Test Mercedes C 300 d T-Modell: Elitäre Fahrfreuden

Das Mercedes-Benz C 300 d T-Modell im Überblick
Stärken
- - Starker u. sparsamer Diesel
- - Sehr gute Straßenlage
- - Komfortabel u. leise
- - Hoher Sicherheitsstandard
- - Weitreichende LED-Scheinwerfer
- - Gutes Infotainment
Schwächen
- - Teuer in der Anschaffung
- - Wechselnde Materialqualität
- - Langer Bremspedalweg
- - Beengter Fond
- - Assistenz mit Aussetzern
- - Kleinteilige Lenkradbedienung
MBUX bringt die C-Klasse nach vorn
Liebling, sie haben die S-Klasse geschrumpft – und ihr noch dazu ein Kombiheck verpasst! Natürlich haben sie das bei Daimler nicht gemacht. Doch der Vergleich zur elitären Luxusklasse drängt sich bereits beim Öffnen der Türen auf. Das große Mitteldisplay, das Dekorholz mit den horizontalen Metallapplikationen – beides bekannt aus der aktuellen „Sonderklasse“.
Mit dem Modellwechsel hin zur Baureihe 206 trat die C-Klasse aus ihrem eigenen Schatten hervor, konnte sie zuletzt nicht mehr in allen Belangen mit BMW 3er und Audi A4 schritthalten. Vor allem bei der Bordelektronik hatte der Mercedes mit dem Comand Online genannten Navigationssystem immer deutlicher das Nachsehen. Das neue MBUX-System ist dagegen eine Wohltat und empfiehlt sich als durchaus tauglicher Alltagsbegleiter.
Jetzt lesen: Fahrbericht Mercedes S 500 lang
Große Bildschirme, nicht immer perfekte Bedienung
Wie schon aus anderen aktuellen Mercedes-Modellen bekannt, arbeitet die Benutzeroberfläche flott, operiert auf einem großen 11,9 Zoll Touchdisplay (Serie: 9,5 Zoll) und wird flankiert durch ein immerzu digitales Instrumentenkombi. Endlich haben in der C-Klasse zudem die alten Touchpads am Lenkrad ausgedient, wobei die Steuerung des Bordcomputers über die neuen Sensortasten ebenfalls etwas Eingewöhnung verlangt und stellenweise unnötig kleinteilig wirkt.
Materialauswahl und -anmutung sind dagegen - bis auf einige Ausnahmen in den Türen sowie der Mittelkonsole - auf einem insgesamt hohen Niveau. Vorausgesetzt natürlich, es werden in der knackig bepreisten Optionsliste zahlreiche Kreuzchen gesetzt. Der knapp 77.000 Euro Testwagen dürfte demnach auch nicht ganz den Alltag vieler Dienstwagennutzer widerspiegeln, die sich eher um eine günstige Leasingrate als um ein Burmester-Soundsystem Gedanken machen. Letzteres ist übrigens aktuell nicht bestellbar – die Lieferkrise lässt grüßen.
Bei den Maßen bleibt sich die C-Klasse treu
Was das generelle Raumgefühl betrifft, so bleibt sich die 4,75 Meter lange C-Klasse ihrer selbst treu. In der ersten Reihe sitzen zwei Erwachsene stets kommod, hinten wird es dagegen selbst für eine Kindersitzstation schnell eng, will man vorne nicht auf allzu viel Beinfreiheit verzichten. Keine Kritik dagegen am Kofferraum. Im Normalfall fasst das Gepäckabteil gut nutzbare 490 Liter, klappt man die Rücksitze um stehen maximal 1.510 Liter zur Verfügung. Mit einer Anhängelast von 1.800 Kilo darf der C 300 d als T-Modell zudem gestandene Wohnwagen ziehen.
Und wie fährt sich die neue C-Klasse? Kurzum: so sänftenartig, wie man das von einem Mercedes gemeinhin erwarten kann. Das adaptive Komfortfahrwerk gefällt in jeder Fahrsituation und federt selbst grobe Unebenheiten aus der Asphaltdecke heraus. Dennoch lässt sich das T-Modell einigermaßen sportlich in die nächste Kehre drapieren, wobei die Kurvenautorität nicht nur aus der sehr präzisen Lenkung vorne, sondern erstmals auch aus der optionalen Hinterachslenkung herrührt.
Durchzugsstarker und sparsamer Biturbo-Diesel
Kombiniert wird das Ganze im Falle des hinterradgetriebenen C 300 d mit einer ziemlich perfekten Antriebseinheit (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,2 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 135 g/km²). Ölmotor 654 D ist zwar grundlegend aus dem Vorgänger bekannt, erhielt zum Generationswechsel aber geringfügig mehr Hubraum und eine milde Elektrifizierung spendiert. Aus nunmehr 1.993 ccm (zuvor 1.950 ccm) schöpft der Vierzylinder-Biturbo 265 PS und wird dabei durch einen integrierten Startergenerator unterstützt, der ebenfalls noch einmal bis zu 20 PS beisteuert. Der Selbstzünder alleine stemmt derweil ab 1.800 Touren 550 Newtonmeter und wird durch das 48-Volt-System im Ernstfall um bis zu 200 Newtonmeter „geboostet“.
Das Ergebnis sind Fahrleistungen auf mindestens Sechszylinder-Niveau. Und das mit einer Sprintzeit von 5,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Wenngleich die Leistungswerte als Einladung erscheinen, ständig zu heizen, lässt man es im C 300 d T-Modell gerne etwas ruhiger angehen. Denn der Antriebsstrang, der durch einen sehr gut schaltenden 9-Gang-Wandlerautomaten komplettiert wird, begeistert gleichzeitig durch seinen niedrigen Verbrauch.
Niedriger Verbrauch, langer Bremspedalweg
Nach knapp zwei Testwochen zeigte der Bordcomputer einen durchwegs flott erfahrenen Verbrauch um 5,9 Liter auf 100 Kilometer, wobei sich dieser Wert mit etwas Zurückhaltung locker unterbieten lässt. Wann immer es der Mercedes für sinnvoll erachtet, wird der Vierzylinder gänzlich abgeschaltet. Vor Ortseingängen, scharfen Kurven oder Kreisverkehren wird durch Navigationsdaten und Frontkamera intelligent rekuperiert, was anhand von Radarsensoren auch beim Annähern an andere Verkehrsteilnehmer funktioniert.
Einzig wirklicher Kritikpunkt im Fahrkapitel: die Art und Weise wie die Bremse abgestimmt wurde. Der Pedalweg fällt vergleichsweise lang aus, die Verzögerung setzt erst spät, dann aber sehr vehement ein.
Assistenz mit leichten Schwächen
In Sachen Fahrerassistenz bietet die neue C-Klasse beinahe alle Funktionen, die auch bei E- und S-Klasse erhältlich sind. Allerdings arbeiten die Systeme nicht immer fehlerfrei. So könnte der Abstands-Tempomat insbesondere im Stopp-and-Go-Verkehr seine Arbeit deutlich feinfühliger verrichten und der aktive Brems-Assistent erkennt Hindernisse, wo keine sind. Das Resultat ist eine Vollbremsung auf offener Strecke. Dagegen im wahrsten Sinne ganz großes Kino ist die optische Darstellung der aktiven Systeme im Kombiinstrument.
Fazit
In einem mittlerweile gesetzten Mitbewerberumfeld übernimmt die neue Mercedes C-Klasse klar die Führung in Sachen Fahrkomfort und Digitalisierung. Speziell der C 300 d als T-Modell empfiehlt sich derweil als starker und zugleich sparsamer Wegbegleiter, der kleinere und auch größere Ladeaufgaben bewerkstelligen kann. Wer die C-Klasse allerdings wirklich zur kleinen S-Klasse aufwerten will, muss sehr tief in die Geldbörse greifen. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
Technische Daten*
Aktuelle Angebote

Mercedes-Benz GLC 250d 4Matic 9G-TRONIC Edition 1
€ 10 600- 12/2016
- 225 000 km
- Diesel
- 5,00 l/100 km (komb.)
Neu
Ford Tourneo CourierTrend
€ 2 500- 08/2016
- 160 000 km
- Benzin
- 5,30 l/100 km (komb.)

Mercedes-Benz C 180T BlueTEC / d (205.236)
€ 10 600- 04/2015
- 150 100 km
- Diesel
- 4,30 l/100 km (komb.)
Neu
BMW 418d Gran Coupe F36 N47
€ 12 800- 09/2014
- 192 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

MINI Cooper D Countryman
€ 9 990- 10/2017
- 98 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Land Rover Discovery SportAnhängerkupplung,Sitzheizung,Lenkradheizung
€ 12 990- 06/2017
- 118 600 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Audi A63.0 TDI*PDC*Tempomat*ISOFIX*
€ 13 900- 12/2015
- 219 000 km
- Diesel
- 4,40 l/100 km (komb.)

Volkswagen TiguanSport&Style 2.0 TDI CUP*AHK*SHZ*
€ 9 500- 12/2014
- 136 100 km
- Diesel
- 5,30 l/100 km (komb.)

Mercedes-Benz G 450G-Klasse G 450d STRONGER THAN THE 1980s 1 of 460
€ 299 9801- 09/2025
- 130 km
- Elektro/Diesel
- 9,90 l/100 km (komb.)

Dacia SanderoSandero Stepway Ambiance TCe 90 Ambiance
€ 4 000- 03/2014
- 32 500 km
- Benzin
- 5,40 l/100 km (komb.)

Mercedes-Benz C 220C 220 d (205.304)
€ 18 490- 04/2016
- 217 000 km
- Diesel
- 4,10 l/100 km (komb.)
Neu
Toyota Verso1,6 D-4D Young - nur für Händler oder Bastler
€ 6 950- 03/2016
- 96 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Audi Q52.0 TDI DPF quattro
€ 7 490- 03/2010
- 275 000 km
- Diesel
- 6,80 l/100 km (komb.)
Neu
BMW 530d xDrive F10 | Facelift | Luxury | ALLRAD
€ 11 990- 01/2014
- 275 700 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Mercedes-Benz CLA 200d d SB Progressive (EURO 6d)
€ 21 9901- 02/2021
- 108 800 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Mercedes-Benz E 220Coupe Aut. *Leder & 3-Zonen Klima*
€ 24 890- 06/2017
- 100 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)
Neu
Volkswagen ID.3Pro S
€ 13 990- 01/2021
- 242 000 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)
Neu
Volkswagen Golf GTIGTI Performance BMT DSG
€ 19 950- 05/2019
- 144 000 km
- Benzin
- 6,20 l/100 km (komb.)

Mercedes-Benz E 350E 350 CDI 4Matic (212.093)
€ 13 500- 04/2011
- 240 000 km
- Diesel
- 6,70 l/100 km (komb.)

Mercedes-Benz S 350D 4-Matic/HEAD-UP/Panorama/SOFT-Close/Burmester/A
€ 24 990- 06/2014
- 207 000 km
- Diesel
- 6,40 l/100 km (komb.)
Neu
Alle Artikel
Alle ansehen
Gebrauchtwagen-Check Mercedes-AMG EQE 43 4Matic (2022): Edle Sportlimousine
Seit der Einführung im Jahr 2022 ist der Mercedes-AMG EQE 43 4Matic einer der beiden sportlichen Vertreter der vollelektrischen Business-Limousine. AMG steht für herausragende Fahrleistungen und die dazu passenden optischen Akzente. Lohnt sich der Kauf des vier Jahre alten Stuttgarters?

Mercedes-Benz GLB 250+ EQ (2026) im Test: Wenn die ganze Familie verreist
Der vollelektrische Mercedes-Benz GLB 250+ EQ zeigt, wie weit die Entwicklung der Elektromobilität bei den Stuttgartern bereits fortgeschritten ist. Dank seiner hohen Reichweite, kurzer Ladezeiten und Platz für bis zu sieben Personen ist der SUV ein optimales Reisefahrzeug für die Großfamilie.

Mercedes-Maybach GLS 680 im ersten Check: Schampus aus Silberkelchen
Ein SUV ist das beliebteste Maybach-Modell. Von Miami über Monaco bis Mumbai – die Reichen und Schönen lieben den GLS, der bei stattlichen 198.000 Euro startet. Angetrieben wird die Neuauflage des Edel-SUVs von einem 612 PS starken Achtzylinder-Benziner. Erste Sitzprobe im Luxus-Liner von Mercedes.