Rimac Nevera – Hypercar mit fast 2.000 PS

Nevera steht im Kroatischen für einen unerwarteten und heftigen Sturm, der über das offene Meer an die Küste rast. Passender könnte die junge Sportwagenschmiede aus Zagreb das neue Auto nicht nennen. Denn der Rimac Nevera setzt nicht nur dank seiner schier unglaublichen Spitzenleistung zum Sturm auf die Hypersportwagen-Klasse an.
Es ist vor allem die Summe seiner Eigenschaften, die Qualität des ganzen Autos und die Eigentümerstruktur, die für Aufsehen sorgt. Man hätte es Mate Rimac, dem Gründer und CEO von Rimac Automobili, noch vor fünf Jahren kaum zugetraut. Er kam mit einem auf E-Antrieb umgebauten BMW E30 in die Szene und schraubt kurz darauf seinen ersten Elektro-Supersportler zusammen, der durch den Crash von The Grand Tour-Moderator Richard Hammond zu eher unglücklicher Berühmtheit kam. Doch schon die Studie C_Two, die 2018 auf dem Genfer Salon ausgestellt wurde, zeugte von der Ernsthaftigkeit, vor allem aber von der Kompetenz des jungen Teams.
Kurz darauf stieg auch Porsche als Anteilseigner ein und sorgte für einen regen Know-how-Transfer in beide Richtungen. Dabei waren die schier unglaublichen Rahmendaten des nun Nevera getauften Boliden schon vor dem Einstieg der Schwaben festgelegt.
Mit 1.914 PS auf 412 km/h Höchstgeschwindigkeit
Aus vier permanenterregten Motoren schöpft der Rimac Nevera 1.407 kW/1.914 PS (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend²) und 2.360 Nm – das Drehmoment steht dabei naturgemäß ab der ersten Umdrehung zur Verfügung. Die Kroaten geben damit eine Beschleunigungszeit von 1,85 Sekunden auf 100km/h an. Eine derartige Fabelzeit ist vor allem dank eines neuartigen Traktions- und Stabilitätsmanagements möglich. Denn der Nevera verzichtet auf ein herkömmliches ESP oder ASR. Stattdessen baut man auf Rimacs All-Wheel Torque Vectoring 2, kurz R-AWTV 2. Mit über 100 Berechnungen pro Sekunde wird jedem Rad für jede Situation das maximal übertragbare Drehmoment zugeteilt.
Damit will Mate Rimac nicht nur unglaubliche Beschleunigungen ermöglichen, sondern vor allem eine bislang ungekannte Dynamik auch in Kurven. Dennoch lesen sich auch die restlichen Performance-Daten wie aus einer anderen Welt. Aus dem Stillstand auf 300 km/h geht es in 9,3 Sekunden. Topspeed sind 412 km/h.
Fahrlehrer mit künstlicher Intelligenz auf Basis der NVIDIA Pegasus-Plattform
Um derartige Urgewalt beherrschen zu können, gibt Rimac seinen Nevera-Kunden einen Fahrlehrer an die Hand. Damit ist allerdings nicht die persönliche Einweisung in Zagreb nach dem Kauf gemeint, sondern eines der technisch fortschrittlichsten Fahrerassistenzsysteme der Automobilbranche. Herzstück ist die NVIDIA Pegasus-Einheit, die zusammen mit 12 Ultraschallsensoren, 13 Kameras und sechs Radarantennen jederzeit die Position des Autos relativ zu seinem Umfeld erfassen kann. Auf einer Rennstrecke kann das System dem Fahrer so in Echtzeit nicht nur die Ideallinie auf den Displays zeigen, sondern auch Sprachanweisungen für Brems- und Einlenkpunkte geben.
Batterie mit 120kWh als integraler Bestandteil des Monocoques
Der Fahrspaß auf der Rennstrecke ist im Rimac Nevera laut seinen Entwicklern auch nicht nur von kurzer Dauer. Dank einer eigens entwickelten 120 kWh-Batterie, die in H-Form als integraler Bestandteil im Carbon-Monocoque untergebracht ist und für eine 37-prozentige Steigerung der Verwindungssteifigkeit verantwortlich ist, dürfte der Nevera über eine Reichweite weit jenseits der 500 Kilometer verfügen. Dabei ist die Spitzenleistung des Akkupacks ebenfalls bemerkenswert, denn Mate Rimac gibt 1,4 Megawatt für die Batterie an.
Besonders interessant ist das, weil sich entsprechende Ladeströme davon ableiten lassen. Der Rimac Nevera dürfte sich also mit Ladeleistungen um 300 kW betanken lassen. Dafür spricht auch die maximale Rekuperationsleistung, die eben jene 300 kW ausweist. Allerdings gibt es zu genau diesem Thema noch keine exakten Daten. Damit bleibt auch die Ladezeit unklar, wie auch die Verbrauchsdaten noch nicht näher genannt werden.
Was allerdings klar ist: der Nevera wird sprichwörtlich für einen Sturm in der Klasse der Hypercars sorgen. 150 Stück des kroatischen Sportlers sollen gebaut werden, der Stückpreis soll bei rund zwei Millionen Euro liegen. (Text: fm | Bilder: Hersteller)
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