Range Rover GT (2026): Luxustourer statt SUV. Briten-Stromer mit Digital Detox

Der Range Rover GT läutet wohl das Aus für den glücklosen Velar ein. Der erste Nicht-SUV der Marke rollt zunächst als rein elektrischer Langstreckentourer an, später folgen hybridisierte Verbrenner. Offizielle technische Daten zu Batterie, Reichweite und Leistung nennt Range Rover noch nicht.

Alle guten Dinge sind fünf! Unter diesem Motto erweitert Range Rover demnächst die Modellpalette um einen waschechten Grand Tourer. Auch wenn es in Gaydon offiziell noch niemand offen zugibt, dürfte der neue Range Rover GT das Aus für den eher glücklosen Velar besiegeln, der ohnehin zu nah am großen Flaggschiff, dem „echten“ Range Rover positioniert war. Mit einer schärferen Ausrichtung und einer völlig neuen Plattform soll der GT das Grand-Touring-Segment neu definieren.

Modellstrategie: Elektro-First auf der neuen EMA-Plattform

„Das Ergebnis ist der „autoähnlichste“ und zugleich unverkennbar leistungsfähigste Range Rover, der je geschaffen wurde. Diese Freiheit hatten wir nur auf unserer neuen elektrifizierten EMA-Architektur“, schwärmt Range-Rover-Chef Martin Limpert über den Neuling.

Range Rover GT 1

Die Ausrichtung ist klar strukturiert: Der GT kommt zunächst als vollelektrischer Stromer für die Langstrecke auf den Markt. Wer dem reinen Elektroantrieb noch skeptisch gegenübersteht, darf beruhigt sein: Später schieben die Briten auch Vollhybrid-Varianten nach. Offizielle technische Daten behält der Autobauer zwar noch für sich, für ein echtes Grand-Touring-Erlebnis ohne ständige Ladestopps sind aber mindestens 600 Kilometer WLTP-Reichweite fest eingeplant.

Cockpit & Interieur: „Digital Detox“ statt Bildschirm-Wahn

Im Innenraum setzt sich der Range Rover GT mit klaren Linien, geraden Formen und einem sichtbar reduzierten Design wohltuend ab. Während viele Mitbewerber die Kabine mit Monitoren zupflastern, gehen die Designer in Gaydon den Weg des „Digital Detox“. Entsprechend gibt es keine Beifahrer- oder Fond-Displays. Sowohl der Beifahrer als auch die Gäste im Fond bleiben von Bildschirmen verschont. Das Lenkrad nimmt sichtbare Anleihen an der Jaguar-Studie Type 00 und erinnert in Größe und Position eher an ein Peugeot-Lenkrad als an das eines BMW iX3.

Range Rover GT 5

Hinter dem Volant sitzt ein schmales Display, unterstützt von einem kompakten Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion. Die physische Bedienung beschränkt sich auf Tasten am Lenkrad, die Lenkhebel und die Fensterheber. Als digitale Kommandozentrale dient der große zentrale Touchscreen, der voraussichtlich um eine KI-gestützte Sprachbedienung ergänzt wird.

Neue Haptikwelten: Veganes Hightech-Material und First-Class-Fond

Der fahrereigene, opulent gepolsterte Sessel verzichtet zwar auf extreme Sportwagen-Wangen, soll aber mit hohem Langstrecken-Komfort überzeugen. Beim Bezug geht Range Rover neue Wege: Das vegane Material Ultrafabrics dient als Lederersatz und fühlt sich haptisch genauso edel an. Ein praktischer Nebeneffekt unter dem riesigen Panorama-Glasdach: Das synthetische Material heizt sich bei Sonneneinstrahlung deutlich langsamer auf als klassisches Tierleder.

Echtes Leder gibt es vorerst nicht. Laut Materialexpertin Hannah Custance sind die Vordersitze schlicht so groß geschnitten, dass aktuell keine passend dimensionierten Lederhäute verfügbar sind. Nähmaschinen scheinen für die Briten noch Neuland zu sein.

Range Rover GT 4

Auf der Rückbank zeigt der Engländer dann vollends seine Qualitäten als echter Reisewagen. Range Rover bietet den GT wahlweise mit einer klassischen Rückbank oder zwei luxuriösen Einzelsesseln an. Ganz gleich für welche Variante man sich entscheidet: Die Bein- und Kopffreiheit fallen im Fond sehr üppig aus und sollen im Umfeld von S-Klasse, 7er und Co liegen.

Eine smarte Alternative?

Strategisch ist der Range Rover GT ein wichtiges Auto. JLR kommt mit seiner großen Elektrooffensive spät. Der Jaguar I-Pace war früh, blieb aber kommerziell weit hinter den Erwartungen. Danach dauerte es lange, bis die nächste Generation elektrischer Modelle greifbar wurde. Nun sollen Range Rover Electric, Range Rover Sport Electric, Jaguar Type 01 und Range Rover GT diese Lücke schließen.

Der GT könnte dabei der spannendste Ansatz sein. Er versucht nicht, einen bestehenden Verbrenner einfach zu elektrifizieren. Er nutzt eine neue Architektur, ein neues Innenraumkonzept und folglich eine neue Positionierung. Wenn Range Rover hier Reichweite, Ladeleistung, Komfort und Software sauber zusammenbringt, könnte daraus tatsächlich mehr werden als ein weiterer Luxus-Stromer. (Text: an | Bilder: Hersteller)

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Alexander Nocker

Alexander Nocker verstärkt seit 2026 das AutoScout24 Magazin als freier Redakteur mit Fokus auf Antriebstechnologien. Er bringt langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus mit und beschäftigt sich vor allem mit neuen Technologien und aktuellen Mobilitätsthemen. Auch klassische Fahrzeuge kennt und schätzt er. Privat schlägt sein Herz für sportliche Klassiker - sein Traumwagen ist ein BMW M3 E30 Sport Evolution. Aktuell fährt er einen VW ID.3 GTX Fire & Ice.

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