Erlkönig: Audi Urban Concept – Kabinenroller unter Strom

Auch wenn Audi wenige Wochen vor der IAA nur grobe Skizzen seiner Messe-Studie Urban Concept veröffentlicht, dürfte es den Ingolstädtern nicht ganz unangenehm sein, dass ihre Frankfurt-Premiere schon jetzt – wenn auch im Tarnkleid dafür sicher nicht ganz zufällig – entdeckt wurde.

Schließlich posierte das Konzept-Auto recht freizügig für Dreharbeiten am Potsdamer Platz, mitten in Berlin.
Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendein Hersteller eine neue Elektro-Studie vorstellt. Von einem allerdings war in diese Richtung lange nichts zu hören: Audi. Vor allem während der bayrische Dauerkonkurrent BMW erst kürzlich mit seinem Konzeptfahrzeug i3 und i8 mächtig viel Aufsehen erregte, hielten sich die Ingolstädter zuletzt recht bedeckt.

Auf der IAA wird sich das ändern, dort wollen die Ingolstädter mit ihrer Studie Urban Concept dem ebenda zu bestaunenden i3 in die Parade fahren. Während allerdings aus Bayern vorab nur Zeichnungen der Studie zu bekommen sind, hat sich der City-Flitzer in Berlin schon der Öffentlichkeit präsentiert. Zwar haben sich die Ingenieure beim Tarnen mit psychedelisch bemalter Folie reichlich Mühe gegeben, doch scheint der Stolz auf die eigene Marke größer zu sein, als das Geheimhaltungsbedürfnis. Klar zu sehen sind der Audi-Grill mit den vier Ringen und die schmalen LED-Scheinwerfer im bekanten Design.

Kabinenroller-Optik

Abgesehen von den typischen Audi-Genen wirkt der für Metropolen konzipierte Urban Concept nur 3,20 Meter Länge und vier 21 Zoll großen, freistehenden Räder allerdings recht futuristisch; fast wie eine Mischung aus dem Messerschmitt Kabinenroller der 1950er Jahre und dem Anfang 2011 in Katar gezeigten, zigarrenförmigen VW-Konzept XL1. Auch der Zustieg erfolgt auf recht unkonventionelle Art und Weise über die Bordwand, dazu ist Dachkuppel verschiebbar und lässt sich nach hinten öffnen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Einsteigen dennoch leichter von Statten geht, als beim Kabinenroller: dort wurde dafür extra eine Anleitung mitgeliefert.

Dass die längliche Bauform mit zwei hintereinander angeordneten Sitzplätzen und einem kleinen Kofferraum aerodynamische Vorteile bietet, steht außer Frage – vor allem im Zusammenspiel mit konsequentem Leichtbau lässt sich so der Verbrauch deutlich reduzieren. Das Monocoque der Studie ist aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, hinzu dürfte ebenso leichtes Aluminium kommen; mehr als 500 Kilogramm wird die Waage also nicht anzeigen.

Während VW bei seiner ähnlich gezeichneten Studie XL1 den Antrieb einem Diesel-Hybrid überträgt, der weniger als 0,9 Liter pro 100 Kilometer konsumieren soll, betreibt Audi seinen Urban Concept ausschließlich mit Strom. Zwei Elektromotoren treiben die Hinterachse an, die als Stromspeicher dienenden Lithium-Ionen-Akkus sind im Sandwichboden verbaut; Platz für einen die Range-Extender gibt es nicht mehr.

Mehr Infos in Frankfurt

Auch wenn Audi sich noch nicht zu Reichweite oder Ladezeit äußert, so ist doch davon auszugehen, dass der Urban Concept alle 50 bis 60 Kilometer an die Steckdose muss. Und zu den Fahrleistungen heißt es von Herstellerseite bisweilen nur, dass er kraftvoll beschleunige und dass bei 100 km/h elektronisch abgeregelt wird. Genauere Informationen dazu wird Audi bei der offiziellen Premiere auf der IAA bekanntgeben. Zeit wird’s, denn die Konkurrenz hat stark vorgelegt: BMW will den i3 schon 2013 auf den Markt bringen und VW zeigt schließlich die Serienversion des zukunftsträchtigen Kleinwagen up.

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