Gebrauchtwagentest: Volkswagen Polo V – Beliebt und solide

Wir verraten, welche neuralgischen Stellen es beim Kauf eines Gebrauchten zu beachten gibt und welche Ausstattungs- oder Motor-Varianten sich besonders lohnen. Der Polo ist sowohl mit drei als auch mit fünf Türen zu haben. Er basiert auf der gleichen Plattform wie die Konzern-Brüder Audi A1 und Seat Ibiza. Im Vergleich zum etwas runderen Vorgängermodell ist er zwar länger und breiter, allerdings auch etwas niedriger geworden. Großgewachsene Menschen fühlen sich nur auf den vorderen Sitzen wohl, im Fond wird es recht eng. Der Kofferraum fasst 280 Liter, bei umgelegter Rückbank passen 952 Liter in den Polo. Optisch orientiert sich der Kleinwagen an seinem großen Bruder – der sechsten Generation des VW Golf. Beim Facelift 2014 wurden Front- und Heckschürze sowie die Rücklichter überarbeitet. LED-Scheinwerfer ersetzten die optionalen Bi-Xenon-Einheiten.
Große Motorenauswahl
Auf der Motorenseite ist der Polo sehr breit aufgestellt. Die Benziner gibt es als Dreizylinder mit 44 kW/60 PS und 51 kW/70 PS sowie als Vierzylinder von 63 kW/86 PS bis zum GTI mit 132 kW/180 PS. Das Sondermodell Polo R WRC Street setzt noch einen drauf und schöpft aus einem Zweiliter-Turbo satte 162 kW/220 PS. Allerdings gibt es vom WRC-Modell nur 2.500 Exemplare. Bei den Dieseln reicht die Bandbreite der Drei- und Vierzylinder von 55 kW/75 PS bis 77 kW/105 PS. Die neuesten Motoren sind der 1,4-Liter-Dreizylinder-Diesel und der 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, die mit dem Facelift 2014 Einzug hielten.
Die Basis-Version des Polo hört auf den Namen „Trendline“ und ist ausschließlich mit den beiden Dreizylinder-Benzinern und den beiden 1,6-Liter-Dieselmotoren zu haben. Diese Aggregate gibt es auch nicht in höheren Ausstattungs-Varianten. 92 Prozent aller verkaufen Polo wurden mit einem Radio ausgeliefert, 97 Prozent der Fahrzeuge sind mit einer Klimaanlage ausgerüstet. Das Basis-Radio bietet allerdings keinerlei Möglichkeiten, ein Smartphone oder einen MP3-Player anzuschließen. Hier hilft nur der Griff zum nächsthöheren Radio (165 Euro Aufpreis). Die Multimedia-Systeme sind auf dem neusten Stand. Im Serien-Umfang sind Front-, Seiten- und Kopfairbags enthalten. Optional gibt es auch im Fond Seitenairbags. ESP ist immer an Bord. Seit dem Facelift 2014 gibt es auch einige Assistenten wie eine City-Notbremse.
Aufs Rasseln achten
Der VW Polo gewann 2009 das Goldene Lenkrad und wurde 2010 zum Auto des Jahres gewählt. Besonders die DSG-Getriebe und das auf Wunsch adaptive Fahrwerk machen den Polo zu einem hochwertigen Begleiter. Den Auto-Bild-Dauertest schloss der kleine Wolfsburger mit der Note 2+ ab. Probleme macht die Steuerkette der 1,2-Liter- und 1,4-Liter-TSI-Motoren. Ein Rasseln beim Motorstart deutet auf eine gelängte Kette hin, die beim Überspringen oder Reißen einen kapitalen Motorschaden verursacht. Außerdem scheuert sich der Kabelbaum gerne durch und kann Fehlermeldungen verursachen. 2014 gab es einen Rückruf für alle gebauten Dreizylinder-Diesel wegen eines Fehlers im Kraftstofffiltergehäuse.
Der VW Polo ist ein kleiner Allrounder. Durch die breite Motor- und Ausstattungs-Palette dürfte für fast jeden Typ Fahrer etwas im Angebot sein. Besonders die verbrauchsarmen Triebwerke in Kombination mit dem DSG-Getriebe geben eine gute Alltags-Kombination ab. Für sportliche Fahrer bleiben GTI und R WRC. Gute Gebrauchte Polo starten schon bei unter 5.000 Euro. Das Topmodell R WRC kostet mindestens 18.000 Euro. (sp-x/mf/jms)
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