Mercedes-Benz GLB 250+ EQ (2026) im Test: Wenn die ganze Familie verreist

Mercedes-Benz GLB 250+ EQ (2026) auf einen Blick
Was uns gefällt
Die spürbare technologische Weiterentwicklung.
Was wir vermissen
Eigene Tasten für die hinteren Fensterheber.
Ideal wenn …
… man eine hohe Reichweite und Platz für bis zu sieben Personen benötigt.
Die Alternativen
Škoda Enyaq, Smart #5, Toyota bZ4X Touring
Stärken
- Flexibles Raumangebot
- Ausgewogenes Fahrverhalten
- Geringer Verbrauch
Schwächen
- Vermehrte Displaysteuerung
- Kapazitive Schaltfelder am Lenkrad
- Hoher Preis
Noch markantere Formensprache
Mit seiner kastenartigen Form wirkt der 4,73 Meter lange Mercedes-Benz GLB 250+ EQ optisch wie eine Mischung aus SUV und Van. Die Dachlinie verläuft fast waagrecht bis zum nahezu senkrecht abfallenden Heck. An der Front dominiert der schwarz glänzende Kunststoffgrill, der optional mit 94 beleuchteten Mercedes-Sternen ausgestattet ist. Die kleinen LED-Leuchten können einzeln angesteuert werden und begrüßen oder verabschieden den Fahrer mit unterschiedlichen Animationen. Auch die Heckleuchten verfügen über das neue Sternen-Design. Sie werden von einem markanten Leuchtenband umrahmt, das über die gesamte Fahrzeugbreite verläuft. Insgesamt ist die Lichtsignatur gegenüber dem Vorgänger deutlich moderner und prägnanter geworden.
Der vollelektrische Mercedes-Benz GLB wird in vier unterschiedlichen Varianten angeboten. Der GLB 200 EQ bietet eine Leistung von 165 kW (224 PS) und verfügt über die kleinste Batterie mit einer Nettokapazität von 58 kWh. Ebenfalls mit Hinterradantrieb ausgerüstet sind der GLB 250 EQ und der getestete GLB 250+ EQ. Sie bieten jedoch eine Leistung von 200 kW (272 PS) und unterscheiden sich in der Akkugröße. Während der GLB 250 EQ mit 71 kWh ausgestattet ist, teilt sich der GLB 250+ EQ den großen 85-kWh-Akku mit dem GLB 350 4Matic EQ. Beim Topmodell werden mit 260 kW (354 PS) alle vier Räder angetrieben.

Das Gesamtpaket von Antrieb und Fahrwerk stimmt
Der getestete Mercedes-Benz GLB 250+ EQ ist mit seinen 200 kW (272 PS) Leistung und 335 Nm Drehmoment stets ausreichend motorisiert. Der 2,2-Tonner gehört für ein Elektroauto beim Beschleunigen eher zur gemütlichen Sorte, was auch sehr gut zu dem Familien-SUV passt. Für den Sprint von null auf 100 km/h vergehen 7,4 Sekunden. Möchte man beim Überholen etwas mehr Punch, sollte man vorab den Fahrmodus „Sport“ wählen. Die Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h könnte nur auf der deutschen Autobahn ein Thema werden.
Das Fahrwerk des im ungarischen Kecskemét gefertigten Stuttgarters ist eine echte Wohltat. Es ist einerseits komfortabel genug ausgelegt, um auch auf der Langstrecke entspannt zu reisen und andererseits straff genug, um schnellere Kurven ohne allzu große Seitenneigung der Karosserie zu meistern. Den Beleg dafür liefert im Test die kurvenreiche Bergstraße über den Hochkönig. Auf der Autobahn fällt die außergewöhnliche Stille im Innenraum auf. Auch bei Tempo 130 sind kaum Abroll- und Windgeräusche zu vernehmen.
Nicht nur der Bildschirm ist großzügig dimensioniert
Der hochwertige Innenraum des Mercedes-Benz GLB 250+ EQ überzeugt mit viel Platz, hochwertigen Materialien und einer sehr guten Verarbeitungsqualität. Die mit feinem Microfaservlies bezogenen Sportsitze der AMG-Line sind straff gepolstert und bieten guten Seitenhalt. Sie liefern auch auf der Langstrecke angenehmen Komfort. Nach dem Platznehmen fällt der Blick sofort auf den unübersehbaren MBUX Superscreen, der sich über das gesamte Armaturenbrett hinweg erstreckt. Hinter einer großen Glasfläche befindet sich ein 10,25-Zoll-Fahrerdisplay sowie zwei 14 Zoll große Bildschirme. Aus Fahrersicht ist der linke Rand des zentralen Bildschirms durch das Lenkrad leicht verdeckt.
Das Multifunktions-Lederlenkrad verfügt im oberen Bereich über eine praktisch bedienbare Wippe und Walze. Darunter gibt es immer noch die kapazitiven Schaltfelder, deren Bedienung nicht immer das bewirkt, was man eigentlich gewollt hätte. Etwas unverständlich ist der Wegfall der Tasten für die hinteren Fensterheber, die beim neuen GLB das unpraktische Umschalten zwischen vorne und hinten erforderlich machen. Die Steuerung der Sitze ist zum Teil von der Türverkleidung zum zentralen Display gewandert.
Mit einem Radstand von 2,89 Metern und der damit verbundenen großzügigen Beinfreiheit ist auch im Fond genügend Platz zum komfortablen Reisen. Der getestete Mercedes-Benz GLB 250+ EQ verfügt über ein zweiteiliges Panoramadach, bei dem sich der vordere Teil öffnen lässt. Bei geschlossenem Sonnenrollo ist auf der zweiten Sitzreihe bis zu einer Körpergröße von 1,80 Metern ausreichend Kopffreiheit gegeben. Durch Öffnen des Rollos werden mehrere Zentimeter gewonnen und damit reicht der Freiraum nach oben auch für großgewachsene Personen aus.
Auf Wunsch kann man eine zusätzliche dritte Sitzreihe bestellen, die Platz für zwei weitere Personen bietet. Die beiden Sitze sind unabhängig voneinander ein- und ausklappbar. Mercedes gibt an, dass diese bis zu einer Körpergröße von 1,71 Metern gut genutzt werden können. Der Zutritt wird durch Verschieben und Umklappen der zweiten Sitzreihe erleichtert. Das Kofferraumvolumen beträgt im GLB 540 Liter. Als Siebensitzer verliert man bei eingeklappten Sitzen 60 Liter davon. Die Fondsitzbank kann um bis zu 140 Millimeter längs verschoben werden, wodurch sich der Kofferraum um bis zu 140 Liter vergrößern lässt. Durch Umlegen der zweiten Sitzreihe wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.715 Liter. Der große Frunk mit 127 Litern Volumen bietet vorne einen weiteren vollwertigen Stauraum.
Hohe Genügsamkeit trifft auf ebensolche Ladepower
Beim Verbrauch zeigt sich der technologische Fortschritt besonders deutlich. Auf einer Testrunde auf der Autobahn von Salzburg bis Ansfelden, im Anschluss durch das Salzkammergut und das kurvige Salzburger Bergland verbraucht der Mercedes-Benz GLB 250+ EQ gerade einmal 16,5 kWh pro 100 Kilometern. Das ist mehr als sparsam, vor allem in Anbetracht dessen, dass mehr als ein Drittel der Strecke auf der Autobahn verläuft, wo sich der Familien-SUV auch nur 18 kWh pro 100 Kilometern genehmigt.
Beim Ladestopp können wir die angegebene maximale Ladeleistung von 320 kW toppen. Vom System wird bei einem Ladestand von 17 Prozent eine maximal mögliche Ladeleistung von 351 kW angezeigt. Tatsächlich sind es laut der 400-kW-Ladesäule 340 kW, die jedoch im Test nur kurz gehalten werden, um dann kontinuierlich abzufallen. Mit durchschnittlich 189 kW lädt die 85-kWh-Batterie (netto) in 19 Minuten von 17 auf 80 Prozent SoC. Die Werksangabe beträgt dazu passende 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
Fazit 8,6/10
Mit dem Mercedes-Benz GLB 250+ EQ ist dem Stuttgarter Autobauer ein technologisch fortschrittlicher Familien-SUV gelungen. Das zugleich großzügige und flexible Raumkonzept sowie der geringe Verbrauch in Verbindung mit der kurzen Ladedauer machen ihn zu einem überzeugenden Reisebegleiter für die ganze Familie. Die stets vollkommen ausreichende Antriebsleistung und das ausgewogene Fahrwerk runden das stimmige Gesamtpaket zusätzlich ab.
Der Mercedes-Benz GLB 200 EQ startet in Österreich bei 52.250 Euro. Um in den Genuss von etwas mehr Leistung und Reichweite zu kommen, empfehlen wir den getesteten GLB 250+ EQ mit 200 kW (272 PS) und der großen 85-kWh-Batterie, der ab 57.890 Euro in der Preisliste steht. Das umfangreich ausgestattete Testfahrzeug liegt bei Mercedes-typischen 71.450 Euro. Für spezielle Einsatzzwecke kann auch das Topmodell GLB 350 4Matic EQ mit Allradantrieb sinnvoll sein, bei dem es ab 60.990 Euro losgeht. (Text und Bild: Armin Hoyer)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
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