Porsche 911 Turbo S: Die Rückkehr des Straßenfegers

Nach den Carrera-Modellen rundet Porsche sein Elfer-Angebot zunächst nach oben ab. Der neue Porsche 911 Turbo S setzt auf wahnwitzige Fahrwerte und unterbietet teilweise sogar den bisherigen GT2 RS. Sein Einstandspreis? Augentränend.

Mensch, bist du dick man! In der Breite vorne plus 45 Millimeter, nochmals 20 Millimeter hinten und aus dem ohnehin schon vollschlanken Porsche 911 der Generation 992 wird der Porsche 911 Turbo S (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,1 l/100km; CO2-Emissionen kombiniert: 254 g/km²). Die Politik der dicken Backen haben alle top-of-the-line Elfer gemein, doch nie zuvor hat schon ein Basis-Elfer derlei ausladend auf der Straße gestanden. Zur Verteidigung seiner selbst: In den hinteren Kotflügeln ist nunmehr eine echte Ansaugung für den 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer verbaut, wobei der Turbo S weiterhin zusätzliche Luft über die Öffnungsschlitze der Motorabdeckung beziehen muss.

Porsche-911-Turbo-S-Front

Mehr Antritt, mehr Abtrieb

Vorne wiederum gibt es mehr Aerodynamik zu verstauen, je nach Geschwindigkeit fährt sich pneumatisch die Spoilerlippe aus der Front und sorgt dann im Zusammenspiel mit dem immerzu sichtbaren (und ebenfalls aktiv verstellbaren) Heckflügel für 15 Prozent mehr Abtrieb im Vergleich zum Vorgänger. Nun klebte bereits der 991.2 nicht gerade halbherzig auf dem Belag, doch lief dieser auch keine 330 Stundenkilometer. Sie sind das heftige Endresultat, tritt der Porsche 911 Turbo S Pilot kräftig aufs Gaspedal und lässt alle 650 PS (!) und 800 Newtonmeter Drehmoment von der Kette. Richtig gelesen. Sechshundertfünfzig. Damit leistet der neue Turbo S stolze 70 PS mehr als der alte.

Porsche-911-Turbo-S-Interieur

Porsche 911 Turbo S mit surrealen Leistungsdaten

In nur 2,7 Sekunden rennt der Turbo S aus dem Stand auf Tempo 100, 200 Stundenkilometer fallen bereits nach 8,9 Sekunden. Damit nimmt der Porsche seinen direkten Konkurrenten McLaren GT (Test) und Aston Martin DB11 (Test AM DBS) wertvolle Sekundenbruchteile ab, wobei er auch beim Preisgebaren gern die Nase vorn hat. Unter 218.000 Euro (Marktpreise Deutschland; Preise für Österreich derzeit noch nicht bekannt) ist das Stuttgarter Flaggschiff nicht zu haben, wobei sogar der McLaren GT noch knapp unter der 200.000-Euro-Grenze startet. Aber dafür hat der Elfer eben Allrad, eine Keramikbremse und ein funktionierendes Infotainmentsystem serienmäßig an Bord. Die Mischbereifung im Format 20/21 Zoll ist ebenfalls ab Werk montiert, genauso wie die statusbehaftete Modellbezeichnung.

Porsche-911-Turbo-S-Side

Teurer als ein McLaren GT

Gegen ein paar Euro extra wandelt sich anschließend noch die trapezförmig und vierflutig angelegte Abgasanlage zu zwei ovalen Endrohren. Leder, Race-Tex und Carbon gibt es ebenfalls reichlich zu bestellen und wer alle Highlights des Porsche-Konfigurators durchprobiert, dem zeigt der Rechner am Ende augentränende 264.000 Euro an. Allerdings wird die hauseigene Exklusiv-Manufaktur sicherlich noch weitere individuelle Kundenwünsche bedienen können. Wie etwa den eigenen Fingerabdruck als Rallyestreifen aufgebracht zu bekommen. Kostenpunkt? 7.500 Euro. Die Bestellbücher sind ab sofort geöffnet, Marktstart wird wohl noch im April 2020 sein. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat fährt er eine Mercedes-Benz S-Klasse S 450 4Matic W221.

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