Vorstellung: Mercedes-Benz E-Klasse – Fahrer – zeitweise deaktiviert

Dass Mercedes-Benz die Neuauflage über die ohnehin reichhaltige Grundausstattung hinaus mit Assistenzsystemen sprich Computertechnik, Kameras, Radar-, Ultraschall- und anderen Sensoren zu spicken bereit ist, zwingt Interessenten indessen mehr denn je dazu, sich im Vorfeld der Kaufentscheidung Gedanken zu machen: Was will ich? Was brauch' ich? Und zu guter Letzt die Überlegung: Wieviel bin ich bereit, für diese Form des Fortschritts zu zahlen?
Erspart bleibt dem Kunden diese (Preis-)Frage nur, wenn er die 4,92 Meter lange, 1,85 Meter breite und 1,47 Meter hohe Limousine zum Einstandspreis bestellt. Dann investiert er in die Variante mit 184 PS starkem 2,0-Liter-Benziner 45.303,30 Euro oder bekommt den Wagen mit derselben Hubraumgröße, Zylinderzahl (4), Neunstufen-Automatik und 194 PS derzeit für 47.124 Euro.
Mehr auszugeben, ist indessen eine leichte Übung: 68 Seiten umfasst die Broschüre, die neben der Serienausstattung eine riesige Menge an Extras auflistet. 25 Seiten belegen allein die Design-Angebote. Daneben nehmen sich die zehn Seiten mit Fahrsicherheits- und sonstigen Assistenzsystemen geradezu bescheiden aus, doch sie haben es in sich: Hier findet sich neben Bewährtem, Serienmäßigem alles, was Mercedes an neu entwickelter Technik für marktreif befunden hat und die neue E-Klasse nach hausinterner Einschätzung zum „Meisterwerk der Intelligenz“ macht.
Eines der komplexesten Systeme tritt unter dem Begriff „Drive Pilot“ an. Dahinter verbirgt sich nach Herstellerangaben nicht mehr und nicht weniger als „der nächste Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren“, was man durchaus mit zeitweiliger „Deaktivierung des Fahrers“ übersetzen könnte. Eine damit ausgerüstete E-Klasse hält auf allen Straßentypen automatisch den korrekten Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen, und das bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h. Bis Tempo 130 werden sogar - moderat verlaufende - Kurven automatisch gemeistert.
Die Funktion des Drive Pilot sei selbst bei nicht eindeutiger Spurmarkierung, beispielsweise in Baustellen, gewährleistet, versichert Mercedes-Benz; das selbsttätige Wiederanfahren im Stopp/Start-Verkehr beherrsche das System ebenfalls, und das neuerdings beheizte Frontradar verbessere den Einsatz bei winterlicher Witterung. Bei aktivierter Verkehrszeichenerkennung wird außerdem die Geschwindigkeit so geregelt, dass die vorgegebenen Limits eingehalten werden. Und in besonders kritischen Verkehrssituationen bremst der integrierte aktive Nothalt-Assistent den Wagen bis zum Stillstand ab.
Selbst Überholmanöver vermag so ein Assistent eigenständig zu vollziehen, zumindest auf mehrspurigen Straßen: Es genügt, den Blinker nach links und später wieder nach rechts zu setzen, und schon kann man die Auswahl der Lücken und das Hinein- und Herauslenken dem Computer überlassen.
Eine mit sämtlichen elektronischen Helfern antretende E-Klasse vermag aber noch mehr. Der aktive Brems-Assistent, der zur Serienausstattung gehört, ist beispielsweise mit der Option „Kreuzungsfunktion“ zu bekommen. Dann bremst er, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert, auch, wenn vom Querverkehr Gefahr ausgeht. Eine weitere System-Ergänzung, der Ausweich-Lenk-Assistent, wiederum hilft, Fußgängern kontrolliert auszuweichen.
All diese Systeme, versichert Mercedes-Benz, sollen den Fahrer entlasten. Entmachtet werde er nicht, denn er könne die Elektronik jederzeit „überstimmen“. Und von der Handarbeit wirklich freigestellt ist er auch nicht: Das System fordert ihn nämlich in regelmäßigen Abständen auf, das Lenkrad zu berühren und so seine fortwährende Aufmerksamkeit und Konzentration aufs Verkehrsgeschehen zu bekunden. Erfolgt keine Reaktion, wird der Wagen selbsttätig in der Spur sicher bis zu Stillstand verzögern und den nachfolgenden Verkehr mittels Warnblinker auf die wegen eines inaktiven Fahrers kritische Situation hinweisen.
Wie die Mercedes Benz-Leute berichten, verkauft sich derartige Technik vor allem in Asien gut. Das Remote-Park-Pilot genannte Extra dürfte hingegen nicht nur in diesen Märkten auf großes Interesse stoßen, denn enge Parklücken gibt es auch hierzulande: Ist die angesteuerte allzu eng, kann der Fahrer im Vorfeld aussteigen und das Einfädeln seines Fahrzeugs aus maximal drei Metern Entfernung per Smartphone zu Ende bringen. Längs, quer, von links oder rechts - alles kein Problem: Die fahrerlose E-Klasse rangiert so lange hin und her, bis der Wagen mustergültig die Lücke füllt. Die vorerst nur für iPhones verfügbare App kann kostenlos aufgespielt werden; nutzbar ist sie freilich erst nach Aktivierung übers Mercedes-me-Portal. Drei Jahre kosten laut Preisliste 302,50 Euro.
Dem Smartphone hat Mercedes-Benz auch sonst - im wahrsten Sinne des Worte - eine Schlüsselposition zugedacht: Es soll künftig als Fahrzeugöffner fungieren. Das Besondere an der Car-to-X-Kommunikation, dem mobilfunkgestützten Informationsaustausch mit anderen, beispielsweise vorausfahrenden Fahrzeugen, wiederum ist, dass damit die „weltweit erste vollintegrierte Lösung“ in Serie geht. Onlinefähig muss das Navigations-/Kommunikationssystem im Wagen auch sein, wenn es auf dem Display in der Mittelkonsole nicht nur die Tankstellen im Umfeld anzeigen soll, sondern in vielen Fällen sogar der Preis des benötigten Kraftstoffs.
Von konsequenter Weiterentwicklung moderner Technik zeugen auch die LED-Scheinwerfer. 84 einzeln ansteuerbare Leuchtdioden erhellen die Fahrbahn besser denn je, versichert Mercedes-Benz, und zwar ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden und vor allem ganz ohne Verstellmechanik, sondern „erstmals rein digital“. Selbst das dynamische Kurvenlicht werde - „Weltneuheit“ - nunmehr rein elektronisch umgesetzt.
Innovationen dieses Kalibers nehmen inzwischen in den Mercedes-Benz-Informationen mehr Raum ein als die Beschreibung des völlig neuen Vierzylinder-Dieselmotors. Unverdienterweise: Der 220 d, kürzer und kompakter als sein Vorgänger, ist eine echte Innovation, nämlich der erste Selbstzünder mit integrierter Stickoxide-Eliminierungsanlage. Laufruhig und extrem zugkräftig ist er außerdem - eine stimmige Motorisierung für ein Auto, das vom Hersteller mit gutem Grund als Business-Limousine vermarktet wird.
- Technische Daten
Länge: 4,92 Meter, Breite: 1,85 Meter, Höhe 1,47 Meter
E 200: 2,0-Liter-Benziner, 135 kW/184 PS bei 5500/min; 300 Nm bei 1200-4000/min; Beschleunigung 0-100 km/h: 7,7 s; Höchstgeschwindigkeit 240 km/h, Norm-Verbrauch 5,9-6,3 l/100 km. Preis: Ab 45.303,30 Euro
E 220 d: 143 kW/194 PS bei 3800/min; 400 Nm bei 1600-2800/min; 7,3 s; 240 km/h; 3,9-4,3 l/100 km. Ab 47.124 Euro
E 350 d (V6, ab Sommer lieferbar): 190 kW/258 PS bei 3400/min; 620 Nm bei 1600-2400/min; 5,9 s; 250 km/h; 5,1-5,5 l/100/km. Ab 55.602,75 Euro.
Aktuelle Angebote

Ford FocusTrend PICKERL BIS 8.2026+4M, KLIMAANLAGE
€ 2 800- 08/2011
- 180 000 km
- Diesel
- 4,2 l/100 km (komb.)
Neu
Mercedes-Benz V 250d 4MATIC AVANTGARDE Lang AMG LED PTS Klima
€ 49 990- 05/2020
- 93 622 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Mercedes-Benz CLA 200d SB AMG Line Aut LED RADAR LEDER NAVI PDC
€ 30 190- 01/2023
- 79 572 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Mazda 32.0 Skyactiv G Mild-Hybrid Homura
€ 20 7901- 08/2022
- 63 860 km
- Benzin
- 6,1 l/100 km (komb.)

Toyota Prius2.0 Plug-in Hybrid Executive
€ 29 390- 04/2024
- 29 499 km
- Elektro/Benzin
- 0,7 l/100 km (komb.)

CUPRA Ateca2.0 TSI DSG 4Drive 190
€ 44 990- 05/2025
- 15 500 km
- Benzin
- 8,2 l/100 km (komb.)

BMW 520d Aut. (G30)
€ 33 540- 01/2020
- 66 429 km
- Diesel
- 0,0 l/100 km (komb.)

SEAT Leon1.4 TSI FR LED LEDER SPORTSITZE TEMPOMAT
€ 7 790- 07/2014
- 92 512 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Audi SQ7TFSI quattro Tiptronic
€ 159 900- 01/2025
- 14 500 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)

Volkswagen GolfVIII 1.4 GTE Aut LED NAVI ASSIST APP-CONNECT
€ 21 290- 11/2021
- 17 624 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)

Volkswagen Touareg4Motion V6 TDI SCR R-Line Aut. Panoramadach AHK
€ 51 990- 09/2020
- 99 500 km
- Diesel
- - (l/100 km)
Neu
Porsche MacanS
€ 84 900- 12/2021
- 49 000 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Peugeot 30081,5 BlueHDi 130 S&S 6-Gang Allure
€ 18 000- 12/2020
- 41 123 km
- Diesel
- 4,1 l/100 km (komb.)
Neu
Mercedes-Benz GLB 200Progressive PTS Shz Mbeam eHeck AUT RKam
€ 48 900- 09/2025
- 1 976 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Volkswagen TayronSport eTSI DSG
€ 53 490- 02/2026
- 201 km
- Benzin
- 6,3 l/100 km (komb.)

Honda HR-V1.6 DTEC Executive
€ 14 590- 11/2016
- 79 139 km
- Diesel
- 4,1 l/100 km (komb.)

Dacia BigsterExtreme TCe mHev 130 4x4 LED PDC Kamera Pano Wi...
€ 31 990- 05/2025
- 11 250 km
- Benzin
- 6,1 l/100 km (komb.)

Mazda CX-302.0 Skyactiv-G Mild-Hybrid Comfort+
€ 20 5901- 11/2021
- 51 481 km
- Benzin
- 6,4 l/100 km (komb.)

Peugeot 3008GT-LINE 1,5 BlueHDi 130 Aut *VOLL LED / NAVI / VIRTUELL / 360° KAMERA / TEILLEDER / 2-ZONEN-KLIMA*
€ 21 880- 11/2020
- 57 100 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volkswagen T-Cross1,5 TSI Style DSG *LED*ACC*VIRTUAL COCKPIT*KAMERA*
€ 20 490- 01/2021
- 48 490 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Alle Artikel
Alle ansehen
Hyundai Ioniq 6 N (2026): Neue Konkurrenz für BMW und Polestar
Zu Preisen ab 75.900 Euro ist ab sofort der Hyundai Ioniq 6 N bestellbar. Mit dem sportlich positionierten Topmodell der Limousinen-Baureihe erweitert die koreanische Marke ihr N-Portfolio um ein zweites vollelektrisches Hochleistungsfahrzeug nach dem Ioniq 5 N.

Rolls-Royce hält am V12 fest: Umbau zur E-Marke verschoben
Rolls-Royce leistet sich auch weiterhin und auf absehbare Zeit einen V12-Biturbo-Motor. Der Umbau zur reinen E-Marke ist erst einmal verschoben.

Die besten Motoren der Welt: Fünf Legenden, die jeder kennen sollte
Ja, manche Autos sind berühmt. Doch manchmal ist es vor allem der Motor, der die Legende im wahrsten Sinne antriebt. Wir zeigen dir fünf Motoren, die ganze Marken geprägt haben - und für die man das Auto eigentlich nur als Verpackung gekauft hat.