Mercedes-AMG G 63 Cabriolet: Oben ohne und gar nicht bescheiden

Wer dachte, dass das Konzept einer kastenförmigen Luxus-Schrankwand mit fast 600 V8-PS irgendwann ausgemustert wird, hat die Rechnung ohne AMG gemacht. Die G-Klasse ist gefragter denn je. Und bekommt jetzt endlich wieder das Feature, auf das wohlhabende Frischluft-Fanatiker seit Jahren warten: Das G-Klasse Cabriolet kehrt zurück.
Seit Generationen ist die G-Klasse längst mehr Statussymbol als Werkzeug. Entsprechend kommt das neue Cabriolet auch nicht mehr mit kurzem Radstand, schließlich stammte der alte Offene noch recht unverblümt von der spartanischen Militärvariante ab. Das W465-Cabrio darf in Vollfettstufe als viertüriger AMG G 63 mit Stoffdach zu den betuchten Kunden fahren und dürfte entsprechend exorbitant teuer und sehr begehrt werden.
Das Design der aktuellen G-Klasse bleibt auch beim im ersten Teaservideo gezeigten Prototypen in seiner majestätischen Klotz-Form voll erhalten. Ab den B-Säulen regiert allerdings die unbegrenzte Kopffreiheit. Am mächtigen Heck bleibt das klassische Ersatzrad montiert, erhält beim Cabriolet jedoch eine clever integrierte, dritte Bremsleuchte.
Das Verdeck: Schluss mit Handarbeit
Die wohl wichtigste technische Neuerung betrifft das Stoffdach selbst. Wer beim alten G-Klasse Cabrio der Vorgängergeneration noch im Innenraum hantieren musste, um zwei manuelle Verriegelungen hinter den Sonnenblenden zu lösen, darf sich beim Neuling auf echten First-Class-Komfort freuen:
Auf dem kurzen Instagram-Clip ist zu erkennen, wie sich das Stoffverdeck komplett vollautomatisch per Knopfdruck nach hinten faltet. Der Fahrersitz blieb bei diesen Aufnahmen leer. Ein subtiler Hinweis dafür, dass der Verdeckmechanismus ohne jegliche manuelle Zwischenschritte auskommt – oder ein schlampiger Videoschnitt der Social Media-Abteiung. Wie vermuten allerdings ersteres. Ob das Faltdach alllerdings auch während der Fahrt bei niedrigen Geschwindigkeiten betätigt werden kann, hält AMG derzeit noch unter Verschluss.
Antrieb: V8-Biturbo für die passende akustische Untermalung
Unter der wuchtigen Motorhaube bleibt alles beim bewährten AMG-Erfolgsrezept: Das Cabriolet rollt als G 63 an. Das bedeutet im Detail: Ein 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 48-Volt-Mildhybrid-Unterstützung dürfte wie bisher stramme 585 PS (430 kW) und 850 Nm Drehmoment auffahren. Dazu gibt es das bekannte AMG Active Ride Control Fahrwerk mit hydraulischer Wankstabilisierung für perfekte Kurvenlage trotz hohem Schwerpunkt.
Durch den Wegfall des festen Stahldachs mussten die Ingenieure die Karosserie im Unterboden massiv versteifen. Zwar bringt das zusätzliche Kilos auf die Waage, doch bei der Urgewalt des V8-Triebwerks dürfte der Sprint auf 100 km/h dennoch in deutlich unter 4,5 Sekunden erledigt sein.
Der Preis: Exklusivität muss sein
Interessant ist die Frage, ob Mercedes das Cabriolet ausschließlich als AMG bringen wird. Derzeit deutet alles auf den G 63 hin. Aus Markensicht ergibt das Sinn. Das offene Modell wird teuer, exklusiv und wahrscheinlich nur in begrenzten Stückzahlen angeboten. Ein günstigeres G-500- oder G-450-d-Cabriolet wäre zwar denkbar, würde aber die Positionierung verwässern.
Preislich wird das Cabriolet deshalb deutlich oberhalb der geschlossenen G-Klasse liegen. Der aktuelle AMG G 63 bewegt sich in Deutschland bereits nahe der 200.000-Euro-Marke. Mit Cabrio-Aufschlag, Sondermodell-Charakter und möglichen MANUFAKTUR-Optionen dürfte die offene Version klar darüber landen. Wir gehen von mindestens 250.000 Euro aus.
Mercedes macht sich hier den Mechanismus zu eigen, den sie einst schon beim G 63 und G 65 genutzt haben: Der V12 war nicht deshalb so absurd viel teurer als sein Achtzylinder-Bruder, weil er in der Produktion so viel mehr gekostet hat, sondern schlicht, weil die Kunden einen solchen Aufpreis verlangt haben. Nach dem Motto: Seht her, ich kann mit den V12 leisten. So ähnlich dürfte es auch beim neuen Cabriolet werden. Und die Zusatzmarge dürfte Mercedes gerade gut gebrauchen können, um die anderen Bilanzlöcher zu stopfen. (Text: an | Bilder: Mercedes-Benz Instagram)
Alle Artikel
Alle ansehen
Zeekr 7X Facelift: 680 PS, Bosch-Assistenz und Rekord-Ladespeed
Zum Modelljahr 2027 spendiert die Geely-Tochter dem 800-Volt-Cross-Over eine erste Modellpflege. Auf dem Zettel stehen spürbar potentere E-Motoren, optimierte Ladezeiten an Hyperchargern, frische Assistenztechnik von Bosch und ein leicht geschärfter Look.

Škoda Kodiaq Laurin & Klement: Luxus-Topmodell mit 272 PS zum runden Geburtstag
Pünktlich zum 10. Geburtstag seines Bestsellers krönt Škoda die Kodiaq-Baureihe mit zwei Updates: Das tschechische Modellprogramm erhält die exklusive Topausstattung Laurin & Klement sowie ein spürbares Kraft-Upgrade: Der Kodiaq iV erstarkt als Plug-in-Hybrid auf 272 PS Systemleistung.

Brandgefahr bei VW & Cupra: Ladebegrenzung auf 80 Prozent und neuer E-Auto-Rückruf
Die nächste unerfreuliche VW-Rückruf-Nachricht: Bei internen Kontrollen wurden eklatante Qualitätsmängel an einzelnen Hochvoltzellen diverser ID.- und Cupra-Modelle festgestellt, die im schlimmsten Szenario zu schweren Bränden führen können.
