID. Polo auf Basis des MEB+.
- Alltag nicht vergessen: Trotz extremer Stromlinienform bietet das Coupé 2+2 Sitzplätze und einen 481 Liter großen Kofferraum.
- Nicht für den Verkauf: Der Mission Efficiency ist ein zugelassenes Konzeptfahrzeug, eine Serienproduktion ist derzeit nicht vorgesehen.
Effizienz statt immer größerer Batterien: Mit dem Mission Efficiency zeigt Volkswagen, wie stark sich Aerodynamik, Gewicht und Rollwiderstand auf den Verbrauch eines Elektroautos auswirken können. Die flache Studie nutzt weitgehend die Antriebstechnik des neuen ID. Polo, verpackt sie jedoch in eine kompromisslos auf geringen Luftwiderstand ausgelegte Karosserie.
Das Ergebnis sind nach Angaben von Volkswagen drei vom Rekord-Institut für Deutschland dokumentierte Bestmarken. Dazu gehören ein cW-Wert von 0,158, ein Verbrauch von 6,48 kWh/100 km unter Idealbedingungen sowie der niedrigste Durchschnittsverbrauch in der Kategorie seriennaher, alltagstauglicher Elektro-Viersitzer.
Rekordfahrt: 1.278 Kilometer mit nur einer Ladepause
Für die dokumentierte Verbrauchsfahrt startete der Mission Efficiency am Volkswagen-Entwicklungszentrum in Wolfsburg. Die Route führte über Poznań und Olmütz nach Wien. Nach exakt 1.278,36 Kilometern standen einschließlich der Ladeverluste durchschnittlich 7,51 kWh/100 km zu Buche. Am Fahrzeug selbst wurden 6,89 kWh/100 km gemessen.
Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 67,72 km/h, maximal fuhr die Studie 138 km/h. Die Batterie wurde unterwegs einmal geladen. Bei der Ankunft zeigte der Bordcomputer noch 164 Kilometer Restreichweite an. Die separate Idealfahrt mit konstant 68 km/h, ohne Steigungen, Klimatisierung und weitere Nebenverbraucher, ergab 6,48 kWh/100 km.
Aerodynamik: Tropfenform statt SUV-Proportionen
Den größten Anteil an der Effizienz hat die Karosserie. Der Mission Efficiency ist 4,78 Meter lang, aber nur 1,39 Meter hoch. Sein langes, sich verjüngendes Heck, verkleidete Hinterräder und ein nahezu geschlossener Unterboden reduzieren Luftverwirbelungen. Die Stirnfläche beträgt 2,08 Quadratmeter.
Drei einzeln steuerbare Kühlluftklappen in der Front stellen nur den jeweils benötigten Öffnungsquerschnitt bereit. Hinzu kommen patentierte Felgendeflektoren, strömungsoptimierte Radabdeckungen sowie speziell entwickelte Continental-Reifen. Kameras ersetzen die Außenspiegel bewusst nicht: Ihr geringer aerodynamischer Vorteil hätte nach Berechnungen der Entwickler die höheren Kosten und den zusätzlichen Energiebedarf nicht gerechtfertigt.
ID.-Polo-Technik mit 135 PS
Als Antrieb dient die aus dem ID. Polo bekannte permanenterregte Synchronmaschine APP290. Sie leistet 99 kW (135 PS) und entwickelt 264 Nm. Der Mission Efficiency beschleunigt in 9,0 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 160 km/h.
Auch die NMC-Batterie basiert auf dem Serienmodell. Für das Rekordfahrzeug wurde die nutzbare Kapazität per Software allerdings von 52,0 auf 54,9 kWh netto erhöht. Im Serienbetrieb bleibt dieser zusätzliche Puffer zugunsten der Batterielebensdauer gesperrt. Geladen wird mit 11 kW Wechselstrom oder bis zu 105 kW Gleichstrom.
Weitere Effizienzbausteine sind ein Solarsystem mit 370 Watt im Dach und in der Heckklappe sowie eine neue elektromechanische Hinterradbremse. Die Solarzellen versorgen das Bordnetz und sollen abhängig von Wetter, Region und Jahreszeit bis zu 30 Kilometer zusätzliche Reichweite pro Tag ermöglichen.
Platz für vier und 481 Liter Gepäck
Anders als viele Rekordfahrzeuge bleibt der Mission Efficiency zumindest theoretisch alltagstauglich. Vorn bietet der Zweitürer vollwertige Plätze, hinten ist der Raum für Personen bis etwa 1,60 Meter Körpergröße ausgelegt. Der Kofferraum fasst 481 Liter, bei umgelegter Rückbank entsteht eine bis zu 1,80 Meter lange Ladefläche.
Beim Infotainment setzt Volkswagen auf „Bring your own device“: Smartphone oder Tablet übernehmen Navigation und Medienwiedergabe. Grundlegende Fahrzeug- und Klimafunktionen bleiben über ein separates E-Paper-Display bedienbar. Selbst fest eingebaute Lautsprecher entfallen zugunsten einer mobilen Bluetooth-Box.
| Parameter | VW Mission Efficiency |
|---|---|
| Antrieb | Elektro-Frontantrieb, MEB+ |
| Leistung / Drehmoment | 99 kW (135 PS) / 264 Nm |
| Batterie | 54,9 kWh netto |
| Verbrauch Rekordfahrt | 6,89 kWh/100 km ohne Ladeverluste |
| WLTP-Verbrauch | 8,4 kWh/100 km |
| cW-Wert / Stirnfläche | 0,158 / 2,08 m² |
| 0–100 km/h / Höchstgeschwindigkeit | 9,0 s / 160 km/h |
| Ladeleistung | 11 kW AC / 105 kW DC |
| Kofferraum | 481 Liter |
| Abmessungen | 4.775 × 1.744 × 1.392 mm |
AutoScout24-Fazit
Der Mission Efficiency ist weniger Ausblick auf ein konkretes Serienmodell als ein rollendes Entwicklungslabor. Sein Rekordverbrauch entsteht nicht durch einen einzelnen technischen Kunstgriff, sondern durch das Zusammenspiel aus kleiner Stirnfläche, außergewöhnlich guter Aerodynamik, geringem Rollwiderstand und effizientem Antrieb. Besonders relevant ist die Nähe zum ID. Polo: Motor, Batterie und wesentliche Fahrwerkskomponenten stammen aus der Großserie. Die extreme Karosserie und die freigegebene Batteriereserve zeigen allerdings ebenso deutlich, wo die Vergleichbarkeit mit einem normalen Serienauto endet. (Text: mz | Bilder: Hersteller)
Alle Artikel
Alle ansehen
Dacia Spring II (2026): Besser, größer und unter 20.000 Euro
Der Dacia Spring schlägt in der 2. Generation ein neues Kapitel auf. Der rumänische E-Zwerg nutzt eine modernere Plattform , wächst deutlich und kommt nun aus Slowenien. Mit 80 E-PS, 27,5-kWh-LFP-Akku und 250 km Reichweite bleibt der Fünftürer preislich trotzdem weiter unter der 20.000-Euro-Marke.

Audi A2 e-tron (2026): Zurück in die Zukunft
Audi bringt den A2 zurück. Natürlich elektrisch. Und natürlich ist auch diesmal wieder davon die Rede, dass der Vorgänger seiner Zeit voraus gewesen sei. Das stimmt sogar. Nur ist die interessantere Frage, ob der neue A2 seiner Zeit ebenfalls voraus ist.

Mitsubishi Pajero (2027): Die Geländewagen-Ikone feiert ihr Comeback
Der Mitsubishi Pajero kehrt nach fünfjähriger Unterbrechung neu aufgestellt zurück. Das rund fünf Meter lange SUV vertraut auf bewährte Offroad-Technik mit steifem Leiterrahmen, modernisiertem 2,4-Liter-Diesel und dem Allradsystem Super Select 4WD-II.
