Neuer Porsche Cayenne S debütiert mit 474 PS V8 (1)

Neue Display- und Bedienlandschaft
Wer noch nicht genug von allerhand Zeitenwenden hat, der darf sich ab Juli 2023 ein genaueres Bild vom neuen Porsche Cayenne machen. Das SUV-Flaggschiff der Stuttgarter wurde weitreichend überarbeitet, der Hersteller selbst meint gar, es sei eine der größten Modellpflegeoperationen überhaupt in der Firmengeschichte. Zumindest im Innenraum mag das stimmen. Denn zur Zeitenwende im Cayenne gehört unter anderem der Wegfall des analogen Drehzahlmessers und das Aufgebot von maximal drei Bildschirmen für Fahrer und Beifahrer. Das Spiel ist bereits aus dem Taycan bekannt und wir dürfen doch sehr annehmen, dass eine ähnliche Displaylandschaft in Zukunft auch den Porsche 911 zieren wird.
Da wird der Purist, der ohnehin in einem Cayenne rar gesät sein dürfte, jetzt die Nase rümpfen, doch müssen wir den Damen und Herren um Chefentwickler Michael Schätzle zugutehalten, dass die schiere Größe der Bildschirme nicht gänzlich ausartete. So misst das Kombiinstrument hinter dem Lenkrad lediglich 12,6 Zoll (Taycan 16,8 Zoll), der Infotainment-Bildschirm 12,3 Zoll und wer wohlwollend an seine Beifahrerin oder den Beifahrer denkt, spendiert diesen einen weiteren 10,9 Zoll großen Bildschirm. Beim Taycan hatten wir noch gerügt, dass eben dieser Touchscreen nur sehr wenig Mehrwert bietet, Porsche reagiert mit einem Angebot an verschiedenen Video-Streamingdienstleistern sowie der Integration einer Sichtschutzfolie, sodass der Fahrer während der Fahrt nicht abgelenkt wird. Eine Rückkehr aufs Lenkrad feiert zudem die Titelsprungtaste in jene Position, wo sich beim Taycan der Knopf für die Schubrekuperation befindet.
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Comeback des Achtzylinders im Cayenne S
Die Fahrstufenbedienung wechselt von der Mittelkonsole in den Bereich zwischen Kombiinstrument und Infotainment-Bildschirm und schafft Platz für eine üppige Klimabedienung mit echten Kippschaltern. Ob man hingegen dauerhaft mit dem sehr kratzempfindlichen Hochglanzmaterial um eben jene Bedieneinheit glücklich wird, steht auf einem anderen Blatt. Abgesehen davon wirkt der Innenraum des Porsche Cayenne, zumindest von den Bildern her, noch eine Spur wertiger, die Platzverhältnisse vorne wie hinten bleiben aufgrund der gleichen Grundkonstruktion identisch zum Vor-Facelift.
Deutlich überarbeitet präsentiert sich dagegen die Motorenpalette. Die wohl größte Neuerung: Im Porsche Cayenne S (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend)² darf wieder ein Achtzylinder arbeiten. VW-Konzernmotor EA825 wurde durch Porsche technisch nochmals im Detail angepasst und kommt mit seinen vier Litern Hubraum und doppelter Turboaufladung auf standesgemäße 474 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment. Der Sprint von null auf 100 km/h soll in 4,7 Sekunden gelingen. Interessant: Porsche verzichtet weiterhin auf ein Mildhybrid-System für den Achtzylinder. Lediglich die aktive Wankstabilisierung wird per 48-Volt-Bordnetz mit Strom versorgt. Wer dagegen vor dem Golfclub oder nur in der eigenen Hauseinfahrt den grünen Daumen raushängen lassen möchte, hat zur Markteinführung die Option auf zunächst einen Plug-in Hybrid. Im Porsche Cayenne E-Hybrid (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend)² arbeiten wie bisher ein 3,0-Liter-V6 und ein Elektromotor, integriert in das serienmäßige Achtgang-Tiptronic-Getriebe, am Vortrieb und generieren eine maximale Systemleistung von bis zu 470 PS. Rein elektrisch soll der Teilzeitstromer maximal 90 WLTP-Kilometer zurücklegen können.
E-Hybrid mit mehr Reichweite, kein Turbo GT für Europa
Das Mehr an Reichweite, zumindest auf dem Papier, generiert der Cayenne durch eine neue Fahrbatterie, die von 17,9 auf jetzt 25,9 kWh vergrößert wurde. Geladen wird maximal über einen 11 kW starken OnBoard-Lader. Eine Schnellladefunktion, wie etwa bei den PHEV-Modellen von Daimler der Fall, wird weiterhin nicht angeboten. Wem das alles viel zu viel Motor und Technik ist, kann auch weiterhin zum Cayenne Basis (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend)² greifen. Dieser setzt auf den gleichen V6-Turbobenziner wie der Plug-in Hybrid, erreicht ohne Elektrokomponenten allerdings nur eine Maximalleistung von 353 PS.
Hierzulande nicht mehr angeboten wird dagegen der bisher 640 PS starke Porsche Cayenne Turbo GT. Er leistet auf den Märkten außerhalb Europas nunmehr 659 PS und sprintet weiterhin in 3,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 305 km/h erreicht. Ob nun auf dem alten Kontinent gekauft oder nicht, der Porsche Cayenne wird mit der Modellpflege empfindlich teurer. In Deutschland sind für die Basis rund 6.200 Euro mehr zu berappen als bisher, was Porsche auch damit begründet, dass der Cayenne über eine deutlich umfangreichere Serienausstattung verfügt. So ist das normale Stahlfahrwerk jetzt immerzu an die überarbeitete adaptive Dämpferregelung PASM mit neuer 2-Ventil-Technik gekoppelt, Matrix-LED-Scheinwerfer erhellen die Nacht und das SUV steht immerzu auf mindestens 20 Zoll großen Rädern. Zudem ist der Park Assistent vorne und hinten, eine Rückfahrkamera sowie eine induktive Ladeschale mit Kühlfunktion im Serienumfang enthalten. Optional erhältlich sind unter anderem ein ebenfalls neues 2-Kammer-2-Ventil-Luftfahrwerk, HD-Matrix-LED-Scheinwerfer mit je 32.000 Pixeln pro Scheinwerfer und eine erweitere Klimaanlage mit Feinstaubfilter.
Marktstart und Preise
Zum Bestellstart des neuen Porsche Cayenne ab April 2023 stehen die drei Varianten Porsche Cayenne Basis ab 89.097 Euro, Cayenne E-Hybrid ab 103.344 Euro und Cayenne S ab 107.542 Euro zur Verfügung. Natürlich wird der Cayenne auch wieder als Coupé-Variante angeboten. Die Preise starten hier ab 93.143 Euro. Die Auslieferungen in Deutschland und anderen ausgewählten Märkten sollen im Juli 2023 starten. (Text: tv | Bilder: Hersteller)
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