Test Mazda CX-30 (2026): Härtetest in Albanien

Das Wichtigste zuerst
Seit 2019 verkaufte sich der Mazda CX-30 weltweit 1,4 Millionen Mal. Zum Modelljahr 2027 erhält das Kompakt-SUV ein Facelift: Optisch gibt es dezente Updates wie Logos in Dark-Chrome, eine mattschwarze Mittelkonsole sowie die neuen Farben Aero Grey und Zinc Green. Technisch ziehen Amazon Alexa und erweiterte Assistenzsysteme ein, darunter ein optimierter Notbremsassistent mit Motorraderkennung. Die Mildhybrid-Saugmotoren (140 und 186 PS) bleiben im Kern unverändert. Die Preise starten bei 29.990 Euro, das Sondermodell Makoto kostet ab 34.440 Euro und die sportliche Version Homura Plus liegt bei 37.140 Euro.
Mazda CX-30 auf einen Blick
Was uns gefällt
Das unaufgeregte und stilsichere Interieur.
Was wir vermissen
Einen GTI-Motor. Das Auto hätte das Zeug zum Straßenfeger.
Ideal, wenn …
… man Wert auf gepflegte Qualität und zuverlässige Technik legt.
Die Alternativen
VW T-Roc, Kia Sportage, Nissan Qashqai.
Stärken
- Neue dezente Design-Elemente
- Gutes Fahrwerk, präzise Lenkung
- Vernünftiger Preis
Schwächen
- Kein Facelift, sondern nur Make-up
- Träge Automatik
- Hoher Verbrauch
In nur sieben Jahren hat sich der CX-30 zum Erfolgsmodell gemausert
547 Kilometer durch das Land der Skipetaren. Der Verkehr ist unberechenbar und chaotisch. Kühe, Schafe, Ziegen – sie alle tummeln sich auf den Straßen. Gerne hinter Bergkuppen oder am Ausgang der Kurven. Dann erst die Schlaglöcher. Teilweise so groß, da könnte ein ganzer Kleinwagen darin verschwinden. Und wer an den Kreuzungen zu lange wartet, der wartet im Zweifelsfall ein Leben lang. Hallo Nachbar, danke schön! Von wegen. Hier fährt derjenige, der am schnellsten am Drücker ist.
Das Land der Skipetaren heißt offiziell „Republika e Shqipërisë“, auf Deutsch die „Republik Albanien“. Es liegt zwischen Griechenland und Montenegro, und ist ein ernster Beitrittskandidat für die EU. Die Küste, auch albanische Riviera genannt, ist so schön, dass Trumps Schwiegersohn Jared Kushner auf der kleinen Insel Sazan ein Luxus-Resort für Superreiche plant.
Uns interessieren allerdings die Flüsse und die Berge Albaniens. Weil es hier Strecken gibt, die den ganzen Mann und das ganze Auto fordern. Härtetest für eines der erfolgreichsten Mazda-Modelle, den CX-30. Erst 2019 eingeführt, hat er sich 1,4 Millionen Mal weltweit verkauft, 320.000-mal in Europa. Und jetzt muss sich das neue Facelift für das Modelljahr 2027 hier bewähren und zeigen, welche Qualität in diesem Crossover-SUV wirklich steckt.
Mattschwarz, dunkles Chrom: So veredelt Mazda den CX-30
Jedoch erst mal schnell zu den Neuerungen. Am Gesicht des CX-30 hat sich nicht viel verändert. Von kleinen Details mal abgesehen. So strahlt der markante Kühlergrillrahmen (Signature Wing) nun optional und je nach Ausstattung in glänzendem Schwarz. Auch das Logo sowie die Modellschriftzüge sind im modernen Dark-Chrome-Look erhältlich.
Im Innenraum wurden einige Oberflächen überarbeitet. Die Mittelkonsole gibt es jetzt auch im unempfindlichen Mattschwarz. Das alles ist mehr Make-up als Facelift. Und weil wir gerade bei den Farben sind: Die Kunden können neuerdings auch Aero Grey oder Zinc Green wählen. Erstere finden wir langweilig, das Grün hingegen dürfte die Kunden ansprechen.
Das kosten die unterschiedlichen Ausstattungen
Nachgerüstet hat Mazda auch bei den Ausstattungslinien. Mit Homura Plus bieten die Japaner eine neue sportliche Top-Version unterhalb des Takumi mit Matrix-LED-Licht (inklusive neuer Fußgängermarkierungsfunktion), Ledersitzen und einer Ausparkhilfe mit automatischer Bremsfunktion.
Neu ist das Sondermodell Makoto. Es zeichnet sich aus durch ein besonders helles Interieur (hellgraue Stoffsitze mit weißen Kunstleder-Seitenwangen und grauen Velours-Dekoreinlagen am Armaturenträger), kombiniert mit einem Bose-Soundsystem und einer 360-Grad-Kamera. Und damit gleich zu den Preisen: Los geht es unverändert bei 29.990 Euro für die Prime-Line, bei der Homura-Plus-Version werden mindestens 37.140 Euro fällig und Makoto-Sondermodell kostet ab 34.440 Euro.
Jetzt ist auch Alexa mit an Bord
Bei den inneren Werten setzt Mazda auf eine Erweiterung der Assistenzsysteme. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung arbeitet jetzt direkt mit der Verkehrszeichenerkennung zusammen. Tempolimits lassen sich so mit einem einfachen Knopfdruck am Lenkrad übernehmen. Der Notbremsassistent erkennt nun auch Kreuzungs- und Abbiegesituationen und verfügt darüber hinaus über eine erweiterte Erkennung für Motorradfahrer.
Was die Bedienung anbelangt, so bleibt der bewährte Dreh-Drück-Regler, der mittlerweile schon Kult-Status erreicht hat. Zudem nimmt Mazda nun auch Alexa an Bord, die Sprachassistentin von Amazon.
140 oder 186 PS – das ist hier die Frage
Die Motoren bleiben im Kern unverändert: Die Japaner aus Hiroshima setzen weiter auf hubraumstarke Saugmotoren mit Mildhybrid-Technologie. Zur Wahl stehen der e-Skyactiv G 140 (2,5-Liter-Sauger mit 103 kW / 140 PS) und der effiziente e-Skyactiv X mit 137 kW /186 PS (2,0-Liter mit Kompressionszündung und optionalem Allrad). Beide sind als Handschalter oder Automatik verfügbar.
Beim Fahrwerk gibt es ein paar Optimierungen: Die bestehende Hardware wurde für eine bessere Schwingungsdämpfung, stabilere Karosseriebewegungen und mehr Ruhe im Innenraum nachjustiert.
Auto-Shaming wie in Deutschland gibt es hier nicht
So viel zur Theorie, jetzt zur Praxis. Auf geht es zum „Epic Drive“ durch Albanien. Wir starten in der Hauptstadt Tirana. Mit einem Stau. Warum sollte es hier anders sein als in vermeintlich zivilisierteren Städten? Über eine Million Autos sind in Albanien zugelassen, etwa ein Drittel in der Hauptstadt. Öffis? Fast Fehlanzeige. Interessanterweise ist der fahrbare Untersatz hierzulande noch ein Statussymbol, das man gerne auch zeigt. Auto-Shaming wie in Deutschland gibt es hier nicht. Wer es zu etwas gebracht hat, fährt immer noch gerne Mercedes oder BMW. Aber auch zunehmend chinesische Riesen-SUVs. Das ist auffällig. Haben die Deutschen hier den Anschluss verloren?
2,5 Liter Hubraum oder die Kraft der Ruhe
Wir sitzen im japanischen Megaseller CX-30 und prügeln uns durch den dichten Verkehr erst einmal aus der Hauptstadt heraus. Über moderne, mehrspurige Schnellstraßen geht es gen Süden. Hier zeigt der Kompakte sein großes Plus: die Ruhe. Auch die Geräuschdämmung hat Mazda verbessert, außerdem zählt der 2,5 Liter große Benziner hubraumbedingt ohnehin zu den Leisetretern.
Wir schnurren durch die mediterrane Landschaft, die mit über 170.000 Bunkern übersät ist. Relikte des paranoiden Diktators Enver Hoxha, der Albanien von 1944 bis 1985 völlig isoliert hatte. Aus Angst, dass der Westen oder die damalige Sowjetunion sein Land überfallen würden. Heutzutage werden diese Anlagen als Museen, Restaurants oder Ställe genutzt.
Fahrwerk und Lenkung – Albanien fordert Mazda heraus.
Wir fahren durch das Vjosa-Tal, durch das der letzte unregulierte Wildfluss Europas fließt. Landschaftlich wähnt man sich in den Weiten Kanadas. Und auch die Straßen sind zunächst einigermaßen in Ordnung.
Je weiter wir uns nach oben schrauben, desto schlechter wird der Asphalt. Manche Bodenwellen wirken wie Sprungbretter. Die Karosserie taucht tief ein, um sich blitzartig nach oben zu strecken. Und das kurz vor einer Kurve. Ein schneller Lenkeinsatz, schon hat sich die Lage beruhigt. Federn und Dämpfer sind permanent gefordert. Vor allem, wenn der Teer plötzlich in eine Geröllstrecke übergeht. Auch das schluckt die Stahlfederung kompromisslos und ohne großes Murren. Die Traktion packt ordentlich zu, sodass wir ohne Schlingern aus jeder Situation herauskommen und wieder das rettende Asphaltufer erreichen.
Automatik und Verbrauch: Was uns stört
Die Lenkung reagiert präzise und fast schon chirurgisch. Das muss sie auch. Denn die Straßen sind eng und die entgegenkommenden Lkw im Zweifelsfall sehr breit. Und auch die Bremsen sind ein verlässlicher Partner: Wenn die Kuh hinter der Kuppe auftaucht, die Schafherde die Straße überquert oder plötzlich zwei gesattelte Pferde am Straßenrand stehen. Uber auf Albanisch. In diesem Härteeinsatz merkt man erst, was dieser Mazda wirklich draufhat und welche Reserven jenseits des Alltagseinsatzes in dem Auto stecken.
Kritisch fanden wir die Trägheit der Automatik, die zu lange braucht, um die Kraft in Bewegung umzusetzen und den Verbrauch, der mit etwas über acht Litern schon relativ hoch ausgefallen ist.
Erstes Fazit
Wir outen uns hier mal als Fans von Mazda. Die mitunter eigenwilligen Japaner bauen wirklich gute Autos. Auch das Facelift des CX-30 ist gelungen. Für Preise ab 29.990 Euro bekommt man ein komfortables Kompakt-SUV, das je nach Ausstattung an das Premium-Segment anklopft und im Fall des Falles überall funktioniert. Ob auf der deutschen Autobahn oder im raueren Gelände wie in Albanien. (Text: Rudolf Bögel | Fotos: Hersteller)
FAQ: Die häufigsten Fragen zum Mazda CX-30
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