Gebrauchtwagen-Check Mercedes-AMG EQE 43 4Matic (2022): Edle Sportlimousine

Seit der Einführung im Jahr 2022 ist der Mercedes-AMG EQE 43 4Matic einer der beiden sportlichen Vertreter der vollelektrischen Business-Limousine. AMG steht für herausragende Fahrleistungen und die dazu passenden optischen Akzente. Lohnt sich der Kauf des vier Jahre alten Stuttgarters?

Mercedes-AMG EQE 43 4Matic (2022) auf einen Blick


Was uns gefällt

Der optisch und technologisch souveräne Auftritt.

Was wir vermissen

Etwas mehr Reichweite auf der Autobahn.

Ideal wenn …

… man Sportlichkeit in eleganter Verpackung genießen möchte.

Die Alternativen

Audi e-tron GT, Porsche Taycan 4S, Tesla Model S


Stärken

  • Leistungsstarker Antrieb
  • Souveränes Luftfahrwerk
  • Premium-Innenraum mit viel Platz

Schwächen

  • Vergleichsweise kleiner Kofferraum
  • Touch-Bedienung am Lenkrad
  • Hohes Gewicht

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Hinweis zum Testfahrzeug

Das Testfahrzeug wurde von der Georg Pappas Automobil GmbH in Salzburg zur Verfügung gestellt. Das Autohaus bietet Neu- und Gebrauchtfahrzeuge der Marken Mercedes-AMG, Mercedes-Benz, Jeep und Smart an.

Auch im Sportgewand ein Gentleman

Um dem eleganten Charakter der Business-Limousine gerecht zu werden, fallen beim Mercedes-AMG EQE 43 4Matic die optischen Änderungen gegenüber dem Standard-EQE bewusst dezent aus. Neben dem schwarzen Black-Panel-Grill mit den vertikalen Chromstreben ist die AMG-Front an einer sportlicher gezeichneten Frontschürze erkennbar. Am Heck sorgen ein kleiner Heckspoiler sowie die Heckschürze in Diffusoroptik für den entsprechenden Auftritt. In der Seitenansicht runden 21-Zoll-AMG-Leichtmetallräder und spezielle Seitenschweller das sportlich dezente Erscheinungsbild ab.

Der Mercedes-Benz EQE wird in unterschiedlichen Leistungsstufen angeboten. Los geht es mit dem EQE 300 mit Hinterradantrieb und 195 kW (265 PS) bis hin zum EQE 500 4Matic mit 330 kW (449 PS) und Allradantrieb. Neben dem getesteten Mercedes-AMG EQE 43 4Matic mit 350 kW (476 PS) rundet der EQE 53 4Matic+ mit 460 kW (625 PS) das Angebot nach oben hin ab. Die Netto-Batteriekapazität bewegt sich bei allen Modellen im nahezu identischen Bereich von 89 bis 90,56 kWh.

Überraschend leichtfüßiges Schwergewicht

Die Leistung von 350 kW (476 PS) verteilt auf alle vier Räder und ein maximales Drehmoment von 858 Nm setzen den 2,5-Tonner mit erstaunlichem Nachdruck in Bewegung. Es vergehen gerade einmal 4,2 Sekunden, bis Tempo 100 auf der Uhr steht. Äußerst beeindruckend für diese Gewichtsklasse und eindeutig AMG-würdig. Der Durchzug fühlt sich sehr kräftig, aber keinesfalls brutal an. Die Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h mag vielleicht auf einer freien deutschen Autobahn als zu gering erscheinen, erzeugt jedoch im österreichischen Alltag keinerlei Einschränkungen.

Wichtiger für sportliches und entspanntes Fahren ist ein dazu geeignetes Fahrwerk und das hat der 4,95 Meter lange Mercedes-AMG EQE 43 4Matic in jeder Hinsicht zu bieten. Dank der Luftfederung mit adaptiven Dämpfern gleitet man derart komfortabel dahin, dass ein gewisses Gefühl von Schweben aufkommt. Wechselt man jedoch in den Sport-Plus-Modus, wird das Fahrwerk deutlich straffer und ermöglicht auch eine überraschend dynamische Kurvenfahrt, die wir dem Schwergewicht gar nicht zugetraut hätten. Die serienmäßige Hinterachslenkung mit einem Einschlag von bis zu 3,6 Grad unterstützt dabei zusätzlich die Agilität.

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Business Class im Innenraum

Im eleganten Innenraum dominieren hochwertige Materialien und eine erstklassige Verarbeitung. Sofort fällt die großflächige Holzvertäfelung am Armaturenbrett ins Auge. Diese ist dem optional verfügbaren Hyperscreen geschuldet, dessen Glasplatte sich ansonsten über die gesamte Breite erstrecken würde. Das spezielle AMG-Performance-Lederlenkrad liegt dank der Microfaser-Einlagen äußerst gut in der Hand. Weniger angenehm ist die unpräzise Touch-Bedienung. Über die beiden zusätzlichen runden AMG-Tasten lassen sich neben dem Fahrmodus mehrere weitere Funktionen direkt anwählen. Die straff gepolsterten Sportsitze bieten guten Komfort und Seitenhalt.

Am freistehenden 12,3-Zoll-Fahrerdisplay kann aus mehreren Ansichten gewählt werden. Zusätzlich bietet das große Head-up-Display zahlreiche Informationen bis hin zur Karte des Navis. Der zentrale 12,8-Zoll-Touchscreen fügt sich als nahtlose Verlängerung der Mittelkonsole elegant ins Gesamtbild ein. Die beiden Getränkehalter verschwinden bei Nichtgebrauch unter einer Klavierlack-Abdeckung. Die Ablage des Smartphones inklusive induktiver Ladevorrichtung ist davor angebracht und etwas umständlich zu erreichen.

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Das Platzangebot in der knapp fünf Meter langen Limousine ist äußerst großzügig. Dank des 3,12 Meter langen Radstands bietet der EQE im Fond sehr viel Beinfreiheit. Der hohe Fahrzeugboden sorgt allerdings dafür, dass größere Personen die Beine etwas stärker abwinkeln müssen. Bei geöffnetem Sonnenrollo ist auch die Kopffreiheit trotz abfallender Dachlinie kein Thema, geschlossen wird es ab 1,80 Meter etwas eng. Das Kofferraumvolumen fällt mit 430 Litern nicht besonders üppig aus. Auch aufgrund des fehlenden Frunks hat die Konkurrenz diesbezüglich die Nase vorne.

Brauchbare Reichweite und Ladegeschwindigkeit

Auf einer Testfahrt durch das Salzkammergut mit kurzem Autobahnanteil und im Stop-and-Go-Verkehr quer durch Salzburg verbrauchte der Mercedes-AMG EQE 43 4Matic bei Temperaturen um die 25 Grad im Schnitt rund 22 kWh pro 100 Kilometern. Mit dem 90,56-kWh-Akku ist damit unter diesen Einsatzbedingungen eine Reichweite von 400 Kilometern durchaus realistisch. Der erste Abschnitt auf der Autobahn zeigte naturgemäß ein etwas anderes Bild. Hier gönnte sich der AMG rund 26 kWh pro 100 Kilometern, wodurch sich die Reichweite auf rund 350 Kilometer reduziert.

Wenn auch nicht mehr ganz auf dem allerletzten Stand der Technik ist die maximale DC-Ladeleistung des Mercedes-AMG EQE 43 4Matic von 170 kW immer noch praxistauglich. Laut Werksangabe lädt er damit in 32 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Mit einer AC-Ladeleistung von 11 kW dauert es 8,25 Stunden, um den Akku von zehn auf 100 Prozent zu laden, also über Nacht an einer Wallbox problemlos machbar. Mit dem optionalen 22-kW-Lader lässt sich diese Ladezeit nahezu halbieren.

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Aviloo Batterietest: Sehr gute Performance

Mit einem Gesundheitszustand (SoH) von 97,8 Prozent liegt die Batterie des getesteten Mercedes-AMG EQE 43 4Matic ziemlich genau im Durchschnitt vergleichbarer Fahrzeuge. Aufgrund dieses guten Ergebnisses beträgt der Reichweitenverlust nach einer Laufleistung von 46.000 Kilometern in der Praxis gerade einmal zehn Kilometer. Damit ist er so gut wie vernachlässigbar, da andere Faktoren die Reichweite wesentlich stärker beeinflussen.

Mercedes-Benz bietet für die Hochvoltbatterie des EQE eine Garantie von zehn Jahren oder 250.000 Kilometern, je nachdem, was zuerst eintritt. Sollte die Restkapazität innerhalb der Garantie unter 70 Prozent des Auslieferungszustandes fallen oder ein sonstiger Sachmangel auftreten, wird der Akku kostenlos repariert oder ausgetauscht. Im Falle des Testfahrzeugs bedeutet dies, dass noch eine langfristige Absicherung gegeben ist.

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Der Aviloo Batterietest zum Mercedes-AMG EQE 43 4Matic (2022) als PDF

Fazit 8,5/10

Der Mercedes-AMG EQE 43 4Matic beherrscht den Spagat zwischen Sportlichkeit und hohem Fahrkomfort äußerst souverän. Der Preis des Testfahrzeugs, der im Neuzustand bei rund 125.000 Euro lag, hat sich innerhalb von vier Jahren und 46.000 Kilometern mehr als halbiert und liegt aktuell unter 60.000 Euro. Das Basismodell EQE 300 ist bereits unter 40.000 Euro erhältlich. Der Grundcharakter des Fahrzeugs ist der gleiche und auch diese Motorisierung vollkommen ausreichend. Der Verzicht auf die sportlichen Fahrleistungen wird aber durch einen geringeren Einstandspreis und Verbrauch belohnt.

Das Testfahrzeug zeigt sich in einem hervorragenden Zustand. Keinerlei Schönheitsfehler am Lack, nur die linke hintere Felge weist einen kleinen Kratzer auf. Am schwarzen Kunststoff-Grill sind ein paar Steinschläge zu entdecken. Auch der Innenraum ist nahezu makellos. Nur die Wangen der Ledersitze zeigen die nach der Laufleistung üblichen Falten. Aber selbst der kratzempfindliche Klavierlack weist keine Gebrauchsspuren auf. (Text und Bild: Armin Hoyer)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
8,5
Design
8,4
Bedienbarkeit
7,8
Komfort
9,2
Alltagstauglichkeit
8,0
Fahreigenschaften
9,0
Antrieb
9,0
Effizienz
8,0
Preis-Leistungs-Verhältnis
8,0
Ausstattung
9,0
Sicherheit
9,0

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Autorenfoto_Armin Hoyer.jpg

Armin Hoyer

Armin Hoyer ist seit 2025 als freier Redakteur für das AutoScout24 Magazin in Österreich tätig. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Motorjournalist und Kommunikationsexperte im Automobil- und Zweiradbereich erstellt der Wahltiroler Content für die Mobilitätsbranche. Für AutoScout24 berichtet er schwerpunktmäßig über seine Erfahrungen mit gebrauchten und neu erschienenen Elektroautos sowie Motorrädern und informiert zudem über die Highlights der wichtigsten Messen des Jahres.

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