Peugeot e-Traveller: Elektrischer Familienvan mit 330 Kilometer Reichweite

Seien wir doch mal ehrlich: Je größer ein Auto für den Personentransport ist, desto häufiger wird es im Kurzstreckenverkehr sowie im urbanen Raum eingesetzt. Firmen, Hotels und Taxibetriebe shutteln Reisegruppen zum Flughafen oder Bahnhof, das Familienauto macht die tägliche Kita-Schule-Supermarkt-Tour. Wie schön wäre es, wenn dies lokal emissionsfrei geschehen könnte?
Da ist es nicht nur folgerichtig, sondern auch begrüßenswert, dass nach den elektrischen Transportern der PSA-Marken Citroen, Opel und Peugeot sowie des Kooperationspartners Toyota jetzt auch eine Pkw-Version auf gleicher Basis erscheint. Den Anfang macht die Marke mit dem Löwen im Logo – Vorhang auf für den Peugeot e-Traveller.
Zwei Karosserielängen stehen zur Wahl
Der Großraumvan kommt in zwei Karosserielängen: 4,95 Meter und 5,30 Meter. Die kürzere Aufbauvariante mit 4,60 Metern Länge bleibt den Transportern vorbehalten, sie würde zu wenig Freiraum für die Passagiere im Fond bieten. Die Variante Combispace für Privatkunden kommt mit fünf bis acht Sitzplätzen und wird es in beiden Ausstattungsniveaus Active und Allure geben.
Gewerbliche Nutzer können beim Traveller Shuttle indes die beiden Varianten Business und Business VIP wählen. Das untere Ausstattungsniveau bietet bis zu neun Sitzplätze, der Business VIP wahlweise sechs oder sieben Sitze mit entsprechend mehr Komfort für die Mitfahrer. Im VIP-Modell genießen diese außerdem die Vorzüge einer Dreizonen-Klimaautomatik, die Scheiben sind abgedunkelt.
Traktionsbatterie mit 50 oder 75 kWh
Nicht nur bei der Karosserielänge, auch beim Lithium-Ionen-Akku lässt der Peugeot e-Traveller seinen Kunden die Wahl: Mit 50 kWh oder 75 kWh Speicherkapazität stehen zwei Größen zur Verfügung. Die Reichweite des Peugeot e-Traveller (Homologation ausstehend²) liegt mit dem größeren Akkupaket (75 kWh) nach WLTP-Norm bei 330 Kilometern. Die kleinere Batterie soll für 230 Kilometer reichen. Wird das Fahrzeug an einer Schnellladesäule geparkt, zieht es über den CCS-Stecker Strom mit bis zu 100 kW Ladeleistung.
Der 50 kWh-Akku ist dann in einer halben Stunde zu 80 Prozent geladen (man kennt das vom Smartphone, bis 100 Prozent dauert es dann entsprechend länger), beim 75 kWh-Modell müsste die Parkzeit mit 45 Minuten einkalkuliert werden. Länger dauert es an der Wechselstrom-Ladesäule oder einer Wallbox. Der Onboard-Lader erlaubt ab Werk nur einphasiges Laden mit 7,4 kW. Dreiphasiges Laden mit bis zu 11 kW wird es allerdings als Option geben.
Elektroantrieb mit bis zu 100 kW Leistung
Der Antrieb ist bekannte PSA-Konzernware, unter anderem aus den Modellen Opel Corsa-e* (Testbericht) und DS3 Crossback E-Tense* (Testbericht) bekannt. Maximal 100 kW (136 PS) leistet der Elektromotor im „Power-Modus“ und bietet dann 260 Newtonmeter Drehmoment. Im „Normal-Modus“, der während alltäglicher Fahrten meist genutzt werden dürfte, stehen bis 80 kW (109 PS) und 220 Nm an, im „Eco-Modus“ bis 60 kW (82 PS) und 190 Nm.
Die optischen Änderungen des elektrischen Vans im Vergleich zum Verbrenner-Modell halten sich in Grenzen. Ein je Lichteinfall blau oder grün schimmerndes Markenlogo an der Front, der Ladestecker im vorderen linken Kotflügel und den Heckschriftzug genügen dem Peugeot e-Traveller an Besonderheiten. Innen fallen modellspezifische Instrumente, ein neuer Getriebewählschalter und die Fahrmodustaste für die oben erwähnten Programme ins Auge.
Preise für den e-Traveller nennt Peugeot ein gutes halbes Jahr vor dem Marktstart noch nicht. Sie dürften aber gewiss familienfreundlicher ausfallen als die für den ebenfalls elektrischen Mercedes EQV. Auch die Elektro-Versionen von Citroen Spacetourer, Opel Zafira Life und Toyota Proace Verso dürften in den kommenden Wochen vorgestellt werden. (Text: Bernd Conrad | Bilder: Hersteller)
*CO2-Emissionen & Verbrauch
- Opel Corsa-e (Stromverbrauch kombiniert: 16,8 kWh/100 km; CO2 Emissionen kombiniert: 0g/km²)
- DS3 Crossback E-Tense (Stromverbrauch kombiniert: 18,3 kWh/100 km, CO2-Emissionen 0g/km²)
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