Mercedes V-Klasse Marco Polo (2026): Facelift-Vorstellung

Unter der Woche das Vielzweck-Alltagsfahrzeug. Am Wochenende und im Urlaub das praktische Spaß-, Sport- und Freizeitgerät: Diese Vielseitigkeit macht den anhaltenden Erfolg des Glamping-Gefährts Mercedes Marco Polo aus. Die jüngste Überarbeitung für den Rest seiner Laufzeit bis ins Jahr 2030 soll diese Karriere noch einmal beflügeln.
Mercedes-Benz Vans spendierte dem ab Mitte 2026 ausgelieferten Facelift-Modell dabei eine Vielzahl von Detail-Verbesserungen. Und holte die Verwandlung der nackten V-Klasse in ein Freizeitmobil mit (Marco Polo) oder ohne Küchenblock (Marco Polo Horizon) von Westfalia in die eigene Zuständigkeit zurück. Und zwar ins Werk Ludwigsfelde bei Berlin. Diese Maßnahme soll beispielsweise für „noch mehr Handwerkskunst aus dem eigenen Unternehmen“ sorgen.
Neuer Marco Polo mit Verbesserungen im Detail
Man muss schon sehr genau hinschauen, um die Unterschiede zum noch aktuellen Camper zu erkennen. Der bedeutsamste sitzt ganz oben: Das Hubdach ist nicht mehr aus GFK, es besteht jetzt aus einer Alu-Doppelschale. Das sorgt laut Andreas Zygan, Leiter Entwicklung Mercedes-Benz Vans, für mehr Stabilität und eine bessere Isolierung. Was noch wichtiger ist: Der Faltenbalg hinten ist zehn Zentimeter höher. Das bietet mehr Platz für die Füße von großgewachsenen Nutzern und ermöglicht sogar eine Liegeposition mit dem Kopf nach hinten ohne akute Beklemmungsgefühle. Wie gehabt kann das Hubdach manuell oder gegen Aufpreis elektrisch geöffnet und geschlossen werden. Auf Wunsch gibt es auch ein Schiebedach, das den nächtlichen Blick auf den Sternenhimmel freigibt.
Außerdem wurde innen rund ums Dach eine LED-Ambientebeleuchtung integriert. Neues gibt es auch von der Markise: Die lässt sich jetzt, etwa für den Besuch der Waschanlage oder die Zeit zwischen zwei Camping-Ausflügen, zu zweit mit wenigen Handgriffen abnehmen und wieder aufstecken. Praktisches Detail: Die Kurbel zum Aus- und Einfahren steckt jetzt direkt in der Halterung.
Ebenfalls hilfreich ist das neue Verdunkelungskonzept mit magnetischen Abdeckungen. Dazu kommt noch ein neues Soundsystem mit acht Lautsprechern und einem Subwoofer – Musik gibt es dank Bluetooth-Konnektivität auch bei ausgeschaltetem Infotainment-System. Durch die Weiterentwicklung des Mercedes-Benz Advanced Control Systems (MBAC) lassen sich die Neuerungen wie Beleuchtung, Sound und Schiebedach jetzt smart per Display im Fahrzeug oder über die MBAC-App auf dem Smartphone steuern.
Verbessert wurden auch die Klapptische, die Schubladenführungen, das Bedienpanel an der Sitzbank und die Kühlbox, die nach wie vor 40 Liter fasst und auf Wunsch bis minus 18 Grad abkühlt, aber 25 Prozent weniger Energie verbraucht als das bisherige Modell.
Eigenverantwortung die kostet
„Wir holen den Ausbau in Eigenverantwortung“, so Zygan, der als wichtigste Verbesserung aus dieser Entscheidung kürzere Lieferzeiten und eine höhere Flexibilität nennt. Denn: Mercedes wolle auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Bereich Camping spielen. Deshalb steht auch jetzt schon fest, dass es ab dem Ende des Jahrzehnts einen komplett neuen Marco Polo geben wird – mit Verbrenner- und Elektroantrieb.
Aber das ist Zukunftsmusik. Das Facelift-Modell soll bald bestellbar sein, die Auslieferung Mitte des Jahres starten. Zu den Preisen äußerte sich die Van-Sparte mit Stern noch nicht. Zur Orientierung: Aktuell ist der Horizon ab knapp 57.000, der Marco Polo ab gut 68.000 Euro zu haben. (Text: rh/sp-x | Bilder: Hersteller)
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